Wirkungen
der Kaffee-Inhaltsstoffe

Inhaltsverzeichnis


  1. Wirkungen von Kaffee auf den Organismus

  2. Kurzbeschreibung der Inhaltsstoffe von Kaffee
  3. In Kaffee-Arabica durchschnittlich enthaltene Inhaltsstoffe

Wirkungen von Kaffee auf den Organismus

Neben dem Verzehr von frischem Obst und Gemüse, ist Kaffee eine wichtige Quelle für Antioxidantien (sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe die indirekt u.a. das Krebsrisiko verringern). Auf zahlreiche Organe und Körperfunktionen hat der regelmäßige Genuss von 3, 4 oder mehr Tassen Kaffee einen positiven Einfluss, bei manchen Erkrankungen scheint Kaffee außerdem einen vorbeugenden bzw. schützenden Effekt zu haben. Daher muß man aus medizinischen Gründen in den meisten Fällen nicht auf Kaffee verzichten, sollte dies aber im Einzelfall mit einem Arzt besprechen. Siehe auch: Negative Effekte von Kaffee


⚕ Positive Effekte von Kaffee


Antioxidative Wirkung

Auf die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien werden viele seiner positiven Effekte zurückgeführt. Einer Studie von Joe Vinson (University of Scranton) aus dem Jahr 2005 zufolge, ist das Genussmittel Kaffee die mit Abstand wichtigste Quelle für gesundheitsfördernde Antioxidantien in der täglichen Nahrung.

Ein Antioxidans ist eine chemische Verbindung welche eine unerwünschte Oxidation anderer Substanzen gezielt verhindert. Kaffee hat einen hohen Gehalt an polyphenolischen Antioxidantien (Resveratrol, Flavonoide), die in großen Mengen auch in Tee, Granatapfel, Kakao, Obst, Olivenöl, Oregano, Rotwein, Soja und Zimt vorkommen. Der grüne Kaffee enthält besonders viele antioxidative Substanzen. So zeigte eine Studie deutscher Wissenschaftler, das täglich 3 bis 4 Tassen einer Mischung aus grünem und geröstetem Kaffee, oxidative DNA-Schäden um 40 % senkt und dadurch den Zellschutz steigert.

Bei Untersuchungen welche die antioxidativen Eigenschaften verschiedener Getränke (bspw. Bier, Fruchtsäfte, Grüner Tee, Kaffee, Kakao, Kola-Getränke, Kräutertee, Schwarztee) verglichen, erwies sich Kaffee als das signifikant stärkste Antioxidans.

Durch ihre Wirkung als Radikalfänger haben Antioxidantien eine große physiologische Bedeutung: Im Organismus inaktivieren sie reaktive Sauerstoffspezies (ROS), deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt – dieser gilt als mitverantwortlich für den Alterungsprozess und wird mit der Entstehung einer Reihe von Krankheiten in Zusammenhang gebracht. Ferner sind Antioxidantien als Zusatzstoffe für verschiedenste Produkte (Lebensmittel, Arzneimittel, Bedarfsgegenstände, Gebrauchsmaterialien) von Bedeutung, um einen bspw. durch Luftsauerstoff bewirkten oxidativen Abbau empfindlicher Moleküle zu verhindern. Dieser oxidative Abbau bestimmter Inhaltsstoffe bzw. Bestandteile, verändert bspw. Geschmack oder Geruch bei Lebensmitteln und Kosmetika unangenehm, mindert die Wirkung bei Arzneimitteln, führt zur Entstehung schädlicher Abbauprodukte oder vermindert physikalische Gebrauchseigenschaften bei z.B. Kunststoffen.

