Keramik

Inhaltsverzeichnis


  1. Oberflächenempfindlichkeit von Keramik
  2. Reinigung und Pflege von Keramik


  3. Keramik – Definition
  4. Keramikarten

  5. Geschichte der Keramik

Siehe auch: Badezimmerreinigung

Oberflächenempfindlichkeit von Keramik

Wie empfindlich eine Keramik gegenüber Flecken ist, hängt vom Material ab:


  • Einziehen können farbverändernde Substanzen in kapillare Keramik wie Terracotta oder Steingut.
  • Nicht einziehen können solche Substanzen in glasierte Keramiken bzw. unpoliertes Feinsteinzeug.



Nur von der Oberfläche abhängigist die Schmutzanhaftung ...


  • Je rauer die Schicht ist, desto höher ist auch die Schmutzanhaftung und damit auch der Reinigungsaufwand (vor allem bemerkbar bei rutschsicherer Bodenkeramik). Häufig werden für Keramik Imprägniermittel (Silane, eine Stoffgruppe chemischer Verbindungen, die aus einem Silicium-Grundgerüst und Wasserstoff bestehen) vertrieben, welche die Fleckempfindlichkeit verringern sollen.
  • Bei unpoliertem Feinsteinzeug und glasierter Keramik beträgt die Eindringtiefe null, Reste sollten lt. Hersteller von der Oberfläche entfernt werden. Daher gibt es von Keramikherstellern für Imprägnierungen meist keine Empfehlung.

Die Oberfläche von poliertem Feinsteinzeug wird durch das Schleifen geöffnet - die brand- und pressbedingten Porenräume liegen daher frei. In diesem Fall kann eine Imprägnierung als "Füllmaterial" dienen (wenn es der Keramikhersteller empfiehlt). Reste von Imprägniermitteln können bestimmte Verschmutzungen (wie Ruß aus den Gummisohlen oder Reifen) "binden". Solche Laufspuren können nur mit lösemittelhaltigen Produkten wie z. B. Orangenterpenen oder Testbenzin gelöst werden.

Schutzbehandlungen durch Imprägniermittel dürfen nicht mit werkseitigen Oberflächenvergütungen verwechselt werden, wie z. B. Glasuren oder sogenannten Engoben. Diese sind in der Oberfläche eingebrannt und verringern auch die Schmutzanhaftung. Dabei wird die Mikrorauigkeit durch entsprechende mineralische "Füllstoffe" herabgesetzt.

Um zu vermeiden das beim direkten auftragen bestimmter Reiniger (bspw. säurehaltiger) auf die Fugen Schäden entstehen, müssen diese vorher gründlich mit Wasser gesättigt werden. Farbveränderungen des Fugmaterials sind denoch nicht auszuschließen.

Trotz der großen Härte von Keramikoberflächen, können diese durch Scheuerschwämme oder Scheuerpulver mit Quarzanteil zerkratzt werden.


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Reinigung und Pflege von Keramik

Siehe auch: Reinigen von Armaturen, Badewanne / Dusche und Waschbecken


Die Wahl eines chemischen Reingers, dessen Dosierung und die verwendeten Utensilien (zur mechanischen Reinigung), sollte den spezifischen Materialeigenschaften der Keramik angepasst sein. Auf Terracotta oder unglasiertem Steinzeug können rückstandsbildende Mittel verwendet werden (solange die Rutschsicherheit keine Rolle spielt)!

Damit Fliesen beim Putzen nicht zerkratzt werden, immer nur ein weiches Tuch (z.B. Baumwolle, Fensterleder, Mikrofaser) bzw. die weiche Seite des Schwammes verwenden.



