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Lernmethoden und
Lernhilfen

Inhaltsverzeichnis


  1. PARROT-System
  2. PQ5R-Methode
  3. SQ3R-Methode

  1. Lerntechniken - Inhaltsverzeichnis




PARROT-System

Siehe auch: PQ5R-Methode | SQ3R-Methode


Das PARROT System wurde an der University of South Florida entwickelt und ist ähnlich aufgebaut wie die SQR3 Methode, besteht aber aus insgesamt 6 Schritten. Da diese Methode einfacher zu nutzen ist, ist sie nach Ansicht einiger Experten aber effektiver.


  1. P (Preview) - Vorschau
    Wie auch bei Schritt 1 der SQR3 Methode (Survey), gilt es sich einen überblick über den gesamten Stoff zu verschaffen.

    Das bedeutet etwa die Einleitung zu überfliegen, überschriften, hervorgehobene Passagen und Kapitelzusammenfassungen zu Lesen und eventuelle Fragen am Ende eines Abschnitts kurz zu Studieren. Auch Grafiken und Schaubilder sollten dabei man kurz betrachtet werden.

  2. A (Attend) – Achtgeben / Teilnehmen
    In diesem Schritt bechäftigt man sich aktiv mit dem Text und definiert, was man bereits über das Thema weiß.

    Dabei geht es auch darum, die für die Beschäftigung mit dem Text notwendige Motivation zu schaffen. Durch das Anknüpfen an bereits vorhandenes Wissen, wird das Abspeichern neuer Informationen erleichtert.

  3. R (Read) - Lesen
    Beim eigentlichen Lesen des textes, wird das Gelesene durch Vor- und Zurückblättern vertieft.
  4. R (Review) - Bewertung / Durchsicht
    Dabei wird versucht, sich das Gelesene ins Gedächtnis zu rufen und dabei Bezüge zu bereits vorhandenem Wissen bzw. Erfahrungen zu schaffen.

    Die Review-Phase besteht aus ...

    1. O (Organize) - Organisieren
      Daher das Gelesene mithilfe von Lernmethoden wie beispielsweise einem Karteikartensystem, Mind-Maps, ... zusammenfassen und dem letzten Schritt, dem
    2. T (Testing) - Prüfen
      Der überprüfung am Ende jeder Lerneinheit, ob die Inhalte verstanden und die dabei wesentlichen Fakten gemerkt wurden - dazu können auch Karteikarten oder Mind-Maps genutzt werden.


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PQ5R-Methode

Siehe auch: SQ3R-Methode | Parrot System


  1. P (Preview) - Vorschau
    Man verschafft sich einen überblick über den Text, angefangen beim Titel und dem Inhaltsverzeichnis sowie Schaubildern und Grafiken.

    Der Text wird also überflogen und man kann sich so auf den Text einstimmen. Dadurch werden eventuell bereits vorhandene Erinnerungen geweckt, welche sich so mit dem Inhalt verknüpfen können.Der Text sollte entspannt und ohne Druck gelesen werden. Bei Bereichen die einen interessieren, verweilt man etwas länger, unverständliches nimmt man einfach hin.

    Durch diese erste Vorschau bleiben bereits erste Informationen hängen, werden aber noch nicht verarbeitet – das führt zum zweiten Schritt.

  2. Q (Question) - Fragen
    In diesem Schritt werden anhand der Gliederung des textes (überschriften, Unterpunkte) Fragen formuliert und zu Papier gebracht.

    Hat man Schwierigkeiten bei diesem Schritt, könten einem die Fragewörter Warum, Wer, Wann, Wo, Wie oder Wieviel weiterhelfen. Die Antworten zu den so formulierten Fragen, werden im nächsten Schritt eroiert.

  3. R (Read) - Lesen
    Durch die im vorherigen Schritt formulierten Fragen, ist die Motivation den Text durchzugehen eine andere als eben ohne diese Fragen.

    Während man den Text durchgeht, werden alle Register gezogen um die Fragen zu beantworten: farbliche Markierungen, Unterstreichen und Hervorheben, Nachschlagen, Kommentieren, Zusammenführen usw. Durch diese Vorgehensweise, ergeben sich wesentlich mehr Zusammenhänge als noch beim ersten Schritt und man bemerkt Sachen die für den Kontext wichtig erscheinen. Durch die intensivere Auseinandersetzung mit dem Text, bemerkt man Details und Unstimmigkeiten die einem noch unklar sind und zum Nachschlagen anregen.

    Das wichtige bei diesem Schritt ist es Neues, interessantes und vermeintlich wichtiges zu Kennzeichnen um schnell darauf zurückgreifen zu können – das ist wichtig für den folgenden Schritt.

  4. R (Record) - Aufzeichnen
    Bei diesem Schritt werden alle Dinge die im vorherigen Schritt neu waren, wichtig erschienen und Erkenntnisse, Schlußfolgerungen und selbst erlebte Beispiele daraus erfasst.

    Jene Fragen die man im zweiten Schritt gestellt hat werden jetzt beantwortet und in einer für einen geeigneten Weise schriftlich festgehalten: Beispielsweise auf losen Zetteln, auf Lernkarten, einer Mind-Map usw. Durch das Betrachten wichtiger Informationen und das Verarbeiten von Zusammenhängen, wird der Stoff mit eigenen Gedanken aufbereitet und so zusammengefasst.

    Neue Fragen und Unklarheiten die dabei auftauchen, sollten wiederum notiert werden um diese Nachvollziehen zu können. Durch das Verarbeiten eines langen textes in handlichen Abschnitten, werden bereits viele der relevanten Informationen gewonnen und führen zum nächsten Schritt.