Es wird allgemein vermutet, das freie Radikale die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs begünstigen. Bekannt ist ferner das eine Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe zumindest in vitro (Experimente die in einer kontrollierten künstlichen Umgebung außerhalb eines lebenden Organismus durchgeführt werden; in vivo sind Experimente die im lebenden Organismus stattfinden) eine starke antioxidative Wirkung haben. So lieferten einige epidemiologische Studien Hinweise darauf, das bspw. Flavonoide bei Herz-Kreislaufkrankheiten vorbeugend wirken (wobei die Datenlage hier aber noch relativ unübersichtlich ist).

Die im Kaffee in größeren Mengen enthaltene Chlorogensäure (Ester der Kaffeesäure sowie der Chinasäure), zeigen in vitro antioxidative Eigenschaften (200 ml Kaffee enthalten zwischen 70 bis 350 mg Chlorogensäure). Einer Studie aus dem Jahr 2001 zufolge, werden etwa 33 % der aufgenommen Chlorogensäure und bis zu 95 % der Kaffeesäure auch wirklich resorbiert und zu Hippursäure verstoffwechselt, wobei allerdings viel von der antioxidativen Wirkung verloren geht. Es ist jedoch bekannt das durch den Röstvorgang die antioxidativen Eigenschaften des Kaffees noch gesteigert werden – da dabei der Gehalt an Chlorogensäure abnimmt, muss ein signifikanter Teil der Antioxidativen Wirkung des Kaffees auf andere Inhaltsstoffe (bspw. Melanoidinen) zurückzuführen sein, welche bei der Röstung gebildet werden. Anmerkung: Umso länger mit niedrigen Temperaturen geröstet wird desto höherwertiger werden die Bohnen, da so Chlorogensäuren abgebaut werden und mehr Aromastoffe entstehen.


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Aufmunternd und Konzentrationsfördernd

Coffein hemmt die Wirkung des Schlaffördernden Botenstoffes Adenosin, was zu einer vermehrten Ausschüttung von Adrenalin und Dopamin führt. Das Adrenalin bewirkt den aufmunternden Effekt während das Dopamin die Konzentrationsfähigkeit fördert. Bei hohen Dosen Kaffee (mehr als 6 Tassen täglich; siehe auch: Coffeinismus) vermindert das (*) Adrenalin die Denkfähigkeit zugunsten der Reflexe, wodurch denkintensive Aufgaben vmtl. schlechter gelöst werden können.

Kaffee hat eine aufmunternde und auch leicht antidepressive Wirkung. Um den aufmunternden und Konzentrationsfördernden Effekt von Kaffee besser nutzen zu können (besonders für in der Nacht arbeitende Personen), wird empfohlen kleinere Mengen über den Tag verteilt anstatt nur eine große Tasse am Morgen zu trinken, da das Coffein so effektiver auf das Schlafzentrum im Gehirn einwirkt.

Die Konzentrationsfördernde Wirkung löst vor allem im Frontallappen und dem vorderen Cingulum Aktivität aus – beides Bereiche des Kurzzeitgedächtnisses. Bei Mäusen denen Coffein im Trinkwasser verabreicht wurde, zeigte sich eine Regeneration der Gedächtnisleistung eine Verringerung von Beta-Amyloid (hat eine zentrale Funktion bei der Informationsverarbeitung im Gehirn) Ansammlungen.


(*) Adrenalin: Das Stresshormon Adrenalin bewirkt eine Steigerung der Herzfrequenz, einen Anstieg des Blutdrucks, eine Erweiterung der Bronchiolen, eine rasche Bereitstellung von Energiereserven durch einen Fettabbau (Lipolyse) sowie die Freisetzung und Biosynthese von Glucose. Ebenso reguliert es die Durchblutung (Zentralisierung) und die Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung).


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Beruhigende Wirkung

Es hat sich gezeigt, das Personen die sich innerhalb der ersten 15 Minuten nach dem Kaffeekonsum hinlegten besser einschlafen konnten, weil das Schlafzentrum im Gehirn besser durchblutet wird. Dadurch kann Kaffee bspw. bei älteren Menschen den Abfall der Atemfrequenz beim Einschlafen verringern und so die Schlafqualität verbessern.

