Mokka Kaffee

Inhaltsverzeichnis


  1. Mokka
  2. Arabischer Kaffee (Mokka)

  3. Türkischer Kaffee / Mokka (Türk Kahve)

  4. Griechischer Mokka
  5. Wiener Mokka/Mocca (schwarzer)


Siehe auch: Zubereitungsarten von Kaffee | Kaffeesatz (Kaffeesud) | Kaffeespezialitäten


Mokka

Das Wort Mokka ist abgeleitet von der Hafenstadt al-Mucha (auch Mukha, Mokha, dt.: Mokka, engl.: Mocha) im Jemen, von wo aus der Kaffee früher verschifft wurde. Ursprünglich wurde mit Mokka eine Kaffeesorte aus dem Jemen bezeichnet, deren Bohnen sehr klein sind und viel Säure aufweisen.


Definition

Im deutschsprachigen Raum bezeichnet Mokka allgemein (mit regionalen Abweichungen) eine Zubereitungsart von besonders fein gemahlenen Kaffeebohnen – er ist vor allem als arabischer, giechischer bzw. türkischer Kaffee bekannt. Es ist vermutlich die älteste bekannte Art der Kaffeezubereitung, bei der das Gefäß ursprünglich nicht mittels direkter Hitze sondern im heißen Sand einer Feuerstelle langsam erhitzt wurde.

Mokka wird in der Regel nicht aus sortenreinem Mokka-Kaffee hergestellt sondern mit Bohnen aus äthiopien oder dem Jemen, aber oft auch mit Bohnen aus ganz anderen Anbaugebieten. Kaffeebohnen der Sorte Mokka erinnern im Geschmack leicht an Schokolade. Wichtigste Voraussetzung für ein geeignetes Mokka-Kaffeepulver ist der extra feine (staubfeine) Mahlgrad.

Aufgrund des ausgeprägt bitteren Geschmacks, werden dem Mokka manchmal verschiedene Würzstoffe hinzugefügt: Bspw. Kardamom, Nelken oder Zimt in Arabien, Rosenwasser und (viel) Zucker in der Türkei, Chicorée in Griechenland oder Koriander in Libien.

Mokka wird mit dem Kaffeepulver (d.h. ungefiltert) serviert und nach dem absetzen des Pulvers heiß schlürfend getrunken, ohne dabei die Tasse zu sehr zu neigen (um das aufwirbeln des Kaffeesatzes zu vermeiden).


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Arabischer Kaffee (Mokka)

Arabischer Mokka wird sehr heiß und ungesüßt serviert. Das Kaffeepulver setzt sich rasch am Boden ab und der Kaffee ist dadurch trinkbar.

Verschiedene Zubereitungsarten sowie genauere Mengenangaben Serviermethoden finden sich beim türkischen Kaffee.


Zutaten


Zubereitung


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Türkischer Kaffee / Mokka (Türk Kahve)

Türk Kahve bezeichnet einen nach türkischer Art in einem kleinen, leicht konischen Kupferkessel (dem sog. Ibrik oder Cezve) zubereiteten Kaffee.

Der Ibrik (oder Cezve; Briki in Griechenland) ist ein langstieliger, leicht konischer Kochkessel der stilecht aus Kupfer oder Messing gefertigt wird und an der Innenseite verzinnt ist. Alternativ kann natürlich auch ein Gefäß aus Edelstahl verwendet werden, jeweils in der Größe der gewünschten Tassenzahl.Ein Gefäß das aus schlechtem Stahl gefertigt wurde kann den Geschmack des Kaffees beeinträchtigen. Die üblicherweise am Boden des Ibrik eingeschlage Zahl gibt an, für wie viele Tassen sein Volumen ausgelegt ist.


Oft wird zum Erhitzen ein auf Alkohol basierender Tischkocher verwendet, da mit diesen die Flamme gut kontrolliert und der Mokka so langsam erhitzt werden kann. Das ist wichtig da der Kaffee nicht kochen sondern nur Aufschäumen soll – zuviel Hitze verbrennt den Kaffee und ergibt dabei einen bitteren Geschmack.


Weil der Zucker bei der Zubereitung bereits vor dem Kochen des Kaffees hinzugefügt wird, müssen die Gäste vor der Zubereitung gefragt werden wie viel Zucker enthalten sein soll. Auf türkisch: „az sekerli(wenig Zucker), „orta sekerli(mittelsüß), „sekerli(süß),çok sekerli(sehr bzw. reichlich süß) oder „sade(ohne). Der türkische Mokka wird in der Regel stets gesüßt aber nur selten mit Rosenwasser gewürzt.


