Allgemeine Pflege- und Reinigungshinweise

Inhaltsverzeichnis


  1. Allgemeine Reinigungshinweise
  2. Flecken(vor)behandlung
  3. Handwäsche und empfindliche Textilien

  1. Unangenehme Gerüche an Textilien vorbeugen bzw. austreiben
  2. Farben

  3. Stärken
  4. Ausgedehnte/Ausgeleierte Textilien

  1. Fusseln


  1. Textilien - Index

Siehe auch: Flecken ABC | Pflegeetikett | Waschmittel: Allgemeine Informationen | Alternative Wasch- und Pflegemittel | Wäschearten und deren Behandlung beim Waschen

Allgemeine Reinigungshinweise

Siehe auch: Wäschearten und deren Behandlung beim Waschen


Material und Farben | Ausbessern | Taschen Ausräumen, alles schließen | Links waschen | Befüllen der Waschmaschine | Kalk und weiche Wäsche | Gerüche | Hygiene und Mikroorganismen | Ungeziefer | Fußpilzsporen



  • ! Getragene Kleidungsstücke nicht in der Waschmaschine „aufbewahren“ und auch gerade gewaschene Wäsche sofort zum trocknen aufhängen – in beiden Fällen kann sich sonst Schimmel bilden.
  • Der Wäscheschrank sollte zumindest zweimal im Jahr feucht ausgewischt werden (bspw. mit Wasser und Allzweckreiniger oder Essigwasser).
  • Statt Geschirrtücher nach jedem Gebrauch zu waschen, kann man sie für einige Minuten bei höchster Wattzahl in die Mikrowelle legen - so werden Bakterien und Keime abgetötet.


  1. Material und Farben

    Das Pflegeetikett beachten und die Wäsche vor dem Waschen Sortieren

    Vor dem Waschen auf jeden Fall die Farbe und die Art der Textilien beachten (Mischgewebe sind immer häufiger anzutreffen) – das Pflegeetikett gibt genauere Auskunft.

    Um Verfärbungen der Wäsche zu vermeiden, sollte die Wäsche immer vorsortiert werden – d.h. die Wäsche nach Gewebeart bzw. Pflegeetikett sowie Weiß-, Bunt- und Feinwäsche sortieren. Farbige Wäsche kann zusätzlich auch von hell nach Dunkel sortiert werden. Farbintensive neue Kleidungsstücke, sollten bei der ersten Wäsche genrell separat gewaschen werden – solche färbt leicht ab.


    ! Achtung, Farbintensive neue Kleidungsstücke in dunklen, kräftigen Tönen, färben bei beim waschen fast immer ein wenig aus – was besonders in Kombination mit weißer Wäsche unschöne Ergebnisse zur Folge haben kann. Selbst wenn nur Buntwäsche gemeinsam gewaschen wird, kann es zu gegenseitigen Verfärbungen kommen.

    Ein so genanntes Schmutz- bzw. Farbfangtuch bei der Wäsche, zieht frei schwebende Schmutz- und Farbpartikel an.


  2. Ausbessern

    Wäsche sollte immer ausgebessert werden (Flicken, Nähen usw.) bevor sie in der Waschmaschine gewaschen wird, um eine Verschlechterung des Schadens durch das Waschen und Schleudern zu vermeiden.

  3. Taschen Ausräumen, alles schließen

    Vor dem Waschen alle Taschen umstülpen und gründlich Reinigen – besonders auf Papiertaschentücher und dgl. achten, sonst gibt's Fusseln.

    Reißverschlüsse schließen um zu vermeiden das diese ausleiern und Knöpfe schließen.


  4. (d.h. das innere nach außen drehen)

    Folgende Textilien sollten, falls am Pflegeetikett nicht anders vermerkt, "links vor rechts" gewaschen werden:

    • Farbempfindliche Wäsche wie bspw. Jeans
    • Dunkle Mikrofasergewebe
    • Schwarze und bedruckte Baumwollgewebe
    • Bett- und Kissenbezüge
    • und allgemein alle festen Gewebe, die durch Reibung in der Trommel Farbe verlieren.

  5. Befüllen der Waschmaschine

    Beim Befüllen der Maschine das angegebene Maximalgewicht an Trockenwäsche nicht überschreiten.

    Zur Orientierung:

    • 1 Bademantel (ca. 900 – 1.200 Gramm)
    • Betttuch (ca. 500 Gramm)
    • Handtuch (ca. 150 – 250 Gramm)
    • Kissenbezug (ca. 150 – 200 Gramm)
    • Tischdecke (ca. 400 – 500 Gramm)

  6. Kalk und weiche Wäsche

    Um zu vermeiden das Textilien durch kalkhaltiges Wasser angegriffen werden, zu jeder Wäsche einfach einen Schuss Essig- oder Citronensäure geben.

