Gesteinsarten

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Dolerit

Dolerit (von griech. dolerós für listig, trügerisch), ist ein grobkörniges Basaltgestein.


Doleritfelsen in Afrika


Basalt ist ein basisches (SiO2-armes) Ergussgestein, das großteils aus einer Mischung von Eisen- und Magnesium-Silikaten mit Pyroxen und calciumreichem Feldspat (Plagioklas) sowie oft auch Olivin besteht. Dolerit ist das vulkanische Äquivalent zum Gabbro (Plutonit), welcher die gleiche chemische Zusammensetzung, ist jedoch feinkörniger als ein Gabbro und grobkörniger als ein Basalt.

Im amerikanischen Sprachraum wird der Dolerit als diabase bezeichnet. Im deutschen Sprachraum bezeichnet das Wort Diabas abweichend davon einen schwach metamorphen Basalt.



Dolerit Vorkommen

Dolerite kommen oberflächennah als intrusive Lagergänge, Stöcke und Gänge in zahlreichen Gesteinseinheiten vorr, besonders häufig in Gebieten, wo die Erdkruste einer Dehnung unterworfen war.

Doleritgänge sind im Rhenoherzynikum (Ardennen, Harz, Rheinisches Schiefergebirge - vor allem im Devon und Karbon, Südengland - insbesondere Cornwall und in Südportugal) Mitteleuropas und Englands verbreitet. In Großbritannien vor allem auf den Inseln Skye, Rum, Mull und Arran westlich Schottlands und im Hebriden-Gangschwarms, der sich von Irland (Slieve Gullion) bis nach Nordengland und Schottland erstreckt.

Die größten Doleritvorkommen finden sich in den südlichen Teilen von Afrika, Südamerika und in Antarktika. Die Doleritvorkommen Tasmaniens sind die größten heute bekannten zusammenhängenden Doleritvorkommen (etwa ein Drittel der Oberfläche von Tasmanien).


Verwendung von Dolerit

Die Steinblöcke des inneren Kreises von Stonehenge bestehen aus Dolerit (Bluestone), der wahrscheinlich aus den Preseli-Bergen in Pembrokeshire, Wales stammt. Die Ägypter nutzten Werkzeug aus Dolerit, um Granit für Pyramiden, Obelisken und Sarkophage aus den Steinbrüchen zu gewinnen. Gegenwärtig wird Dolerit (wie Basalt und Diabas) im Straßenbau, für Grabsteine, Steinbildhauerarbeiten und als geschliffener Naturstein in Bodenbelägen und Fassadenplatten verwendet.


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Gabbro

Ein Gabbro ist ein kompaktes, grobkörniges magmatisches Gestein plutonischen Ursprungs, welches tief im Erdinneren entstanden ist. Es wurde erstmals durch den deutschen Geologen Christian Leopold von Buch nach einer Ortschaft bei Rosignano Marittimo (in der italienischen Region Toskana) benannt.


Gabbro aus dem Rock Creek Canyon, Kalifornien

Entstehung von Gabbro

Gabbro entsteht durch langsames Abkühlen basaltischen Magmas in häufig mehr als 5 kilometern Tiefe (wobei oft Plutone - ausgedehnte Massen Tiefengesteins - entstehen) und kommt vor allem in der ozeanischen, seltener auch in der kontinentalen Erdkruste vor. Gegenwärtig entsteht Gabbro vor allem am mittelozeanischen Rücken durch das langsame Auskristallisieren des aufsteigenden Mantelmaterials.

Gabbro Vorkommen

Gabbrovorkommen können weltweit gefunden werden ...


Bekannte, größere Vorkommen in ...


Aussehen und Zusammensetzung des Gabbro

Aufgrund des hohen Anteils dunkelfarbiger Minerale aus denen es sich hauptsächlich zusammensetzt, wie bspw. Pyroxen und Olivin, hat es eine grauschwarze, manchmal auch blaugrüne Farbe. Die hellen Bereiche bestehen großteils aus Plagioklas-Feldspaten; Quarz oder Minerale aus der Gruppe der Foide (Feldspatvertreter, Minerale die in magmatischem Gestein bei Kieselsäuremangel vorkommen) können untergeordnet auftreten.

Weitere vorkommende Minerale sind: Biotit, Hornblende, Magnetit und Ilmenit, außerdem Akzessorien wie z.B. Apatit, Pyrit und Magnetit. Sind mehr als 5% Orthopyroxen enthalten, wird das Gestein als Norit eingeordnet. Neben den Noriten gehören auch noch Anorthosit und Hypertit zur Gruppe der Gabbros – sie unterscheiden sich durch ihren Anteil an mafischen Mineralen (dunkle Minerale bzw. Mafite, Minerale, die in hohem Maße magnesium- und eisenhaltig sind). Bei geringerem Anteil an Plagioklas wird Gabbro zu dem Gestein Peridotit eingeordnet, welches den Hauptbestandteil des oberen Erdmantels ausmacht.

Aufgrund ähnlicher Eigenschaften wie Granit, werden Gabbrogesteinea auch als schwarze Granite bezeichnet.


