Lederbezeichnungen

Inhaltsverzeichnis


  1. Lederarten

  2. Bezeichnung nach
    Herkunft der Haut

  1. Bezeichnung nach dem
    Herstellungsverfahren

  2. Bezeichnung nach Art der
    Oberflächenbehandlung


Lederarten


Boxcalf

(Rind)
bezeichnet Leder vom Milchkalb, welches chromgegerbt, durchgefärbt oder nur grundiert wird.

Merkmale des Boxcalf-Leder sind die leicht schattige Optik, der seidige Glanz und der sehr feine, gleichmäßige Narben.
Aus Boxcalf werden hochwertige Damen- und Herrenschuhe sowie feine Handtaschen hergestellt.


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Chevreau

(Ziege)
ein chromgegerbtes und durchgefärbtes, sehr feines, seidig matt glänzendes Oberleder, dessen Oberfläche glatt, weich und geschmeidig ist und eine charakteristische Faltenbildung aufweist (halbmondförmigen Narben).

Die beste Qualität stammt von jungen Zicklein, ältere Tiere weisen stärkere und gröbere Narben auf. Es wurde und wird zur Herstellung von Glacéhandschuhen oder auch als Membran im Orgelbau genutzt.


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Chevretten

(Schaf)
Eine Imitation von Chevreauleder.


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Cordovan

(Pferd)
bezeichnet die Hinterpartie von Pferdehäuten. Die Bezeichnung leitet sich von der spanischen Stadt Córdoba ab, die einst auf die Herstellung von Ziegenleder unter dem gleichen Namen spezialisiert war.

Die Lederstärke liegt zwischen 1,6 und 1,8 Millimetern und steht der Geschmeidigkeit von Boxcalfleder in nichts nach. Wegen seiner geringen Verfügbarkeit ist Cordovan im oberen Preissegment anzufinden – einerseits geht das Angebot an Rohware stetig zurück und zum anderen ist das von der Hinterpartie eines Pferdes gewonnene Leder recht klein.


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Goldchrom

(Rind)
ist ein aus den Häuten junger Rinder hergestelltes Chromleder, welches gelb gefärbt wird. Es wird vorwiegend zu Sportbällen verarbeitet.


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Krokodilleder

Zur Herstellung von Krokodilleder wird bevorzugt die Haut junger Krokodile verwendet. Ausgewachsene Tiere haben zu große und kräftige Schuppen, welche bei der Verarbeitung leicht brechen.


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Mastboxleder

(Rind)
ist ein Boxcalfleder aus den Häuten von Mastkälbern, das zur herstellung von Schuhen verwendet wird.


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Mouton

(Schaf)
Eine Imitation des Saffianleders der Ziege.


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Nappaleder

Ein relativ weiches, chromgegerbtes Glattleder vom Kalb, vom Schaf oder auch von der Ziege, mit vollen Narben. Ursprünglich wurden nur Handschuh- und Bekleidungsleder als Nappaleder bezeichnet (benannt nach dem Napa Valley in den USA). Heute ist Nappaleder ein Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder von allen Tierarten und Verwendungszwecken.

Abhängig von der Oberflächenbehandlung wird zwischen naturbelassenem, leicht pigmentiertem, pigmentiertem und geschliffenem Nappaleder unterschieden.


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Peccary

bzw.

Pekari

(Schwein)
Das hochwertige Peccaryleder stammt von einer südamerikanischen Wildschweinart, welche in den tropischen Regenwäldern Amazoniens lebt.
Die Häute der erlegten Pekari werden trocken konserviert und von Händlern in die Gerbereien geliefert.

Zur Bestandserhaltung der Tiere, werden regelmäßig Zählungen durchgeführt - darauf aufbauend wird auch der Handel kontrolliert.

Das sehr teure und seltene Leder zeichnet sich durch Weichheit, Zähigkeit und den samtartigen Griff aus und wird vorwiegend für hochwertige Handschuhe (Autohandschuhe), aber auch für leichte Schuhe, Kleinlederwaren oder Luxusbekleidung verwendet. Peccary-Lederwaren weisen eine gute Haltbarkeit auf - wird das Leder jedoch nass, kann es dunkle Flecken bilden.


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Porcleder

(Schwein)
Dieses Leder hat nicht die Qualität der Sorten von Pferd, Rind oder Ziege, es wird daher oft für Straßenschuhe im niedrigen Preissegment verwendet.

Porcleder ist aber durchaus strapazierfähig und formbeständig, was es für eine Verarbeitung in gebrauchsfestem Schuhwerk gut geeignet macht. Das glänzende Leder ist meist an seinem charakteristischen, durch die Papillen bedingtem Narbenbild zu erkennen.


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Rindbox

(Rind)
ein aus Rinderhäuten hergestelltes Leder, das eine massive Struktur aufweist und dabei trotzdem biegsam bleibt. Es entspricht in Gerbart und Zurichtung dem Boxcalfleder, unterscheidet sich aber deutlich in der Faserdicke seiner Fläche. Es dient als Ausgangsmaterial für festeres Gebrauchsschuhwerk.


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Saffianleder

oder

Maroquin

bzw.

