Auto Handwäsche

Inhaltsverzeichnis


  1. Handwäsche - Einleitung

  2. Zwei Eimer Wäsche

Handwäsche

Siehe auch: Zwei Eimer Wäsche (Kurzversion der Handwäsche)


Grundregel
Das Auto sollte grundsätzlich nur im Schatten und mit kaltem Lack und kalten Felgen gewaschen werden.

Ist der Lack heiß, trocknen das Wasser und der Reiniger sehr schnell an und hinterlassen dadurch Flecken und Schlieren, welche dann meist nur mit einer Politur entfernt werden können. Ist es draußen heiß und die Autowäsche dringend notwendig, sollte das Auto in Abschnitten gereinigt und abgespült werden, um das Antrocknen zu vermeiden.



Sinnvolle bzw. benötigte Utensilien und Pflegemittel


Die zur Reinigung verwendeten Utensilien (wie Schwamm, Waschhandschuhe bzw. geeignete Waschbürsten) sollten regelmäßig, daher in kurzen Abständen, gründlich ausgespült/abgestriffen werden, damit die Schmutzreste keine Mikrokratzer im Lack hinterlassen können!


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Vorbereitungen

  1. Eine sehr wichtige Regel bei allen Arbeiten am Lack und im Innenraum ist: Kein Schmuck an Arm und Handgelenken! Alles was Kratzer verursachen kann muss/sollte abgenommen werden.
  2. Arbeitsschutz: Detailer, Felgenreiniger und ähnliche Mittel sind in der Regel chemisch und daher teilweise auch aggressiv. Daher sollten Latex-, Nitril- oder Gummihandschuhe sowie eine Schutzbrille für die Augen zur Pflichtausstattung gehören.
  3. Arbeitsutensilien und Pflegemittel für die Wäsche bereitstellen und alle Mittel gebrauchsfertig, nach Herstellerangaben, anmischen. Während der Arbeit soll nichts aufhalten damit auch nichts antrocknet wenn es mal wärmer sein sollte.
  4. Einen Eimer zur Hälfte mit Wasser befüllen und das Autoshampoo dazugeben (Mischungsverhältniss und Anwendungshinweise des Herstellers beachten) – erst unmittelbar vor der Wäsche mit dem Schlauch bzw. Hochdruckreiniger aufschäumen.
  5. Den zweiten Eimer mit dem Grit Guard © (zum Ausspülen des Waschhanschuhs bzw. des Schwammes) etwa zur Hälfte mit Wasser befüllen.


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Reinigungsanleitung


  1. Felgen

    (Siehe auch: Reinigen und Versiegeln von Felgen, allgemeine Hinweise)


    Autofelge Oft wird empfohlen, zuerst mit der Reinigung der Felgen zu beginnen – Begründung: Durch das abspritzen der Felgen gelangt der Wasserstrahl auch auf den Boden und wirbelt dabei Schmutz auf, der sich wiederum am Lack absetzt - wesshalb das untere Drittel wieder nachbearbeitet werden müsste.

    Vor der Reinigung der Felgen die Radkästen mit All Purpose Cleaner (APC) oder einer Autoshampoo-Wasser Mischung einsprühen - so müssen diese nach der Felgeneinigung nur noch gebürstet und mit Wasser abgespült werden.


    Felgenreiniger gibt es in zwei verschiedenen Arten: Säurehaltige für sehr starke Verschmutzungen und säurefreie.

    Nach Möglichkeit sollten immer die säurefreien bevorzugt werden, weil diese Lack, Chromflächen und polierte Bereiche nicht angreifen. Bei regelmäßig gepflegten oder versiegelten Felgen wird kein Felgenreiniger benötigt – es genügt die Felgen mit Autoshampoo und einem Waschhandschuh, einer Felgenbürste oder einem Felgenpinsel zu Reinigen (zur Vorbereitung können die Felgen mit dem Shampoowasser eingesprüht werden).

    Die meisten Felgenreiniger brauchen Zeit zum einwirken (sollten aber nicht antrocknen) - deshalb immer zwei Felgen einsprühen und dann den Felgenreiniger bei der ersten Felge Aufschäumen (mit Felgenpinsel oder Felgenbürste). Bei empfindlichen Felgen sollte die Felgenbürste in warmem Wasser eingeweicht werden, da die Borsten so noch weicher werden und die Felgenoberfläche schonen.

