Sich selbst kühlen bzw. kühl halten

"Den Kopf halt kalt, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm."
- Alte Volksweisheit

Inhaltsverzeichnis


  1. Hinweise und Tipps
  2. Trinken

  3. Kalt Duschen?
  4. Schwimmen
  5. Bekleidung
  6. Schlafen - Tipps für eine kühle Nacht

  1. Wohnumgebung kühlen bzw. kühl halten

Hinweise und Tipps


  • Bei ca. 20 °C ist ein Mensch zu 100 % leistungsfähig, bei 28 °C zu 70 % und bei 33 °C nur mehr zu 50 %.
    Die Raumtemperatur bei Büroarbeitsplätzen sollte 26 °C nicht übersteigen. Siehe auch: Klimaanlagen
  • Einen Ventilator immer so aufstellen, dass man dem Luftstrom nicht direkt ausgesetzt ist.
  • Wenn es am Morgen kühl ist, für etwa eine Stunde einen Ventilator im offenen Fenster bzw. am Balkon so aufstellen, das er die kalte Luft in den Wohnraum bläst.
  • Ein zu kräftig blasender Ventilator hat die gleiche Wirkung wie Durchzug (auf der Schweißfeuchten Haut findet eine starke Unterkühlung statt).
  • Radrennfahrer schützen sich durch unter Trikots gesteckte Zeitungen beim Bergab fahren vor der unterkühlenden Zugluft.
  • Man kann einen Zerstäuber mit Wasser befüllen und sich damit absprühen – die Kühlung erfolgt dabei nach dem Prinzip der Verdunstungskälte.


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Trinken


Trinkgesellschaft Das wichtigste bei großer Hitze ist also eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr - schon nach dem Aufstehen sollten erstmal 1-2 Gläser Wasser getrunken werden! Außerdem empfiehlt es sich über den Tag verteilt gleichmäßig zu trinken - besser ein Glas Wasser pro Stunde als eine Flasche Wasser in einem Zug!


Bedeutung für den Körper

Schon bei Innenraumtemperaturen wie im Winter, gibt der Körper im Schlaf über Atemluft und normale Transpiration etwa 0,25 l Wasser ab. Bei sommerlich heißen Temperaturen und ohne Klimaanlage ist die Menge dementsprechend höher. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ermöglicht genug Schweißproduktion um die Körpertemperatur im optimalen Bereich zu halten und so Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Ich trinke also bin ich

Zum Ausgleichen des Mineralverlusts eignen sich Frucht- und Gemüsesäfte bzw. isotonische Getränke.Der Kaffee am Morgen, aber auch Tee und Bier regen die Nierentätigkeit zusätzlich an und führen zu einem verstärkten Harnabgang – bei großer Hitze kann das schnell zu einem Flüssigkeitsmangel und damit verbundenen Kreislaufproblemen führen. Alkohol hat noch eine zusätzliche ungünstige Wirkung auf den Körper: er weitet die Gefäße wodurch der Blutdruck sinkt - bei einigen Menschen so weit, das es zu Ohnmachtsanfällen führen kann. Bei großer Hitze sollte man auf Alkohol im Zweifelsfall also eher gänzlich verzichten.

Eiskalte Getränke eignen sich nicht zum Abkühlen des Körpers, im Gegenteil: Um den Magen zu schützen, erreicht geschlucktes den Magen der Körpertemperatur angepasst (das geschieht am Weg vom Mund durch die Speiseröhre) – die Aktivierung des Stoffwechsels um kaltes aufzuwärmen benötigt Energie, die wiederum Wärme produziert wobei in der Regel mehr Wärme produziert wird, als Kälte mit dem Getränk zugeführt wurde. Und die überschüssige Wärme wird durch zusätzliches Schwitzen wieder abgegeben. Daher empfiehlt es sich, temperierte Flüssigkeiten wie bspw. einen Kräutertee zu trinken.


Anmerkung: Trinkt man zu schnell zuviel kalte Flüssigkeit, wird nicht nur vermehrt Schweiß abgegeben, es können sich auch noch Magenbeschwerden einstellen. Daher bereits kalte Flüssigkeiten nur in kleinen Schlücken trinken und auf Eiswürfel am besten verzichten.

Tipp: Eingefrorene, mit Wasser befüllte Plastikflaschen, eignen sich auch für die Kühlbox - eine 1,5 Liter Flasche kann durchaus länger vorhalten als ein Kühlakku und kostet zudem nicht extra Geld.


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Kalt Duschen?

Piktogramm einer duschenden Person Eine kalte Dusche bewirkt zwar eine kurzfristige Senkung der Körpertemperatur, diese Wirkung hält aber nicht lange an.