    Weiterführende Informationen: Wasserhärte | Weichspüler sowie Alternative Weichspüler


  7. Gerüche

    Kleidung die nach Nikotin und Rauch riecht, sollte in der Waschmaschine tiefengreinigt werden. Wirkungsvoller als die Kleidung im freien nur zu Entlüften ist es, sie in die Sonne (vorischt bei farbigen Textilien, die Sonne bleicht) oder auf einen warmen Heizkörper zu legen.


  8. Hygiene und Mikroorganismen

    Um eine Belastung mit Mikroorganismen niedrig zu halten, empfiehlt es sich leicht und stark verschmutzte Wäsche voneinander zu trennen damit sich Keime nicht weiter verbreiten. Besonders feuchte Textilien sollten entweder erst zum trocknen aufgehängt werden bevor sie in den Wäschekorb kommen oder sofort in der Maschine gewaschen werden.

    Für das Abtöten von Bakterien spielt die Waschtemperatur zwar eine Rolle, aber nicht zwangsläufig eine entscheidende. Wichtig für hygienisch saubere Wäsche ist vor allem auch das Waschmittel, wobei bleichehaltige Mittel bereits bei Temperaturen ab 30 °C Bakterien den Garaus machen.

    Stark mit Mikroorganismen belastete Textilien wie bspw. Geschirrhandtücher, Putztücher und Babywindeln, sollten mit 60 °C gewaschen werden – dadurch wird die Wirkung eines Vollwaschmittels verstärkt. Hohe und damit stark desinfizierende Temperaturen von 90 °C und mehr sind eigentlich nur empfehlenswert, wenn sich Menschen mit einer Schwäche der Immunabwehr oder einer ansteckenden Krankheit im Haushalt befinden.


  9. Ungeziefer

    Zecken: Aufgrund milderer Durchschnittstemperaturen muss auch über den Herbst und Winter mit Zecken gerechnet werden – die Milbenart ist bereits ab 5 °C aktiv. Zecken die sich in der Kleidung festgesetzt haben werden ab einer Waschtemperatur von über 50 °C ins Jenseits befördert, sicherheitshalber sollte man den ungeliebten Gliederfüßern auch eine Runde im Trockner gönnen - bei höchster Temperaturstufe.

    Milben: Um bspw. Stofftiere von Milben zu befreien, diese in einen Plastikeutel geben und für zumindest 24 Stunden einfrieren.

    Motten: Es sollten nur saubere Textilien über längere Zeit im Schrank verbleiben.

    Getragene, nach Urin oder Schweiß riechende Wäsche nicht herumliegen lassen (auch keine Kleidung die man plant in ein paar Tagen nochmals anzuziehen) bzw. gar in den Kleiderschrank einräumen – vor allem solch intensiv riechenden Textilien ziehen die weiblichen Motten zur Eiablage an. Auch wenn man selbst keinen Geruch an der Kleidung wahrnehmen kann, so können die Motten dank ihrer sensiblen Riechorgane selbst geringste Geruchsspuren aufspüren.

    Kleidung sollte vor dem einräumen in den Kleiderschrank immer gewaschen werden, selbst wenn diese nur wenige Stunden getragen wurde. Die Kleidermotte hat einen sehr guten Geruchssinn und wird von Schweiß- und Uringeruch magisch angezogen.
    Siehe auch: Kleidermotte (Beschreibung und Gegenmaßnahmen)


  10. Fußpilzsporen

    Pilzsporen können sich bei gemeinsamer Aufbewahrung oder Wäsche in benachbarte Textilien einnisten. Um die Sporen abzutöten reicht eine Waschtemperatur von mindestens 60 °C. So genannte Hygienespüler vernichten Fußpilzsporen und Keime auch schon bei niedrigen Waschtemperaturen.


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Flecken(vor)behandlung

Siehe auch: Wäschearten und deren Behandlung beim Waschen


Rasches Handeln | Welches Fleckenmittel? | Das Fleckenmittel zuvor Testen | Durch Flüssigkeiten verursachte Flecken | Ältere, eingetrocknete Flecken | Abtupfen statt Reiben | Wassertemperatur | Speichel | Chemische Reinigung



  1. Rasches Handeln

    Schmutzwäsche sollte immer auch so bald wie möglich gewaschen werden, damit sich der Schmutz mit der Zeit nicht in den Fasern vertiefen kann.

