Trockner

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung (Funktionsweise)

  2. Arten von Trocknern

  3. Beim Trocknen Energie sparen
  4. Wäsche und Trockner

  1. Textilien - Index

Einleitung

Die zwei grundsätzlichen Arten von Trocknern, Ablufttrockner und Kondensationstrockner, haben in etwa die selbe Funktionsweise:

Trockene und warme Luft strömt durch die rotierende Wäsche (um die Oberfläche zu vergrößern), nimmt dabei Feuchtigkeit bis zur Sättigungsgrenze auf und wird, nachdem die Luft das Flusensieb passiert hat, entweder aus der Maschine geblasen (Ablufttrockner) oder zu einem Wärmetauscher (Kondensator) geleitet, wo die Abluft durch querströmende, kühle Umgebungsluft gekühlt und das kondensierte Wasser in einem Behälter zusammenfließt.

Eine Sonderform der Kondensationstrockner sind Trockner mit einer Wärmepumpe: Bei diesen erwärmt der heiße Bereich der Pumpe die Zuluft und am kalten Bereich der Wärmepumpe kondensiert das Wasser der Abluft. Der größte Vorteil dieses Systems ist der im Vergleich zu Energieeffizienzklasse B Geräten 50 % niedrigere Stromverbrauch.

Tipp: Das kondensierte Wasser kann statt gekauftem destilliertem Wasser ins Dampfbügeleisen oder den Kühlwassertank des Kfz's gegossen werden.


Außerdem erhältlich sind Wäschetrockner die mit Dampf arbeiten: Durch das Bedampfen der Wäsche werden beim Waschen entstandenen Falten (besonders bei bügelleichter Wäsche) geglättet. Verbliebene Falten lassen sich anschließend deutlich leichter mit dem Bügeleisen glätten (30% Bügelergebnisse bei 50% weniger Zeitaufwand; lt. einer Studie der Universität Bonn). Trockner mit einer Dampffunktion haben meist auch eine so genannte „Refresh-Funktion“, mit der Textilien von nunangenehmen Gerüchen befreit werden können.


Trockner mit der Heizungswärme koppeln

Der Trockner wird dabei an die Zentralheizung angeschlossen und über einen Wärmetauscher mit der nötigen Warmluft versorgt. Bei der Nachrüstlösung wird über Wellrohre ein gekapselter Heizkörper bzw. Wärmetauscher in den Luftweg des Trockners eingebracht – anstelle der elektrischen Heizung des Trockners, wird der Durchfluss von Warmwasser aus der angeschlossenen Heizung ein- und ausgeschaltet.

Der Nutzen (d.h die Energieeinsparung) dieser Methode ist davon abhängig, wie wirtschaftlich die angeschlossene Zentralheizung arbeitet – theoretisch sind so Einsparungen von 2/3 möglich. Die Einspeisung solar erzeugter Wärme ist ebenfalls möglich.


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Arten von Trocknern

Anders als Waschmaschinen haben Trockner in der Fronttür meist kein durchsichtiges Fenster. Jedoch gibt es Geräte mit einer durchsichtigen Luke und sogar mit Innenbeleuchtung, um die Wäsche beim Trocknen beobachten zu können.


Ablufttrockner

Ablufttrockner geben die feuchte Luft nach außen ab, bspw. über einen Abluftschlauch oder eine fest installierte Leitung.

Um zu vermeiden das der Raum zu feucht wird, sollte die Abluft immer ins Freie abgeleitet werden. Dabei empfiehlt sich ein leichtes Gefälle (von etwa 2°) zum Austritt hin, um der Ansammlung von Kondenswasser in der Abluftleitung vorzubeugen. Auch sollte der Abluftschlauch nicht länger als 3 m sein, damit die Luft nicht im Schlauch kondensiert.

Ablufttrockner sind zwar in Anschaffung und Stromverbrauch günstiger als Kondensationstrockner, jedoch wegen der Schimmelgefahr bei Räumen ohne Möglichkeit die Abluft ins Freie zu leiten nicht empfehlenswert.


!Achtung
Befinden sich in dem Raum in welchem der Wäschetrockner steht bzw. in angrenzenden Räumen Feuerstätten (wie Gasthermen, Heizkessel oder Öfen), kann der durch den Trockner verursachte Unterdruck im Raum dazu führen, dass die Feuerstätten nicht ziehen und dadurch Vergiftungsgefahr durch Abgase entstehen.

