Die Wohnumgebung kühlen
bzw. kühl halten

Inhaltsverzeichnis


  1. Luftfeuchtigkeit
  2. Lüften (Luftwechsel)
  3. Sonnenschutz
  4. Klimaanlagen


  1. Sich selbst kühlen bzw. kühl halten

Luftfeuchtigkeit

Um sich Wohlzufühlen und um hohe Temperaturen leichter zu ertragen, bedarf es neben einem bestimmten Temperaturbereichs auch einer optimalen relativen Luftfeuchtigkeit. Und es gilt, je mehr Wind bläst umso mehr Wärme kann abgeführt werden. Übrigens befindet sich die warme Luft immer oben und die kalte sinkt zu Boden.

Die Temperaturregelung des Körpers, das Schwitzen, beruht auf der Abgabe von Wasser (Schweiß) über die Haut, wo das Wasser verdunstet und dem Körper so überschüssige Wärme entzieht.

  • Wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist, kann die Luft Feuchtigkeit gut aufnehmen und den Körper dadurch ausreichend kühlen.
  • Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann die Luft kaum mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch der Schweiß statt zu verdunsten auf der Haut verbleibt – eine Abkühlung findet so also nicht mehr statt.


Feuchte Tücher

Das aufhängen von feuchten Tüchern zum kühlen der Raumluft, bewirkt bei geschlossenen Türen und Fenstern (also stehender Luft) nur das Gegenteil - die kurzzeitige Temperatursenkung wird mit dem Preis hoher Luftfeuchtigkeit und damit schwüler Luft bezahlt.

Um eine Temperatursenkung zu erreichen muss für eine Zirkulation der Luft gesorgt werden, damit die feuchte Luft nach draußen befördert wird. Die Tücher mit möglichst sehr kaltem Wasser tränken, gut auswringen und bspw. über/vor einem Fenster oder Ventilator aufhängen. Ist die Luftfeuchtigkeit im freien allerdings hoch, kann man sich das aufhängen feuchter Tücher sparen.


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Lüften (Luftwechsel)

Siehe auch: Richtiges Lüften

Wirbelsturm
Durchzug ist eine einfache Möglichkeit die Temperatur in einem überhitzten Raum zu senken – sofern die Außentemperatur unter der Innen liegt. Wenn Außentemperaturen 30°C überschreiten, die Innentemperatur aber noch darunter liegt, sollten die Fenster vorsorglich geschlossen werden. Gelüftet werden sollte dann nur während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden.

Beim Lüften ist es besser sich nicht im Raum bzw. im Durchzugsgebiet aufzuhalten, da die erhöhte Luftgeschwindigkeit bei ungeschützten Körperteilen zu einer örtlichen Unterkühlung führen kann – besonders wenn man schwitzt. Eine örtliche Unterkühlung kann das Immunabwehr schwächen, weshalb sich viele Leute bei Durchzug eine Sommergrippe einfangen.


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Sonne mit Gesicht

Sonnenschutz

Um Tagsüber eine kühle Raumluft zu erreichen bzw. zu erhalten, ist die Abschirmung gegen das Sonnenlicht von entscheidender Bedeutung.


Eine Abschirmung gegen das Licht wird mit einem innen liegenden Sonnenschutz (Vorhänge, Innenjalousie, ..) zwar erreicht, aber die Sonnenenergie (elektromagnetische Wellen) die das Fensterglas erreicht und somit auch durchdringt, wird von den Materialien des Innenraums absorbiert. Dadurch kann sich der Innenraum deutlich über das Niveau der Umgebungstemperatur aufheizen und die aufgeheizten Wandflächen erwärmen über Wärmeleitung und Konvektion die Luft im Innenraum – man schwitzt also im Schatten und erlebt so den so genannten „Glashauseffekt (siehe Wikipedia)“ am eigenen Leib.


Wesentlich wirksamer ist ein außen angebrachter Sonnenschutz (Außenjalousien oder Markisen), der das Sonnenlicht von vornherein daran hindert die Fensterscheibe überhaupt erst zu erreichen. Die dadurch erreichte Kühlung ist effizienter als bei mobilen Klimageräten. Der Sonnenschutz sollte an der Außenseite der Ost-, Süd und Westfenster angebracht werden. Bei einer Innenjalousie gelangen rund 75% der Sonnenwärme nach innen, bei einer Außenjalousie sind es dagegen nur etwa 27%.

Tipp: Wem eine Außenjalousie zuviel Aufwand oder zu teuer ist, der kann sich mit Foliendecken/ Notfallfolie (bspw. im Verbandskasten oder in der Apotheke erhältlich) behelfen. Die Folie einfach im Außenbereich vor den Fenstern, mit der silbernen Seite nach außen, anbringen – das strahlt die Sonnenenergie sehr effizient zurück. Bei großen Fenstern können einfach mehrere Folien mit Tixo zusammengeklebt werden.