Verantwortlich für diesen beruhigenden Effekt ist die chemische Verbindung (das Nukleosid) Adenosin, welches die Ausschüttung von allen belebenden und aktivierenden Neurotransmittern (bspw.: Dopamin, Acetylcholin oder Noradrenalin) blockiert. Das bewirkt in Folge eine Dilatation (Weitung der Blutgefäße), wodurch der Blutdruck sinkt und verringert außerdem die Herzfrequenz.

Legt man sich jedoch 15 Minuten nach dem Kaffeekonsum hin, tritt die beruhigende Wirkung in den Hintergrund und das Coffein entfaltet seine anregende Wirkung.


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Diabetes mellitus

Während die großangelegte CALM-Studie (Coffee and Lipoprotein Metabolism study; siehe auch: Herz, Blutkreislauf und Stoffwechsel) keinerlei Einfluss von Kaffee auf den Blutzucker- und Insulinspiegel zeigte, publizierten Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham (USA) in der Fachzeitschrift Diabetes Care, dass Coffein in Kombination mit einer Mahlzeit den Blutzuckerspiegel bei Diabetes mellitus um beinahe 50 % und den Insulinspiegel um 20 % ansteigen ließ. Die Schlußfolgerung der Forscher war, dass Coffein den ohnehin gestörten Energiestoffwechsel von Diabetikern noch weiter beeinträchtigt. Jedoch war die Probandenzahl mit 14 Teilnehmern sehr niedrig und es wurde nicht Kaffee (als Getränk) sondern reines Coffein in Kapselform verabreicht.

Desweiteren widerspricht eine groß angelegte epidemiologische Studie mit mehr als 120.000 Teilnehmern (Annals of Internal Medicine, Bd. 140, S. 17, 2004) der Aussage, das Kaffee die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin reduziert und den Blutzuckerwert ansteigen lässt. Vielmehr zeigte sich das Männer die mehr als 6 Tassen Kaffee pro Tag trinken, ein um 50 % geringeres Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 hatten, bei Frauen wurde das Risiko um nahezu 30 % reduziert.Welche Faktoren (Inhaltsstoffe des Kaffees wie Coffein, Kalium, Magnesium oder Antioxidantien oder auch die jeweiligen Lebensgewohnheiten der Viel-Kaffeetrinker kommen in Betracht) nun genau für den Effekt verantwortlich waren, konnte von den Wissenschaftlern nicht endgültig geklärt werden.

Die Aussage das Kaffee das Risiko für Diabetes vom Typ 2 reduziert, wurde auch durch eine Studie aus dem Jahr 2006 mit knapp 29.000 Teilnehmerinnen bestätigt. Da bei dieser Studie die festgestellte Schutzwirkung gegen Diabetes sowohl bei koffeinhaltigem als auch entkoffeiniertem Kaffee beobachtet wurde, folgerten die Forscher das dass der gesundheitsfördernde Effekt nicht auf das Coffein sondern auf die im Kaffee reichlich enthaltenen Antioxidantien, Polyphenole oder Mineralstoffe zurückzuführen ist.


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Herz, Blutkreislauf und Stoffwechsel

Bei der von amerikanischen Forschern 2005 durchgeführten CALM-Studie (Coffee and Lipoprotein Metabolism study), wurden die Auswirkung von koffeinhaltigem und entkoffeinierten Kaffee auf Herz, Blutkreislauf und Stoffwechsel erstmals nach den Standards einer klinischen Prüfung untersucht. Das überraschende Ergebnis war, das koffeinhaltiger Kaffee keinerlei negativen Effekt auf die gemessenen Parameter (wie Blutdruck, Blutzuckerspiegel, Body-Mass-Index, Pulsfrequenz, Insulinmenge und verschiedene Blutfettwerte wie Gesamtcholesterin, HDL, LDL sowie Apolipoprotein B) hatte.