Verwendung von Gabbro



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Granit

Granite (vom lat. Granum für „Korn“), sind massige und relativ grobkristalline magmatische Tiefengesteine (Plutonite), die reichhaltig an Quarz und Feldspaten sind, aber auch dunkle Minerale (bspw. Glimmer) enthalten. Granitformation die zwiebelschalenförmig an die Oberfläche tritt.

In seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung entspricht Granit dem vulkanischen Rhyolith (einem vulkanisches Gestein). So genanntes Granitoid, bezeichnet magmatische Gesteine welche das helle und grobkörnige Aussehen von Graniten besitzen. Innerhalb der kontinentalen Erdkruste gehören Granite zu den häufigsten Gesteinenn, sie können auf allen Kontinenten gefunden werden.



Entstehung von Granit

Granite entstehen durch Plattentektonik primär an Subduktionszonen: die abtauchende (ozeanische) Platte erwärmt sich und der hohe Wassergehalt führt zum aufschmelzen von Sedimenten - dadurch entsteht saures, granitisches Magma, das im Erdinneren beim Abkühlen Granit bildet. Auch bei orogenen (gebirgsbildenden) Prozessen entsteht Granit.

Granite entstehen meistens in einer Tiefe von mehr als 2 km unter der Erdoberfläche (also innerhalb der ca. 35 km hohen Erdkruste), durch die Erstarrung von Gesteinsschmelzen (Magma). Daher ist Granit, im Gegensatz zu den vulkanischen Gesteinen bei denen das Magma bis an die Erdoberfläche steigt, ein so genanntes Tiefengestein (Plutonit). Gesteine die nahe (weniger als 2 km) an der Erdoberfläche erstarren, werden als Subvulkanite bzw. Übergangsmagmatit oder Ganggestein bezeichnet.


Aussehen und Zusammensetzung von Granit

Granit ist generell mittel- bis grobkörnig (die Größe der Kristalle, die meist mit bloßem Auge erkannt werden können, schwankt meistens zwischen 1 mm und mehreren cm), besitzt eine homogene Mineralverteilung mit meist richtungsloser Textur und eine sich daraus ergebende relativ gleichmäßige Optik.

Neben den gleichkörnigen Graniten, bei denen die meisten Kristalle die gleiche Größenklasse aufweisen, gibt es auch ungleichkörnige / porphyrische Granite wie den bekannten Granittyp "Rapakiwi" – bei diesen sind die einzelnen Kristalle um ein vielfaches größer als die Kristalle der Matrix (meistens handelt es sich dabei um Feldspäte).

Heller Granitbrocken
Das Farbspektrum bei Graniten wird von der Art der Erstarrung (Kristallisation), Umwelteinflüssen und dem Mineralgehalt beeinflußt, es reicht von hellem Grau zu bläulich, gelblich (durch Eisenhydroxidverbindungen/Limonit) und rot.

Granite bestehen durchschnittlich aus 40–60% Orthoklas- oder Kalifeldspat (kräftig rot bis rötlich oder rosa, selten bläulich, grün oder blau), 0–30% Plagioklas-Feldspat (weiß bis weißgrau, nur selten farbig), 20–40% Quarz (farblos transparent, selten grau, blaugrau oder rosa) und 0–15% Biotit (welches den Graniten einen dunklen Kontrast verleiht). Merkspruch, der die Zusammensetzung von Granit vereinfacht wieder gibt: „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess’ ich nimmer“.

Da Granite Spuren von Uran, Rubidium und anderen radioaktiven Elementen enthalten können, weisen sie oft eine natürliche Radioaktivität auf. Ein anderer möglicher Träger von Radioaktivität in Feldspäten und Glimmern, sind die vorkommenden radioaktiven Isotope verschiedenster Elemente (besonders Kalium).


Verwendung von Granit

Wegen ihrer Härte, hohen Widerstandskraft, Wetterfestigkeit und der guten Schleif- und Polierbarkeit, haben Granite eine große wirtschaftliche Bedeutung im Bauwesen und finden Verwendung: im Bahnbau für Schotter, im Bauwesen (als Außenwandbekleidung, Bodenbelag, Dachschindel, Denkmal und Grabstein), im Gartenbau (als Brunnen, Pflasterstein, Rabattenstein, Vogeltränke), im Innenausbau (als Fensterbank, Küchenarbeitsplatte, Tischplatte, Treppen- und Bodenbelag, Wandbekleidung, Waschtisch) und im Straßenbau (Bordstein, Gehwegplatte, Pflasterstein, Poller, Schotter).

Außerdem wird Granit auch als Anreiss- bzw. Messplatte und als vibrations- und wärmedehnungsminimierte Platte in Technik und Wissenschaft genutzt. Granit wurde seit jeher auch in der Steinbildhauerei verwendet, da es sich aber um ein Hartgestein handelt welches bei der Ausformung Techniken erfordert die einen hohen körperlichen und technischen Aufwand erfordern, sind Granit-Skulpturen seltener als solchen aus Weichgestein.


Granit Sorten


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