Damit Zuluft von außen nachströmen kann und im Raum so kein Unterdruck entstehen kann, sollte während des trocknens bspw. ein Fenster einen spaltweit geöffnet bleiben – dadurch funktioniert der Trockner auch besser. Siehe auch: Raumluftwechsel (Lüften)


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Kondensationstrockner

Bei einem Kondensationstrockner strömt die Luft innerhalb des Geräts in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf.


Zunächst wird die kühle Umwälzluft erwärmt, wodurch deren relative Luftfeuchtigkeit sinkt (da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte). Die erwärmte Luft wird durch die umgewälzte feuchte Wäsche in der Trommel geblasen und nimmt, durch Verdunstung, die Feuchtigkeit auf. Der unterhalb der Trommel befindliche Kondensator (Wärmetauscher), entfernt die Feuchtigkeit aus der Maschinenumluft indem diese abgekühlt wird:

  • Ein Gebläse (gekoppelt mit dem Trommelmotor) befördert kühle Umgebungsluft, durch metallische Bleche räumlich getrennt, quer durch den Kondensator, die überschüssige Feuchtigkeit kondensiert und sammelt sich in einer Wanne (die regelmäßig entleert werden muss) oder wird durch einen (meist an der Rückseite) angeschlossenen Abwasseranschluss abgeführt.

    Tipp: Das kondensierte Wasser kann statt gekauftem destilliertem Wasser ins Dampfbügeleisen oder den Kühlwassertank des Kfz's gegossen werden.

  • Die abgekühlte Umwälzluft wird anschließend wieder aufgewärmt, wodurch der Kreislauf geschlossen ist. Die beim Durchströmen des Kondensators erwärmte Umgebungsluft wird nach außen abgeführt, da sie aufgrund des geringeren Temperaturniveaus nicht zum Wiederaufheizen verwendet werden kann.

Da die eingesetzte Energie nicht nach draußen abgeleitet wird, wird der Raum aufgeheizt – dadurch können im Winter zwar Heizkosten eingespart werden, aber … ein Kondensationstrockner funktioniert umso effektiver (und verbraucht daher weniger Energie), je kühler die Lufttemperatur im Raum ist in dem das Gerät steht. Eine ausreichende Belüftung am Aufstellungsort ist daher ein wichtiger Faktor.


Nachteile

Kondensationstrockner benötigen etwas mehr Energie (ca. 10 %) als ein Ablufttrockner und sind in der Anschaffung teurer. Für Ablufttrockner und Kondensationstrockner gelten unterschiedliche Bewertungskriterien für die Energieeffizienzklasse - so kann es sein das ein Kondensationstrockner der Energie-Effizienzklasse B mehr Strom benötigt, als ein Ablufttrockner der Energie-Effizienzklasse C (für die gleiche Menge Wäsche).


Vorteile

Im Gegensatz zu einem Ablufttrockner wird die eingesetzte Energie nicht nach draußen abgeleitet und sie sind von einem Ausgang (bspw. einem Wanddurchlass) für den Abluftschlauch unabhängig.


Kondensationstrockner mit Wärmepumpe

Einige Kondensationstrockner funktionieren nach dem Prinzip der Wärmepumpe: Bei diesen heizt der heiße Teil der Wärmepumpe die Zuluft auf, die Feuchtigkeit der Abluft kondensiert am kalten Teil. Solche Geräte verbrauchen deutlich weniger Energie (rund 50%), sind jedoch in der Anschaffung meist noch etwas teurer - bezogen auf die Gesamtkosten jedoch billiger. Die Trocknungszeit ist meist länger als bei den Geräten mit Heizstab.


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Trommeltrockner

Durch die horizontal umlaufende Trommel wird die zu trocknende Wäsche dauernd umgewälzt, wodurch sich eine große Oberfläche der Wäsche ergibt.

  • Die erwärmte Luft strömt in Richtung der Tür längs der Trommelachse durch die Wäsche - die trockene und warme Luft kann so die Feuchtigkeit der Wäsche bis zur Sättigungsgrenze aufnehmen.
  • Anschließend strömt die feuchte Luft durch ein Flusensieb und wird entweder durch Kondensation getrocknet oder ins Freie geblasen (je nach Modell).