Grundsätzliches


  1. Um sich die Reinigung von Fliesen bzw. Kacheln im Bad zu erleichtern, einfach die Dusche kurze Zeit so heiß wie möglich aufdrehen - durch den Wasserdampf lösen sich die Verschmutzungen leichter.
  2. Fliesen nach dem Duschen mit einem Tuch trockenreiben oder mit einem Abzieher das Wasser entfernen – so beugt man rascher Verschmutzung vor. Seifen- bzw. Badeölreste mit einem groben Mikrofasertuch entfernen.
  3. Die effektivste Methode für den gewerblichen Bereich ist der Einsatz so genannter Walzenbürstautomaten (auch erhältlich für kleine Räume).
  4. Die gängigste Methode (sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich) ist die Kombination von Mikrofaserbezügen und einem rückstandsfreien Reinigungsmittel wie bspw. Alkoholreiniger oder Ultranetzer-Reiniger.
  5. Ein zur alkalischen Grundreinigung verwendetes Mittel sollte nicht "nicht permanent alkalisch" eingestellt sein und einem pH-Wert von maximal 10,5 aufweisen. So können Industriereiniger, welche Kali- oder Natronlauge enthalten können, keramische Oberflächen angreifen.
  6. Zur (alkalischen) Zwischenreinigung wird die Verwendung eines Allzweckreinigers (pH-Wert < 9,5) empfohlen.
  7. Zur Reinigung von Keramikfliesen ist auch Schmierseife sehr gut eignet - der Kalkseifenfilm schützt das Material und macht es matt glänzend.
  8. Terrakotta Fliesen können ebenfalls gut mit Schmierseife gereinigt werden. Zudem gibt der Seifenfilm den Platten einen matten Glanz und schützt sie bis zu einem gewissen Grad.


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Hausmittel zur Reinigung von Fliesen

Siehe auch: Reinigungsmittel und -substanzen


  1. Erwärmenten Essig bzw. Essigwasser in eine Sprühflasche füllen, auf die Fliesen aufbringen und nach einer etwa 15-minütigen Einwirkzeit abwischen. Oder den Essig auf die weiche Seite eines Schwammes aufbringen und die Fliesen damit Reinigen. Alternativ Zeitungspapier in den Essig tauchen und die Fliesen damit abreiben. Die gereinigten Fliesen mit einem weichen Tuch (wie Baumwolle oder Mikrofaser) nachpolieren.
  2. Fliesen können mit warmem Wasser und Backpulver (1 Packung auf 5 Liter Wasser) bzw. Natron gereinigt werden.
  3. Verschmutzte Fliesen mit der Schnittfläche einer (ausgepressten) Zitrone bzw. mit in Wasser gelöster Citronensäure abreiben, einige Zeit einwirken lassen und anschließend mit warmem Wasser abwischen.
  4. Um Fliesen unkompliziert zu Reinigen und zu Pflegen, zum Putzwasser einfach regelmäßig etwas Haarshampoo geben – das bringt die Fliesen zum Glänzen und beugt rascher Verschmutzung vor (weil das Wasser besser abperlt).
  5. Allgemeine Reinigung von Fliesen: Oberflächen mit einer warmen Schmierseifenlösung abschrubben und mit klarem Wasser nachwischen. Ein Schuss Essig im Putzwasser bewirkt einen frischeren Geruch. Der Kalkseifenfilm der Schmierseife schützt das Material und macht es matt glänzend.
  6. Um die Fugen sauber zu bekommen, einen Brei aus etwas Wasser und entweder Backpulver, Natron oder Schlämmkreide anrühren.

    • Die Fugen mit der Mischung auf einer alten Zahnbürste abbürsten. Alternativ die Zahnbürste einfach nur in Salmiakgeist (Ammoniakwasser/Ammoniumhydroxid) oder auch Essigessenz tauchen.
    • Anschließend mit klarem, warmem Wasser gründlich abspülen (eventuell mit einer Bürste aus Naturborsten zusätzlich abbürsten) und die Fliesen danach gründlich trocknen (Abzieher und/oder Tuch) – nach dieser Behandlung sehen die Kacheln aus wie neu verfugt.