Ähnlich wie nach dem Genuss kalter Getränke, steigert der Körper bald die Wärmeproduktion und man schwitzt umso mehr. Besser als eine kalte Dusche wirkt das abduschen mit lauwarmem Wasser – der Schweiß wird abgewaschen und man beginnt nicht unmittelbar wieder zu schwitzen.


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Schwimmen

Kinder an einem Schwimmteich Bei einer Überhitzung sollte man sich vor dem Sprung ins kalte Nass etwas abkühlen, bspw. mit einer Dusche.

Durch eine plötzliche Abkühlung kann es sonst zu Kreislaufproblemen kommen, auch wenn das Wasser scheinbar warm ist. Saunagänger die an solche Temperaturwechsel gewöhnt sind, haben hier einen Vorteil.


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Fraun in einer Tunika

Bekleidung


Empfehlenswert ist helle und luftige Kleidung die saugfähig ist – bspw. aus Baumwolle. Das Material wirft auch die Strahlung der Sonne zurück. Es ist ein Irrglaube zu denken, weniger Kleidung bedeutet automatisch weniger Schweiß. Mehr freie Haut lässt auch mehr Sonnenstrahlen an den Körper und heizen diesen daher auch besser auf.

Anmerkung: UV-Strahlung dringt, zwar abgeschwächt aber doch, durch die Bekleidung bis zur Haut. Hier hilft UV-Strahlen blockierende Wäsche, welche die Belastung durch die Strahlung verringert.

Anmerkung zum Bild: Wikipedia - Chiton


Kopfbedeckung

Beigefarbener Hut Eine Überhitzung des Kopfs hat neben dem Risiko eines Sonnenstichs, Auswirkungen auf den gesamten Körper.

In südlichen Ländern gehört daher ein Hut bei starker Sonneneinstrahlung auch zur Standardausrüstung. Viele Menschen verzichten bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer, oft aus optischen Gründen, auf eine Kopfdeckung. Viele glauben auch die Schweißbildung am Kopf, wird durch die Kopfbedeckung gesteigert - das Gegenteil ist jedoch wahr.


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Schlafen

Schlafende Frau

Tipps für eine kühle Nacht

  1. Vor dem zu Bett gehen nichts schweres Essen.
  2. Vor dem Schlafengehen laufwarm duschen und das meiste Wasser mit den Händen vom Körper abstreifen. Ohne sich abzutrocknen mit leicht feuchtem Körper ins Bett gehen - Feuchtigkeit im Bett verdampft bei Hitze schnell. Den nassen Kopf aber besser auf ein mit einem Handtuch bedecktes Kissen betten.
  3. Anstatt einer Bettdecke ein Bettlaken bzw. nur den Deckenbezug (Alternativ auch ein Badehandtuch) zum Zudecken verwenden.
  4. Nachtwäsche und/oder Bettwäsche vor dem Schlafengehen etwa 2 Stunden ins Gefrierfach legen damit sie angenehm kühl ist.
  5. Ein Kirschkernkissen ins Eisfach legen und zum schlafen mit ins Bett nehmen.
  1. Vor dem zu Bett gehen ein 10-15 Minuten langes, kühles Fußbad hilft, die Körpertemperatur zu senken.
  2. Zum Schlafen ein feuchtkaltes Tuch (bspw. Geschirrtuch) um die Füße wickeln. Bei Hitze trocknen feuchte Stellen auf dem Bettlaken schnell.
  3. Eine Wärmflasche im Kühlschrank vorkühlen und mit kaltem Wasser, eventuell auch mit Eiswürfeln, befüllen. Oder eine befüllte Wärmflasche tagsüber ins Eisfach legen und vor dem Schlafen gehen rausnehmen. Statt der Wärmflasche kann auch ein Kühlakku bzw. Gelkissen (zum Kühlen von Sportverletzungen) verwendet werden oder alternativ eine mit Wasser befüllte und tiefgekühlte Plastikflasche.

    Anwendung: Nicht zu lange auf der Haut belassen (spätestens wenn es anfängt unangenehm zu werden) oder vorbeugend ein Handtuch umwickeln um Erfrierungen zu vermeiden. Besser nur an Arme (besonders Unterseite der Handgelenke) und Beine legen, weil sich sonst eventuell eine Verkühlung bzw. Steifheit (nein, mit Erregung hat das nichts zu tun) einstellen kann.

  4. Die Unterarme, besonders die Rückseite des Handgelenks, und die Füße mit kaltem Wasser abkühlen – eventuell auch kaltes Wasser über den Kopf laufen lassen. Das Wasser mit der Hand nur abstreifen statt sich abzutrocknen – durch die Verdunstung entsteht ein zusätzlicher Kühleffekt.
  5. Sehr effektiv wirkt Pfefferminztee: Den kalten Tee dünn auf dem Oberkörper auftragen (bspw. mit einem Wattebausch) und die Nacht ist gerettet.


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