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Vokabeln lernen

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung
  2. Vokabellernmethoden


  1. Sprachen Lernen

  1. Gedächtnis & Lernen - Inhaltsverzeichnis




Vokabeln

Eine Vokabel (vom lateinischen „vocabulum für Benennung“, Bezeichnung) bezeichnet einen einzelnen Wortbegriff in einer Fremden Sprache. Um eine Fremdsprache zu Erlernen ist es unerlässlich, sich einen umfangreichen Wortschatz an Vokabeln anzueignen (bspw. mithilfe von Bildwörterbüchern).


Dieser Grundwortschatz (auch: Basiswortschatz, Gebrauchswortschatz, Minimalwortschatz) einer Sprache, bezeichnet in etwa die Menge von Wörtern die nötig ist, um ca. 85% eines beliebigen Textes einer bestimmten Sprache und in einem bestimmten Entwicklungsstadium zu verstehen – das sind in etwa 2000 Vokabeln.

Dem Grundwortschatz folgt der so genannte Aufbauwortschatz, welcher erforderlich ist um größere Textmengen bewältigen zu können und der je nach Bedarf (medizinische, technische, … Vokabeln) unterschiedlich gestaltet ist.


Das erlernen der Bedeutung fremdsprachlicher Begriffe alleine, bringt jedoch noch nicht die Beherrschung einer Fremdsprache mit sich, da eine Sprache nur in ganzen Sätzen und in Kontexten funktioniert. Das Vokabular zu lernen ist der einfachere Teil zum bewältigen einer Fremdsprache, Akzent der schwierigere.


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Vokabellernmethoden


Grund- und Aufbauwortschätze

Bezeichnen Sammlungen der häufigsten Vokabeln einer Sprache – diese bieten daher eine gut Ressource für die wichtigsten zu lernenden Vokabeln.


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Spaced-Repetition Systeme

Mit diesen wird eine Vokabel in immer größeren Abständen abgefragt und dadurch bereits gelernte Vokabeln nicht immer wieder wiederholt. Am einfachsten und genausten funktioniert das mit Computer Programmen wie bspw. Anki, welche die Vokabeln individuell und nach Schwierigkeit abarbeiten (vorgefertigte Vokabellisten können importiert werden).

Siehe auch: Lernkartei bzw. Lernkartei-Software für Computer


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Schlüsselwortmethode

eine Mnemotechnikdas; siehe weiter unten: Schlüsselwortmethode

Eselsbrücken

Humorvolle Bilder oder Sprüche, Reime usw. im Kopf, können beim Lernen neuer Wörter sehr hilfreich sein.

Siehe: Mnemotechniken - Eselsbrücken


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Visualisieren der Vokabel

Versuche die Vokabel als Bild in deinem Kopf zu sehen (das Gehirn bevorzugt es in Bildern zu Denken). Kann man das Bild vor seinem inneren Auge sehen, ist das ein Zeichen dafür da die Vokabel gelernt wurde und somit jederzeit abgerufen werden kann.


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In Sätzen Denken und Fühlen

Sich einen zu merkenden Satz intensiv vorstellen (mit allen Sinnen) – je mehr Sinne am merken und erinnern beteiligt sind, desto einfacher kann das Gheirn damit umgehen.


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Sprachreflex

Sprache ist ein Reflex! Einen ganzen Satz so oft wiederholen, bis man in der Lage ist ihn ihn ohne zu Zögern aufzusagen - eben wie einen Reflex.


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Vokabelheft

Neu gelernte Wörter in zwei Spalten aufschreiben (Muttersprache | Zielsprache) und jeden Tag durchgehen. Alle Wörter die nicht gemerkt wurden, auf die nächste Seite schreiben und dann abermals durchgehen usw.

Siehe auch: Lernkartei bzw. Lernkartei-Software für Computer


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Wörterbuch

Es sich zur Gewohnheit machen das Wörterbuch durchzublättern und Wörter herauszuschreiben, die zur täglich gesprochenen Sprache gehören.

Digitale Wörterbucher bieten die Möglichkeit unbekannte Vokabel schneller nachzuschlagen und erleichtern so die Arbeit mit Texten (besonders bei elektronischen Texten wie bspw. eBooks oder Nachrichten). Zudem bieten digitale Wörterbuch, im Vergleich zu den meisten gewöhnlichen Wörterbüchern, eine deutliche Abgrenzung von Wortbedeutungen, wodurch es leichter wird neue Wörter zu begreifen.


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Wörter der Muttersprache ersetzen

Regelmässig bei verschiedenen Gelegenheiten neu zu lernende Wörter in einem Satz der Muttersprache mit denen aus der Zielsprache ersetzen. Bspw. (italienisch): Zur Zubereitung eines Käsesandwiches, lege formaggio zwischen due Stücke pane.


