Wäschearten

und deren Behandlung beim Waschen

Inhaltsverzeichnis


  1. Buntwäsche

  2. Weißwäsche (Kochwäsche)
  3. Baumwolle / Wolle / Baumwoll-Mischgewebe / Schurwolle


  1. Seide

  2. Cord
  3. Samt
  4. Daunenfüllung
  5. Jeans
  6. Unterwäsche


  1. Anzug
  2. Bluse und Hemd
  3. Synthetische Bekleidung


  1. Frottee
  2. Gardinen und Vorhänge
  3. Wachstischtuch
  4. Accessoires


  1. Textilien - Index


Siehe auch: Reinigungshinweise und Flecken(vor)behandlung bzw. Flecken ABC (spezifische Flecken und deren Vorbehandlung) | Pflegeetikett (Erklärung der Textilpflegesymbole)

Buntwäsche


Buntwaschmittel

Bunt- und Schwarzwäsche sollte bevorzugt mit speziellen Buntwaschmitteln (Colorwaschmittel) gewaschen werden, da diese keine Bleichmittel und optischen Aufheller enthalten und die so Farben bewahren.

Die Dosierung sollte nach den Angaben auf der Verpackung erfolgen, jedoch muss in Gebieten mit hartem Wasser höher dosiert werden als in Regionen mit weichem Wasser (siehe auch: Wasserhärte).

In diversen Verbrauchertests schneiden Pulverförmige Mittel im Schnitt besser ab als Flüssigwaschmittel.


Siehe auch: Allgemeine Informationen zu Wasch- und Pflegemitteln sowie Arten von Wasch- und Pflegemitteln.


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Reinigungshinweise


  1. Schwarzer Kaffee kann helle Flecken in dunklen Stoffen beseitigen.
  2. Bunte Textilien vor dem Waschen nach links drehen (Innenseite nach außen) und auch links gedreht zum trocknen aufhängen - so bleiben die Farben länger erhalten.
  3. Empfindliche Textilien besser vorsichtig von Hand Waschen oder beim Waschen in der Waschmaschine in einen Leinensack geben.
  4. Buntwäsche sollte generell nie mit starker Seifenlauge oder Aschenlauge behandelt werden, weil die Farben sonst ausbleichen.
  5. Damit dunkle Kleidung aus Baumwolle, Lyocell (eine aus Cellulose hergestellte Regeneratfaser) oder Viskose länger wie neu aussieht, sollte diese mit Feinwaschmitteln ohne Enzyme gewaschen werden.
  6. Der Stärkeanteil mancher Reinigungsmittel kann Farben binden, welche so durch wiederholtes Waschen leichter ausgewaschen werden.
  7. Um die Leuchtkraft der Farben von Naturfaser-Textilien zu erhalten, die Farben zum leuchten zu bringen und im Gewebe zu fixieren, einfach einen Schuss Essig (bspw. farblosen Tafelessig) in den letzten Spülgang geben.
  8. Neue Naturfaser-Textilien, vor dem ersten Tragen kurz durch kaltes Essigwasser ziehen – so bleiben die Farben länger leuchtend erhalten.
  9. Gibt man Zucker in den letzten Spülgang, wird Buntwäsche farbintensiver.
  10. Buntwäsche sollte immer im Schatten getrocknet werden, da Sonnenlicht die Wäsche im Laufe der Zeit ausbleicht.


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Weißwäsche (Kochwäsche)


Reinigungshinweise


  1. Die Wäsche bei Kochtemperaturen zu reinigen empfielt sich nur bei stark verschmutzten Textilien, da Wäsche auch bei 60 °C hygienisch sauber wird.
  2. Um bspw. Taschentücher wieder strahlend weiß zu bekommen, sie vor dem Waschen einen Tag lang in Salzwasser einweichen.
  3. Leicht vergilbte Wäsche wird wieder strahlend weiß, wenn dem Waschmittel 2-3 Esslöffel Backpulver (enthälte meist Natron) bzw. Natron (Natriumhydrogencarbonat) oder einen Schuss Testbenzin (Waschbenzin) beigemengt werden – Waschen bei 60°.
  4. Oder die vergilbte Weißwäsche mehrere Stunden in einer Lauge aus Soda (Waschsoda; Natriumcarbonat) einweichen und anschließend in der Maschine waschen.
  5. Damit vergilbte Wäsche wieder weiß wird, 1 Esslöffel Terpentinöl mit 2 Esslöffeln Ethanol ins letzte Spülwasser geben.
  6. Stärker vergilbte Wäsche einige Stunden in einer Boraxlösung einweichen oder mit einigen Zitronenscheiben kochen (Alternative: Citronensäure), um den Grauschleier zu entfernen.

    In einem Entfärber-Bad bzw. einer Boraxlösung, werden auch vergilbte Miederwaren wieder weiß.

