Geschichte des Kaffees

Inhaltsverzeichnis


  1. Der äthiopische Ursprung
  2. Das Osmanische Reich
  3. Europa

  4. Anbau / Kultivierung
  5. Sonstige Ereignise der Geschichte
Siehe auch
Geschichte der Espressomaschine :: Medien: Literatur und DVDs: Geschichte des Kaffees und Das Kaffeehaus

Der äthiopische Ursprung


Die Legende des äthiopischen Ziegenhirten

Eine Legende über die Entdeckung des Kaffees besagt, das Ziegen Hirten aus Kaffa (eine Provinz im Südwesten von Äthiopien) beobachteten, wie jene Tiere die von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten fraßen, bis in die Nacht hinein aktiv blieben während die restlichen Ziegen wie zu erwarten müde waren.

Ein abessinischer Hirte, dessen Name in der Legende oft mit Kaldi angegeben wird, soll daraufhin selbst die Früchte des Strauchs verzehrt haben und ebenfalls eine belebende Wirkung erfahren haben. Als der Hirte eines Tages den Mönchen eines nahe gelegenen Klosters von den Früchten und ihrer Wirkung berichtete, sollen sich diese aufgemacht haben um die kirschenartigen Früchte einzusammeln. Nachdem sie daraus einen Aufguss zubereiteten und konsumierten, erfuhren auch sie die anregende Wirkung durch die ihre Müdigkeit beim Nachtgebet vertrieben wurde.

Eine andere Legende berichtet davon, das der Hirte von den rohen (ungenießbaren) Früchte probierte und sie daraufhin angewidert ins Feuer ausspuckte – inspiriert durch den so entstandenen Duft, soll die Idee entstanden sein die Bohnen zu Rösten.


Unabhängig davon ob diese Legende der Wahrheit entspricht, gilt die Region Kaffa (eine Provinz im Südwesten von Äthiopien) gemeinhin als Ursprungsgebiet des Kaffees (da er dort bereits im 9. Jahrhundert erwähnt wurde) und die äthiopische Kaffeekultur und Zubereitung als die ursprünglichste.

Da ungeröstete Kaffeebohnen für den Menschen gesundheitsschädlich sind, wurden diese anfänglich überhaupt nicht genutzt. Zu Beginn wurde nur aus den Blättern der Pflanze ein Tee zubereitet (welcher in Teilen Äthiopiens noch heute verbreitet ist) und erst viel später wurde das Rösten und Mahlen der Bohnen als Zubereitungsgrundlage entdeckt. Die Bohnen wurden in einer großen Eisenpfanne geröstet, anschließend grob gemahlen bzw. in einem Mörser gestampft und dann gemeinsam mit Wasser und Zucker in der “Jabana“ (ein bauchiger Tonkrug) aufgekocht – getrunken wurde der Kaffee aus kleinen Schalen.


Etwa im 14. Jahrhundert soll der Kaffee dann durch Sklavenhändler von Äthiopien nach Arabien transportiert worden sein, wobei das Rösten und Trinken vermutlich erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts üblich war. Zu dieser Zeit hatte Arabien beim Kaffeeanbau eine Monopolostellung, das Handelszentrum war die Hafenstadt Mocha (auch Mokka genannt; das heutige al-Mukha im Jemen). Jahrhundertelang war die Hafenstadt Mokka Hauptumschlagsort des Kaffees.

Siehe auch: Zubereitung von Mokka (arabhischer, griechischer, türkischer)


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Das Osmanische Reich

Im 16. Jahrhundert gelangte der Kaffee nach Persien sowie in das Osmanische Reich. Die ersten Kaffeehäuser entstanden um 1511 in Mekka - diese wurden aber aufgrund eines bald folgenden Verbotes von Kaffee, dessen übertreten mit schweren Strafen behaftet war, für einige Zeit geschlossen.

Um 1532 tauchte der Kaffee erstmals in Kairo auf, auch in Kleinasien und Syrien verbreitete er sich bald. Trotz der heftigen Opposition des islamischen Klerus und des Staates, wurde 1554 das erste Kaffeehaus in Istanbul eröffnet.