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Gasbeheizte Trockner

Die Mehrzahl der Erdgas-Wäschetrockner funktionieren wie ein Ablufttrockner, nur wird das Heizelement nicht mit Strom sondern mit Gas erhitzt. Das aufheizen funktioniert äußerst effizient und schnell, so dass Erdgas-Trockner nur etwa die Hälfte der Zeit benötigen um die Wäsche zu trocknen.

Weil Gas, bezogen auf den Energiegehalt, preiswerter ist als Strom, können mit einem Gastrockner große Einsparungen erzielt werden, jedoch ist der Anschaffungspreis meist höher als bei Elektro-Geräten.


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Waschtrockner

Ein Gerät das einen Kondensationstrockner und einen Waschvollautomaten kombiniert und üblicherweise ohne Flusensieb gebaut wird (stattdessen haben Waschtrockner ein Programm zum „Flusen-ausspülen“). Solche Geräte nutzten (bis ins Jahr 2010) beim Trocknen kaltes Frischwasser zur Kondensation der feuchtwarmen Umluft (wodurch sie auch beim Trocknen Wasser verbrauchen) – seit 2010 gibt es Geräte welche die Wäsche wie Wärmepumpentrockner trocknen.


Nachteile

Weil dieselbe Menge an Wäsche beim Trocknen in der Trommel mehr Raum einnimmt als beim Waschen, kann nur ca. eine halbe Waschladung getrocknet werden. Geräte die eine Waschladung auf einmal trocknen können, setzen dazu geringe Füllmengen voraus (was den Strom- und Wasserverbrauch stark erhöht).
Siehe auch: Energie Sparen beim Trocknen

  • Die Geräte benötigen (prinzipbedingt) sehr lange für einen Komplettdurchgang (waschen und trocknen) - bei 5 kg Trockenwäsche sind 5 bis 6 Stunden typisch.
  • Ausreichend ist ein Waschtrockner nur für 1 bis 2 Personenhaushalte.
  • Bei einem Gerätedefekt fallen oft beide Funktionen gleichzeitig aus.


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Trockenschrank

Bei einem Trockenschrank wird die Wäsche in einer Kammer aufgehängt, in die mit einem eingebauten Gebläse kalte oder erwärmte Luft geblasen wird (Ablufttrockner-Prinzip). Es gibt aber auch Trockenschränke die nach dem Prinzip des Kondenstrockners arbeiten.

Betrieben mit kalter Luft ist der Trockenschrank sehr sparsam – im Warmluftbetrieb mit Beheizung, verbraucht er dagegen deutlich mehr Strom als vergleichbare Trommeltrockner.


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Raumluft Wäschetrockner

Raumluft-Wäschetrockner (die vor allem in der Schweiz oft genutzt werden) funktionieren nach dem Prinzip der Wärmepumpe. Weil weder mechanische Kräfte noch Hitze auf die Wäsche wirken, können damit alle Textilien getrocknet werden (nebenbei wir auch noch die Bausubstanz entfeuchtet).

  • Ein an der Wand montierter Lüfter, bläst einen trockenen Luftstrom zu der an Leinen aufgehängten Wäsche.
  • Ein Gerät saugt die feuchte Luft an und die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert auf der kalten Oberfläche des Wärmetauschers und wird entweder gesammelt oder direkt in die Kanalisation abgeleitet.

    Tipp: Das kondensierte Wasser kann statt gekauftem destilliertem Wasser ins Dampfbügeleisen oder den Kühlwassertank des Kfz's gegossen werden.

  • Mit der zum Betrieb nötigen Energie wird die abgekühlte Luft erwärmt, das System schaltet sich automatisch ab, sobald der Feuchtigkeitssensor den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt der Luft registriert.

Da die Wäsche ohne Wärme getrocknet wird, sind Raumluft-Wäschetrockner besonders energieeffizient.


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Beim Trocknen Energie sparen

Siehe auch: Energie und Ressourcen Sparen


Das Trocknen der Wäsche durch das Verdampfen des Wassers ist sehr energieintensiv. Das Verdampfen von 1 kg Wasser (mit einer Temperatur von 25°) benötigt rund 0,73 kWh, das Trocknen von 1 kg Wäsche (Restfeuchte 60%) braucht ca. 0,5 kWh. Die Wärmerückgewinnung aus dem Wasserdampf ist technisch aufwendig und spart auch kaum Energie.


