Alternative
Reinigungs- und Pflegemittel

Inhaltsverzeichnis


  1. Alternative Waschmittel

  2. Alternativen zum Weichspüler


  1. Textilien - Index

Siehe auch: Herkömmliche Wasch- und Pflegemittel | Flecken ABC | Allgemeine Pflege- und Reinigungshinweise

Alternative Waschmittel

Tipp: Um der Wäsche einen guten Geruch zu verleihen, einfach ein paar Tropfen ätherisches Öl in die Weichspülkammer geben. Vorteil: Es kann ein beliebiger Geruch gewählt werden.


Fleckenwasser

2 Teile Wasser mit 1 Teil Ethanol vermischen.

Rosskastanien

Rosskastanien schälen, zerkleinern, trocknen lassen und anschließend zu einem feinen Pulver zermahlen (bspw. in einem Mörser) – die in der Kastanie enthaltenen Saponine sind eine wirksame Waschsubstanz.

Indische Waschnüsse

Der Waschnussbaum (Sapindus mukorossi) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und stammt ursprünglich aus Indien, wächst heute aber wild von Afghanistan bis China. Er trägt haselnussgroße, orangefarbene und klebrige Früchte - die so genannten Waschnüsse. Die Nüsse werden in Indien seit Jahrhunderten traditionell zum Waschen von Kleidern und Haaren verwendet und auch als Heilmittel der chinesischen und ayurvedischen Medizin genutzt.


Eigenschaften

Die Schale der Nüsse enthält bis zu 15 % Saponine (die waschaktive Substanz) die bei Wasserkontakt einen seifenähnlichen Schaum bilden, welcher eine schmutz- und Fettlösende Wirkung hat - die Qualität der Nuss wird vom Alter des Baums und der Erntezeit bestimmt.

  • Waschnüsse sind komplett natürlich und lösen keine Allergien oder asthmatische Reaktionen aus – Kern und Schale können kompostiert werden und sind innerhalb von 22 Tagen biologisch abbaubar.
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen Waschmitteln, haben Waschnüsse keine Wasserenthärtende oder Textilbleichende Wirkung. Bleichmittel und Wasserenthärter müssen bei Bedarf zugesetzt werden - statt Wasserenthärter kann der Waschlösung auch Citronensäure zugesetzt werden, da Saponin auch in saurer Lösung wirksam ist.

Siehe auch: Wasserhärte (Entstehung und Beseitigung).


Wirkung

Die Waschkraft reicht bei stark verschmutzter Wäsche zwar nicht an die herkömmlicher Mittel heran, kann aber durch Zusatz von bspw. Fleckensalz gesteigert werden.
  • Waschnüsse hinterlassen an der Wäsche keinen Geruch - durch den Zusatz von Duftstoffen wie ätherischen Ölen, kann der Wäsche dennoch ein angenehmer Geruch verliehen werden.
  • Durch das fehlen von Bleichmitteln kann vor allem bei weißer Wäsche ein unansehnlicher aber unproblematischer Grauschleier zurückbleiben.
  • Dafür machen Waschnüsse die Wäsche so weich, das kein extra Weichspüler zugesetzt werden muss und sie greifen Farben und Fasern nicht an. Siehe auch: Alternative Weichspüler

Die Wirkstoffe der Waschnuss werden in der Maschine auch bei zusätzlichen Spülgängen an die Wäsche abgegeben (da die Schalen bei der Wäsche verbleiben) und dadurch nicht vollständig ausgewaschen. Mit der Spülstopp-Taste moderner Maschinen kann jedoch das Wasser abgepumpt werden, um das Säckchen mit Nüssen zu entnehmen und erst danach den Spülgang zu starten.


Anwendung

Waschnüsse sind sowohl als ganze Nüsse, als halbierte (gebrauchsfertige) Schalen, in Pulverform oder auch in Form eines Flüssigwaschmittels erhältlich.

Zum waschen werden die Schalen der geknackten Nüsse in einen kleinen Baumwollsack gesteckt und zur Wäsche in die Trommel gegeben - für eine Waschmaschinenladung sind je nach Waschtemperatur und Wasserhärte etwa 3 bis 7 (andere Quellen geben 10-15 an) Nusshälften notwendig. Die Schalen können bei Temperaturen bis 40 °C für 2 Waschgänge verwendet werden. Es sollte außerdem ein Vollwaschprogramm gewählt werden, um ausreichend Saponine aus der Schale zu lösen.


Tipp: Der Sud von im Wasser aufgekochten Waschnüsse, kann als Allzweckreiniger, zum Duschen oder als Haarshampoo verwendet werden. Der Sud soll zudem eine Wirkung gegen verschiedene phytopathogene Pilze haben.


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Seifenkräuter (Saponaria)

Seifenkräuter, der Name leitet sich vom lateinischen „sapo“ für Seife ab, sind eine Gattung in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).


