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Lernfaktoren

Inhaltsverzeichnis


  1. Fragen, über die man sich vor dem
    Lernen Gedanken machen sollte
  2. Lerntypen
  3. Optimale Lernumgebung
  4. Der Zeitrahmen

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    Konzentrations- und Lernprobleme

  1. Gedächtnis & Lernen - Inhaltsverzeichnis


Siehe auch Medienverzeichnisse: Lerncoaching | Lerntechniken



Fragen über die man sich vor dem Lernen Gedanken machen sollte


  1. Welcher Lerntyp bin ich?
  2. Wie lerne / lernte ich Vokabeln?
  3. Wie gehe ich vor, wenn ich einen Lernstoff von mehreren A4-Seiten lernen muss?
  4. Meine beste Lernzeit ist von xx bis xx
  5. Meine bevorzugte Lernumgebung (und Hilfsmittel)?
  6. Was mache ich in den Lernpausen?
  7. Wie belohne ich mich bei einem Lernerfolg?


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Lerntypen

Siehe auch: Medienverzeichnis - Motivation | Zeit- und Selbstmanagement


Auf welche Art und Weise einem das Lernen am leichtesten fällt, ist von jeweiligen Lerntyp abhängig – Inhalte sollten daher nicht stur auswendig gelernt, sondern entsprechend dem Lerntyp erarbeitet und dadurch regelrecht erfasst/verstanden werden.

Anmerkung: Keiner der im folgenden aufgezählten Lerntypen besteht für sich allein - vielmehr gibt es in der Praxis genrell nur Mischtypen.


Auditiv / Akustisch / Verbal

Ohr
Der Auditive Typ ist eher selten (10% haben diese Fähigkeit) und lernt am effektivsten durch Zuhören oder indem Fragen gestellt werden - es fällt ihm so leicht die gehörten Informationen zu verarbeiten, sich zu merken und auch wiederzugeben.

Daher sind Diskussionen bzw. Frage-und-Antwort Gespräche für diese Art des Lernens ideal. Auch das gegenseitige Abprüfen liegt diesem Lerntyp.


Lerntipps

Der Auditive Typ lernt rein durch den Intellekt, d.h. vorwiegend abstrakt anhand von Begriffen, Formeln und dgl., während der Kommunikation durch Zuhören und sprechen - die Diskussion hilft ihm Missverständnisse zu beseitigen.

Der Lernstoff könnte z.B. im Rhythmus eines Musikstückes gesprochen auf einen Tonträger aufgezeichnet werden – die Aufnahme kann man sich dann während anderer Tätigkeiten wie Spazierengehen, Radfahren und dgl. nebenbei anhören (Bewegung fördert die Informationsverarbeitung zusätzlich, vmtl. durch die erhöhte Sauerstoffzufuhr).

Anmerkung: Herkömmlichen Unterrichtsformen sind auf diesen Lerntyp zugeschnitten.


Siehe auch (Medienverzeichnis):
  • Interaktiver Vokabeltrainer von Langenscheidt, der sich unter anderem durch integrierte Vokabel- und Sounddateien für Anfänger und Fortgeschrittene auszeichnet.
  • Birkenbihl-Methode, Sprachen gehirngerecht lernen. Vergleichbar mit der Assimil-Methode
  • Die Assimil-Methode - dem kindlichen Spracherwerb nachempfunden und folgt dem Motto: So viel Grammatik wie nötig und so wenig wie möglich


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Kinästhetisch / Motorisch / Haptisch

Hand
Haptische Typen lernen vor allem durch eigene Handlungen: durch Ausprobieren, Anfassen, Fühlen, Mitschreiben (händisch, nicht mit Schreibmaschine oder am PC) und wenn etwas praktisch vorgezeigt wird und es bald danach selber ausprobiert werden kann.

Empfehlenswert für diesen Lerntyp gemeinsam mit anderen bspw. in Experimenten, Gruppenarbeiten oder Spielen aktiv zu werden um den Lernstoff so mit eigenen Erlebnissen in Beziehung setzen zu können. Er bevorzugt außerdem wenn ihm bei Aufgaben und Tests ein eigenständiges Lernen ermöglicht wird und wenn er am Lernprozess unmittelbar beteiligt wird – kann er sich nicht bewegen oder etwas tun, wird er schnell ungeduldig.


Lerntipps

  • Allgemein empfehlenswert: Lernen während man sich bewegt (bspw. beim Spazieren, mit dem Hometrainer,..), selbst einfache Bewegungsübungen können helfen. So wird das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt und die Wahrnehmung und das Denken funktionieren effektiver. So nimmt der Körper beim Sitzen etwa 0,25 Liter, beim Spazieren 0,5 Liter und bei einem Dauerlauf etwa 2 Liter Sauerstoff in der Minute auf.
  • Während der Pausen helfen einfache Bewegungsübungen, das aufstehen und sich strecken sowie das Einatmen frischer Luft am geöffneten Fenster, sich anschließend wieder besser konzentrieren zu können.
  • Auch während man sitzend lernt, sollte die Position regelmäßig gewechselt werden und neben dem Strecken und kurz aufstehen, auch auf eine bewusste Atmung geachtet werden (umso aufrechter der Oberkörper gehalten wird, desto mehr Luft kann in die Lungen strömen).