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Zutaten (1 Portion)




Verschiedene Arten der Zubereitung

Türkischen Kaffee zuzubereiten ist mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks als das Befolgen von strikten Anweisungen. Einige Dinge gilt es bei der Zubereitung denoch zu beachten:


Anmerkung: Einer türkischen Tradition zufolge, ist eine stabile Schaumschicht das Zeichen das die Köchin bereit ist zu heiraten!


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Methode 1
  1. Zucker in den Ibrik füllen.
  2. Den Ibrik bis zu der Stelle mit kaltem Wasser befüllen, an der sich die konische Form des Gefäßes wieder weitet (dem "Flaschenhals") – der Füllstand ist für die physikalischen Effekte bei der Zubereitung wichtig (Schaumbildung). Möchte man weniger Kaffee zubereiten sollte ein kleinerer Ibrik verwendet werden.
  3. Den Kaffee auf das Wasser geben aber nicht umrühren! Der Kaffee soll auf der Wasseroberfläche schwimmen um so eine Schicht zwischen Wasser und der Luft zu bilden, das ist wichtig um die Htze darunter zu stauen. Umgerührt wird erst später.
  4. Zum Erhitzen eignet sich ein Gasherd genauso wie ein E-Herd, ein Glaskeramikkochfeld oder ein kleiner Tischkocher. Ursprünglich wurde das Gefäß nicht mittels direkter Hitze sondern im heißen Sand einer Feuerstelle langsam erhitzt. Puristen erhitzen das Wasser besonders langsam, aber eine mittlere Hitze funktioniert auch gut.
  5. Sollte das Wasser zu kochen beginnen wurde nicht genug Kaffee verwendet. Das Wasser sollte bei der richtigen Zubereitung nie Kochen, stattdeßen sollte nur der Kaffee zu schäumen anfangen.
  6. Sobald das Wasser heiß genug ist durchdringt es die Kaffeeschicht auf der Oberfläche und der Kaffee beginnt zu Schäumen. Der Ibrik sollte ab jetzt nicht mehr aus den Augen gelassen werden! Sobald der Schaum fast bis nach ganz oben gestiegen ist nimmt man das Gefäß von der Hitzequelle.
  7. Den Kaffee dann vorsichtig umrühren sodaß der Schaum zusammenfällt und den Ibrik wieder zurück aufs Feuer stellen.
  8. Der Kaffee beginnt erneut zu Schäumen, dieses mal aber wesentlich schneller. Sobald der Schaum den Rand erreicht das Gefäß wieder vom Feuer nehmen, abermals umrühren und das Gefäß wieder aufs Feuer stellen.
  9. Jetzt den Kaffee zum dritten mal aufschäumen lassen und vom Feuer nehmen sobald der Schaum den Rand erreicht - aber dieses letzte mal nicht mehr umrühren!
  10. Den Mokka servieren

Methode 2
  1. Das Wasser in den Ibrik füllen und auf mittlerer Stufe erhitzen – das Wasser sollte während des gesamten Vorgangs nie brodelnd kochen sondern nur so heiß sein, das der Kaffeeschaum aufsteigt.
  2. Sobald die ersten Dampfblasen am Boden auftauchen, kurz vor dem Siedepunkt, den Zucker einrühren.
  3. Dann das Kaffeepulver hinzufügen und gut umrühren bis kein Kaffee mehr oben auf schwimmt. Weiter erhitzen, entweder unter ständigem Rühren oder eben ohne zu Rühren (eine Geschmacksfrage).
  4. Warten bis der Schaum nach oben steigt und fast überläuft. Das Gefäß vom Feuer nehmen damit sich der Schaum wieder setzt.
  5. Den Ibrik wieder aufs Feuer stellen und den vierten Schritt zwei- bis dreimal wiederholen (die Schaumbildung nimmt mit jedem Mal ein wenig ab).
  6. Den Mokka servieren

Methode 3
  1. Das kalte Wasser in den Ibrik geben, den Zucker hinzufügen und gut umrühren bis er sich aufgelöst hat.
  2. Das Wasser erhitzen bis sich erste Dampfblasen bilden, das Gefäß vom Feuer nehmen und den Kaffee hinzufügen.
  3. Den Ibrik wieder aufs Feuer stellen, so lange erhitzen bis der Kaffeeschaum fast über den Rand strömt und das Gefäß vom Feuer nehmen.
  4. Den Schaum sich entweder setzen lassen oder mit einem Löffel abschöpfen (wenn erwünscht auf die Tassen verteilen) und den Kaffee dann gut umrühren.
  5. Die Schritte 3 und 4 noch zweimal wiederholen. Das mehrmalige Aufschäumen sowie das Umrühren sollen alle Geschmackskomponenten des Kaffees lösen.
  6. Den Mokka servieren.