Bei der Gruppe die den entkoffeinierten Kaffee trank, stiegen hingegen die Lipoproteinwerte und der Gehalt an freien Fettsäuren (beides Risikofaktoren für Arteriosklerose) im Blut deutlich an und auch der Spiegel an LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin) war dadurch häufig erhöht. Entkoffeinierter Kaffee hatte allerdings nicht auf alle Probanden nur negative Auswirkungen: Bei den übergewichtigen Personen (BMI höher als 25) jedoch nicht bei den normalgewichtigen Teilnehmern, erhöhte der regelmäßige Konsum auch die Menge des guten HDL-Cholesterins um mehr als 50 %.


Zwei andere groß angelegte Studien (eine amerikanische bei über 45.000 Männern und eine finnische mit über 20.000 weiblichen und männlichen Probanden), kamen zu dem eindeutigen Schluss dass regelmäßiger Kaffeekonsum kein Risiko für koronare oder zerebrale vaskuläre Krankheiten birgt. Bei der der finnischen Studie zeigte sich die höchste Mortalität hingegen bei Männern die überhaupt keinen Kaffee tranken - auch bei den Frauen sank die Sterberate kontinuierlich mit steigendem Kaffeekonsum.


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Krebs

Im Laufe einer zehnjährigen Studie des Nationalen Krebs-Zentrums in Tokio, haben Forscher herausgefunden dass von 100.000 Kaffeetrinkern statistisch nur 214 Personen an Nierenkrebs erkranken - bei Nicht-Kaffeetrinkern beträgt die Anzahl 547. Man geht daher davon aus, dass die Antioxidantien im Kaffee die Nierenzellen vor kanzerogenen Sauerstoffradikalen schützen (bei einer Vergleichsuntersuchung wurde außerdem gezeigt, dass grüner Tee diesen Schutzeffekt des Kaffees nicht aufweist).

Bei Untersuchungen stellte André Nkondjock von der Universität Ottawa fest, dass täglich 6 Tassen Kaffee das Brustkrebsrisiko von Frauen um bis zu 70 % senken kann und Kaffee weiterhin vor Blasen- und Dickdarmkrebs schützt.

Bei der Women's Health Initiative der Wayne State University in Detroit, wurden die klinischen Daten und Ernährungsgewohnheiten von über 93.000 Frauen erfasst und dabei festgestellt, dass regelmäßiger Konsum von coffeinhaltigem Kaffee offenbar vor „nicht melanomartigem Hautkrebs (NMHK)“ schützt. Es zeigte sich dabei dass zwischen Kaffeekonsum und Hautkrebsrisiko ein umgekehrter Zusammenhang besteht: Mit jeder Tasse Kaffee sank die Häufigkeit der NMHK-Erkrankungen um 1 %. Jene Frauen die 6 oder mehr Tassen Kaffee am Tag tranken, hatten ein um 30 % geringeres Risiko an NMHK zu erkranken als Frauen, die keinen Kaffee tranken. Da dieser Zusammenhang für entkoffeinierten Kaffee nicht gilt, gehen die Forscher davon aus dass die antioxidativen Eigenschaften von Coffein für die Ergebnisse verantwortlich sind.

Untersuchungen aus Japan zufolge, kann Coffein außerdem den Effekt einer Chemotherapie deutlich verbessern.


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Leber

Bei einer großen epidemiologischen Studie (National Health and Nutrition Examination Survey vom 1. Dezember 2005), wurden die Gesundheits- und Ernährungsdaten von 9849 freiwilligen Teilnehmern ausgewertet. Dabei zeigte sich u.a. zeigte sich unter anderem, dass der tägliche Genuss von mehr als 2 Tassen Kaffee oder Tee die Wahrscheinlichkeit für chronische Lebererkrankungen deutlich reduziert (was die Forscher auf das Coffeein zurückführten). Dieser Effekt wurde allerdings nur bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen wie bspw. Alkoholismus oder Übergewicht festgestellt.