    Bei allen Flecken ist eine rasche Vorbehandlung vor der Hauptwäsche ein wichtiger Faktor, denn eingetrocknete Flecken lassen sich immer schwieriger entfernen als frische. Wichtig ist es bedacht zu Handeln, hektisches Rubbeln verteilt den Fleck, lässt diesen so nur noch tiefer ins Gewebe eindringen und kann schlimmstenfalls sogar das Material beschädigen.

    Den gröbsten Schmutz vor dem Feuchtreinigen immer entfernen, grobe Reste bspw. mit einem Messer im spitzen Winkel lösen.


    Bei vor der Maschinenwäsche ausreichend vorbehandelten Textilien, reicht meist eine niedrige Waschtemperatur um die Flecken zu entfernen.


  2. Welches Fleckenmittel?

    [siehe auch Flecken ABC]

    Für jeden Fleck gibt es (ein) passende(s) Fleckenmittel sowie das richtige Vorgehen bei der Reinigung. Bei starken Verschmutzungen ist vor der Wäsche meist eine Vorbehandlung des Flecks notwendig (bspw. mit Gallseife).

    Entscheidend für die Wahl der richtigen Methode und des richtigen Mittels ist, klarerweise, die Art und Beschaffenheit der Verschmutzung:

    • Ist der Fleck wasserlöslich?
    • Enthält er Fette bzw. Öle?
    • Besteht er aus fetthaltigen und wasserlöslichen Substanzen wie Milchkaffee?
    • Enthält er Farbstoffe oder chemische Substanzen?

    So können die meisten wasserlöslichen Substanzen mit Wasser, Fett- und Ölflecken gut mit Butter, Glycerin oder Handseife entfernt werden. Eiweiße gerinnen bei Temperaturen ab 40 °C und sind in vielen Lebensmitteln und im Blut enthalten. Eiweißflecken mit heißem Wasser zu behandeln ist daher kontraproduktiv, weil der Fleck so noch tiefer ins Gewebe eindringt.

    Auch Teeflecken werden mit heißem Wasser im Stoff quasi fixiert und dürfen deshalb auch nur mit kaltem Wasser (und evtl. etwas Feinwaschmittel) bis ca. 30 °C behandelt und gewaschen werden. Generell eignen sich Flüssigwaschmittel besser zur Vorbehandlung als gelöste pulverförmige.


  3. Das Fleckenmittel zuvor Testen

    Bei manchen Flecken-Entfernungs-Tipps empfiehlt es sich, das zur Entfernung empfohlene Mittel zunächst vorsichtig an einer verdeckten Stelle auszuprobieren - so können mögliche negative Auswirkungen frühzeitig erkannt werden.

  4. Durch Flüssigkeiten verursachte Flecken

    Den betroffenen Stellen muss soviel Flüssigkeit wie möglich entzogen werden. Bspw. indem der Fleck mit weißer Küchenrolle oder Klopapier bedeckt und leichter Druck ausgeübt wird, um soviel wie möglich aufzusaugen. Oder indem man auf die feuchte Verschmutzung etwas Salz streut, es zumindest 15 Minuten wirken lässt und dann absaugt bzw. abbürstet. Das Textil dabei immer auf eine saubere Uterlage legen.

  5. Ältere, eingetrocknete Flecken

    Eingetrocknete Flecken mit einem geeigneten Fleckenmittel behandeln und nach ausreichender Einwirkzeit die Flüssigkeit absorbieren (bspw. Küchenrolle oder Klopapier auflegen und etwas Druck darauf ausüben). Einige Fleckentferner sollten sogar nur auf bereits trockenen Verschmutzungen angewendet werden.


  6. Abtupfen statt Reiben

    Hektisches Rubbeln lässt den Fleck durch die dabei entstehdne Wärme oft nur tiefer ins Gewebe eindringen und so das Textil auch beschädigen. Daher gilt: Abtupfen ist besser als Reiben - bei allen möglichen Flecken!

    Damit sich der Fleck nicht noch weiter ausbreitet, diesen immer vom Rand zur Mitte hin bearbeiten.


  7. Wassertemperatur

    Die in vielen Nahrungsmitteln oder Blut enthaltenen Eiweiße gerinnen durch heißes Wasser und dringen so noch tiefer ins Gewebe ein. Auch Flecken von Tee werden mit heißem Wasser im Stoff fixiert statt gelöst. Allgemein jedoch dass heißes Wasser in der Regel eine bessere Lösungswirkung als kaltes bis lauwarmes hat.

    Faustregel: Hemden, Hosen, Pullover und T-Shirts werden bei 30-40 °C gewaschen. Bettwäsche, Geschirrtücher, Handtücher, Socken und Unterwäsche bei 60 °C.


