Natursteine

Bezeichnung, Gesteinsart, Herkunft,
Beschreibung und Verwendung einiger Natursteine


Inhaltsverzeichnis

  1. Belgisch Granit
    Belgisch Schwarz, Petit Granit (franz. Bezeichnung)
  2. Blaustein
  3. Cipollino-Marmor
  4. Impala
    Nero Afrika, Nero Impala, Schwarz Afrika oder Rustenburg

  1. Irischer Blaustein
    (engl.: Irish Blue Limestone)
  2. Jura-Marmor
    Jura, Jurakalk, Jura-Kalkstein oder Treuchtlinger Marmor
  3. Star Galaxy
    Black Galaxy oder Gold Galaxy
  4. Travertin
    (von italienisch travertino, lateinisch lapis tiburtinus, „Stein aus Tivoli“)
  5. Veroneser Marmor
    (ital. Marmo rosso di Verona oder Marmo di San Ambrogio)

  1. Gesteinsarten

  1. Reinigung und Pflege
    (Kalkstein und Marmor)

  1. Natursteine - Startseite

Belgisch Granit
auch
Belgisch Schwarz, Petit Granit (franz. Bezeichnung)
Gesteinsart (Petrographische Familie)
Kalkstein

Herkunft
Belgien
Beschreibung
Ein grau-blauer bis anthrazitfarbener Kalkstein, der im belgischen Hennegau im Gebiet um Soignies und Tournai im Tal der Ourthe gewonnen wird. Seine Entstehung fand vor etwa 350 Millionen Jahren statt.In dem schwarzen, kohlenstoffhaltigen und bituminösen Kalkstein sind zahlreiche Stengelglieder der fossilen Seelilienart (Encrinus liliformis) eingelagert. Neben den versteinerten Seelilien (den sog. Trochiten) enthält Belgisch Granit fossile Brachiopoden und gelegentlich auch Korallen.


Eigenschaften und Verwendung
Belgisch-Granit kann auf alle gebräuchlichen Arten bearbeitet und poliert werden und er ist einer der wenigen Weichgesteine, die sich beflammen lassen. Beim Polieren wird der sonst blaugraue Stein dunkel, seine hohe Dichte und Gleichmäßigkeit ermöglicht eine exzellente Politur und vielseitige weitere Oberflächenbearbeitungen. Die Politur ist, wie bei allen Kalksteinen, nicht auf Dauer beständig.

Belgisch Granit eignet sich für Boden- und Treppenbeläge, Fassadenbekleidungen und Mauersteine, außerdem wird er häufig von Bildhauern verwendet (beim Bearbeiten wird der enthaltene Faulschlamm freigesetzt und es entsteht unangenehm riechendes Faulgas). Bei Verwendung des Natursteins im Außenbereich, verliert er in einem relativ kurzen Zeitraum 2-3 Jahren seine Politur undwird deutlich heller bzw. grau. Aufgrund seiner großen Verwitterungsbeständigkeit, wurde er in bedeutendem Umfang abgebaut. Viele Fassaden der Innenstadt Brüssels und anderer belgischer Städte sind durch diesen Naturwerkstein geprägt.


Weil Petit Granit seit der zweiten Hälfte vom 19. Jahrhundert in viele Länder Europas und nach Übersee versandt wurde, gehört er zu den bedeutendsten europäischen und überregional eingesetzten Bau- und Dekorationsgesteinen. Die konkurrierenden belgischen Naturwerksteine sind Noir de Denee, Noir de Tournai und Marbre Noir de Golzinne – diese haben aber einen wesentlich geringeren Fossilienanteil und sind überwiegend tiefschwarz.

Aufgrund ähnlicher Eigenschaften, ersetzt Belgisch Granit den inzwischen erschöpften Blaustein aus der Region um Aachen und aus Ostbelgien. Belgisch Granit kann aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Irish Limestone verwechselt werden.