Dicht stehende Pflanzen vor der Außenmauer verhindern das Sonnenstrahlen die Wand erreichen, eine Isolierung des Mauerwerks wie bspw. mit Styropor, schützt im Sommer vor der Hitze und im Winter vor der Kälte.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Sonnenschutzverglasung, die Sonnenstrahlen durch Absorption oder Reflexion blockiert und so bis zu 82 % der auftreffenden Sonnenenergie abhält. Sonnenschutzglas kann andere Verschattungssysteme ersetzen und Geräte wie eine Klimaanlage entlasten oder teilweise sogar ersetzen.


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Klimaanlagen

Siehe auch: Klimaanlage im Auto (Bedienung, Wartung)

Klimaanlage

Wissenswertes

  1. Bei ca. 20 °C ist ein Mensch zu 100 % leistungsfähig, bei 28 °C zu 70 % und bei 33 °C nur mehr zu 50 %.
  2. Die Raumtemperatur bei Büroarbeitsplätzen sollte 26 °C nicht übersteigen.
  3. Eine richtig temperierte, d.h. nicht zu kalt eingestellte Klimaanlagen belastet den Körper kaum, wohingegen eine zu starke Kühlung die Immunabwehr schwächt und zu Erkältungen führen kann.
  4. Die Temperaturdifferenz von Außen- und Innenluft sollte möglichst gering sein – ein Unterschied von bis zu 6° C ist optimal. In diesem Bereich wird das Herz-Kreislauf-System geschont und das Risiko von Erkältungskrankheiten ist gering.
  5. Vor dem einschalten der Klimaanlage sollte gut durchgelüftet werden, bevor die Fenster zur Inbetriebnahme der Anlage geschlossen werden.
  6. Tipp: Ab und zu aus dem klimatisierten Raum treten, damit sich der Körper an Temperaturwechsel gewöhnt.


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Arten von Klimaanlagen


Mobile Klimageräte ohne Abluftschlauch Der niedrige Preis solcher Geräte scheint verlockend, das sie aber nicht einmal diesen Wert sind liegt an der Bauweise: Vorne wird die kalte Luft abgegeben während an der Rückseite die warme Abluft austritt - so wird durch Kompressor und Lüfter mehr Wärme erzeugt als das Gerät zu Kühlen imstande ist.

Nicht nur das solche Geräte viel Lärm erzeugen, viel Strom verbrauchen und die Raumluft eher erwärmen als abkühlen, ist der austretende kühle Luftstrom vergleichbar mit dem von einem wesentlich billigeren, gewöhnlichen Lüfter.

Mobile Klimageräte mit Abluftschlauch Damit solche Geräte die Raumluft abkühlen können, muss die durch den Kompressor beim Verdichten entstehende warme Abluft mithilfe des Abluftschlauchs möglichst komplett aus dem Raum abgeleitet werden.

Der Schlauch ist in der Regel kurz gehalten, damit so wenig Wärme wie möglich in den Raum abgegeben wird (der Schlauch kann sich fast bis auf 50 °C erwärmen!).

Um die Abluft abzuleiten braucht es entweder ein Fenster mit einer Klappe, ein Loch in der Wand oder das Fenster muss soweit geöffnet sein, das der Schlauch ins freie ragt – und hier liegt das Problem, da durch das geöffnete Fenster wieder warme Luft ins innere strömt. Eine Lösung für dieses Problem sind Fensterabdichtungen (Hot-Air Stop / Ai Lock) die auf dem Rahmen befestigt werden (mit einem Klettsystem) – der Reißverschluss wird soweit geöffnet das der Abluftschlauch durchpasst, der Rückstrom warmer Abluft von außen wird blockiert.

Mobile Klimageräte haben einen hohen Stromverbrauch und sind meist auch relativ laut – um etwas Strom zu sparen, kann bei einigen Modellen kaltes Wasser eingefüllt werden.

Kompakte Klimageräte Diese werden in Fenster oder Hauswände eingebaut, wodurch die entstehende Kompressionswärme direkt ins Freie abgeführt werden kann und haben im Vergleich zu mobilen Kilmageräten einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Bedingt durch die Bauweise mit vielen kalte Bestandteilen, bildet sich an diesen Kondenswasser und sammelt sich an einigen Stellen im Gerät.

Aufgrund der Feuchte und Wärme im Gerät stellen diese Wasseransammlungen einen guten Nährboden für Keime und Schimmelpilze dar, welche vom Lüfter angesaugt und im Raum verteilt werden. Daher müssen solche Klimaanlagen regelmäßig gewartet und gereinigt werden.


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Die Raumluft mit dem Kühlschrank kühlen?

Klingt gut funktioniert aber leider ganz und gar nicht. Steht die Tür offenen läuft der Kompressor durchgehend, um die Luft im Kühlschrank zu halten. Nicht nur das der Kompressor das vmtl. nicht lange mitmacht, kann ein Kühlschrank nur etwa 15% des verbrauchten elektrischen Stroms in Kälte umsetzen – die restlichen 85% werden an der Rückseite als Wärme an den Raum abgegeben, man hat also eine Kühlschrankheizung statt einer Klimaanlage kreiert …



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