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Spezifische Verschmutzungen


  • Fettige Verschmutzungen können mit einem Allzweckreiniger zum Großteil aufgenommen werden – jedoch verbleiben dabei Tenside auf der Oberfläche, weshalb von einem Dauergebrauch abzusehen ist. Als Alternative empfehlen sich selbstgemischte Reinigungsmittel, bspw. auf Basis von Essig und Spülmittel.
  • Kalk: Die nach einiger Zeit am Boden abgelagerten Härtebildner (typischerweise durch hartes Wasser), können durch eine saure Reinigung entfernt werden. Dafür u.a. empfohlene Mittel basieren auf Amidosulfonsäure oder Phosphorsäure - Salzsäurehaltige Mittel greifen (durch die Dämpfe) metallische Gegenstände wie Armaturen und Spiegel an.

    Siehe auch: Wasserhärte und Kalk (Definition, Entstehung und Entfernung)

    Achtung: Um den Zement nicht zu zerstören bzw. auszuwaschen, sollten Fugen, wie vor jeder sauren Reinigung, mit Wasser bis zur Sättigung benässt werden. Bei einem Einsatz von Kalkentferner auf Badkeramiken, sollte das Mittel auch nicht direkt auf die Fugen gesprüht werden. Stattdeßen den Reiniger auf ein Mikrofasertuch aufbringen und die Keramikoberfläche Reinigen – mit Wasser nachspülen.

    • Stärker ausgeprägte Kalkablagerungen an der Oberfläche, können auch einfach mechanisch, mittels feiner Stahlwolle entfernt werden. Anschließend sollte gründlich nachgespült werden um zu vermeiden, das Stahlreste verbleiben und Rost bilden.
  • Moosbelag auf Steinplatten und Fliesen lassen sich einfach abbürsten, wenn der Bodenschrubber zuvor in eine Mischung aus heißem Wasser und Backpulver bzw. Natron getaucht wird.
  • Reste von Aufklebern bzw. Klebstoffen, können mithilfe von Speisefetten bzw. -ölen entfernt werden.
  • Hartnäckigen Fliegenschmutz kann man mit Ethanol (Alkohol) effektiv entfernen.
  • Matte/Stumpfe Fliesen

    1. Ein Fensterleder, Tuch oder auch (unbedrucktes) Zeitungspapier, in Kombination mit einer Lösung aus Ammoniumhydroxid (aka Salmiakgeist / Ammoniakwasser) oder Ethanol (aka Alkohol / Spiritus), macht stumpfe Kacheln wieder glänzend. Alternativ eine der beiden Substanzen ins Putzwasser mischen. Da Alkohol nach dem Auftragen schnell verdampft, werden die Fliesen streifenfrei sauber.
    2. Damit ältere, matt gewordene Fliesen wieder wie neu aussehen, ca. 10 Teile Leinöl mit 3,5 Teilen Terpentinöl vermischen, etwas davon auf ein weiches Tuch (Baumwolle, Mikrofaser) oder Fensterleder geben und die Fliesen damit polieren. Matte Fliesen werden auch mit purem Leinöl oder Wachs eingerieben wieder glänzend (Achtung, akute Rutschgefahr bei Bodenfliesen).
    3. Um stumpfe Fliesen wieder zum Glänzen zu bringen, diese mit Zahnpasta abreiben und anschließend mit einem nassen Tuch abwischen.
    4. Eine Schuss Weichspüler im Putzwasser, verleiht Fliesenböden ebenfalls einen schönen Glanz.
    5. Terpentinöl vermischt mit Salz, hilft gut bei vergilbten Fliesen.
    6. Um Kacheln wieder zum Glänzen zu bringen, mit Zeitungspapier oder einem Lederlappen befeuchtet mit Salmiaklösung polieren.
    7. Um alten Fliesen wieder Glanz zu verleihen, 3 Teile Leinöl mit 1 Teil Terpentinöl vermischen, etwas davon auf ein Tuch geben und die Fliesen damit polieren.


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