Yoga

Inhaltsverzeichnis


  1. Vorwort

  2. Wege des Yoga


Yoga

(von Sanskrit yuga für ‚Joch‘, yuj für: ‚anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren‘)

Der Begriff Yoga kann sowohl als „Vereinigung“ bzw. „Integration“ wie auch im Sinne von „Anschirren“ und „Anspannen“ (des Köörpers an die Seele) zur Sammlung und Konzentration bzw. zum Einswerden mit Gott verstanden werden.

Der Yoga ausübende und insbesondere ein Meister des Yoga, wird Yogi oder Yogin genannt. Die weibliche Bezeichnung lautet Yogini, was allerdings auch „Zauberin“ bedeutet.


Ursprung des Yoga

Yoga ist eine der sechs klassischen Schulen (Darshanas) der indischen Philosophie. Die Wurzeln der Yoga-Philosophie liegen daher im Hinduismus und Teilen des Buddhismus. In diesen wird das Individuum als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers betrachtet. Der Wagen symbolisiert den Körper, der Kutscher den Verstand, seine fünf Pferde die fünf Sinnesorgane und der Fahrgast die Seele - das Geschirr heißt im Indischen „Yoga“.

Upanishaden, Bhagavad Gita und Yogasutra

Die ältesten Aufzeichnungen finden sich in den Upanishaden (wörtl. „das Sich-in-der-Nähe-Niedersetzen“, daher sich zu Füßen eines Lehrers / Guru setzen), eine Sammlung philosophischer Schriften des Hinduismus und Bestandteil des Veda.

Auch die Bhagavad Gita, eine der zentralen Schriften des Hinduismus, informiert über Yoga. Die vermutlich zwischen dem 5 und dem 2 vorchristlichen Jahrhundert entstandene Bhagavad Gita, hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der Text stellt eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der Veden dar.

Die wichtigste philosophische Quelle des Yoga ist das von Patañjali, der vermutlich im 2.Jhdt. v.Chr. lebte, verfasste Yogasutra - eine der ältesten überlieferungen der Yogatradition. Sutra bedeutet wörtlich übersetzt„Faden“, das Yogasutra ist daher gewissermaßen ein Leitfaden für Yoga und besitzt, anders als die Bhagavadgita, keine Rahmenhandlung und wurde auch nicht gesungen. Das Yogasutra beinhaltet 195 Sanskrit-Verse in vier Kapiteln, in welchen die Essenz des Yogaweges gebündelt ist.

Weiterführende Medien (Literatur, CDs) zur: Geschichte des Yoga sowie den Upanishaden, der Bhagavad Gita und dem Yogasutra des Patañjali.


[zum Index]


Wege des Yoga

Yoga umfasst eine Vielzahl geistiger und körperlicher übungen. Meditativere Formen des Yoga haben ihren Schwerpunkt in der geistigen Konzentration, während andere mehr auf körperlichen übungen und Positionen (Asanas) sowie Atemübungen (Pranayama) beruhen. Andere Richtungen betonen vor allem die Askese.

Da jeder Weg zur Selbsterkenntnis als Yoga bezeichnet werden kann, existieren im Hinduismus zahlreiche Namen für die verschiedenen Yoga-Wege, oft mit einer eigenen Philosophie und Praxis. In Westeuropa sowie Nordamerika, werden mit dem Begriff Yoga meist nur die körperlichen übungen, die Asanas oder Yogasanas, bezeichnet.

Siehe auch: Modernes Yoga | Medienverzeichnis (Bücher, DVDs)


Die vier klassischen Wege des Yoga

Die heute als "klassisch" geltenden vier Yogawegen sind

  1. Bhakti Yoga (Weg der Hingabe an Gott bzw. Yoga der Hingabe)
  2. Jnana Yoga (Weg des Wissens bzw. der Erkenntnis)
  3. Karma-Yoga (Weg des selbstlosen Tuns)
  4. Raja Yoga (Weg der Geisteskontrolle bzw. Königsyoga)


Hatha Yoga

(Sanskrit hatha für „Kraft, Gewalt, Hartnäckigkeit“)

--> Hatha Yoga

Beim Hatha Yoga, jene Form unter der man Yoga im westlichen Kulturkreis hauptsächlich kennt und der in der Hathapradipika (einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert) als Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga betrachtet wird, wird das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch Asanas (körperliche übungen), Pranayama (Atemübungen) und Meditation angestrebt.

Mit der Bezeichnung Hatha, soll die zum erreichen des eigentlichen Ziels notwendige Anstrengung unterstrichen werden. Der Begriff wird aber auch als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien (männlich und weiblich, heiß und kalt, positiv und negativ, usw.) gedeutet.

Siehe auch: Medienverzeichnis zum Hatha Yoga


Kriya Yoga

(Sanskrit kri: handeln und ya: die göttliche Seele des Menschen; Handlungen im göttlichen Bewusstsein)

--> Kriya Yoga

Kriya Yoga (auch „Yoga der Tat“ oder „aktiver Yoga“) ist eine Vorstufe des Raja Yoga und hat ihren Ursprung in den Katha-Upanishaden. Auch Patanjalis Yogasutra verweist auf Kriya Yoga. Im zweiten Kapitel der Yoga-Sutras, Vers 1, des Patanjali steht geschrieben: tapah svadhyayesvara-pranidhananikriya-yogah: „Enthaltsamkeit, Selbststudium und Hingabe an Isvara bilden den vorbereitenden Yoga".

Die Verbreitung der Technik wird auf Lahiri Mahasaya zurückgeführt, welcher 1861 von Mahavatar Babaji initiiert worden sein soll, sowie dessen bekanntestem Schüler Yukteswar Giri. Die unbestrittenen Linienhalter waren danach seine Schüler Satyananada und Yogananda.

Siehe auch: Medienverzeichnis zum Kriya Yoga


Modernes Yoga

Yoga wie es im Westen verstanden und gelehrt wird, beruht auf einer säkularisierten modernen Form, welche etwa ab der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Dieser kann eher meditativ oder eher körperbezogen sein und ist weitgehend unabhängig von religiösen oder weltanschaulichen überzeugungen des Schülers.

Dieser Ansatz ist durch eine übernahme westlich-esoterischer Ideen, westlicher Psychologie, physischem Training und wissenschaftlicher Annahmen (durch westlich ausgebildete Inder) gekennzeichnet und wird vor allem wegen seiner positiven Effekte sowohl auf die physische als auch auf die psychische Gesundheit praktiziert. Denn durch die in Achtsamkeit praktizierten Körperstellungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama), erreicht man eine Entspannung von Körper und Geist.

Der traditionelle indische Yoga, unterscheidet sich vom westlichen, modernen Yoga grundsätzlich und enthält sehr viel komplexere Lehren und Praktiken als seine modernen Formen. Moderner Yoga stellt eher eine New Age Lebenseinstellung dar, als eine Form hinduistischer Spiritualität. So gibt es kaum Verhaltensvorschriften und die Regeln sind für die Schüler eher Empfehlungen ohne einen verpflichtenden Charakter. Yoga wird dabei nicht als philosophisches System vermittelt, sondern eher über eine empirische Herangehensweise.


[zum Index]