    Sollte der Felgenreingier einmal antrocknen, einfach nochmal nachsprühen und es passt wieder. Während der Reinigung des Felgen-Innenbetts die Bürste beim Rein- und Rausziehen drehen, um den Reinigungseffekt zu erhöhen und zu starkes Spritzen zu vermeiden. Abschließend die Felge, das Innenbett und die Schraubenlöcher gründlich mit Wasser abspülen.

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  2. Lackvorreinigung

    Ist notwendig um zu vermeiden dass die anhaftenden Schmutzpartikel bei der eigentlichen Reinigung wie Schmiergelpapier wirken und dem Lack Mikrokratzer zufügen. Der Lack wird mit dem zuvor angemsichten Autoshampoo-Wasser Gemisch eingesprüht – im unteren Bereich des Fahrzeugs beginnen und nach oben hin auftragen. Da unten die Verschmutzungen am stärksten sind, verlängert der nach unten laufende Schaum die Einwirkzeit zusätzlich.

    Gut zum einsprühen geeignet sind bspw. die Foam Gun für den Hochdruckreiniger, der Gloria FM10 Schaumsprüher oder der Gloria FM50.

    Beim anschließenden Abspülen mit einem Hochdruckreiniger oder dem Schlauch, sollte sich bereits ein Großteil des Schmutzes vom Lack lösen. Bei einer zweiten Runde einschäumen können zusätzlich alle schlecht zugänglichen Bereiche (Einstiege, Falze, Kühlergrill und Zierleisten) mit einem Pinsel (ohne Metalleinfassung; ggf. mit Klebeband abkleben um Kratzer zu vermeiden) gereinigt werden.

    Abschließend den Schaum wieder abspülen.

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  3. Hauptwäsche

    Nach der Vorreinigung kommt jetzt die eigentliche Autowäsche. Den vorbereiteten Eimer mit dem Autoshampoo bis zum Rand auschäumen. Das gewählte Reinigungsutensil nehmen (weicher Schwamm oder Mikrofaser-Waschhandschuh – diesen auf die Hand stülpen oder den Schaft nach innen stülpen und wie einen Schwamm benutzen), in den Eimer mit dem Shampoo tauchen und mit dem Wasser vollsaugen lassen – beim herausnehmen reichlich Schaum mitnehmen.

    • Bei der Wäsche an den am wenigsten verschmutzen Flächen oben anfangen und diese mit dem Utensil ohne Druck! bearbeiten (die Fasern des Utensils sollen den Schmutz schließlich aufnehmen und nicht verteilen, bei zuviel Druck funktioniert das aber nicht). Die bearbeitete Fläche sollte nicht zu groß sein, das Shampoowasser mit dem Schaum bildet die Gleitfläche zwischen Lack und Handschuh bzw. Schwamm.

    • Nachdem der erste Flächenbereich mit Längsbewegungen gewaschen wurde, das Reinigungsutensil einige male über den GritGuard © in dem Eimer mit dem klaren Wasser streifen, um den Schmutz abzulösen (der Schmutz sinkt durch das Gitter auf den Boden, durch die senkrechten Flächen wird ein Aufwirbeln der Verschmutzungen verhindert und damit auch eine Wiederaufnahme des Schmutzes beim Herausziehen des Utensils).

      Beim herausziehen gut ausdrücken, um anschließend wieder sauberes Shampoowasser (plus reichlich Schaum) aufnehmen zu können.

    • Das Reinigen von Teilbereichen immer wie beschrieben weiterführen, bis man schließlich den unteren Bereich in Höhe der Zierleisten erreicht.

      Weil sich in diesem unteren Drittel die stärksten Verschmutzungen befinden ist es empfehlenswert, jetzt auf den zweiten sauberen Waschhandschuhe (bzw. Schwamm) zu wechseln - außerdem sollte der Waschhandschuh daher mittels GritGuard © im Eimer besonders gründlich ausgewaschen werden.

      Abschließend die Türen und Kofferraumklappe öffnen, um die Einstiege und Falze ebenfalls Reinigen zu können – diese Stellen sollten immer erst zum Schluß geputzt werden, da hier fast immer Schmieröl oder Wachsreste auf den Waschhandschuh bzw. Schwamm gelangen (Substanzen die sich am Lack weniger gut machen).