  7. Kochwäsche aber auch weiße Strümpfe und Tennissocken werden strahlend weiß, indem eine halbe Zitrone (in Scheiben geschnitten) mitgewaschen wird. Alternative: Citronensäure.
  8. Damit Kochwäsche wieder weiß wird, zerstoßene Eierschalen in einen Leinenbeutel füllen, gut verschließen und mit der Kleidung mitwaschen.
  9. Um widerstandsfähigen Stoff im Winter zu bleichen, die Kleidung im Freien aufhängen und steif frieren lassen - anschließend im warmen auftauen.
  10. Weißwäsche so oft wie möglich in der Sonne trocknen lassen, da sie die Wäsche weiß bleicht.


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Baumwolle / Wolle / Baumwoll-Mischgewebe / Schurwolle


Reine Baumwolle

Stoffe die zu 100% aus Baumwolle sind vertragen theoretisch Temperaturen von 30 °C – 95 °C. Höhere Temperaturen sind bei weißer Bett- und Unterwäsche sinnvoll, bei gefärbter Baumwolle (Hemden, T-Shirts, usw.) sollte bei nur maximal 60 °C gewaschen werden.

Achtung: Werden dunkle Baumwollstoffe (vor allem blau und rot) zum ersten mal gewaschen, können sie leicht ausfärben – daher empfiehlt sich eine separate Behandlung.

Werden Pullover aus Baumwolle zum waschen in einen Kissenbezug (zugebunden) gesteckt, leiern sie beim Waschen nicht aus.

Besonders bei dunklen Textilien aus Baumwolle, Viskose oder Lyocell (Tencel) greifen die im Feinwaschmittel enthaltenen Enzyme (bspw. Cellulase) den Stoff an – Mittel ohne Enzyme lassen solche Textilien daher länger wie neu aussehen.


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Wolle

Wolle reagiert empfindlich auf hohe Waschtemperaturen und eine zu starke mechanische Behandlung (Bürsten, Reiben, Wringen) – das Material kann so einlaufen und verfilzen. Empfehelnswerte Waschmittel für Wolle sind Fein- oder Wollwaschmittel bzw. solche Mittel, die ein „Woolmark“-Logo haben. Alternative: Haarshampoo.

Beim Waschen von Wolle mit der Hand, den Stoff sofort waschen und ausspülen – nicht in der Waschlauge liegen lassen! Aufgrund der Empfindlichkeit von Wolle, sollte sie so selten wie möglich in der Maschine gewaschen werden - wenn mit dem Schonprogramm und bei einer maximalen Waschtemperatur von 30 °C, das beugt Verfilzung vor.


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Reinigungs- & Pflegehinweise

  1. Wolle wird dann rau, wenn das Spülwasser kälter als das Waschwasser ist.
  2. Textilien aus reinem Baumwollflanell sollte man vor dem Waschen wenden (nach links drehen) - so bleibt die Oberfläche weich.
  3. Besonders feine Wollstücke in einer kalten bis lauwarmen Feinwaschlauge (Haarschampoo oder Weichspüler eignen sich gut) von Hand waschen. Anschließend das Textil in ein Handtuch wickeln, vorsichtig ausdrücken und zum trocknen auf einem trockenen Handtuch ausbreiten.
  4. Die Waschtemperatur reicht von kalt bis etwa 30 °C mit einem Spezialwaschmittel für Seide bzw. einem Spezialwaschmittel für Wolle (aufgrund gleicher Eigenschaften, kann aber auch Haarschampoo verwendet werden).
  5. Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde bereits im Altertum zum Waschen von Wolle und später auch Kleidung mit empfindlichen Farben genutzt.
  6. Ein Wollschal sollte nicht nass gewaschen werden. Stattdessen trocken mit Weizenmehl abreiben bis er sauber ist.
  7. Wollhandschuhe sollten in lauwarmem Wasser mit der Hand gewaschen werden - zum Trocknen auf einen saugfähigen Untergrund legen.
  8. Glycerin

    • Wollsachen in lauwarmen Wasser mit einigen Teelöffeln Glycerin spülen. Das bewirkt das der Stoff länger weich bleibt und beim Tragen nicht kratzt.
    • 1 Esslöffel Glycerin (auf etwa 10 Liter) im Waschwasser, kann - die Wahl von geeignetem Temperaturbereich und Waschmittel vorausgesetzt - außerdem dem Einlaufen von Wollstoffen vorbeugen.
    • Und etwas Glycerin im letzten Spülwasser von Angorawollestoffen bewirkt, das dass Textil flauschig und weich wird.

