Laminat

Inhaltsverzeichnis

  1. Laminat
  2. Reinigung und Pflege

  1. Böden - Inhaltsverzeichnis

Laminat

(v. lat. lamina „Schicht“), bezeichnet einen Werkstoff aus zwei oder mehreren, flächig miteinander verklebten Schichten (aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien, hauptsächlich aus einer Holzfaserplatte, Papier und Melamin-Klebstoff/Aminoplast) besteht. Die Herstellung eines Laminats wird als laminieren bezeichnet.


Laminatfußböden - Eigenschaften und Arten

gleichen optisch einem hochwertigen Bodenbelag (meist Parkett), bestehen aber aus einer preiswerten Trägerschicht die mit einer dünnen Dekorschicht verklebt und so versiegelt wird. Der schichtweise Aufbau besteht hauptsächlich aus einer Holzfaserplatte, Papier und Melamin-Klebstoff (zu duroplastischen Kunststoffen auf Basis Melaminharz ausgehärtete Aminoplaste).

Im Vergleich zur Handhabung von Parkett oder Fliesen, ist ein solcher Fußboden preiswert und leichter zu verlegen. Einen Nachteil aber haben allen Laminatfußböden gemeinsam: Beschädigungen oder Verschleiß der Oberfläche, lassen sie sich anders als bei Massivholzparkett nicht abschleifen - das Trägermaterial unter der Dekorschicht würde sonst freigelegt.


Einen Laminatfußboden gibt es in verschiedenen Paneelstärken und mit unterschiedlicher Abriebfestigkeit (Nutzungsklassen):

  • Preiswerteres Laminat ist relativ dünn, hat ein eher einfaches Dekor und ist empfindlicher gegen Abrieb und Feuchtigkeit (besonders der Bereich der Stoßkanten zwischen zwei Paneelen).
  • Hochwertiges Laminat dagegen hat Strukturprägungen (die optisch einer gemaserten Holzoberfläche gleichen) und V-Fugen (zwischen den Paneelen), die zusammen das Aussehen eines echten Parkettbodens realistisch imitieren.

Laminatböden mit aufwändigen Oberflächenversiegelungen, können auch auf hochbelasteten Fußböden (wie bspw. in Diskotheken) eingesetzt werden.


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Aufbau eines Laminatfußbodens

(von der Oberseite/Gehfläche zur Unterseite die auf dem Boden liegt)

  1. Deckschicht (Overlay)
    Die oberste Lage hat die Funktion einer hohen Beanspruchung Stand zu halten. Verwendet werden dünne, mit Melamin-Klebstoff getränkte Papiere, die so den Blick auf das darunter liegende Dekorpapier ermöglichen. Zur Erhöhung der Abriebfestigkeit des Laminats wird auch Korund (Al2O3, ein Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“) in den Klebstoff des Overlay gemischt.
  2. Dekorpapier
    Die optisch wahrgenommene Oberfläche, auf der vor dem Fügen (dem dauerhaften Verbinden von mindestens zwei Bauteilen) mit der Trägerplatte die Motive aufgedruckt worden sind. Einschränkungen in der Motivwahl gibt es praktisch nicht (wie Holzstrukturen, Kies, geometrischen Formen oder künstlerische Grafiken). Overlay und Dekorpapier werden oft als eine Schicht geliefert - bei geringer Beanspruchung nur das getränkte Dekorpapier.
  3. Underlay
    Laminate der Klasse 33 und höher, besitzen zwischen dem Dekorpapier und der Trägerplatte zusätzlich ein Underlay (Kraftpapier), welches ebenfalls mit Melaminharzen imprägniert wird. Es erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Eindrücke (Voraussetzung für die Einstufung als Klasse 33 und höher). Bei Laminatböden niedrigerer Beansprungsklassen, wird in der Regel kein Underlay verwendet.
  4. Trägerplatte
    Die Trägerplatte besteht aus einer MDF (mitteldichte (Holz)faserplatte) bzw. einer HDF (Hochdichte Faserplatte). Das Faserplatten unter Wassereinwirkung aufquellen können, wird dieses Quellverhalten im Produktionsprozess meist durch den Einsatz entsprechender Leime und Zusätze verbessert.
  5. Gegenzug
    Die auf der Unterseite der Trägerplatte aufgebrachte Gegenzugschicht (ein weitere Papier oder Kunststoffschicht), dient dazu dass sich das Laminat bei Belastung durch auftretenden Biegekräfte nicht verformt.
  6. Trittschalldämmung
    Einige Unternehmen kleben unter das Papier auf der Laminatunterseite noch eine Trittschalldämmung – so muss diese später nicht mehr separat vorverlegt werden.


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Herstellung

Das Dekorpapier und Overlay werden auf die ausgekühlten und geschliffenen Trägerplatten aufgebracht, während gleichzeitig der Gegenzug aufgebracht wird. Anschließend folgt ein Heißpressen, durch das der Melamin-Klebstoff aushärtet. Im nächsten Arbeitsschritt werden Nut und Feder bzw. Profile gefräst, die zum Verbinden der einzelnen Laminatteile nötig sind.


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Beanspruchungsklassen

Die Beanspruchungsklassen von Laminatfußböden sind in der EN 13329 geregelt ...


KLASSE EINSATZBEREICH
21 mäßige Beanspruchung (Gästezimmer, Schlafzimmer, … )
22 normale Beanspruchung (Ess- und Wohnzimmer, … )
23 starke Beanspruchung (Arbeitsräume, Flur, Küche, … )
31 mäßige Beanspruchung (Hotelzimmer, Konferenzraum, … )
32 normale Beanspruchung (Büros, Warteräume, … )
33 starke Beanspruchung (Großraumbüros, Kaufhäuser, … )


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Reinigung und Pflege

Vorsicht: Durch Wasser das in die Verbindungsfugen der verschiedenen Laminatstücke fließt, können sich die Holzfasern der Trägerplatte ausdehnen und so Beulen und Wellen erzeugen. Um das zu vermeiden ist es wichtig, das Wasser bzw. wasserhaltige Flüssigkeiten sofort vom Laminat weggewischt werden.Weil der Quelldruck des Holzes auch das haltende Gefüge des Klebstoffes zerstört, lassen sich die Beulen kaum mehrbeseitigen.



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