    Anmerkung: Wer jetzt in den Eimer mit dem GritGuard blickt wird schnell erkennen, warum dieser (trotz des happigen preises und auch mangels Alternativen) eine durchaus sinnvolle Investition ist. Leider passt das Teil in keine heimischen Eimer sondern nur in amerikanische „Gallonen Eimer“.

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  4. Abspülen

    Jetzt kann das ganze Autoshampoo mittels Hochdruckreiniger oder Schlauch und von oben nach unten vom Fahrzeug abgespült werden. Darauf achten nicht auf den Boden zu zielen das sonst Schmutz aufgewirbelt werden kann, welcher am gerade geputzten Lack anhaften könnte …

    Abschließend die Düse vom Schlauch abschrauben und das Fahrzeug nochmal (mit leicht zum Körper gerichteten Strahl) von oben bis unten abspülen – durch den weniger konzentrierten Wasserstrahl kann das Wasser besser als beim Hochdruckreiniger (mit feinen Tropfen) ablaufen.

    Als Alternative zum Schlauch tut es auch eine Gießkanne ohne Aufsatz.

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  5. Trocknen

    Ein Microfasertrockentuch ist (wie der Name schon vermuten lässt) zum abtrocknen besonders gut geeignet.

    • Methode 1 (direkt trocknen und mit Detailer nachbearbeiten)

      Das Mikrofasertrockentuch zweimal falten und auf den Lack legen. Empfindliche Lacke damit nur abtupfen, d.h. mit der Handfläche auf das Tuch drücken, sonst das Tuch langsam und ohne Druck über den Lack ziehen (in beiden Fällen etwas Geduld zeigen, die Mikrofaser braucht etwas Zeit um das Wasser zu absorbieren).

      Ist der Lack trocken, auch die Einstiege, Falze usw. trocknen. Schlecht erreichbare Stellen (wie Spiegel, Ziergitter oder -leisten) können bspw. mit Druckluft ausgeblasen werden (das Tuch vor die Pistole halten um das ausgeblasene Wasser abzufangen).

      Dann die zwei frischen Mikrofasertücher bereitlegen und etwas Detailer auf eines der Tücher aufsprühen (3 Sprühstöße reichen in etwa für eine halbe Motorhaube). Mit diesem nun den Detailer auf der Lackfläche ohne Druck einarbeiten und schlierenfrei auspolieren. Fensterflächen sind für die meisten Detailer kein Problem, nur die Windschutzscheibe (siehe auch: Scheibenversiegelung) sollte ausgelassen werden, da diese beim nächsten Regen sonst schmieren würde.

    • Methode 2 (Detailer direkt als Trockenhilfe nutzen; vermeidet Schlieren)

      Den gesamten Lack (außer der Winschutz-, Frontscheibe) mit dem Detailer benetzen. Fensterflächen sind für die meisten Detailer kein Problem, nur die Windschutzscheibe sollte ausgelassen werden, da diese beim nächsten Regen sonst schmieren würde. (siehe auch: Scheibenversiegelung)

      Das zweimal gefaltete Mikrofasertrockentuch auf den Lack legen – empfindliche Lacke damit nur abtupfen, d.h. mit der Handfläche auf das Tuch drücken, sonst das Tuch langsam und ohne Druck über den Lack ziehen (in beiden Fällen etwas Geduld zeigen, die Mikrofaser braucht etwas Zeit um das Wasser zu absorbieren). Ist der Lack trocken, auch die Einstiege, Falze usw. trocknen. Schlecht erreichbare Stellen (wie Spiegel, Ziergitter oder -leisten) können bspw. mit Druckluft ausgeblasen werden (das Tuch vor die Pistole halten, um das ausgeblasene Wasser abzufangen).

    Anmerkung: Sollte bereits vor dem Trocknen klar sein das eine Lackreinigungsknete zum Einsatz kommt (wegen verbliebenen Insekten- oder Teerresten bspw.), kann man statt zu trocknen das verbliebene Wasser auch einfach als zusätzliches Gleitmittel nutzen!

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  6. Lackreinigungsknete

    (bei hartnäckigen Flecken)

    Vor allem im Sommer kann es sein, das trotz einer gründlichung Reinigung noch Rückstände von Insekten auf der Front und Teerflecken seitlich im unteren Bereich, auf dem Lack verblieben sind. Um solche Verschmutzungen zu beseitigen kommt eine so genannte Lackreinigungsknete und ein passendes Gleitmittel zum Einsatz.