Ende des 16. Jahrhunderts erließ Murad III. (Sultan des Osmanischen Reiches) ein Verbot des Kaffees, das anfangs aber kaum kontrolliert wurde. Erst Sultan Murad IV. (im Amt von 1623-1640) ließ Kaffeetrinker verfolgen und Kaffeehäuser niederreißen (weshalb einige Besitzer ihre Lokale oft als Barbiersalons tarnten). Erst ab 1839 während der Periode des Tanzimat („Neuordnung“; eine Zeit weitreichender Reformen im Osmanischen Reich), wurde der Kaffee schließlich endgültig akzeptiert.

Einst galt Kaffee in der Türkei als Aphrodisiakum und war landesweit das Getränk des Islam. So musste der Mann bei einer Heirat das Gelübde ablegen, stets für eine ausreichende Menge Kaffee im Haushalt zu sorgen – gelang ihm dies nicht, hatte die Frau das Recht sich von ihm scheiden zu lassen.


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Europa

Bereits 1573 lernte der Augsburger Arzt Leonhard Rauwolf (Naturforscher, Botaniker, Arzt und Entdeckungsreisender; 1535 bzw. 1540-1596) in Aleppo (eine Stadt im Norden Syriens) den Kaffees kennen und berichtete 1582 auch darüber. 1592 gelangten durch Prospero Alpino (italienischer Arzt und Botaniker; 1553-1617) weitere Nachrichten über den Kaffee nach Italien.


Durch die Verbreitung der Kaffeepflanze in holländischen Kolonien wie z.B. Java im 17. Jahrhundert, sicherte sich Holland bald eine Vormachtstellung im Handel. Im 17. Jahrhundert kam der Kaffee schließlich nach Europa aber sein Konsum blieb dabei zunächst auf den Adel beschränkt, da die Bohnen noch sehr teuer waren. Vor allem während des Merkantilismus (dem vorherrschenden wirtschaftspolitischen Konzept der Frühmoderne, d.h. vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, in Europa), erhielten der Kaffeeimport und seine Regulierung große Bedeutung.

Friedrich der Große verbot 1766 die private Einfuhr und den privaten Handel von Kaffee, nur dem preußischen Staat war der Handel mit Kaffee erlaubt. Mit dieser Maßnahme sollte ein Kapitalabfluß ins Ausland unterbunden und so die Staatskasse gefüllt werden. Allerdings bewirkte das Verbot auch einen umfangreichen Schmuggel mit den Kaffeebohnen, sodaß in Preußen1781 auch das Rösten des Kaffees für Privatleute verboten wurde. Außerdem wurden auf Veranlassung von Friedrich dem Großen sogenannte Kaffeeriecher bzw. Kaffeeschnüffler eingestellt, eine Gruppe von etwa 400 Kriegsinvaliden deren Aufgabe es war, in den preußischen Kommunen durch „Schnüffeln“ herauszufinden wo Bohnenkaffee verbotenerweise geröstet wurde. Weil sich die Kontrollen jedoch als ineffektiv erwiesen und der finanzielle Schaden durch den Schmuggel weiter anstieg, wurde 1787 das staatliche Kaffeemonopol in Preußen wieder abgeschafft.


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Aufklärung

Der Kaffee wurde zum typischen Getränk während der Aufklärung, da er im Gegensatz zum berauschenden Alkohol als Wachmacher und Ernüchterer galt, dem man außerdem gesundheitsfördernde Eigenschaften zuschrieb. So wurde durch das Aufkommen des Kaffees die Trinkkultur in Mitteleuropa nachhaltig verändert und der Alkoholkonsum in den oberen Schichten nahm deutlich ab. Im Vergleich dazu hatte der Tee offenbar nicht die gleiche Wirkung auf die Menschen, denn der Alkoholkonsum in England änderte sich nicht.

Vor dem Kaffee wurde in allen Schichten zum Frühstück meist eine Biersuppe konsumiert. Erst im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde Kaffee auch im Bürgertum zu einem beliebten Getränk und begann Bier und Wein langsam zu verdrängen - man aß Brot zum Kaffee. Jedoch trank die ärmere Bevölkerung im Allgemeinen keinen echten Bohnenkaffee, da die Preise für echte Bohnen zu hoch waren. Stattdeßen wurde vor allem Ersatzkaffee aus Surrogaten (Ersatzlebensmitteln) konsumiert, am häufigsten hergestellt aus Zichorien. Ende des 19. Jahrhunderts wurde vermehrt auch Getreidekaffee genutzt. Der Ersatzkaffee wurde dabei meist sehr dünn aufgebrüht und mit Milch gestreckt, Tagelöhner und arme Leute bereiteten "Kaffee" auch durch das erneute Aufbrühen von Kaffeesatz zu (von Krünitz als Kaffee-Spülicht bezeichnet). Aber auch in wohlhabenden Schichten wurde der echte Bohnenkaffee häufig ebenfalls dünn zubereitet, nicht allein um zu sparen sondern um eine hellbraune Farbe des Aufgusses zu erreichen. Während Zichorienkaffee immer dunkel war, wurde der Blümchenkaffee so sogar zu einer Art Statussymbol.