Durch das auskochen der Wurzel, wird das enthaltene Saponin (2-5 % Anteil im Rhizom) herausgelöst – dieses schäumt in der wässrigen Lösung wie Seife. Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde bereits im Altertum zum Waschen von Wolle und später auch Kleidung mit empfindlichen Farben genutzt.

Mitteleuropäische Seifenkräuter sind bspw.:

  • gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Rot-Seifenkraut (Saponaria ocymoides)
  • Zwerg-Seifenkraut (Saponaria pumila)

Seifenkrautlösung kann beispielsweise zur Teppich- und Polsterreinigung verwendet werden, aber auch zur Reinigung von historischen Textilien und Möbelstücken.


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Sodawasser

Soda (Natriumcarbonat; Na2CO3) gelöst in Wasser = Sodawasser, eignet sich gut zum einweichen verschmutzter Wäsche – so löst es beispielsweise Blutflecken.

Alternativen zum Weichspüler

Siehe auch: Wasserenthärtung: Vorbeugen und Beseitigen von Kalk bzw. Kesselstein | Herkömmliche Weichspüler


Weichspülen mit Essig

Siehe auch: Reinigungsmittel - Essig und Essigessenz

Vorwort

Aufgrund der enthaltenen Chemiekalien, vertragen viele Menschen mit empfindlicher Haut und vor allem auch Kinder Weichspüler nicht. Die Chemiekalien verbleiben an der Wäsche und können so Hautirritationen verursachen. Außerdem bewirken sie eine schlechtere Saugfähigkeit der Textilien – was sich z.B. bei Handtüchern und Sportkleidung eher nachteilig auswirken kann.

Statt also Weichspüler zu verwenden, kann etwas Essig in den letzten Spülgang gegeben werden.


Wirkung

Ob Essig eine dem Weichspüler vergleichbare Wirkung hat, ist dem Autor unbekannt – theoretisch jedoch kann die Wäsche sich durch das Lösen von Kalkrückständen auf den Fasern weicher anfühlen. Zudem hat Essig eine Farbauffrischende und Farberhaltende Wirkung (besonders empfehlenswert bei der Handwäsche von Textilien aus Schurwolle oder Seide) und beugt Verkalkungen (besonders bei 60 °C und darüber) in der Waschmaschine vor. Hinzu kommt, das Essig auch Waschmittelreste/Seife aus der Wäsche entfernt und so ein zusätzliches ausspülen nicht notwendig ist.


Einige Arten von Fasern (wie bspw. viele synthetische), können durch die Säure im Essig angegriffen werden. Der Hinweis einiger Waschmaschinenhersteller das Essig die Gummibestandteile angreifen kann ist wenig relevant, da durch die Lösung im Wasser eine relativ schwache Konzentration an Säure zu erwarten ist (der Essig also nicht unverdünnt mit dem Gummi in Berührung kommt) – agressivere Mittel wie bspw. Wasserenthärter, greifen die Dichtungen auch nicht an.


Anwendung

Farbloser Essig (wie Tafelessig) oder mit Wasser verdünnte 15 - 25 %-ige Essigessenz/Essigsäure, reicht als Weichspüler vollkommen aus:

  • 1 Teil Essig vermischt mit 2 bis 4 Teilen Wasser (bzw. 1 Teil Essigessenz mit ca. 8-10 Teilen Wasser) in die Weichspülkammer (letzter Spülgang) bzw. zum Hauptwaschgang der Waschmaschine geben.

Wird der Essig in die Weichspülkammer gegeben kann es passieren, besonders bei zu hoher Dosierung, das die Wäsche nach Essig riecht. Allerdings verflüchtigt sich der Geruch beim Trocknen normalerweise.


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Salz

Siehe auch: Reinigungsmittel - Salz

1 Esslöffel Salz in lauwarmem Wasser auflösen und ins Fach für den Weichspüler geben.

Zitronensäure

Siehe auch: Reinigungsmittel - Citronensäure

In etwas Wasser gelöste Zitronensäure eignet sich ebenfalls gut als gesundheitlich unbedenklicher Weichspüler.

Tennisball bzw. Waschkugel

machen die Wäsche ebenfalls weich und sparen zudem Waschmittel!

Werden etwa 3-4 Tennisbälle oder mehrere Waschkugeln (Kugeln aus Plastik mit Noppen) in die Maschine zur Wäsche gelegt kann ca. die Hälfte an Waschmittel eingespart werden, weil die Bälle die Wäsche wie von Hand durchkneten. Außerdem wird die Wäsche schön weich und ein Weichspüler erübrigt sich so.

Es sollten harte Tennisbälle verwendet werden die vor dem ersten Einsatz "vorgewaschen" werden, um ein verfärben zu vermeiden. Die Tennisbälle nach dem Waschen gut trocknen lassen.


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