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Mnemotechniken

Der Gedächtnispalast

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung
  2. Praktische Anwendung


  1. Gedächtnis & Lernen - Inhaltsverzeichnis




Gedächtnispalast

Siehe auch: Loci-Methode | Major-System (Mastermethode)

Palacio Real de Madrid Der so genannte Gedächtnispalast, ist eine recht anspruchsvolle Erweiterung der Loci-Methode, die dem langfristigen memorieren von Allgemeinwissen und jeder anderen Art von Informationen dient, aber (durch seine örtliche Struktur) auch dazu verwendet werden kann, Logik in bereits vorhandenes Wissen zu bringen. Um die Methode des Gedächtnispalastes effektiv nutzen zu können, ist es entscheidend versiert im Umgang mit der Loci-Methode zu sein – den das Konzept des Gedächtnispalastes verwendet zwar die Prinzipien der Loci-Methode, ist jedoch wesentlich komplexer als diese.


Wegen der weitläufigen Freiheit und der Erscheinung einer vollkommen autark erschaffenen und begehbaren Welt, übt die Idee des Palastes eine große Faszination auf viele Menschen aus. So ist der Gedächtnispalast ein prächtiges, meist schlossartiges und weitläufiges Gebäude das zu einer umfassenden Informationsverankerung in allen Wissensbereichen genutzt werden kann, bspw. einer Ziffernfolge wie etwa einige der Nachkommastellen der Zahl Pi (3,14159 26535 89793 23846 ...), oder von historischen Daten, Texten, Vokabeln uvm.

Zur überwindung der Visualisierungsschwelle, ab welcher das Begehen einer solchen im Kopf erschaffenen künstlichen Welt entspannt, unbewusst und ohne Anstrengung erfolgt, kann für die meisten Menschen ohne eine vorherige Steigerung des räumlichen Vorstellungsvermögens (wie durch die verschiedenen, im Vergleich dazu einfachen mnemotechnischen übungen) eine anfängliche Hürde darstellen, die viele Interessierte abzuschrecken imstande ist.

Ein derartiger Palast im Gedächtnis, beinhaltet die verschiedensten Plätze (lat. Loci), auf denen das Wissen abgelegt werden kann: bspw. ein Bild, eine Kommode, eine Ritterrüstung, ein Teppich, ein Tisch, Treppenstufen, eine Vase, usw. Diese vielen möglichen Plätze können aber nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn den Details auch eine ausreichende Unterscheidbarkeit gegeben wird und im Kopf möglichst lebhafte und emotionale Bilder dazu entstehen – umso fantasievoller, individueller und gefühlsbehaftet die Assoziationen sind, desto einprägender und länger erinnerbar wird die so kreierte Welt des Palastes.


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Praktische Anwendung


Aufbau

Der Gedächtnispalast sollte übersichtlich und logisch aufgebaut sein. Oft wird auch empfohlen die einzelnen Etagen in unterschiedlichen Farben zu gestalten, um mit der Farbe eine zusätzliche Assoziation zu schaffen (um den Palast dadurch übersichtlicher und vielfältiger zu gestalten und die einzelnen Etagen so besser voneinander abzugrenzen).

Der Palast kann erbaut werden wie man möchte - in einem Zug, stückweise oder auch ständig erweitert werden. Die Informationen können darin nach der Fertigstellung abgelegt werden oder auch schon während der Konstruktion, auch ganz so wie man es für richtig hält. Der Einsatz einfacher Papierskizzen zum Aufbau ist möglich aber nicht notwendig – oft wird sogar die Meinung vertreten, dass diese lediglich die Fantasie und Kreativität einschränken würden.


Stoffmenge

Was die Größe des Palastes und damit die Menge an abgespeichertem Wissen angeht, gibt es praktisch keine Grenzen außer der eigenen Fantasie. Zudem kann der Gedächtnispalast auch beständig erweitert werden. Um das im Palast abgelegte Wissen effektiv nutzen zu können, muss es regelmäßig wiederholt (der Palast also regelmäßig begangen) werden, um so die Wahrscheinlichkeit des Vergessens zu senken.


Art des Lernstoffes

Wie auch bei der einfacheren Loci-Methode, kann eigentlich alles abgespeichert werden was durch die eigene Fantasie in Bidler umgewandelt (mnemotechnisch formatiert, d.h. visualisiert) werden kann – wie bspw. der Begriff „Freiheit“ visualisiert als Freiheitsstatue. Bei abstrakten Begriffen wie Zahlen oder Karten, werden diese Assoziationen mittels eines Gedächtnissystems das auf einem alphanumerischen System aufbaut erzeugt, oder über eine willkürliche Zuordnung. Bei diesem Alphanumerischen System, wird bei den Dezimalzahlen bspw. erst jeder Ziffer ein Buchstabe zugeordnet und anschließend aus mehreren Ziffern ein gut visualisierbares Bild erzeugt (das verbreitetste System dieser Art ist das Major-System, auch bekannt als Mastersystem).


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