Marokkoleder

(Ziege)
ist ein nach der marokkanischen Stadt Safi bezeichnetes, sehr feines und weiches Leder, das meist mit Sumach (Gewürzsumach/Rhus coriaria, Gerbersumach, Sizilianischer Sumach oder Färberbaum; eine Pflanzenart aus der Gattung Sumach/Rhus) gegerbt wird.

Es wird künstlich genarbt und einseitig gefärbt, jedoch nicht lackiert und vor allem zu feinem Schuhwerk, Portefeuilleartikel und Buchbinderwaren verarbeitet.


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Sämischleder

oder

Chamoisleder

(diverse Hirscharten, Schaf, Ziege, Wild)
Bezeichnet Leder die durch Gerben mit Gerbstoffen auf Basis oxidierbarer Fette (ursprünglich Waltran) hergestellt werden. Als Rohmaterial wurden Häute von Gämsen (ursprünglich verwendet, daher der Name „Chamoisleder“ - Chamois ist das frz. Wort für Gämse), Hirschen, Kälbern, Rehen, Rentieren, Rindern, Schafen und Ziegen verwendet.

In den USA und Frankreich bezeichnet Sämischleder ausschließlich die rein trangegerbte, abgespaltene Fleischseite von Schafshäuten.

Bei Wildfellen wird vor der eigentlichen Gerbung (im Blößenstadium oder nach der Vorgerbung) die Narbenschicht entfernt = Rauleder.

Die enthaarten Häute werden durch mechanisches Einarbeiten von Fischöl oder -tran in so genannten Walkmühlen gesättigt. Das Fett oxidiert im Innern der Haut und entwickelt so seine eigentliche Gerbwirkung. Nach dieser Oxidation der Trane, wird überschüssiger Gerbstoff mit Sodalösungen und Tensiden ausgewaschen, das Leder wird getrocknet, gestollt und geschliffen. Die Färbung erfolgt i.d.R. im Bürstverfahren - meist mit Lösungen aus Pflanzenfarbstoffen, wodurch die typische Oberflächenfärbung mit ungefärbter Fleischseite entsteht.

Arten: Altsämisch – Gerbung nur mit Tran und Neusämisch – Vorgerbung mit Formaldehyd, Hauptgerbung mit Tran.

Seine hohe Weichheit, die Waschbarkeit, die Schweiß- und Alkalibeständigkeit sowie die antiallergene Wirkung, macht es für den Einsatz in der Orthopädie wichtig. Wegen der hohen Weichheit und des guten Isoliereffekts, wird es auch für feine Handschuhe verwendet. Sämischleder wird hauptsächlich zur Erzeugung von Trachtenbekleidung (oft aus Rotwild/Hirschleder) verwendet.


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Skiver

(Schaf)
bezeichnet sehr dünne Narben-spalte, die teilweise bei der Produktion von Schaf- oder Lammvelours anfallen und meist nur aus der Papillarschicht bestehen. Dadurch hat es meist sehr schlechte mechanische Eigenschaften und wird bei der Verarbeitung auf Trägermaterialien aufkaschiert.
Es findet bspw. als Futterleder für Kleinlederwaren Verwendung.


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Vachetteleder

oder

Vachetten

(Rind)
ein schwach gefettetes, lohgares Leder (pflanzlich gegerbtes Leder), gefertigt aus dünnen großflächigen, vor der Gerbung gespaltenen Rinderhäuten. Es dunkelt und verändert sich bei Berührung mit Wasser und anderen Flüssigkeiten. Die Bezeichnung „Vachette“ stammt von dem französischen Wort vache für Rind.

Unterschieden wird zwischen stark gefetteten und geschwärzten Schmiervachetten, Koffer- und Taschenvachetten sowie Lack- und Autovachetten.

Vachetteleder wird naturfarbig, gefärbt oder als Möbelleder in Sattlereien, beim Wagenbau, in der Möbelindustrie und für Koffer und Handtaschen verwendet. Bekannt wurde es durch Louis Vuitton.


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Waschleder

(Schaf)
meist ein Lammleder das sehr dünn ausgeschliffen wird und voll waschbar ist.


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Wildleder

ist eine Sorte von Leder, die aus der Haut nicht domestizierter Tiere, unter anderem aus Hirsch-, Elch-, Reh-, Känguru- oder Antilopenhaut, hergestellt wird. Gewöhnlich sind die zur Ledergewinnung genutzten Tiere nicht freilebend, sondern werden in Gehegen gehalten. Wildleder von freilebenden Tieren hat Seltenheitswert und daher einen entsprechend hohen Preis.

Wildleder ist gekennzeichnet durch seine stumpfe, samtartige Beschaffenheit, es ist wasserdurchlässig und nicht sehr fest. Es wird beispielsweise zur Herstellung von Schuhen, Jacken und Hosen benutzt.


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Bezeichnung nach Herkunft der Haut


  1. Fischleder (von Aal, Dorsch, Hai, Rochen)
  2. Hirschleder
  3. Känguruleder
  4. Krokodilleder
  5. Lammleder
  6. Pferdeleder
  7. Rindsleder, Kalbsleder
  8. Schlangenleder
  9. Schweinsleder
  10. Seehundleder
  11. Straußenleder
  12. Yakleder
  13. Ziegenleder, Zickelleder (vom Zicklein)


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