  8. Speichel

    Ein heute fast vergessen Wissen betrifft den menschlichen Speichel. Dieser kann ein wirksames Mittel gegen Flecken sein, da die darin enthaltenen Enzyme ähnlich funktionieren wie jene in Waschmmitteln!

  9. Chemische Reinigung

    Bei falscher oder zu lange hinausgezögerter Fleckbehandlung, sinken die Chancen auf restlose Entfernung schnell. Besonders teure Kleidungsstücke sollten dann so schnell wie möglich zur chemischen Reinigung gebracht werden.


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Handwäsche und empfindliche Textilien

Siehe auch: Wäschearten und deren Behandlung beim Waschen | Flecken ABC

Generell die Reinigungshinweise am Pflegeetikett beachten und Weißes und Farbiges getrennt waschen (siehe auch: Sortieren nach Farbe und Material weiter oben).


  • Pulverförmige Waschmittel, Tabs oder Waschkissen sind für die Handwäsche generell nicht geeignet.
  • Wasser mit je nach Wäsche entsprechender Temperatur in ein ausreichend großes Gefäß füllen und unter Rühren das Waschmittel Dosieren (nach Pflegehinweis für Handwäsche bzw. ⅓ der Waschmittelmenge auf 5 Liter Wasser, welche für den Wasserhärtegrad bei Maschinenwäsche empfohlenen wird) – so lösen sich die waschaktiven Substanzen und werden gleichmäßig verteilt.
  • Bei der Handwäsche einen Schuss Essig zum Reinigungswasser geben - er neutralisiert die Seife und erspart dadurch einen Spülgang. Siehe auch: Alternative Weichspüler
  • Allgemein sollte die Wäsche nicht lange eingeweicht werden (Gefahr des Formverlusts) und auch keinesfalls ausgewrungen, abgerubbelt, abgebürstet oder sonst wie starken mechanischen Belastungen ausgesetzt werden.
  • Beim Waschen von Wolle mit der Hand, den Stoff sofort waschen und ausspülen – nicht in der Waschlauge liegen lassen! Aufgrund der Empfindlichkeit von Wolle, sollte sie so selten wie möglich in der Maschine gewaschen werden - wenn mit dem Schonprogramm und bei einer maximalen Waschtemperatur von 30 °C, das beugt Verfilzung vor.
  • Für die Handwäsche voluminöser Textilien wie Jacken und Schlafsäcke mit Daunenfüllung, eignet sich die Badewanne - lauwarmes Wasser einfüllen, ein Daunenwaschmittel oder ersatzweise Haarshampoo darin lösen und die Kleidung etwa 1 Stunde einweichen. Anschließend gründlich ausspülen und dann das meiste Wasser aus dem Textil vorsichtig ausdrücken – niemals auswringen um ein Verklumpen zu vermeiden.

  • Empfindliche Textilien immer vorsichtig von Hand Waschen oder beim Waschen in der Waschmaschine in einen Leinensack geben. Ein alter Kopfkissenbezug eignet sich beim Waschen ebenfalls hervorragend als Hülle für die Wäsche (besonders für Feinwäsche). So werden empfindliche Textilien geschont und das Flusensieb der Waschmaschine verstopft weniger schnell.

    Werden Gardinen aus Synthetischen Stoffen in einem Kissenbezug gewaschen, führt das zu einem verknitterten Resultat.

  • Um das verknittern empfindlicher Wäsche zu vermeiden, die Trommel, nicht zu voll sowie mit großen und kleinen Wäscheteilen beladen und den Pflegeleicht- oder Schonwaschgang (niedrige Umdrehungszahlen und geringe mechanische Beanspruchung) mit hohem Wasserstand wählen. Darauf achten nur kurz und nicht bei maximaler Umdrehungszahl zu schleudern.

    Die verhältnismäßig starke Schaumbildung von Feinwaschmitteln fängt die mechanische Beanspruchung etwas ab, ein Weichspüler hilft zusätzlich.

  • Sensible Stoffe und bestimmte Kleidungsstücke (bspw. Büstenhalter) sollten nicht lose sondern in einem Stoffbeutel in der Maschine gewaschen werden.

    Die zur Unterstützung eingenähten Metallbügel eines Büstenhalters, können sich lösen und die Waschtrommel beschädigen (Kratzer können zu Rost führen) und auch Löcher in mitgewaschenen Textilien verursachen. Um den Büstenhalter denoch mit der Waschmaschine zu Reinigen, diesen einfach in einen Stoffbeutel/Wäschebeutel (oder ein altes Kopfkissen) stecken und so mitwaschen.


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