Kork (Phellem)

Inhaltsverzeichnis

  1. Beschreibung von Kork

  2. Kork als Bodenbelag - Vorwort


  3. Böden - Inhaltsverzeichnis

Beschreibung von Kork

Kork (Phellem) bezeichnet in der Botanik die Zellschicht zwischen Epidermis und Rinde. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezieht sich Kork meist auf die Rinde der Korkeiche (Quercus suber), aus welcher vor allem Korken erzeugt werden. Kork wird außerdem auch aus der Borke des asiatischen Amur-Korkbaums (Phellodendron amurense) gewonnen.

In Ägypten, Babylon, China und Persien, wurde Kork wegen seiner wasserabweisenden Eigenschaften bereits 3000 v. Chr. als Angelgerät genutzt. Seit dem 2. Jahrhundert n. Chr., wird die Rinde der Korkeiche im Mittelmeerraum (vorwiegend in Mittelitalien und Spanien bzw. der damaligen römischen Provinz Hispania) und heute vorwiegend im Süden Portugals genutzt.


Aufbau

Der Kork besteht aus abgestorbenen, mit Luft Gefüllten Zellen, die für den Stoffaustausch (Wasser/Gas) von den natürlichen Hartschaum durchziehenden Lentizellen (Korkporen) durchsetzt sind. Die Korkporen ermöglichen der darunter liegenden Epidermis die Atmung, welche keine Interzellularen (von lat. Inter für „zwischen“ und cella/cellula für „Keller, kleiner Raum“; gasgefüllte Hohlräume zwischen benachbarten Zellen in pflanzlichen Geweben) besitzt. Dadurch ist Kork hydrophob, sehr elastisch und schwer entflammbar.

Seine Eignung als Dämmstoff ergibt sich aus der sehr geringen Wärmeleitfähigkeit - bereits durch eine dünne Korkschicht wird die Transpiration (Verdunstung von Wasser) stark eingeschränkt.


[zum Index]


Eigenschaften von Kork

Kork zeichnet sich durch eine Vielfalt physikalischer, chemischer und auch visueller Eigenschaften aus …


[zum Index]


Verwendung von Kork

Die raue, harzreiche Korkrinde welche bei der ersten Schälung gewonnen wird, eignet sich (ohne Zusatz künstlicher Bindemittel) zur Herstellung dunkelbrauner Korkplatten welche bspw. als Naturbaustoff zur Wärmedämmung Verwendung finden.

Die nachwachsende harzarme und weitgehend homogene Sekundärkorkrinde, kann alle 8 bis 12 Jahre abgetragen werden. Aufgrund ihrer Eigenschaften eignet sie sich zur maschinellen Verarbeitung und wird vor allem zur Herstellung von Flaschenkorken und weiterer Industrieprodukte genutzt – anfallende Reste werden zu hellbraunem Granulat gemahlen.

Dieses so genannte „Sekundärkorkgranulat“ bzw. „Agglomeratkork(ein Agglomerat ist eine mehr oder weniger verfestigte Anhäufung von vorher losen Bestandteilen zu einem festen Verbund), wird bspw. mit Latex, Polyurethan und anderen Klebstoffen unter Vakuum und/oder mechanischem Druck so verklebt, dass die natürlich vorhandenen Eigenschaften des Korks vielfältig ergänzt werden. So können sich durch höherer Festigkeit auszeichnende Produkte wie Sektkorken oder Fußbodenbeläge hergestellt werden.

Verbundwerkstoffe wie „Cork-Plastic-Composites“ (Kunststoffmatrix) erweitern das Spektrum zusätzlich.


Spritzkork ist ein Isolierdichtstoff der aus mit elastischem Klebstoff gebundenem, feinkörnigem Korkgranulat besteht und in der Schall- und Wärmedämmung Verwednung findet (besonders zur Abdichtung von Anschlussfugen zwischen Fensterrahmen und Mauer, an Türen, bei Trennwänden und als Dichtmasse zum Ausspritzen von Dehnungsfugen bei Fußböden). Neben der Bedeutung als Isoliermaterial (aufgrund der luftgefüllten Zellen im Korkgranulat die den Wärme- und Kältedurchgang mindern), wird mit dem Material auch eine schalldämmende Wirkung erzielt.