Bis ins 20. Jahrhundert hinein tranken Bauern und Arbeiter den Kaffee meist nicht, sondern aßen am Morgen und Abend eine Kaffeesuppe (auch als Kaffeemus oder Kaffeebrei bezeichnet), die aus dünnem Ersatzkaffee mit Milch und Brotstückchen (und manchmal auch weiteren Zutaten) zubereitet wurde – eine Mahlzeitdie es für Erwachsene sowie für Kinder gab. Zwar wurde von vielen Mediziner die "Kaffeeseuche" in Deutschland kritisiert und sie warnten vor Gesundheitsschäden, doch auch das Argument dass Milch billiger ist als Kaffeesurrogat änderte nichts an der Vorliebe für die Kaffeesuppe. Sie hatte die bis dahin übliche Biersuppe verdrängt.


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Kaffeehäuser

Mit den ersten Kaffeeimporten entstanden in Europa ab der Mitte des 17. Jahrhunderts die ersten Kaffeehäuser: Das erste 1645 (bzw. 1647) in Venedig, 1650 in Oxford, 1652 in London, 1659 in Marseille, 1672 in Paris (mehr eine Kaffeebude als ein Kaffeehaus, eröffnet von einem Armenier in St. Germain) – das erste echte Pariser Café (das Café Procope) wurde erst 1686 von dem italienischen Edelmann Francesco Procopio dei Coltelli (der sich François Procope nannte) aus Sizilien eröffnet.

In Bremen eröffnete 1673 das erste Kaffeehaus Deutschlands, 1677 wurde in Hamburg ein Kaffee- und Teehaus von einem Engländer eröffnet und bis 1694 gab es insgesamt 4 Kaffeehäuser in Hamburg – allerdings soll in Hamburg bereits 1668 im Eimbeckschen Haus erstmals Kaffee ausgeschenkt worden sein. Weitere Eröffnungen von Kaffeehäusern in Deutschland waren: 1686 (Regensburg), 1694 (Leipzig), 1697 (Bremen) und 1721 in Berlin, obwohl dort der Kaffee bereits am Hofe des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg im Jahr 1675 bekannt war.

Der Grieche Johannes Theodat (Diodato) eröffnete am 17. Januar 1685 das erste Wiener Kaffeehaus (in seinem Wohnhaus am Haarmarkt, der heutigen Rotenturmstraße 14) – zum Dank für seine Kurierdienste erhielt er von der Stadt Wien das Recht, das Kaffeegetränk als einziger 20 Jahre lang zu verkaufen.


Kaffeehäuser entwickelten sich zu Treffpunkten der Bürger, Adlige konsumierten Kaffee innerhalb der eigenen Kreise. Weil das Kaffeehaus im Gegensatz zur Kneipe ein Ort der Nüchternheit war, wurden hier mit klarem Kopf geschäftliche Kontakte geknüpft und Informationen ausgetauscht. Im Paris vor der Französischen Revolution, wurden die Kaffeehäuser auch zu revolutionären Treffpunkten. So ordnete der englische König Karl II. im Jahr 1675 die Schließung der Kaffeehäuser an weil sie ihm verdächtig erschienen, hob diese Anordnung aufgrund heftiger Proteste aber schon wenige Tage später wieder auf (in England war der Kaffee zu dieser Zeit noch weitaus bedeutender als Tee).

Zu Kulturstätten und literarischen Treffpunkten wurden die Kaffeehäuser in nur wenigen europäischen Großstädten, eine davon war vor allem Wien (siehe auch: Das Wiener Kaffeehaus).

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Kaffeehäuser ausschließlich Männern vorbehalten, erst dann entstanden Konditorei-Cafés zu denen auch Frauen Zutritt hatten. Der Besuch wurde zu einem Sonntagsvergnügen der typischen Biedermeier-Familie.