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Post-its

Klebe Post-its Zetteln mit der jeweiligen fremdsprachigen Vokabel auf möglichst viele Objekte in deinem Umfeld (in deutlich geschriebenen Großuchstaben) – so lernt man das Vokabular für alle wichtigen Gebrauchsgegenstände quasi nebenbei und schneller und stressfreier als wenn man jedesmal in einem Buch nachschlagen muss!

Die Methode kann auch nützlich sein, wenn man mit Menschen zusammenlebt welche die Zielsprache als Muttersprache beherrschen und man sich gegenseitig die Sprache des anderen lernen will. Man beschriftet dann einfach 2 Post-its bzw. schreibt die Vokabel in beiden Sprachen auf eines.


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Vor dem Schlafengehen wiederholen

Werden bspw. Vokabeln abends einige Stunden vor dem zu Bett gehen gelernt, geht das Gehirn diese noch einmal quasi von selbst durch!

Siehe auch: Lerntechniken - Wiederholen


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Schlüsselwortmethode

(zum Lernen von Sprachen- und Vokabeln)

Siehe auch: Lerntechniken - Lernkartei | Mnemotechniken


Die Schlüsselwortmethode (auch Ersatzwortmethode oder Keywordmethode) ist ein Verfahren der Mnemotechnik, um sich Vokabeln effizient und langfristig zu merken. Diese Mnemotechnik beruht auf der Assoziation von etwas bekanntem mit dem neuen (zu lernenden) Begriff. Genauer auf einem so genannten Schlüsselwort, welches so ähnlich klingt wie das zu lernende Vokabel (das fremdsprachige Wort) und der Bedeutung der Vokabel - aus beiden wird im Geiste ein inneres Bild erstellt.


Die Schlüsselwortmethode funktioniert, weil das Gehirn sich Bilder und fantasievolle Vorstellungen leichter merkt als abstraktes Lernmaterial – sie baut auf verschiedenen gehirn-gerechten Prinzipien auf:

  1. Neue Vokabeln werden mit vorhandenem Wissen verknüpft.
  2. Abstraktes, neues Wissen wird in gut vorstellbare Bilder verwandelt.
  3. Geistige Verarbeitung und bewusste Konfrontation mit dem neuen Wissen.


Zur Anwendung der Methode, gilt es zuerst ein Schlüsselwort zu finden: D.h. ein Wort der Muttersprache, welches ähnlich klingt wie die zu lernende Vokabel. Anmerkung: Schlüsselwörter können auch aus jeder beliebigen anderen Sprache stammen, selbst aus der Zielsprache selbst. Aus diesem Schlüsselwort und der Bedeutung der Vokabel, wird im Geist ein Bild erstellt.


Beispiele

  1. bile (engl.) = Galle
    eine wütende Person, der die Galle überläuft, schlägt mit einem Beil in der Hand um sich. (Schlüsselwort: Beil)
  2. hose (engl.) = Schlauch
    eine Hose deren Beine zu einem Schlauch zusammengenäht sind (Schlüsselwort Hose)
  3. mice (engl.) - Mäuse
    eine Herde von Mäusen knabbert an einem Maiskolben (Schlüsselwort: Mais)
  4. mist (engl.) = Nebel
    vor lauter Nebel landet man in einem Misthaufen (Schlüsselwort: Misthaufen)
  5. chien (franz.) = Hund
    ein Hund fährt Ski (Schlüsselwort: Ski)



Einer Studie zufolge (Atkinson und Raugh, 1975), ist die Methode umso effektiver je ähnlicher die zu lernende Sprache der Muttersprache ist. Als ebenfalls effektiv erwies sich die Methode zum Lernen von Fakten (lt. Brigham u. Brigham 1998, Dretzke und Levin 1990, Levin et al. 1983 u.1983).

Dr. Yip Swe Choi, ein Gedächtnisgroßmeister, konnte mithilfe der Schlüsselwortmethode in Kombination mit der Loci-Methode (seine mentale Route hatte über 58.000 Punkte, auf denen die jeweiligen Vokabeln abgelegt waren) sogar ein ganzes Wörterbuch (Mandarin – Englisch; über 58.000 Einträge und mehr als 1.700 Seiten) memorieren! Er war nicht nur in der Lage zu jedem Wort beider Sprachen die entsprechende übersetzung zu nennen, sondern kannte auch die exakte Definition in der Landessprache, die Seitenzahl und die Stelle auf der Seite, wo sich das Wort befand.


Dominic O’Brien (achtmaliger Gedächtnisweltmeister), empfiehlt Vokabeln mithilfe der Schlüsselwortmethode zu lernen, indem diese in "language-towns" (Sprachorten) abgespeichert werden. Bei seiner Variation, werden die Vokabeln dabei nach Geschlecht in einem der Ortsteile abgespeichert.


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