Energie und Ressourcen Sparen

Inhaltsverzeichnis


  1. Energieverbrauchskennzeichnung
  2. Heizkosten


  1. Stromkosten


  1. Kühlschrank
  2. Waschmaschine
  3. Wäschetrockner
  4. Bügeln
  5. Geschirrspüler und Handwäsche

  1. Kochen und Backen
  2. Wasser – Bad und Toilette

  1. Bares Geld Sparen
  2. Sparen - Gesamtinhaltsverzeichnis

Energieverbrauchskennzeichnung

Die für Autos, elektronische Geräte und Gebäude Kennzeichnung des Energieverbrauchs, gibt Auskunft über die Energieeffizienz bei der Nutzung und soll so bei der Kaufentscheidung behilflich sein.

Die bekannteste Energieverbrauchskennzeichnung ist das EU-Energielabel (Energieverbrauchsetikett), das die Energieeffizienzklasse für Elektrogeräte angibt und das die Hersteller von Elektrogroßgeräten verpflichtend auf der Vorder- oder Oberseite sichtbar an Geräten anbringen müssen. Die Absicht dahinter ist es den Absatz von besonders energiesparenden Elektrogeräten in der EU zu fördern und Auskunft über zusätzliche Gebrauchseigenschaften (bspw. Wasch- und Schleuderwirkung, Wasserverbrauch, Geräuschentwicklung bei Waschmaschinen) des Gerätes zu geben.


Energielabel Die Energieeffizienzklasse ist eine Bewertungsskala in den Wertungsklassen von A bis G, wobei A die Klasse mit dem niedrigsten und G die Klasse mit dem höchsten Energiebedarf (Strom und andere Energieträger) darstellt. Weil für viele Gerätetypen die Definition des Referenzgeräts (Energieeffizienzindex = 100%) aus dem Jahre 1994 stammt und den damaligen Stand der Technik widerspiegelt, erhielten immer mehr Geräte durch den technischen Fortschritt ein besseres Label und eine Differenzierung war so kaum mehr möglich.

Daher wurden mit der Zeit neue Klassen eingeführt: Für Kühlschränke 2003 die Klassen A+ und A++, für Geschirrspüler, Waschmaschinen und Fernseher 2011 die Klassen A+, A++, A+++ und für Kühlschränke ebenfalls 2011 die Klasse A+++.

Die Energieklassen sind allerdings auch auf die jeweilige Gerätegröße bezogen: So kann ein Kühlgerät der Einstufung A+ (besonders dann wenn es kein Gefrierfach hat) sparsamer sein als ein größeres Gerät mit der Einstufung A++.


Ältere Geräte verbrauchen mitunter wesentlich mehr Strom als neue Modelle, was zur Überlegung (oder zur Rechenaufgabe) führen sollte ob es sich nicht eventuell auszahlt diese komplett gegen Geräte mit einer höheren Energieeffizienzklasse zu ersetzen. Zur Ermittlung eines möglichen Einsparungspotenzial, wird zuerst der Stromverbrauch (Leistungsaufnahme) des Geräts mit einem Prüfgerät gemessen und dann ausgerechnet, ob bzw. wie viel Geld und in welchem Zeitraum mit einem Neugerät eingespart werden kann.

Messinstrumente um den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten zu messen, können im Fachhandel erworben oder aber bei Energieberatungsstellen und Verbraucherzentralen als kostenlos ausgeliehen werden.


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Heizkosten

In Wohnräumen wird eine Temperatur von 20 - 21 °C allgemein als ausreichend angesehen, sollte aber natürlich nach dem Wohlbefinden der Bewohner reguliert werden.


Zeichnung eines Ofens mit angeschlossenem Boilver von 1916 Rund 40% der gesamt verbrauchten Energie werden in Gebäuden vorallem zum Heizen aber auch Kühlen der Wohnräume benötigt, etwa 70% davon im privaten Bereich.

Dabei kann die meiste Energie durch Regeln der Heizungsanlage und eine effiziente Wärmedämmung von Boden, Dach, Wänden, Fenstern (besonders durch Wärmeschutzverglasung) und Türen eingespart werden.

Entscheidend ist außerdem die Luftundurchlässigkeit des verschlossenen Gebäudes, da bereits geringe Zugluft (bspw. durch die Dunstabzugshaube oder unbenutzte Zimmeröfen) wesentlich mehr Wärme aus dem Gebäude transportieren kann als die Wärmeleitung durch die Außenflächen.

Durch das verbessern der Wärmedämmung, die Nutzung von Sonnenenergie und eine effiziente Heizungstechnik, können bis zu 90 % der ursprünglich verbrauchten Heizenergie eingespart werden. So haben viele veraltete Heizungen eine Effizienz von nur 64 %, moderne Niedertemperaturheizungen dagegen bis zu 94 % und Brennwertheizungen sogar bis zu 104 %.