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Sexualität

In einem Humanexperiment das Forscher Amantea 1923 durchführte, kam dieser zu dem Schluß dass Coffein nicht nur die Lust am Geschlechtsverkehr steigerte, sondern darüber hinaus auch den Orgasmus verstärkte sowie die Menge des Ejakulats erhöhte. Und bei einer 2005/2006 durchgeführten Studie an Ratten, steigerte Coffein den Geschlechtstrieb bei weiblichen Ratten. Ob der Effekt allerdings auch beim Menschen funktioniert bleibt zweifelhaft. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler kamen zu dem Schluß, das eine die sexuelle Lust steigernde Wirkung von Coffein allenfalls bei Frauen eintritt welche nicht an Coffein gewöhnt sind.


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Alzheimer und Parkinson

Weil durch Coffein die Produktion des Nervenbotenstoffs Dopamin angeregt wird, gilt eine hemmende Wirkung gegen Parkinson als möglich. Auch eine den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit verzögernde Wirkung durch regelmäßigen Konsum von Coffein wird diskutiert.


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🏥 Negative Effekte von Kaffee


Effekte bei übermäßigem Konsum

Siehe auch: Coffeinismus


Folgende Nebenwirkungen und toxische Symptome können durch übermäßigen Konsum von Kaffee oder anderen koffeinhaltigen Getränken ausgelöst werden:


Im Zuge einer Studie von Trine Ranheim und Bente Halvorsen, wurde nach dem Genuss von ungefiltertem Kaffee in einzelnen Fällen eine Erhöhung des Cholesterinspiegels nachgewiesen – dieser Effekt wird durch die filterbaren Diterpene Cafestol und Kahweol bewirkt.

Koffeinhaltiger Kaffee regt die Produktion von Magensäure und die Kontraktion der Gallenblase an. Bei entsprechender Empfindlichkeit kann auch bei mäßigem Sodbrennen auftreten, einen Zusammenhang mit Dyspepsie (Verdauungsstörungen) konnten verschiedene Studien jedoch nicht belegen.

Durch Kaffee kann die Aufnahme der essentiellen Mineralstoffe Calcium und Magnesium reduziert und deren Ausscheidung erhöht werden, außerdem senkt Kaffee den Magnesiumspiegel im Blut. Bei hohem Konsum von coffeinhaltigen Cola-Getränken beobachten Forscher außerdem einen Kaliummangel verbunden mit Muskellähmungen.

Vorsicht geboten ist jedenfalls für Frauen in der Schwangerschaft: Einer Studie zufolge können bereits zwei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft zu lebenslangen Gesundheitsschäden beim Kind führen. Außerdem führt das im Kaffee enthaltene Coffein zu einer Verlangsamung des fötalen Wachstums und erhöht das Risiko eines geringen Geburtsgewichts.


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Coffeinismus

Coffeinismus (umgangssprachlich auch Kaffeesucht) bezeichnet einerseits eine akute Vergiftung mit Coffein und andererseits eine chronische Abhängigkeit von Coffein durch Getränke wie Kaffee, koffeinhaltigem Tee oder koffeinhaltigen Energy Drinks.


Symptome


Laut Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, treten Entzugssymptome (Coffein-Entzugssyndrom) meist 12 bis 24 Stunden nach dem letzten Coffeinkonsum auf, sind während der ersten ein bis zwei Tage am stärksten und verschwinden nach etwa zwei bis neun Tagen.

Für die Diagnose des Entzugssyndroms nach ICD 10 (Code F15.3) müssen neben einer dysphorischen Stimmung (z. B. unzufrieden, schlecht gelaunt, gereizt, mürrisch, verdrossen oder verärgert) mindestens zwei der folgenden Symptome vorliegen: Appetitsteigerung, Lethargie und Müdigkeit, psychomotorische Verlangsamung oder Unruhe, Schlafstörungen (bspw. Insomnie = Schlaflosigkeit oder Hypersomnie = vermehrtes Schlafbedürfnis), bizarre oder unangenehme Träume oder ein Verlangen (Craving) nach stimulierenden Substanzen.