    Zuerst sollte die Knete, um sie weich zu machen, ordentlich durchgeknetet werden oder, vor allem bei kälteren Temperaturen, einige Minuten in eine Schüssel mit ca. 40 °C warmem Wasser gelegt werden. Die Knete sollte jedenfalls auch während dem Knetvorgang in warmes Wasser gelegt werden – so wird sie weicher und kann dadurch leichter verarbeitet werden und das Risiko Kratzer zu verursachen wird minimiert.

    Bei der Reinigung mit der Knete muss jedenfalls ein Gleitmittel verwendet werden, um Kratzer/Swirls durch zu harte Knete zu vermeiden – dazu gibt es verschiedene Ansätze bzw. Methoden, bspw.:

    • Shampoo gemischt mit Wasser: Eine Sprühflsche mit Wasser befüllen und darauf etwa 10-30ml Shampoo geben. Für das gesamte Auto wird maximal 1 Liter der Mischung benötigt – es gilt aber besser zuviel als zuwenig.
    • Detailer: Die gebräuchlichsten Detailer zum Kneten sind „Meguiars Last Touch #34“ und „Dodo Juice Born Slippy“. Sie werden in der Regel mit Wasser im Verhältnis 1:1 verdünnt und sind so ideal um Kratzer beim Kneten zu vermeiden.

    Aus der jetzt weichen Knete einen flachen Teller formen und großzügig Gleitmittel auf die Problemstellen sprühen. Die Knete auf der Stelle ohne Druck hin und her bewegen (immer nur in Längsbewegungen arbeiten) und dabei immer darauf achten, das genügend Gleitmittel unter der Knete ist. Rückstände von Insekten oder Teer können relativ hartnäckig sein, daher etwas Geduld haben und immer daran denken ohne Druck und mit ausreichend Gleitmittel zu arbeiten um Kratzer/Swirls zu vermeiden!

    Bald sammeln sich auf der Knete Rückstände an – ist es soweit, die Knete drehen und weiterarbeiten, dann Falten und wie gehabt mit beiden Seiten weiterarbeiten und bei erneuten Schmutzablagerungen (und Falten nicht mehr geht) den Schmutz in die Knete einkneten und wieder einen Teller formen.

    Ist alles sauber, die vom Gleitmittel verbliebenen Reste mit einem Mikrofasertuch abnehmen und den Lack schließlich mit einem zweiten Tuch auspolieren.


Abschließend Aufräumen: Bürsten und Pinsel auswaschen, die Eimer reinigen und trocknen (lassen), die Foamgun reinigen, und beim FM10 oder dem FM50 den Druck ablassen. Die benutzten Mikrofasertücher, Mikrofasertrockentücher und den Waschhandschuh zur Wäsche geben – selbst bei geringer Verschmutzung des Fahrzeugs setzen sich Schmutzpartikel in der Mikrofaser ab, die bei der nächsten Autowäsche Probleme verursachen können!

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Zwei Eimer Wäsche

(Kurzversion der Handwäsche)


Das Prinzip ist so einfach wie einleuchtend
Werden zwei Eimer zur Autowäsche verwendet, einer für das Shampoo und der andere zum auswaschen des Schwammes/Waschhandschuhs, wird das Risiko von Kratzern/Swirls durch schmiergelnde Schmutzpartikel minimiert.

Benötigt werden daher 2 Eimer – beide werden über die Hälfte mit Wasser befüllt, nur in einen davon kommt ein Autoshampoo (das erst vor der Wäsche aufgeschäumt wird).


Anwendung

  1. Mit einem weichen Schwamm oder besser einem Waschhandschuh, reichlich Shampoowasser (+Schaum) aufnehmen und das Auto waschen.
  2. Den Schwamm / Waschhandschuh regelmäßig (am besten noch bevor Schmutz daran erkennbar ist) in dem Eimer mit klarem Wasser gründlich ausspülen und auswringen.
  3. Dann wieder wie bei Punkt 1 und dann Punkt 2 beschrieben verfahren – solange bis das ganze Auto gewaschen ist.


Das Ergebnis ist ein hoffentlich sauberes Fahrzeug und zwei Eimer, einer mit Schmutzwasser und einer mit sauberem Shampoowasser.


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