  5. R (Recite) – Rezitieren
    Bei diesem Schritt wird der Text selbst beiseite gelegt und die bis hierher gewonnen Informationen werden rekapituliert.

    Das bedeutet man versucht, beispielsweise anhand des glossars oder des inhaltsverzeichnises, Zusammenhänge herzustellen und soweit wie möglich zu formulieren. Neu auftauchende Fragen und Unklarheiten sollten, wie bereits zuvor, wieder notiert werden um sich daran zu Erinnern und später Nachschlagen zu können.

    An diesem Punkt ist man bereits tief in den Text vorgedrungen, hat diesen aufmerksam gelesen um sich selbst gestellte Fragen zu Beantworten, Unklarheiten aufzudecken und ihn mit eigenen Worten dargestellt. Man befindet man sich bereits im Bereich der Prüfungsvorbereitung und es empfiehlt sich den Schritt vor dem nächsten öfters durchzulaufen.

  6. R (Review) – Bewertung / Durchsicht
    Bei diesem Schritt wird das bis hierher gelernte und verstandene anhand des originaltextes geordnet, auf semantische Fehler überprüft und ausgebessert.

    Durch das gewonnene Verständnis erkennt man deutlicher, ob mit dem Text gut gearbeitet wurde und es können sich durchaus noch neue Zusammenhänge und Erkenntnisgewinne ergeben. Solche sollten abermals markiert und die Notizen, Lernkarten, Mind-Maps, ... dementsprechend angepasst und erweitert werden. Man sollte nun in der Lage sein, die bisher gestellten aber auch die neu hinzugekommenen Fragen zu beantworten.

  7. R (Reflect) – Reflektieren / Nachdenken
    Der finale Schritt ist von allen der wahrscheinlich wichtigste aber auch der abstrakteste, man kann dabei seine Gedanken zum Thema treiben lassen.

    Man sollte sich das Neue Wissen nochmals vor Augen führen und sich dabei Gedanken darüber machen, warum das eine Wichtig und das andere Unwichtig ist. Fragen die man jetzt beantworten können sollte sind beispielsweise:

    • In welchem Zusammenhang steht das Neue Wissen mit bereits vorhandenem?
    • Wie kann man das gelernte anwenden?
    • Welche Bedeutung hat der Text für das betroffene Umfeld im Allgemeinen?
    • Gibt es weitere Quellen, welche den Zusammenhang verständlicher machen können? (was einen neuen Zyklus zur Folge hat …)

    Wie die so gewonnen Erkenntnisse verwendet und für die Prüfung aufbereitet werden, ist ein neues Kapitel, das dann aber nicht mehr direkt mit dem Text sondern im Kopf stattfindet.


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SQ3R-Methode

(eine von Francis Robinson entwickelte Methode zum effektiven Lesen)

Siehe auch: PQ5R | Parrot System


Die Buchstabenfolge SQ3R bezeichnet die Abfolge, in welcher der Leser ein (wissenschaftliches) Buch Auffassen sollte: Survey, Question, Read, Recite und Review.


  1. S (Survey) - überblick
    Der Leser soll sich einen überblick über den ganzen Text des Buches verschaffen.

    D.h. überschriften, Klappentext, Inhaltsverzeichnis, Zusammenfassungen, Aufbau sowie Stichworte sollen beachtet werden, um so den Gesamtrahmen und einen groben Zusammenhang zu erkennen.

  2. Q (Question) - Schlüsselfragen formulieren
    Der Leser wird aktiv, indem er mögliche Fragen zum Abschnitt aufstellt.

    Das Formulieren von Fragen regt die Motivation an, Antworten auf die Fragen zu finden. Diese sollten notiert werden (Kontrollfragen, Prüfungsfragen).

  3. R (Read) - Lesen
    Im hauptsächlichen Schritt befasst man sich mit dem Text.

    Wichtige Schlüsselwörter und Zusammenhänge sollten farbig hervorgehoben werden. Der Text wird abschnittsweise gelesen, das Gelernte muss verstanden werden damit es auch gemerkt wird. Den Text auf die zuvor gestellten Fragen hin Lesen.

  4. R (Recite) - Rezitieren
    Jedem Abschnitt sollte eine Rekapitulation desselben folgen.

    D.h. das man darüber nachdenkt worum es eigentlich ging, was das wesentliche war, welches die Schlüsselwörter waren und wie diese miteinander in Zusammenhang stehen. Außerdem sollten Schlüsselwörter, welche die Hauptpunkte eines Abschnitts wiedergeben, schriftlich festgehalten werden (bspw. durch Zusammenfassungen oder besser mit farbigen Mindmaps).

    Wichtig: In eigenen Worten verfassen, da selbst formulierte Verbindungen besser gemerkt werden als bereits vorgegebene.

  5. R (Review) - Bewertung / Durchsicht
    Man denkt darüber nach, wie der jeweilige Abschnitt mit dem Gesamtkontext und den anderen Abschnitten zusammenhängt und wie man das Gelernte praktisch anwenden könnte bzw. welche Gründe für eine Anwendung bestehen.

    Jetzt kann man die in Punkt 2 formulierten Schlüsselfragen beantworten und überprüfen, ob man mit Fragestellung und Antwort die Essenz des Textes erfasst hat.


Vorteile

Mit der SQ3R-Methode aufgenommenes Wissen wird durch die Eigeninitiative und Elaboration (Ausarbeitung) wesentlich besser im Gedächtnis verankert, wodurch das Erinnern leichter fällt als beim „normalen“ Lesen. Mit übung kann diese Methode für alle Wissensbereiche angewendet werden.


Nachteile

Die Methode ist anfangs aufwändig und zeitintensiv, viele Schritte werden oft zusammengefasst und verlieren so an Effizienz.


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