Hatha und Kriya Yoga

Inhaltsverzeichnis


  1. Hatha Yoga

  2. Kriya Yoga


Hatha Yoga

(Sanskrit hatha für „Kraft, Gewalt, Hartnäckigkeit“)

Siehe auch: Kriya Yoga | Raja Yoga | Medienverzeichnis Hatha Yoga

Beim Hatha Yoga, wird das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist vor allem durch Asanas (körperliche übungen), Pranayama (Atemübungen) und Meditation angestrebt.

Mit der Bezeichnung Hatha, soll die zum erreichen des eigentlichen Ziels notwendige Anstrengung unterstrichen werden. Der Begriff wird aber auch als Ausdruck der Einheit einander entgegengesetzter Energien (männlich und weiblich, heiß und kalt, positiv und negativ, usw.) gedeutet.


Ursprung

In der Hathapradipika, einer Yogaschrift aus dem 15. Jahrhundert, wurde der Begriff Hatha Yoga verwendet, um den spirituellen Yoga (wie bspw. Raja Yoga) vom körperlich betonten Yoga (Hatha Yoga) abzugrenzen. Hatha Yoga wird in der Schrift als eine Stufe auf dem Weg zum Raja Yoga bezeichnet.

Beim Studium der Gherandasamhita sowie der Shivasamhita, neben der Hathapradipika zwei weitere wichtige Grundlagenwerke des Hatha Yoga, wird klar, dass auch innerhalb des Hatha Yoga Meinungsverschiedenheiten über theoretische sowie praktische Belange herrschen.

Ursprünglich war Hatha Yoga als Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert. Aber schon bald erfreute es sich großer Beliebtheit und wurde als eigenständige Yoga-Form betrachtet. Im westlichen Kulturkreis kennt man Yoga hauptsächlich in Form des Hatha Yoga.


Wirkungen

Zu den positiven Auswirkungen von Hatha-Yoga auf gesundheitliche Beschwerden, existiert inzwischen eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien. So können beispielsweise Asthma bronchiale, Bluthochdruck (Hypertonie), Herzinsuffizienz, Rückenschmerzen, chronische Kopfschmerzen und Schlafstörungen positiv beeinflusst werden.

Reinigungsübungen

Im Hatha Yoga gibt es 6 Shatkriyas (Hauptreinigungsübungen), die ein wesentlicher Bestandteil dieser Yoga-Form sind. Sie dienen dazu den Körper und seine Hohlräume (Bauch, Rachenraum, usw.) systematisch zu reinigen und von Schleim zu befreien. Zusammen mit den Asanas, bilden diese Praktiken eine wichtige Voraussetzung um Pranayama (Atemübungen) und Mudras (Handstellungen) zu üben.


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Kriya Yoga

(Sanskrit kri: handeln und ya: die göttliche Seele des Menschen; Handlungen im göttlichen Bewusstsein)

Siehe auch: Hatha Yoga | Raja Yoga | Medienverzeichnis Kriya Yoga

Kriya Yoga (auch „Yoga der Tat“ oder „aktiver Yoga“) ist eine Vorstufe des Raja Yoga und hat ihren Ursprung in den Katha-Upanishaden. Auch Patanjalis Yogasutra verweist auf Kriya Yoga. Im zweiten Kapitel der Yoga-Sutras, Vers 1, des Patanjali steht geschrieben: tapah svadhyayesvara-pranidhananikriya-yogah: „Enthaltsamkeit, Selbststudium und Hingabe an Isvara bilden den vorbereitenden Yoga".

Die Verbreitung der Technik wird auf Lahiri Mahasaya zurückgeführt, welcher 1861 von Mahavatar Babaji initiiert worden sein soll, sowie dessen bekanntestem Schüler Yukteswar Giri. Die unbestrittenen Linienhalter waren danach seine Schüler Satyananada und Yogananda.

Ab 1920 wurde dieser Weg durch Paramahansa Yogananda, der in der Tradition des Patanjali steht, einer breiten öffentlichkeit der westlichen Welt bekannt. Yogananda bezeichnete das Kriya Yoga als eine „Schnellstraße zu Gott“, deren Ziel die Vereinigung mit Gott durch die Selbstverwirklichung sei. In seinem Bestseller „Autobiografie eines Yogi“, beschreibt Yogananda den Weg als eine „einfache, psychophysiologische Methode“. So werde auf körperlicher Ebene durch den beschriebenen Lebensstil das Blut dekarbonisiert und besser mit Sauerstoff versorgt, was auch zu einer Verjüngung und Erneuerung des Körpers führe. Zware lehrte Yogananda auch andere „vorbereitende“ Meditationstechniken, Yama und Niyama aber seien grundlegende Regeln um deren Einhaltung sich jeder Schüler zu bemühen habe.


Technik

Die Technik des Kriya Yoga basiert auf Pranayama (Atemkontrolle) und verspricht, Körper, Geist und Seele gleichermaßen zu entwickeln. Durch das regelmäßige übung sollen die Adepten eine tiefe Ruhe erfahren und so auch im Diesseits zu einem ausgeglichenen Leben gelangen.

Die Schwerpunkte des Kriya Yoga liegen auf

Diese drei Disziplinen sind Teil der fünf Niyamas (Verhaltensregeln) des Raja Yoga. Daraus wird ersichtlich, warum Kriya Yoga auch als Vorbereitung auf das Raja Yoga verstanden wird.

Kriya Yoga ist ein „Set von übungen“, die ohne „übertriebenen“ körperlichen Einsatz und durch stetes üben zum Nirvikalpa Samadhi, dem höchsten yogischen Zustand, führen sollen. Durch die übungen sollen die Chakren gereinigt werden und so die göttliche Kraft des Atems zum Kronenchakra und letztlich darüber hinaus führen.

Die Technik wird ausschließlich im Rahmen einer „Einweihung“ durch autorisierte Personen weitergegeben. Die Einzuweihenden verpflichten sich vorab dazu, auf eine eigenmächtige Weitergabe der Technik zu verzichten.

Die ernsthafte Auseinandersetzung mit Yoga, muss auch nicht zwangsläufig zu einem Leben in Zurückgezogenheit führen: Die Linienhalter Lahiri Mahasaya und Shri Yukteshwar beispielsweise, haben Ehen geführt, Nachkommen gezeugt und waren in gewöhnlichen Berufen tätig.

„Mit Hilfe einer gleichmäßigen Atmung kann man Gott in der Hypophyse und der Fontanelle wahrnehmen. Wenn man sich exakt auf diese Stelle konzentriert, empfindet man dort ein Gefühl der Schwere, die Berührung Gottes in der Fontanelle. Jeder Atemzug vermittelt umgehend dieses Gefühl der Schwere oben auf dem Kopf. Außerdem wird durch die vermehrte Aufnahme von Sauerstoff bei der tiefen Einatmung die körperliche, geistige und spirituelle Entwicklung gefördert.“ - aus dem Buch Kriya Yoga von Paramahamsa Hariharananda


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