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Bildquelle: Wikimedia Commons; Urheber: Roll-Stone; Lizenz: Gemeinfrei

Blaustein
Herkunft
Aachen und Ostbelgien
Beschreibung und Eigenschaften
Blaustein ist die Handelsbezeichnung für unterschiedliche Gesteine, zu den bekanntesten davon zählen:

Rechter Blaustein ist ein bläulicher Schiefer aus dem Unterordovicium, mit einem Alter von 488,3 bis 478,6 Millionen Jahren. Er kam aus dem Ort Recht bei Sankt Vith in Ostbelgien, wo der Schiefer zunächst im Übertagebau und ab 1880 im Untertagebau gewonnen wurde. Vor dem Ersten Weltkrieg war das Bergwerk erschöpft und wurde geschlossen. Seit dem 18. Mai 2007 ist es als Besucherbergwerk geöffnet.

Aachener Blaustein ist die Handelsbezeichnung für einen dunkelgrauen bis schwarzen Kalkstein aus dem Mittel- bis Oberdevon mit einem Alter von 392 bis 374,5 Millionen Jahren und aus dem Unterkarbon mit einem Alter von 359,2 bis 328,3 Millionen Jahren. Er stammt aus unterschiedlichen geologischen Systemen, der am Nordrand des hohen Venns im Südosten von Aachen abgebaut wurde.

Charakteristisches Merkmal der Aachener Blausteine, ist das Vorkommen zahlreicher Fossilien wie Goniatiten, Hydrozoa, Korallen, Moostierchen (Bryozoen) und Stromatoporen. Frisch geschlagen und poliert, hat der Stein eine fast schwarze, blaugraue bis blaugrüne Farbe, welche sich zu weißgrau ändert wenn er lange Zeit der Verwitterung ausgesetzt ist.


Die Gesteine des Unteren Walhorn-Massenkalk aus dem Givetium, des Oberen Walhorn-Massenkalk aus dem Frasnium sowie der Frasnium-Knollenkalk, gehören zu den verwendeten Blaustein-Varietäten des Devons.


Verwendung
Genutzt wurde der Blaustein als Werkstein vor allem für Bodenbeläge, Fenstereinfassungen, Grabmale, Treppen, Türschwellen sowie Inneneinrichtungen von Kirchen (Altäre und Taufbecken). Weil die Steinbrüche bei Aachen erschöpft sind, kann dort kein hochwertiges Material mehr abgebaut werden. Als Ersatz wird meist Belgisch-Granit (frz.: "Petit Granit").

Das englische Wort „bluestone“ bezeichnet eine Art des Dolerits, aus welchem bspw. auch einige Steinblöcke von Stonehenge bestehen.


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Bildquelle: Wikimedia Commons; Urheber: Geolina163; Lizenz: Creative Commons-Lizenzen Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert; das Bild wurde von mir zugeschnitten

Cipollino-Marmor
Gesteinsart (Petrographische Familie)
meist Karbonatgestein
Beschreibung und Eigenschaften

Cipollino-Marmor (ital. marmo cipollino) ist ein historisch verfestigter Begriff für eine Gesteinsvariation von Marmor, für die band- und wellenförmig auftretende Strukturen durch eingelagerte Mineralien (hauptsächlich in Grüntönen) charakteristisch sind. In der Folge übertrug sich der Name auch auf andere, optisch ähnlich strukturierte (und meist grün getönte) Gesteine. Der Übergang zwischen Kalksteinen und metamorphen Gesteinen wie Marmoren, ist im Fall der Cipolline fließend.

Die Bezeichnung leitet sich, aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Schichtenaufbau einer Zwiebel, vom italienischen Wort cipolla für Zwiebel ab (lat. cepa). Obwohl er keiner petrographischen Nomenklatur entspricht, ist dieser Terminus sehr alt und auch heute noch weit verbreitet (im Altertum gab es keine wissenschaftlichen Unterscheidungsmerkmale nach heutigem Verständnis, weshalb Klassifizierungen vorwiegend nach optischen Merkmalen getroffen wurden).