Zur Bekämpfung des Alkoholismus vor allem der unteren Schichten, entstanden im 19. Jahrhundert zahlreiche bürgerliche Abstinenz- und Mäßigkeitsvereine. Auf deren Initiative wurden in zahlreichen Städten so genannte Volkskaffeehallen gegründet, in welchen nur Kaffee ausgeschenkt wurde aber kein Alkohol. Ihr Erfolg jedoch war eher bescheiden, da die Arbeiter ihre eigenen Kaffeestuben gründeten (in Frankreich als café poulaire bezeichnet), in welchen neben Kaffee auch Alkohol ausgeschenkt wurde.


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Das Wiener Kaffeehaus

Das Wiener Kaffeehaus, eine typische Wiener Institution, bildet bis heute ein wichtiges Stück der Wiener Tradition ind die Wiener Kaffeehauskultur gehört seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.


Das neue Getränk Kaffee fand bei der Wiener Bevölkerung schnell großen Anklang und die Zahl der Kaffeehäuser steig rasch an. So gab es 1819 schon 150 Kaffeesieder (25 davon in der Innenstadt) und um 1900 waren es bereits 600 Kaffeehäuser in Wien. Damals war das Kaffeehaus ein Treffpunkt mit integrierten Spiel- und Rauchsalons, die Gäste waren dabei fast ausschließlich Männer und den Damen war der Zutritt allenfalls mit männlicher Begleitung gestattet.

Die Kaffeevarianten trugen in der Frühzeit der Kaffeehäuser meist noch keine Namen. Einer Anekdote Friedrich Torbergs zufolge, hat der Kellner dem Gast eine Farbpalette gegeben, auf welcher die Stärke des Kaffees in Farbabstufungen von Schwarz bis milchig-weiß dargestellt wurde und der Gast seinen Kaffee wählte indem er auf die gewünschte Farbe zeigte.


Vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte das Wiener Kaffeehaus seine Blütezeit, als die sogenannten Kaffeehausliteraten (wie bspw. Peter Altenberg, Hermann Broch, Hugo von Hofmannsthal, Karl Kraus, Alfred Polgar, Arthur Schnitzler, Friedrich Torberg und Stefan Zweig) ihr Stammcafé zu ihrem bevorzugten Lebens- und Arbeitsbereich machten. Viele der bekannten Künstler, Politiker, Techniker und Wissenschaftler dieser Zeit (wie u.a. Theodor Herzl, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Siegfried Marcus, Egon Schiele oder Leo Trotzki), waren Stammgäste im Kaffeehaus. Auch in anderen Großstädten Österreich-Ungarns, wie z.B. in Budapest, Lemberg, Prag und Triest, gab es viele Kaffeehäuser nach Wiener Vorbild, die zum Teil auch heute noch existieren.


Im Vergleich zu einem gewöhnlichen Kaffeehaus war (und ist) es in den Wiener Kaffeehäusern üblich, dass ein Gast der lediglich einen Kaffee bestellte stundenlang an seinem Tisch sitzen bleiben konnte. Dabei werden die vorhandenen Zeitungen (eingespannt in einem Holzgestell) gelesen oder auch gearbeitet, wie es Schriftsteller zu tun pflegten. Von den bekanntesten Literaten des Landes wurden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verschiedene Kaffeehäuser nicht nur als Orte des Gedankenaustausches genutzt, sondern auch zum Schreiben (die sogenannte Kaffeehausliteratur).

So schrieb Stefan Zweig einst über da Kaffeehaus:

„Es stellt eine Institution besonderer Art dar, die mit keiner ähnlichen der Welt zu vergleichen ist. Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann. Täglich saßen wir stundenlang, und nichts entging uns.“


Als klassische Einrichtung des Wiener Kaffeehauses gelten Thonet-Sessel der ehemals in Wien ansässigen Thonet-Sessel-Manufaktur sowie Kaffeehaustische mit Marmorplatten. Das Café Sperl ist dabei eines der am besten erhaltenen Kaffeehäuser Wiens, mit einer unverfälschten und nicht modernisierten dafür aber restaurierten Einrichtung. Das Café Prückel besitzt eine originalgetreu erhaltene Einrichtung aus den 1950er Jahren und das Café Westend präsentiert sich durch seinen authentisch abgenutzten Charme. Einige der Wiener Kaffeehäuser besitzen vor dem Lokal einen so genannten Schanigarten, wo der Kaffee im Freien genoßen werden kann.