Methode 4

  1. Kaltes Wasser, Kaffeepulver und Zucker (event. abgeschmeckt mit Rosenwasser) in den Ibrik geben und unter ständigem Rühren bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam erhitzen.
  2. Solange rühren bis der Kaffee kurz vor dem aufkochen ist und sich eine Schaumschicht bildet. Sobald der Schaum bis zum Rand aufgestiegen ist das Kochgefäß vom Herd nehmen und den Schaum entweder mit einem Löffel abschöpfen und auf die Tasse(n) verteilen oder warten bis er sich gesetzt hat. Das Aufschäumen noch zweimal wiederholen.
  3. Den Mokka servieren

Methode 5
Für einen Mokka mit Milch diese dem Kaffee entweder nach der Zubereitung zusetzen (am besten halb Mokka und halb Milch) oder den Mokka nach einer der 3 Methoden statt mit Wasser mit Milch zubereiten. Anmerkung: Türkischer Kaffee wird normalerweie immer schwarz getrunken.


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Servieren

Damit der Mokka warm bleibt, sollten die Tassen kurz vor dem einschenken durch ausspülen mit kochend heißem Wasser vorgewärmt werden.


  1. Wenn erwünscht den Schaum aus dem Kochgefäß mit einem Löffel auf die Tasse(n) verteilen. Den Ibrik für ca. 30 Sekunden stehen lassen sodaß sich der Kaffeesud etwas setzen kann. Gibt man vor dem Servieren einen Löffel kaltes Wasser in das Kochgefäß, wird das Absetzen des Kaffeepulvers auf den Boden beschleunigt.
  2. Jetzt kann der Kaffee ausgeschenkt werden - aber nicht bis zum letzten Tropfen, da sich am Boden der meiste Sud befindet. Wird die Tasse beim einschenken schräg gehalten, bleibt der Schaum oben und bildet eine geschlossene Decke. Wird der Ibrik beim ausgießen auf- und ab bewegt, wird zusätzlicher Schaum gebildet.
  3. Da sich am Boden des Ibrik der meiste Sud ansammelt, sollte man entweder soviel Wasser im Gefäß belassen das der Sud nicht mitausgeschenkt wird oder man vermischt diesen Rest durch schwenken mit dem Wasser und verteilt ihn auf die Tasse(n). Den Sud auszuschenken gilt in einigen arabischen Ländern angeblich als unhöflich und beleidigend.
  4. Das Kaffeepulver in der Tasse sinkt nach kurzer Zeit als Bodensatz ab und der Mokka ist dann trinkfertig. Ein geringer Teil des Kaffeesatzes wird normalerweise mitgetrunken, da der Mokka dadurch angeblich bekömmlicher werden soll – jedenfalls hat er so mehr Aroma. Alternativ kann der in der Tasse belassene Sud entweder für verschiedene Zwecke im Haushalt (siehe: Weiterverwertung von Kaffeesatz) oder zum Vorhersagen der Zukunft genutzt werden (siehe: Kaffeedomantie – Das Lesen im Kaffeesatz)


Um das aufwirbeln des Kaffeesatzes beim Mokka Trinken zu vermeiden, sollte die Tasse nicht zu stark gekippt werden.

Zum türkischen Mokka wird in der Türkeit traditionell ein frisches Glas Wasser gereicht – mit diesem können vor dem trinken des Kaffees Speisearomen im Mund neutralisiert werden (um den Kaffeegeschmack nicht zu verfälschen) oder/und den Nachgeschmack des Kaffees zu neutralisieren. Manchmal wird auch eine Süßigkeit, bspw. ein Stück Lokum (eine Süßigkeit auf Basis gelierter Stärke und Zucker verarbeitet zu Sirup), zum Mokka serviert.


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Griechischer Kaffee (Mokka)

Der Griechische Mokka wird wie der türkische Mokka zubereitet, im Gegensatz zu diesem aber in der Regel ungewürzt (wenn mit Chicorée) und mit wenig bis keinem Zucker getrunken. Serviert wird der Mokka oft im Kännchen.

Bis in die 1970er Jahre als türkischer Kaffee bezeichnet (weil von den Türken nach Griechenland gebracht), wurde auf betreiben einer Kaffeefirma durch eine groß angelegte Werbekampagne in „Greek coffee“ umbenannt.


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Wiener Mokka/Mocca (schwarzer)

In der Tradition des Wiener Kaffeehauses, versteht man unter einem Mokka (oder auch Schwarzer) einen schwarzen Kaffee der mit einem Espresso vergleichbar ist aber meist mit mehr Wasser zubereitet wird als dieser. Er wird meist jedoch nicht zwangsläufig in der Espressomaschine (Alternativ bspw. in der Karlsbader Kanne) zubereitet. Der Mokka bildet die Basis einiger Kaffeespezialitäten aus österreich und es gibt ihn als kleinen bzw. großen (doppelten) schwarzen.


Varianten


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