Zur eigen Herstellung von Spritzkork in geringen Mengen, können Flaschenkorken in einer Küchenmaschine zerkleinert und mit Gummi arabicum (gewonnen aus dem Pflanzensaft von Verek-Akazien / Acacia senegal und Seyal-Akazien / Acacia seyal) vermischt werden.


Einsatzmöglichkeiten


Außerdem findet Kork Anwendung in der Raumfahrtindustrie als Teil des Hitzeschildes bei Raumfahrzeugen gegen die extremen Temperaturunterschiede beim Wiedereintritt und als Stoßdämpfer bei Start- und Landebahnen auf Flughäfen.


[zum Index]


Kork als Bodenbelag


Für Fußbodenbeläge gibt es zwei unterschiedliche Arten von Korkoberflächen:

  1. einschichtigen Presskork (nicht furniert)
  2. furnierte, mehrschichtige Bodenbeläge (massives Kork ist nur in Form von Korkmosaik erhältlich)

Furnierte Korkbodenbeläge haben zu Dekorationszwecken, im Gegensatz zu den einschichtigen aus Presskork, ein aufgeklebtes Furnier. Ein Nachteil von furnierten Korkfliesen ist ihre schlechtere Abriebsfestigkeit - diese kann jedoch mit Siegellack deutlich verbessert werden (so wird beinahe die Abriebfestigkeit massiver Korkbeläge und von Korkplatten aus Presskork erreicht). Es gibt sowohl stark lösungsmittelhaltige Siegellacke auf Polyurethanbasis als auch umweltverträglichere auf Wasserbasis.

Korkparkett gibt es in Form von Fliesen, die vollständig mit dem Untergrund verklebt werden können und als Kork-Fertigparkett, das mit Nut-und-Feder-Systemen schwimmend verlegt (also nicht mit dem Untergrund verklebt) wird. Korkparkettsysteme mit speziellen Verbindungen zwischen den Fliesen („Klick-System“), kommen beim Verlegen vollständig ohne Klebstoff aus.

So genanntes Korkmosaik, besteht nicht wie sonst aus Granulat und Bindemittel, sondern aus massiven Korkstücken und ist, ähnlich wie Steinmosaik, auf einem Trägermaterial vorgefertigt. Dabei wird es vollflächig verklebt und nachträglich, wie Steinfliesen, ausgefugt. Ein großer Vorteil von massivem Korkmosaik, besteht in dessen Anwendungsmöglichkeit für Außenbereiche und Nasszellen.


! Gesundheitlicher Gefahrenhinweis
Im Gegensatz zu Korkmosaik, bestehen herkömmliche Korkfliesen und Kork-Fertigparkett aus Korkgranulat, welches während diverser Verfahren mit Bindemitteln gemischt und gepresst wird. Das dem Korkgranulat zur Herstellung von Korkblöcken zugesetzte Bindemittel (Polyurethanharze oder Phenolharze) unterstützt die natürlichen Harze im Korkgranulat. Während Polyurethanharze nur über einer kurze Auslüftungszeit riechen und als gesundheitlich unbedenklich gelten, verdunsten Restphenole aus den Phenolharzbindemitteln über einen längeren Zeitraum und können die menschliche Gesundheit belasten.


[zum Index] <


Oberflächenbehandlung


Farbe und Versiegelung


[zum Index]


Reinigung und Pflege


Zur Reinigung von Korkböden sollten folgende Produkte vermieden werden:


Zur Pflege eines versiegelten Korkbodens reicht es, den Boden gelegentlich leicht feucht abzuwischen. Achtung, bei zuviel Wasser kann Kork aufquellen.

Auf einen mit Wachs behandelten Korkboden, etwa zweimal im Jahr eine dünne Schicht Bohnerwachs auftragen und einarbeiten (siehe Bohnern).
Neben Böden aus Kork, sollten auch Böden aus Holz oder Linoleum regelmäßig gebohnert werden.


[zum Index]