Wohnraumbelüftung
(Luftwechsel)

Inhaltsverzeichnis


  1. Grundlegendes Wissen

  2. Bautechnische Aspekte

  1. Tipps zum richtigen Lüften und
    Arten der Lüftung
Wirbelsturm

Grundlegendes Wissen


Kondenswasser

Kondenswasser entsteht durch Wasser, das in den Wohnräumen verdunstet: In einem Hauhalt mit 4 Personen verdampfen im Laufe von 24 Stunden durch Duschen, Kochen, Pflanzen, beim trocknen aufgehängter Wäsche usw., bis zu 10 Liter Wasser – etwa 4,5 bis 5 Liter davon allein durch die Atmung. Wird diese Feuchtigkeit nicht durch Lüften nach draußen befördert, schlägt sie sich an Fenstern und Wänden nieder.

Verhindert werden kann diese Kondenswasserbildung nicht, jedoch kann sie durch Verringerung der Luftfeuchtigkeit (zwischen 40-60% relative Luftfeuchtigkeit ist ideal) minimiert werden. Eine möglichst gleich bleibende und nicht zu geringe Temperatur in den Wohnräumen beugt zuviel Kondenswasser vor, weil wie gesagt durch die Erwärmung mehr Wasser von der Luft aufgenommen werden kann.

Anschließend muss die warme Luft mit erhöhter Luftfeuchtigkeit durch einen Luftwechsel (Durchlüften) nach draußen befördert werden – das ist nicht nur für die Bausubstanz sondern besonders auch für die Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Wenn die Luftfeuchtigkeit bei erwärmter Luft nicht mehr ansteigt, ist fast keine oder nur mehr wenig Restfeuchtigkeit in der Mauer gespeichert!

Allerdings muss bedacht werden, dass in einem Raum durch die Atemluft, Pflanzen, Kochen, zum trocknen aufgehängte Wäsche usw. die Feuchtigkeit laufend erhöht wird. Daher sollten alle bewohnten Räume regelmäßig gelüftet werden.


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Einfluss der Wohnraumbelüftung auf die Gesundheit

Eine durch ausreichende Frischluftzufuhr gewährleistete gute Raumluftqualität, ist für Gesundheit und Leistungsfähigkeit notwendig. Besonders wichtig ist die ausreichende Lüftung in Räumen, die von vielen Personen gleichzeitig genutzt werden (Großraumbüros, Schulklassen, … ) - denn die Leistungsfähigkeit lässt bei schlechter Luftqualität erwiesenermaßen stark nach.

Unzureichende Lüftung führt dazu, dass sich eine Mischung aus gasförmigen und festen Stoffen wie zum Beispiel CO2 (Atmung), Formaldehyd, Hausstaub, Ozon, Radon, Tabakrauch und die allgegenwärtigen Schimmelpilzsporen in der Raumluft anreichern und je nach Konzentration und Dauer der Beeinflussung durch diese Schadstoffe, die Gesundheit und damit das Wohlbefinden beeinträchtigt werden können.

Hinzu kommt die erhöhte Raumluftfeuchtigkeit die zu Schimmelpilzbefall führen kann. Bedenkt man das sich Menschen in unseren Breiten oft mehr als neunzig Prozent des Tages in geschlossenen Räumen aufhalten, sind das alles gute Argumente für eine richtige und ausreichende Raumbelüftung!


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Zufuhr von Sauerstoff

Zur Bestimmung der in der Raumluft benötigten Frischluftmengen, ist die CO2-Konzentration in der Luft ein guter Anhaltspunkt:

Der Pettenkofer-Koeffizient gibt als maximal zulässige CO2-Konzentration 0,1% CO2 in der Raumluft an. Ein zu geringer Luftaustausch führt zu einem erhöhtem CO2-Gehalt und damit zu Ermüdungserscheinungen und einem Sinken der der Konzentrationsfähigkeit. In Abhängigkeit der Aktivität im Raum anwesender erwachsener Personen, ändert sich das Verhältnis von eingeatmeter, sauerstoffreicher Luft zu verbrauchter, kohlendioxidangereicherter Luft:


Tätigkeiten Ausgeatmetes Kohlendioxid
Liter pro Stunde
Benötigte Frischluftmenge
m³ pro Stunde
Ruhephase, Schlafen 10 - 13 17 - 21
Fernsehen, Lesen 12 – 16 20 – 26
Sitzende Tätigkeit 19 – 26 32 – 42
Hausarbeit 32 – 43 55 – 72
Heimwerken 55 - 75 90 - 130


Daraus ergibt sich das in einer 75 m² großen Wohnung, bei einer vollständig anwesenden vierköpfigen Familie, im Schnitt etwa alle 2 Stunden die Raumluft austauscht werden sollte. Bei einem Haus von 140 m² Größe ist wegen des größeren Luftvolumens eine Erneuerung der Raumluft alle 3 Stunden ausreichend.


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Abfuhr von Schadstoffen

Neben der Belastung durch Schadstoffe wie CO2 (Atmung, Gasfeuerung), Schweiß; und Tabakrauch, machen auch andere Verdunstungen den regelmäßigen Luftaustausch durch Lüften notwendig:

sind zusätzliche Raumluftvergifter.


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Schimmel

Schimmelpilze entstehen meist durch falsches oder zu seltenes Lüften und unzureichender Beheizung in zu kalten bzw. zu feuchten Räumen (Relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft über 60-65%).

An der Wärmedämmung liegt es zwar nur in wenigen Fällen, aber durch schlechte Isolierungen und zu dicke Wärmedämmverbundsysteme, kann die Wand nicht mehr „atmen“, die Feuchtigkeit kondensiert so in der Wand und es entsteht ebenfalls Schimmel.


Neben dem richtigen Lüften als Vorbeugende Maßnahme, kann oberflächlicher Schimmel auf folgende Arten entfernt werden:


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Bautechnische Aspekte

In der Zeit vor Wanddämmungen und Doppelglasfenstern geschah das Lüften großteils nebenbei, durch zahlreiche undichte Stellen bei Fenstern und Türen (die Fugenlüftung allein ist aber nicht 100% ausreichend).

Zwar ist bei alten und schlecht schließenden Fenstern der notwendige Mindestluftwechsel durch undichte Fugen großteils gewährleistet, es gibt aber auch Nachteile: Höhere Heizkosten wegen der unkontrollierten und hohen Energie- und Wärmeverluste – bei alten Fenstern können diese bis zu fünfmal höher sein als bei den umgebenden Außenmauern! Die dadurch verstärkte Abkühlung der Fenster und der unmittelbar angrenzenden Bereiche, führt besonders im Winter zu vermehrter Kondensation und damit zur Bildung von Feuchtigkeit an Scheiben und Mauern.

Bei modernen Fenstern und Türen ist der Luftaustausch und Wärmeverlust im Vergleich viel geringer, weshalb man heute durch aktives Lüften selbst den lebensnotwendigen Luftaustausch vornehmen muss.


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