(*) ICD = International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme)


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Letale Dosis

Die letale Dosis (LD; tödliche Dosis) beträgt bei gesunden Menschen etwa 10 g Coffein (entspricht ca. 200 Tassen eines doppelten Espressos). Vergiftungserscheinungen können (je nach Gewöhnung) bereits ab 1 g Coffein auftreten. 1 g Coffein sind in 10 litern handelsüblicher Cola bzw. in etwa 12 Dosen (à 250 ml) handelsüblichem Energy-Drink enthalten.


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Vermeintlich Negative Effekte von Kaffee

Die Schlußfolgerung einiger zumeist älterer Untersuchungen, das Kaffeegenuss gesundheitsschädlich ist weil er den Insulinspiegel, den Blutdruck und den Blutzucker erhöht und so das Herz-Kreislauf-System insgesamt schädige, ist neueren Untersuchunen zufolge nicht mehr haltbar. Früher wurden Zum Teil negative Wirkungen einzelner Kaffeeinhaltsstoffe auf den Gesamtkomplex Kaffee übertragen, heute werden dem Kaffee dagegen sogar eine Vielzahl gesundheitsfördernder Eigenschaften nachgewiesen.


Die Behauptung das Kaffee dem Körper Wasser entzieht und dadurch nicht zur Flüssigkeitszufuhr hinzugezählt werden kann, ist nur eingeschränkt richtig.

Bei einer Studie mit 12 Probanden welche seit 5 Tagen ohne Coffein gelebt hatten und anschließend über mehrere Tage jeweils zweimal 3 Tassen Kaffee pro Tag (insgesamt 642 mg Koffein/Tag) konsumierten, ergab sich nach 24 Stunden eine mittlere Abnahme des Körpergewichtes von 0,7 kg und eine Reduktion des Gesamtkörperwassers um 1,1 kg (gemessen mit der Bio-Impedanz-Messung). Anhand der Gesamtkörperwassermenge alleine kann jedoch keine Aussage über den Flüssigkeitsstatus einer Person getroffen werden, da das Wasser aus dem Extrazellularraum stammen kann. Bei dauerhaftem Kaffeekonsum treten Kompensationsmechanismen wie die Erhöhung des Plasmavasopressinspiegels und der Osmolalität des Urins in Erscheinung – der erhöhte Flüssigkeitsverlust durch Kaffee tritt demnach nur einmalig auf.


Eine im “Journal of the American Medical Association“ präsentierte Studie mit Daten von 150.000 Frauen, fand keinen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und hohem Blutdruck.


Eine Studie aus dem Jahr 2006 kam zu dem Schluß, das schon die Koffeinmenge die in 2 Tassen Kaffee enthalten ist die Durchblutung des Herzmuskels bei körperlicher Anstrengung messbar reduziert - dadurch werde die positive Wirkung körperlicher Bewegung auf das Herz deutlich gemindert, vorallem bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit oder Arteriosklerose und bei Aktivitäten in großer Höhe. Die geringe Probandenzahl von 18 Teilnehmern sowie die Darreichungsform des Coffeins in Form von Tabletten (was möglicherweise eine unterschiedliche Wirkungen entfaltet) und das die Probanden in den Tagen vor der Studie weder Kaffee noch andere coffeinhaltige Getränke zu sich nehmen durften, sind mögliche Schwachpunkte der Studie. Da es auch keine Kontrollgruppe gab welche nicht von Coffein entwöhnt war, ist nicht auszuschließen das gewohnheitsmäßige Kaffeetrinker weniger empfindlich reagiert hätten.


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