  9. Blutflecken mit feuchter Kartoffel- oder Weizenstärke bedecken, trocknen lassen und dann vorsichtig ausbürsten. Fettflecke können mit Sodawasser bzw. kohlensäurehaltigem Mineralwasser ausgespült werden.
  10. Um unangenehme Gerüche wie Zigarttenrauch aus Wolle zu bekommen, das Textil einfach über Nacht auf die warme Heizung legen.
  11. Glänzende Stellen

    • Um Glanz aus Wolle zu bekommen, die Stelle vorsichtig mit Dampf aus dem Bügeleisen behandeln – anschließend vollständig trocknen lassen.
    • auf schwarzem Wollstoff vorsichtig mit wenig kaltem, schwarzem Kaffee ausbürsten.
    • Oder: Schwarzem Kaffee etwas Salmiakgeist beimengen, ein Baumwolltuch damit befeuchten und die Stelle abreiben.
  12. Wolle die zu heiß gewaschen wurde, in lauwarmen Wasser dem Haarshampoo beigemengt wurde, einweichen. Das kann die Wollfasern ausreichend weich machen, um wieder die ursprüngliche Form zu erreichen.
  13. Der schonendste Weg Wolle zu glätten ist Wasserdampf, praktischerweise aus einem Dampf-Bügeleisen bzw. einer Dampfbügelstation mit Vertikaldampf-Funktion.

    Die Wirkung ist vergleichbar mit der bei direktem Kontakt zum Stoff aber zugleich auch schonender für den Stoff. Der Dampf entspannt die Wollfasern und der Stoff glättet sich dadurch – zusätzlich werden Gerüche neutralisiert.

  14. Wolldecken im Dreieck über die Wäscheleine hängen - so verziehen sie sich nicht.
  15. Wollkleider sollten liegend gelagert werden, da sie sich am Bügel hängend ausdehnen und so die Form verlieren.
  16. Kratzende Wolle

    • Einen Kratzenden Pullover über Nacht in einem Sack ins Gefrierfach geben – er wird so angenehm weich.
    • Oder den kratzenden Wollpullover über Nacht in Vollmilch legen und anschließend mit Haarschampoo oder Weichspüler auswaschen.
  17. Um Tierhaare auf Wolle zu entfernen, die Kleiderbürste kurz in Ethanol tauchen und die Haare bleiben haften.
  18. Um verfilzte Wollstoffe zu „entfilzen“, diese nach einer Feinwäsche in handwarmem Kochwasser von weißen Bohnen ausspülen.
  19. Um Wollhandschuhe zu imprägnieren, sie einige Stunden in essigsaurer Tonerde legen und anschließend an der Luft trocknen lassen.


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Schurwolle


Reinigungshinweise

  1. Weil Kleidungsstücke aus Schurwolle den Schmutz nur oberflächlich annehmen, reicht zum Reinigen meist ein kräftiges Ausschütteln oder das vorsichtige ausbürsten (sofern sie vollständig trocken sind).
  2. Schurwolle darf nur in der Maschine gewaschen werden, wenn dies am Pflegeetikett mit den Pflegehinweisen aufgeführt ist oder sicher ist, das es keine Probleme gibt.

    In diesem Fall empfiehlt sich eine maximale Waschtemperatur von 30 °C im Feinwaschgang.

  3. Um kein Risiko einzugehen, Textilien aus Schurwolle mit einem Wollwaschmittel in lauwarmem Wasser und von Hand waschen (Flecken vorsichtig abtupfen) – die Wäsche nur kurz einweichen und niemals Bürsten, Reiben oder auswringen. Das gilt auch beim ausspülen mit lauwarmem, klaren Wasser.
  4. Wir beim Waschen von Textilien aus Schurwolle etwas Essig beigemengt, frischt das die Farben auf - zudem wirkt Essig wie Weichspüler.
  5. Nasse Schurwolle zum trocken auf ein Frottee-Handtuch legen und dieses vorsichtig einrollen – dabei keinen Druck bzw. Kraft anwenden. Alternativ das Kleidungsstück auf ein Frottiertuch legen, in Form bringen und trocknen lassen.

    Kleinere Textilien können auch auf einen Bügel gehängt werden.

  6. Um Gerüche und Knitterfalten loszuwerden, das Kleidungsstück auf einem Bügel an die frische Luft oder ins Badezimmer (aufgrund der erhöhten Luftfeuchtigkeit am besten nach dem Duschen/Baden) hängen – durch die aufgenommene Luftfeuchtigkeit kommt es wieder in Form.
  7. Um Schurwolle zu bügeln, das Textil mit einem Baumwolltuch bedecken und mit Wasserdampf in kurzen Stößen anblasen.


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Baumwoll-Mischgewebe


Solche Mischgewebe bestehen in der Regel aus einer Kombination von Baumwolle mit Elastan (für Elastizität und Formbeständigkeit), Polyamid, Polyester oder Viskose (für den Glanz). Um Form und Farben zu erhalten, können bunte Textilien aus Baumwoll-Mischgewebe in der Regel bei Temperaturen von bis zu 40 °C gewaschen werden.

Weiße Mischgewebe wie Berufskleidung, vertragen in der Regel Temperaturen von bis zu 60° C. Mischgewebe mit Viskoseanteilen, sollte im Schonwaschgang gereinigt werden.


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