Lederbezeichnungen

Inhaltsverzeichnis


  1. Bezeichnung nach Art der
    Oberflächenbehandlung


  1. Lederarten
  2. Bezeichnung nach
    Herkunft der Haut

  1. Bezeichnung nach dem
    Herstellungsverfahren


Bezeichnung nach der Oberflächenbehandlung


Anilinleder

Hat eine dünnen Zurichtschicht, wodurch die natürliche Struktur des Leders gut zu erkennen ist.


[zum Index]

Chagrin

(Pressnarbenleder)
Die Bezeichnung "Chagrin", stammt vom türkischen Wort sagri für Kruppe.

Eine Ledersorte mit starker Dichte, die aus der Rückenhaut von u.a. Pferden, Kamelen, Eselen und Maultieren erzeugt wird – heute auch aus Hai- oder Rochenhaut. In der Regel handelt es sich heute aber um ein chromgegerbtes Rind- oder Mastkalbleder mit Deckfarbenzurichtung.

Um eine Pressnarbe zu erzeugen wird die Ursprungsnarbe abgeschliffen und eine neue Narbe aufgepresst („chagrinieren“).
Ursprünglich entstand die genarbte Oberfläche durch durch Körner, welche in das noch feuchte Leder gedrückt und später wieder herausgeschüttelt wurden - dadurch ist die Oberfläche mit feinen, dicht beieinander liegenden Erhöhungen und Vertiefungen versehen.

Das Leder wurde vor allem für Bucheinbände, Futterale, Pferdezeug und Säbelscheiden genutzt - ein preiswerter Ersatz des teuren Leders für Bucheinbände war Chagrinpapier, ein im Aussehen ähnliches und gepresstes Papier. Das Verfahren zur Erzeugung Chagrinleder war lange Zeit nur im Orient, in Astrachan, Konstantinopel und Bulgarien bekannt, später wurde eine Methode entdeckt, es mittels erhitzter Walzen und Platten nachzuahmen (wodurch das Leder granuliert und graviert wurde).

Als "echtes Chagrin" wird die fein granulierte Haut von Haifischen bezeichnet, welche zum Bezug von Büchsen, Büchern, Dosen, usw. verwendet wurde.


[zum Index]

Hühnerleder

(auch englische Haut, frz. canepin)
Stammt nicht vom Huhn wie der Name vermuten lässt, sondern meint ein dünnes, feines und weißgraues Leder aus dem Fell junger Schafe und Ziegen, das oft zur Herstellung feinster Damenhandschuhe verwendet wird aber auch als Sitzflächeneinsatz in den Hosen von Radrennfahrern Verwendung findet.

Jedoch gibt es tatsächlich Leder das aus der Haut des Haushuhns hergestellt wird (ein Nischenprodukt) – außerdem gibt es noch Hühnerbeinleder, welches aus der Haut der Füße erzeugt wird.


[zum Index]

Knautschlack

Ein Leder bedeckt mit einer wasserunlöslichen Lackschicht.


[zum Index]

Lackleder

Leder das mit einer dicken Lackschicht bedeckt ist.


[zum Index]

„Kühlendes Leder“

(TFL Cool System®)
Ein speziell gegerbtes Leder, welches sich anders als herkömmliches Leder in der Sonne weniger stark aufheizt (die Farbpigmente reflektieren das Sonnenlicht).


[zum Index]

Nubukleder

Feines Rinds- oder Kalbleder mit auf der Narbenseite (die oberste Hautschicht) leicht angeschliffener Oberfläche - dadurch entsteht eine feine, samtartig aufgeraute Struktur. Nach dem es eingewachst wurde, bleibt Nubuk sehr lange wasserfest. Nubukleder wird unter anderem für Autoleder, Bekleidung, Handschuhe, Handtaschen, Polstermöbeln oder Schuhe verwendet.

Namensgebung
Das englische Wort Buckskin bezeichnet ein speziell behandeltes Wildleder, weich gemacht durch einen chemischen Prozess (engl. bucking). Diese Bezeichnung wiederum stammt möglicherweise vom „Bocksleder“ (engl. buck) ab. Aus Werbegründen wurde das „neue“ Verfahren des narbenseitigen Anschleifens vmtl. als „New Buck“ bezeichnet, aus dem dann Nubuck bzw. im deutschen Nubuk wurde.


[zum Index]

Rauleder

Sammelbegriff für Ledersorten mit aufgerauter Oberfläche, die auf der Fleisch- oder der Narbenseite geschliffen sind. Siehe: Veloursleder


[zum Index]

Schleifbox

Rindleder bei dem der fehlerhafte Narben angeschliffen und durch eine relativ dicke Zurichtung, ein künstlicher Narben nachgebildet wird. Schleifbox wird in der Regel für Schuhe und Taschen verwendet.


[zum Index]

Veloursleder /

Rauleder

(Lederarten mit rauer Gebrauchsfläche)
Die Oberfläche aller Veloursledern wird direkt aus den Fasern der Retikularschicht der Haut gebildet, welche mehr oder weniger fein geschliffen wird. Veloursleder wird meist aus Schweins- bzw. Rindshäuten, Schaf-, Ziegen- oder Kalbfellen hergestellt – bei Verwendung von Fleischspalten von Rindern oder Kälbern, spricht man von Spaltvelours.
Siehe auch: Spaltleder

Zur Erzeugung von Veloursleder, wurden schon immer Rohware schlechter Oberflächenqualität verwendet, da die oberste Hautschicht abgeschliffen wird oder sogar die Innenseite (Fleischseite) der Haut als Oberfläche veredelt wird. Verwendung findet Veloursleder als: Bekleidungsvelours, Schuhvelours, Schweinsvelours (Rohwarenart), Spaltvelours, …

Herstellung (historisch)
Nach einer ersten Reinigung (Weiche) wurde die so genannte Schwitze durchgeführt – ein kontrollierter Fäulnisprozess, durch den die obere Hautschicht bakteriell soweit abgetragen wird, dass sie danach mit einem stumpfen Messer am Gerberbaum leicht mechanisch entfernt werden kann. Anschließend folgten Gerbung und Färbung und schließlich die Bearbeitung der Lederoberfläche am Dollierrad oder mit einem Bimsstein, bis die gewünschte feinen Oberflächenstruktur.

Herstellung (industriell)
Alle Veloursleder werden heute nach der Zwischentrocknung durch Schleifen mit Schleifpapieren erzeugt. Durch die erst dann folgende Färbung werden brillante, hochechte Färbungen erreicht, wodurch Veloursleder heute auch im Automobil- und Möbellederbereich (mit guten Gebrauchseigenschaften) eingesetzt werden können. Für Pelzvelours bzw. Velourspelze (Pelze mit einer Abseite als Veloursleder), wird ein anderer Gerbprozess benötigt, da die Haare erhalten bleiben müssen.


[zum Index]

Waterproof

Meist Rindsleder mit Chromgerbung, welches durch eine spezielle Behandlung (dem „Hydrophobieren“) eine geringe Wasseraufnahme und gute Wasserdichtigkeit erhält. Waterproof-Leder wird hauptsächlich für schwere Schuhe (wie Arbeits-, Bergs- und Militärschuhe) oder Motorradbekleidung verwendet.


[zum Index]