Im Wiener Kaffeehaus werden häufig kleine Speisen wie Würstel und Mehlspeisen sowie Kuchen und Torten angeboten, das Café Hawelka ist bekannt für seine Buchteln. Einige der Kaffeehäuser bieten auch eine große Auswahl an Gerichten der Wiener und internationalen Küche an.

In einigen der klassischen Kaffeehäuser Wiens (wie z.B. dem Café Diglas, Café Central oder Café Prückel), wird an bestimmten Tagen der Woche gegen 18 oder 19 Uhr Klaviermusik gespielt – manchmal auch mit speziellen Themenprogrammen oder literarischen Lesungen. Einige der Kaffeehäuser haben weit bis nach Mitternacht geöffnet, so zum Beispiel das Café Hawelka und das Kaffee Urania. Aufgrund der sich ändernden Freizeitgewohnheiten (Fernsehen) und dem Aufkommen „moderner“ Espresso-Bars in den 1950er Jahren mussten einige berühmte Wiener Kaffeehäuser schließen, aber seit den 1990er Jahren erfreut sich die Kaffeehaus-Tradition wieder steigender Beliebtheit.


Siehe auch: Liste bekannter Wiener Kaffeehäuser auf der Wikipedia


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Trinkgewohnheiten

Schon im 18. Jahrhundert entstanden in Europa unterschiedliche Trinkgewohnheiten von Kaffee (beschrieben von Krünitz) ...



Gegenwärtig wird der meiste Kaffee weltweit von den Finnen konsumiert, im Jahr 2003 waren es umgerechnet über 11 kg Rohkaffee pro Kopf. An zweiter Stelle folgten Belgien und Luxemburg mit ca. 9 kg, gefolgt von Dänemark, Norwegen und Schweden. Mit 6 kg im Mittelfeld lagen die Schweiz, die Niederlande und Deutschland, Österreich erreichte rund 5,6 kg den elften Platz.

Der Vergleich mit der Statistik des Alkoholkonsums macht deutlich, das die skandinavischen Länder alle auf den hinteren Plätzen liegen. Diese Tatsache stützt die These, dass der Kaffeekonsum den von Alkohol teilweise ersetzt.


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Anbau / Kultivierung

Zu Beginn war die Kaffeepflanze nur in Afrika und Arabien verbreitet, doch rasch wurde die Idee geboren die Pflanze auch in anderen dafür geeigneten Regionen zu kultivieren.

Mit Pflanzen die aus Arabien stammten kam es 1690 (anderen Quellen zufolge bereits 1658) durch Joan van Hoorn (dem Gouverneur von Niederländisch-Indien) in Ceylon zu ersten Anpflanzungen außerhalb Afrikas und Arabiens, 1696 (oder 1699) folgten weitere Versuche auf Java. 1710 wurden mehrere Exemplare dieser Plantagen nach Europa gebracht und in verschiedenen botanischen Gärten kultiviert, bspw. in Amsterdam wo erstmals ein Kaffeestrauch auf europäischem Boden kultiviert wurde.

Die Holländer brachten den Kaffee 1718 auch nach Surinam, die Franzosen 1725 nach Cayenne, zwischen 1720-1723 nach Martinique und 1730 nach Guadeloupe.

Die Portugiesen brachten 1727 die ersten Kaffeepflanzen nach Brasilien, wo wie auf allen lateinamerikanischen (sowie karibischen) Plantagen afrikanische Sklaven zur Arbeit gezwungen wurden. In seinem Werk “Max Havelaar“ aus dem Jahr 1860, beshrieb der niederländische Autor Eduard Douwes Dekker die Lebensbedingungen der Kaffeepflanzer in Niederländisch-Ostindien. Vor allem durch die Verbreitung der Kaffeepflanze in den europäischen Kolonien, zählte der Kaffee gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu den am weitesten verbreiteten Kulturpflanzen in den Tropen.

Als die Europäer begannen den Kaffee aus ihren Überseekolonien auch in das Osmanische Reich zu exportierten, von wo aus dieser ja ursprünglich seinen Siegeszug um die Welt antrat, ging der Anteil jemenitischen Kaffees dort zurück.


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Sonstige Ereignise der Geschichte



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