  • Schleudern

    Bevor die Wäsche in den Wäschetrockner gegeben wird sollte die Wäsche erst so gut wie möglich geschleudert werden, um möglichst viel Wasser zu entfernen und die Wäsche im Trockner so schneller und energiesparender getrocknet wird. Zusätzliches Schleudern verbraucht dabei weniger Energie als benötigt wird, um denselben Grad an Trockenheit im Trockner zu erreichen.

    Höhere Schleudertouren
    Mit 1.400 Schleudertouren verbraucht der Trockner rund ein Viertel der Energie die er bei 1.000 Umdrehungen benötigt. Beim schleudern der Wäsche wird, je nach Umdrehungszahl und Trommelgröße, der Wasseranteil auf 80% bis 50% reduziert (bezogen auf das Trockengewicht der Wäsche). Da das Wasser kapillar an den Fasern gebunden ist, können höhere Trocknungsgrade auf diesem Weg schwer erreicht werden.


  • Füllmenge

    Der Trockner sollte möglichst voll befüllt gestartet werden – eine halb volle Maschine braucht etwa 30% mehr Energie.

  • Nachtstrom

    Wer die Möglichkeit hat günstigeren Nachtstrom zu nutzen, sollte beim Kauf einer neuen Waschmaschine/Wäschetrockners darauf achten das diese eine Startzeitvorwahl haben und die Maschinen so programmieren, dass sie erst mit Beginn der Nachtstromverrechnung starten.

  • Luft trocknen

    Die Wäsche auf der Leine trocknen zu lassen statt sie in den Trockner zu stecken spart rund 460 kWh im Jahr - besonders größere Wäschestücke verursachen einen hohen Energieverbrauch pro Stück.

  • Flusensieb

    Um eine effiziente und sparsame Wirkungsweise zu ermöglichen darf nichts die Luftzirkulation behindern. Deshalb sollte das Flusensieb/ der Luftfilter nach jedem Trockengang gründlich gesäubert und der Siebschacht mit z.B. einer langstieligen Rundbürste gereinigt werden. Flusen entstehen zu etwa 10 % durch das maschinelle Trocknen, die restlichen 90 % durch das Tragen und das Waschen.

    Da sich im Flusensieb zum Teil erhebliche Mengen an Fusseln ansammeln, sollte das Sieb am besten nach jeder Benutzung gereinigt werden.
    Siehe auch: Fusseln - Entstehung und Beseitigung


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Wäsche und Trockner


  • Synthetik, Seide und Wolle, können durch das Trocknen in einem Wäschetrockner Schaden nehmen, pflanzliche Fasern (vor allem Wirkwaren wie Unterwäsche) können dabei auch einlaufen.

    Daher haben Trommeltrockner zumindest ein Normal- und ein Schonprogramm (verminderte Temperatur) und außerdem eine Zeitsteuerung. Moderne Trockner haben meist auch eine Steuerung mittels Feuchtigkeitssensor, welche das Programm bei Erreichen des gewünschten Trocknungsgrades (bspw. mangelfeucht - bügelfeucht - schranktrocken - extratrocken) automatisch beendet.

  • Bei einer Übertrockung der Wäsche laufen vor allem Wirkwaren verstärkt ein und die Wäsche knittert stark. Generell sollte nur Wäsche in den Trockner gegeben werden, welche laut Pflegekennzeichnung dafür geeignet ist.
  • Ein angenehmer Nebeneffekt bei Wäsche aus dem Trockner ist, das diese auch ohne Weichspüler sehr weich wird - manche Textilien brauchen auch nicht mehr gebügelt zu werden.
  • Im Gegensatz zu einem Trommeltrockner, eignen sich Raumluft-Wäschetrockner bzw. Trockenschränke für alle Arten von Textilien, d.h auch für jene die lt. Pflegeetikett eigentlich nicht maschinell getrocknet werden sollten.
  • Den Wäschetrockner nicht überfüllen und die Wäsche unmittelbar nach dem Trocknen glattstreichen und zusammenlegen – so kann man sich das Bügeln oft ersparen.
  • Tierhaare werden durch das Maschinentrocknen (besonders bei Ablufttrocknern) relativ gut entfernt.


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