In der modernen petrographischen Nomenklatur bezeichnet es ein an Chloritanteilen (die Chloritgruppe bezeichnet eine Gruppe von Schichtsilikat-Mineralen aus der Mineralklasse der Silicate) oder andere an Schichtsilikaten (Blattsilikaten, Phyllosilikate) reiches Metakarbonatgestein als Cipollin.

Petropgraphisch gesehen bezeichnet der Begriff (grüner) Cipollino hauptsächlich die zwei Gesteinsgruppen Ophicalcite und Knollenkalke. Einige Sorten des Cipollino-Marmors werden auch als Silikatmarmor eingeordnet. In beiden Fällen ist als Hauptbestandteil Calcit (auch Kalzit oder Kalkspat, ein sehr häufig vorkommendes Mineral und Namensgeber der Calcitgruppe innerhalb der Mineralklasse der „Carbonate) vorhanden.

Die farbgebenden grünen Bestandteile unterscheiden sich von Sorte zu Sorte und können Amphibole, Diopsid, Chlorit, Fuchsit oder Serpentinmineralien sein - als weiterer mineralischer Bestandteil findet sich häufig auch Quarz (die stabile Form des Siliciumdioxids - nach den Feldspaten das zweithäufigste Mineral der Erdkruste). Cipollino-Marmor anderer Färbung entsteht hauptsächlich durch Eisenverbindungen (gelb, rot) sowie durch Graphit (schwarz).


Verwendung

Die älteste und somit namenprägende Verwendung ist der marmore carysticum, einem Marmor von der Südspitze der griechischen Insel Evia (Euböa) - die antiken Abbaustellen befinden sich nordöstlich (oberhalb der Stadt Karystos) an den Ausläufern des Ochi-Gebirges, desweiteren etwa 10 km nordwestlich von Karystos bei der Stadt Marmari (Marmarion) von wo in der Antike die am meisten begehrtesten Stücke gekommen sein sollen und auch nahe der Stadt Styra.

Der außergewöhnlich schöne Marmor aus Marmarion, wurde von den Römern nach Italien transportiert um ihn für dekorative Zwecke wie Fußböden, Säulen und Wandverkleidungen zu verwenden (z.B. im Forum Romanum oder für die Säulen des Tempels von Antoninus und Faustina - ein antikes Bauwerk in Rom).


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Bildquelle: Wikimedia Commons; Urheber: Lysippos; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported; das Bild wurde von mir zugeschnitten

Impala
auch Nero Afrika, Nero Impala, Schwarz Afrika oder Rustenburg genannt
Gesteinsart (Petrographische Familie)
Impala zählt zu den Plutoniten (Tiefengesteinen) der Gesteinsfamilie Gabbro.

Herkunft
Südafrika in der Nähe von Rustenburg (North West Province)
Beschreibung / Eigenschaften / Verwendung

Es gibt es zwei Handelssorten: Impala hell und Impala dunkel.

Aufgrund der relativ gleichmäßigen Verteilung der Minerale entsteht ein einheitlicher und gleichmäßiger Farbeindruck und sehr gute technische Eigenschaften. Das Verteilungsgefüge und die geringe Wärmeausdehnung, prädestinieren den Stein zum Einsatz als Sockel für technische Messgeräte.

Impala findet im Bauwesen als Boden-, bzw. Treppenbelag, Fassadenplatten, Wandfliesen, Waschtisch und bei Küchenarbeitsplatten Anwendung. Eine Nutzung als polierter Treppen- oder Bodenbelag in stark frequentierten Bereichen, wie bspw. in öffentlichen Bauten, ist nicht zu empfehlen. Erstens weil die Rutschsicherheit zum Problem wird und weil sich Politurverluste relativ schnell einstellen (da dem Impala Quarz fehlt, eines der härtesten Minerale in Gesteinen).


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Bildquelle: Wikimedia Commons; Urheber: Reiner Flassig; Lizenz: Gemeinfrei