Natursteine

Inhaltsverzeichnis


  1. Herkunft, Beschreibung
    und Verwendung

  2. Bezeichnungen von Natursteinen

    • Siehe auch: Tabelle mit Bezeichnung,
      Gesteinsart (Petrographische Familie),
      Herkunft und Beschreibung einiger
      Natursteine

  1. Gesteinsarten

  1. Reinigung und Pflege
    (Kalkstein und Marmor)

Herkunft, Beschreibung und Verwendung

Als Naturstein werden allgemein alle Gesteine bezeichnet, wenn sie in der Natur vorgefunden und als wirtschaftliches Gut verwendet werden. Gesägter oder behauener Naturstein wird als Naturwerkstein bezeichnet, undimensionierter Naturstein als Bruchstein bzw. Brecherprodukt.


Die in Europa verwendeten Naturwerksteine kommen in der Regel aus Brasilien, China, Indien, Italien, Spanien, Südafrika, Türkei und Skandinavien. Das größte regionale Abbaugebiet liegt um Rustenburg in Südafrika, wo die Handelssorte Impala (ein Gabbro), abgebaut wird. Eines der bedeutendsten, wirtschaftlich genutzten Vorkommen Deutschlands, ist der Jura-Marmor - ein Kalkstein aus der Umgebung von Eichstätt.

Im Baugewerbe verwendete Naturwerksteine kommen meistens aus Steinbrüchen, teilweise werden sie auch an der Erdoberfläche als Lesesteine für Natursteinmauerwerke aufgesammelt. Die in Steinbrüchen abgebauten Natursteine werden in steinverarbeitenden Betrieben auf Maß gesägt und hinsichtlich ihrer Oberflächen bearbeitet.


Die hohe Bandbreite an Farben und Oberflächengestaltungen bei Naturwerkstein, wird von keinem Kunstmaterial erreicht.

Mögliche Gestaltungen der Steinoberfläche sind abhängig von verschiedenen Faktoren (wie Beschaffenheit der einzelnen Minerale im Gestein, Dicke des Materials, Gesteinsfamilie usw.). So können Natursteine mit gleicher oder ähnlicher Optik sehr unterschiedliche technische Eigenschaften haben, wie z.B. billiger Granit der fast die gleiche Optik wie ein hochwertiger Granit haben kann.

Auch die technischen Eigenschaften, vor allem Festigkeit und Wasseraufnahme, können sich stark unterscheiden. Die Optik alleine sagt daher nicht aus ob sich ein Stein für einen bestimmten Zweck eignet.

Farbunterschiede, Einschlüsse und Unebenheiten sind bei Natursteinen unvermeidbar und machen ihren besonderen Reiz aus.
Alle Materialien ist gleich, das sie durch die Nutzung ihre typischen Alterungsspuren zeigen.


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Verwendungsmöglichkeiten


Natursteine finden u.a. Verwendung ...

Bis auf wenige Ausnahmen (wie bspw. Ölschiefer), zählen die Natursteine zur Brandklasse A. Nur in öffentlichen Gebäuden sind freitragende Treppen in Naturstein untersagt. Ein großer Vorteil des Natursteins gegenüber anderen Materialien (z. B. keramische Fliesen; siehe Keramik) ist, das für seine Gewinnung und Verarbeitung wesentlich weniger Energieaufwand erforderlich ist.


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Bezeichnungen von Natursteinen

Siehe auch: Tabelle mit Bezeichnung, Gesteinsart (Petrographische Familie), Herkunft und Beschreibung einiger Natursteine.