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Grundlegende Einsparungsmöglichkeiten

Eine um 1 °C niedrigere Temperatur spart etwa 6% Heizenergie!


  1. Das richtige Lüften, d.h. Kurzes Stoßlüften statt Dauerlüften (währenddessen die Heizventle schließen), spart Energie und somit Geld – denn bei kurzem Lüften kühlen die Räume nicht aus und können anschließend mit weniger Energie wieder auf Temperatur gebracht werden.
  2. Mit elektrischem Strom zu heizen ist die teuerste der Möglichkeiten (das gilt auch für eine Fußbodenheizung). Auf Radiatoren und Heizlüfter sollte daher besser verzichtet werden, diese Geräte können oft enorme Kosten verursachen. Siehe auch: Stromkosten Einsparen
  3. Den Warmwasservorrat im Boiler auf einer Temperatur von bspw. 70 °C zu halten ist eigentlich nicht notwendig, zum Baden und Duschen reicht in der Regel eine Temperatur von rund 50°Celsius (abhängig von der Länge der Wasserleitungen). Und weil in der Zeit zwischen 23 Uhr und 4 Uhr morgens in der Regel kein Warmwasser benötigt wird, kann man sich auch überlegen die Warmwasserheizung zeitlich zu regulieren.
  4. Weil ein Nachtspeicherofen mit Strom betrieben wird, können vor allem im Winter die Energiekosten stark ansteigen.
  5. Damit eine ungehinderte Wärmetausch möglich ist, sollten die Heizkörper nicht mit Möbeln und dgl. verstellt werden.
  6. Nachts sowie beim verlassen der Behausung, sollte die Temperatur der Heizungsanlage abgesenkt werden.
  7. Kleidet man sich dementsprechend, kann die Raumtemperatur abgesenkt werden ohne das man frieren muss.
  8. Wer die Möglichkeit hat mit einem Kachelofen oder Kamin zu heizen sollte das nutzen – da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist sinken auch die Energiekosten.
  9. Zum beheizen einer Terrasse in kalten Monaten, haben sich Infrarot-Heizstrahler als besonders effektiv erwiesen - sowohl in der Leistung als auch im Kostenvergleich.


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Wärmedämmung

Die Grundlage für eine optimale Energieeffizienz beim Heizen, ist die richtige Wärmedämmung des Hauses. Um ein mögliches Einsparungspotenzial in Erfahrung bringen zu können, empfiehlt sich ein Energie-Check des Hauses nachdem das so genannte Energiesiegel ausgestellt wird. So kann auf konkrete Probleme reagiert werden, bspw. wenn die Dämmung unzureichend ist dies nachträglich nachzudämmen.


Fenster

Darauf achten das es durch die geschlossenen Fenster nicht zieht (zeigt sich wenn eine brennende Kerze nahe dem Fensterrahmen gehalten zu flackern beginnt), da sonst Wärme sinnlos entweicht und zusätzliche Heizkosten verursacht.Ein anderer Weg die Dichtheit zu überprüfen: Ein Blatt Papier ins Fenster einklemmen – lässt es sich bei geschlossenem Fenster herausziehen ist die Dichtung mangelhaft.

Am einfachsten ist es den Vermieter oder einen Fachbetrieb mit der Behebung des undichten Fensters zu beauftragen - wer es sich zutraut kann auch selbst Hand anlegen.

Bei alten Fenstern sollte ein Austausch gegen isolierte Modelle überlegt werden. Fenster die vor 1995 gebaut wurden haben meist sehr schlecht isolierende Eigenschaften – moderne Fenster haben eine rund dreimal bessere Wärmedämmung als solche. Aufgrund der modernen Isolierungstechnik (mehrere Glasscheiben deren Zwischenräume mit Gasen befüllt werden) sind große Fensterflächen oder Wintergärten möglich, ohne das dadurch Wärme nach außen entweicht.

Werden Rollläden, Jalousien und Vorhänge auch nachts heruntergelassen, entsteht eine zusätzliche Wärmedämmung welche die Wärme etwas länger in den Räumen hält und so Energie spart.

Siehe auch: Fensterreinigung

Heizung

Ein manchmal übersehener, neuralgischer Punkt im Kreislauf des Wärmeverlusts, ist der Bereich hinter der Heizung. An dieser Stelle wird reichlich Wärmeenergie an die Wand abgegeben, geht so aber größtenteils verloren. Daher sollte besonderen hier Wert auf eine gute Dämmung gelegt werden.