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Lesend / Schreibend

Schreibende Hand
Dieser Lerntyp bevorzugt schriftliche Quellen mit viel Text. Er kann komplizierte Sachverhalte meist allein dadurch verstehen, indem er eine genaue Erklärung darüber liest.

Der lesende Typ lernt am besten, indem er den Lernstoff mit eigenen Worten formuliert, Prüfungsfragen schriftlich ausarbeitet oder Merktexte (z.B. am Computer) schreibt – in der Regel in Form von Auszügen, welche den Inhalt mit eigenen Worten zusammenfassen.


Lerntipps


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Visuell / Optisch

Braunes Auge
Der Visuelle Typ lernt am einfachsten durch Anschauen bzw. Beobachtung von Bildern, Dias, Filmen, Overheadfolien und Videos. Das Beobachten von Handlungsabläufen macht es diesem Lerntyp leichter Dinge zu erfassen und zu behalten.

Beim Lernen veranschaulichen sie den Lernstoff in Form von Bildfolgen (Bildserien, Animationen oder Videos), Grafiken oder übersichten am besten. Komplizierte Sachverhalte werden von solchen Personen gerne gezeichnet und häufig auch farbig gestaltet (Ihre Unterlagen schmücken sie oft mit Bildern und Skizzen zum Stoff aus).


Lerntipps

Am Beispiel von Grammatikregeln: Bei Informationen welche sich nur schwierig einprägen lassen oder einem, wenn notwendig, nicht einfallen, kann man die gemachten Fehler auf einem Zettel notieren (Sätze und Wörter) und nach der Art des Fehlers ordnen; bspw. nach Zeitfehlern, falschem Vorwort, usw.

Anschließend in einem Nachschlagewerk die entsprechenden Regeln und Erklärungen durchgehen.


Siehe auch (Medienverzeichnis)


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Erweiterte Lerntypentheorie

Abstrakt-verbal | Auditiv | Auditiv-Visuell | Einsicht- bzw. Sinnanstrebend | Haptisch | Kontakt- bzw. Personenorientiert | Olfaktorisch | Mediumorientiert | Visuell


Je mehr Wahrnehmungskanäle (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken) beim Lernen beteiligt werden, desto einprägsamer werden Informationen gespeichert. Wird beim einzelnen der richtige Wahrnehmungskanal angesprochen, steigert das die Lerneffektivität.


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Optimale Lernumgebung

Silhouette einer beim Schreibtisch sitznden Frau


  • Störende Geräusche (wie Radio oder Fernsehen), durch welche die Konzentration gestört wird, vermeiden. Unaufdringliche Hintergrundmusik jedoch, kann einfache übungsaufgaben (wie z.B. Maschinenschreibübungen) angenehmer machen.
  • Wenn möglich immer am selben Platz arbeiten– Ideal ist z.B. ein eigner Schreibtisch bzw. eine Arbeitsecke mit ausreichend Platz in einem ruhigen Zimmer.
  • Silhouette eines beim Schreibtisch sitzenden Mannes
  • Auf dem Arbeitsplatz sollten nur die Arbeitsmaterialien (wie Bücher, Hefte, Nachschlagewerke, Schreibzeug usw.) liegen – Illustrierte, Kinoprogramm, Zeitungen und dgl., lenken nur unnötig ab.
  • Licht - Sollte bei rechtshändern von links oben scheinen, bei linkshändern von rechts oben; bzw. allgemein von vorne, so dass der Arbeitsplatz ganz ausgeleuchtet ist.
  • Regelmäßig für Frischluft, also für ein gutes Raumklima sorgen (z.B. in den Lernpausen lüften) – ein kühler Kopf denkt besser.
  • Eine Pinnwand über dem Arbeitsplatz ist hilfreich, um Merkhilfen, Termine und ggf. aufmunternde Worte zu platzieren.


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Der Zeitrahmen

Siehe auch: Schachbrett-Lernen | Wiederholungen | Medienverzeichnis - Zeit- und Selbstmanagement

Ein Zeitplan, in welchem die eingeplante Zeit für das Lernen und die Freizeitgestaltung eingetragen wird, schafft einen überblick und ein Gefühl von Verbindlichkeit. Der Zeitplan kann so verhindern, dass man beim Lernen von anderen zu erledigenden Aufgaben abgelenkt wird. Außerdem veranschaulicht er wie viel bereits gelernt wurde, was wiederum die Lernmotivation erhöhen kann.

  • Zwischen 9:00 – 12:00 wird er höchste Wachzustand erreicht: Während dieser Zeit arbeitet das Kurzzeitgedächtnis am besten, es ist die bete Zeit für das Lösen von Problemen.
  • Zwischen 15:00 – 18:00 arbeitet das Langzeitgedächtnis am besten: Unsere Stimmung erreicht den Höhepunkt und wir sind außerdem besonders geschickt.
  • Zwischen 20:00 – 21:00 lassen unsere geistigen Kapazitäten zwar nach, aber wir sind entspannt: Es ist die beste Zeit zum Wiederholen (kürzeste Fassung, Schlagworte bzw. überschriften). Geht man bald nach der letzten Wiederholung des Tages schlafen, können sich die Informationen ungestört im Langzeitgedächtnis festsetzen.


Pausen

Sobald die Konzentration nachlässt empfiehlt sich eine Lernpause mit bewusster Entspannung (wie bspw durch Atemübungen am offenen Fenster) – Fernsehen bspw. ist ungeeignet um die Konzentration zu fördern.



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