Durch die über Jahrtausende gewachsene Nutzung von Natursteinen, ist es üblich die jeweilige Sorte nach dem Herkunftsort bzw. der Herkunftsregion zu benennen (wie bspw. Giallo numidicum). Auch führten bestimmte optische Eigenschaften zu bildhaften Synonymbezeichnungen wie „Cipollino-Marmor(Zwiebel-Marmor) oder „Mandorla-Marmor“ (Mandel-Marmor für Knollenkalke).
Solche Namen fanden unabhängig von der geographischen Herkunft für Gesteine mit vergleichbaren Dekors Verwendung. Ähnlich ist es sich bei einigen modernen petrografischen Bezeichnungen (z.B. Brekzie - gebrochenes Gestein).


Oft spielten bei der Namensgebung auch historische Zusammenhänge eine Rolle (bspw. Giallo antico), welche aber nicht immer einen eindeutigen Bezug zum Abbauort herstellen. Und während der Renaissance und im Barock, entstanden Namensbezeichnungen die einen antiken Bezug haben, obwohl das damit bezeichnete Gestein nicht von einem Abbauort zur Zeit der Antike stammte.

Abbauende Betriebe und Verarbeiter wählten mitunter einen klangvollen Namen für eine Gesteinssorte, der sich manchmal über die Jahrhunderte an Sprachgewohnheiten anpasste oder völlig veränderte. Die Namensvariationen länger verwendeter Gesteine unterlagen immer sprachlichen, modischen, technischen oder wirtschaftlichen Einflüssen. So gehört es heute zu einer sprachlichen Selbstverständlichkeiten, dass für bestimmte Natursteinsorten weltweit verschiedene Namen verwendet werden.


Alleine die schwierige Aussprache regionaler Bezeichnungen oder eine Sortendifferenzierung im Steinbruch bzw. in benachbarten Steinbruchsarealen, lassen Variationen oft sinnvoll erscheinen. In Einzelfällen wird mit der Benennung versucht ein Vertriebsmonopol aufzubauen, so dass bei Angebotsaufforderungen nur eine ganz bestimmte Natursteinsorte angeboten wird, über die "nur" dieser Lieferant verfügt. Alternative Sorten dürfen nicht ins Angebotsverfahren einfließen, weil sonst ein Ausschluss vom Bieterwettbewerb droht. So werden alternative Anbieter und alternative Gesteinssorten von den Mitkonkurrenten ausgeschlossen.

Einige Lieferanten von Natursteinsorten bedienen sich des Markengesetzes (dem Gesetz zum Schutz von Marken), so dass beispielsweise die Verwendung des Namens der Natursteinsorte Ajax® (ein griechischer Marmor) nur bestimmten Lieferanten erlaubt ist und eine Verwendung oder das Angebot durch andere Lieferanten einen wettbewerbsrechtlichen Verstoß darstellt. Häufig erscheint die Wahl des Handelsnamens für Naturwerksteine willkürlich, so das es zahlreiche irreführende Handelsnamen gibt wie z.B. den Handelsnamen Belgisch-Granit, der kein Granit, sondern ein Kalkstein ist, oder der Naturstein Caribian Blue, der nicht in der Karibik, sondern in Skandinavien gebrochen wird.


Seit dem Inkrafttreten der europäischen Normen EN 12670 (Naturstein – Terminologie) und EN 12440 (Naturstein – Kriterien für die Bezeichnung), ist neben dem bisher willkürlich durch den Hersteller vergebenen Handelsnamen, auch die genaue wissenschaftliche Gesteinsbezeichnung (petrographische Familie) anzugeben. Außerdem sind die typische Gesteinsfarbe sowie die Ortsangabe des Gebietes oder des Steinbruchs (mindestens die Stadt oder Gemeinde, das Gebiet oder Land, in dem der Steinbruch liegt), so exakt wie möglich zu bezeichnen.

In Ausschreibungen sind ferner die Gesteinsbearbeitung, natürliche Eigenschaften, der petrographische Name sowie das geologische Zeitalter anzugeben. Dadurch dürfte die künftige Verwendung bekannter Handelsnamen für ähnliche Naturwerksteine die aus völlig anderen Regionen stammen und abweichende Qualitäten aufweisen, erheblich erschwert werden.


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