Zur Isolierung geeignet sind bspw. auch dämmende Reflexionsplatten oder Wärmefolien, welche die Wärme zurück in den Raum strahlen.

Boden

Legt man einige Lagen Zeitungspapier unter Teppichen aus, bleiben die Räume länger warm - und das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Heizkostenabrechnung aus.

Siehe auch: Reinigung verschiedener Böden

Türen

Türen, vor allem die Eingangstür, sollten mit Dichtungsbändern und Türunterkanten mit Dichtungsbürsten bzw. Dichtleisten abgedichtet werden, um den Luftzug zu vermindern.


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Heizungsanlage


Werbung für eine Solarheizung aus Amerika, 1902

  1. Um die Funktionalität sicherzustellen und keine Energie zu verschwenden, sollte man ein Heizkörper regelmäßig aber besonders vor der Heizperiode überprüfen (lassen) und entlüften.
  2. Einen Thermostat einzubauen kann sich bald auszahlen, da dieser dafür sorgt das die gewünschte Raumtemperatur exakt gehalten und so Energiekosten gespart werden - jedes Grad weniger spart etwa 6% der Heizkosten ein! In Kombination mit einer Zeitschaltuhr können sogar bis zu 10% Energiekosten gespart werden.
  3. Die Heizungsrohre zu isolieren, kann bspw. bei einem Einfamilienhaus mit rund 150 m² eine Ersparnis von rund 190€ im Jahr einbringen.
  4. Wird die Rußschicht im Wärmetauscher des Heizkessels gereinigt, können im Jahr rund 50€ an Heizkosten eingespart werden.
  5. Wäsche sollte nicht zum Trocknen auf den Heizkörper gehängt werden, das erhöht den Energieverbrauch um rund 20%.
    Siehe auch: Wäsche trocknen
  6. Ein Heizlüfter ist ein wahrer Stromfresser, der wenn er täglich auch nur 1 Stunde eingeschaltet ist Kosten von rund 180€ im Jahr verursacht.

    Siehe auch: Stromkosten Einsparen

  7. Heizkörper sollten nicht mit Einrichtungsgegenständen wie Möbeln verstellt oder von Vorhängen verdeckt werden, weil sonst eine ungehinderte Zirkulation und Verteilung der Wärme verhindert wird und der Thermostat sich ausschaltet. Eventuell vorhandene Heizkörperverkleidungen am besten entfernen.
  8. Über Nacht oder beim verlassen der vier Wände, sollte die Heizung heruntergedreht werden. An kalten Tagen die Heizung jedoch nie ganz ausschalten, da die Wohnung sonst so stark abkühlen würde und zusätzliche Energie benötigt würde um sie wieder aufzuwärmen.
  9. Über den Tag nicht genutzte Räumlichkeiten, wie bspw. das Schlafzimmer, brauchen nicht ständig geheizt zu werden – lediglich die Tür zu dem Raum sollte geschlossen bleiben.
  10. Ein manchmal übersehener, neuralgischer Punkt im Kreislauf des Wärmeverlusts, ist der Bereich hinter der Heizung. An dieser Stelle wird reichlich Wärmeenergie an die Wand abgegeben geht aber größtenteils verloren. Daher sollte besonderen hier Wert auf eine gute Dämmung gelegt werden.

    Zur Isolierung geeignet sind bspw. auch dämmende Reflexionsplatten oder Wärmefolien, welche die Wärme zurück in den Raum strahlen.


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Entlüften der Heizkörper

Ein Heizkörper sollte entlüftet werden wenn: Bereiche der Heizfläche kalt bleiben, gluckernde Geräusche zu hören sind oder der Heizkörper getauscht wurde. Das Entlüften schadet auch dann nicht wenn keine Luft im Heizkörper war (d.h. gleich Wasser austritt) und vermeidet zusätzliche Energiekosten.


Vorgehensweise

Zum Entlüften wird lediglich ein kleiner Vierkantschlüssel benötigt (günstig erhältlich im Baumarkt). Zum auffangen des aus dem Ventil (befindet sich rechts oder links und immer oben) austretenden Wassers, eignet sich jegliches Gefäß von etwa den Dimensionen eines Joghurtbechers oder auch nur ein kleines Handtuch(die Menge an austretendem Wasser ist sehr gering).



Verklemmter Ventilstift

Falls keine Luft entweicht und auch kein Wasser ausfließt, der Heizkörper aber trotzdem kalt bleibt, kann die Ursache dafür beim Thermostat- oder Mischventil liegen - der Ventilstift kann sich über den Sommer manchmal leicht festsetzen.



Um dem festsetzen des Ventilstifts vorzubeugen, sollte das Thermostatventil einmal im Monat geöffnet werden.


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