Schleifsteine

Gemälde eines Messerschleifers von Alexandre-Gabriel Decamps

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung
  2. Die Wahl eines
    geeigneten Schleifsteins

  1. Arten von Schleifsteinen


  1. Vorbereiten des Schleifsteins

  1. Anleitung zum Schleifen mit einem Stein

  1. Messer - Index

Einleitung

Schleifsteine (auch: Schleif-, Schärf- oder Poliersteine) sind entweder flache, eckige oder auch rund bis ovale geformte Scheiben, aus körnigem bzw. kristallinem Material und einer rauen aber möglichst ebenen Arbeitsfläche. die zum Schleifen, Glätten und Polieren verwendet werden.

Scherenschleifer Zur Erzeugung natürlicher Schleifsteine eignen sich plattenförmige Grundformen aus Sedimentgestein wie: Sandstein und Schiefer, oder auch Basalte, Granite und Quarzite auch – zur Erzeugung wurden oft auch zerbrochene Mahlsteine verwendet.

Die Qualität eines Schleifsteines wird von Gehalt und Qualität der Schleifmittel (auch Abrasive oder Abrasivstoffe) bestimmt. Wichtig dabei sind die gleichmäßige Verteilung in der Matrix und die Art der Bindung (welche das einzelne Schleifkorn festhalten muss, es aber, wenn es verschlissen ist, auch ausbrechen lassen muss damit frische, schärfere Schleifkörner seinen Platz einnehmen können).


Rotierend genutzte Schleifsteine (Schleifscheiben bzw. -räder) können viel Reibungswärme am Werkstück erzeugen - daher muss bei empfindlichen Materialien wie bspw. gehärteten Messer- und Werkzeugklingen eine Kühlung durch Flüssigkeit erfolgen, damit der Stahl seine Härte nicht verliert - was bereits bei Temperaturen über 170 °C passiert (besonders die dünnen Schneiden von Messerklingen sind dafür anfällig).


Im Gegensatz zu einem Wetzstahl, welcher nur den Grat einer Klinge aufrichtet, bzw. teilweise entfernt, wird durch gröbere Wassersteine Material abgetragen. Ein fein ausgeschliffenes und gut behandeltes Messer, kann mit feinen Abziehsteinen in nur wenigen Zügen geschärft werden. Im Gegensatz zum maschinellen Schärfen, bei dem die Klinge ausglühen kann, bleibt die Temperatur der Schneide bei Wassersteinen relativ gering.


Das Schärfen eines Messers mit Banksteinen erfordert etwas Aufwand und vor allem auch Übung. Um sich die Sache zu erleichtern, gibt es verschiedene Geräte welche einem die Prozedur erleichtern sollen. Siehe Geräte und Sets zum Schärfen


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Die Wahl eines geeigneten Schleifsteins

Der Unterschied zwischen teuren und günstigen Schleifsteinen, besteht hauptsächlich darin das teure Steine keine Verunreinigungen, d.h. in der Größe abweichende Schleifpartikel, besitzen. Zum erreichen einer optimalen Schleifwirkung ist es nötig, den Stein während des Schleifens regelmäßig von Abrieb zu befreien - bei Wassersteinen bspw. durch abspülen mit Wasser.


  1. Bei neuen, bisher noch nicht angeschliffenen Messern oder Messern mit Scharten, ist einiger Materialabtrag notwendig. Bei gröberen Fällen empfiehlt sich dazu bspw. ein Siliziumkarbid Wasserstein mit Körnung 80 bzw. bei harmloseren Fällen, ein japanischer Wasserstein mit Körnung 240.
  2. Ein bereits angeschliffenes, nur wenig stumpfes Messer das auch keine Scharten aufweist, kann gleich mit Lederriemen und Polierpaste abgezogen werden.

    Führt das nicht zum Erfolg, d.h. wird die gewünschte Schärfe der Klinge nicht erreicht, sollte man mit einem japanischen Wasserstein Körnung 800 oder 1000 weitermachen (mit der so zu erreichenden Schärfe können bereits Unterarmhaare abrasiert werden). Um eine höhere Schäfe der Klinge zu erreichen kommt ein japanischer Wasserstein mit einer Körnung von 3000 bis 4000 zum Einsatz.

  3. Bei Rasiermessern oder Messern bei denen hohe Ansprüche an die Schnitteigenschaften gestellt werden (wie bspw. japanische Küchenmesser) oder auch feine Holzwerkzeuge, empfiehlt sich ein japanischer Wasserstein mit einer Körnung von 6000 oder 8000.
  4. Um eine gute Gebrauchsschärfe zu erreichen sind europäische Steine mit Körnungen von 240 bis 320 bzw. ein weich gebundener japanischer Wasserstein mit Körnungen von 800 bis 1000 empfehlenswert - eine abschließende Behandlung mit Polierpaste wird empfohlen.
  5. Mit größeren Schleifsteinen ab etwa 200 x 50 mm, lassen sich bessere Schleifergebnisse erzielen als mit den kleineren, da die Klinge leichter in einer fließenden Bewegung über den Stein bewegt und der Schleifwinkel dadurch einfacher konstant gehalten werden kann.


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Anmerkungen



Nach Abschluss der Schleifarbeit empfiehlt sich immer der Einsatz eines Abziehlederriemes, egal wie grob der zuletzt verwendete Stein war.


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