Autolack - Reinigung und Pflege

Inhaltsverzeichnis


  1. Vorwort

  2. Autoschutzfolien

  3. Autopflege Begriffe

  1. Wissenswertes
    zur Anwendung von Autolackschutz
  2. Lackreinigungsknete

  1. Politur - Vorwort
  2. Poliermaschinen

  3. Autowachs - Einleitung


Siehe auch: Verschiedene Methoden der Autoreinigung | Handwäsche


Vorwort

Verschmutzungen am Autolack, vor allem jene im Winter, sind nicht nur unschön sondern können den Lack mit der Zeit schädigen. Der Mythos eine Schmutzschicht schütze den Lack, ist daher falsch:


Zur regelmäßigen Autopflege (siehe Autowäsche) ist gewöhnliches Spülmittel die falsche Wahl – die darin enthaltenen Tenside lösen das Wachs schnell vom Fahrzeug und können dem Lack so schwer mitnehmen. Zur Autowäsche gut geeignet sind hingegen so genannte Autoshampoos, sie sind wirksam aber gleichzeitig schonend zum Lack.

Auch die einfachste Lösung, das aufsuchen einer Waschanlage, ist leider oft nicht die beste Wahl. Den abhängig von den dort eingesetzten Bürsten, kann der Lack zerkratzt oder durch die chemischen Reinigungsmittel angegriffen werden. Das Fahrzeug sollte daher am besten nur bei starken Verschmutzungen in die Waschanlage kommen (und immer darauf achten, das dort schonende Textilien statt Bürsten eingesetzt werden sowie eine Vorwäsche stattfindet).


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Matte Lacke

Kratzer auf einem Mattlack können nur schwer entfernt werden und eine Lackauffrischung ist, nach heutigem Stand des Wissens, noch nicht möglich. Bei der Pflege von matten Lacken gelten auch andere Regeln als bei normalem oder hochglänzendem Lack.


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Autoschutzfolien

Siehe auch: Scheibenversiegelung


Lackkratzer ärgern (verständlicherweise) die meisten Autofahrer und sind schnell passiert: Beim Einparken, beim Ein- bzw. Ausladen oder beim Einsteigen wenn der Schlüsselbund gegen die Tür schlägt.

Ist der Schaden zu groß um ihn selbst auszupolieren, kann es schnell teuer werden. Eine Neulackierung in der Werkstatt kann leicht 500 bis 1.500 Euro ausmachen, günstigere Smart-Repairs kosten immerhin noch bis zu 300 Euro. So bleiben viele Schäden unausgebessert und machen sich im Geldbeutel spätestens bei einem Weiterverkauf des Autos oder der Rückgabe des Leasingwagens negativ bemerkbar.

Hier können Autofolien (in der Fachsprache auch als Folienbeschichtung oder Autofolierung bezeichnet) Abhilfe schaffen:

Sie schützen den Lack vor Korrosion, Schrammen, Steinschlägen und leichten Parkschäden. Dabei muss nicht das komplette Auto mit der Folie eingekleidet werden, meist reicht es besonders gefährdete Bereiche abzudecken. Auch die Seitenscheiben können mit Folie geschützt werden – eine mit der Folie versehene Scheibe verhält sich bei einem Unfall wie Verbundglas, sie schützt dadurch vor Splittern.


Neben den genannten Vorteilen ist auch der Preis im Vergleich zu einer Lackierung ein gewichtiges Argument:

Abhängig von der Qualität kostet der m² durchschnittlich 50 Euro. Und obwohl inklusive einer von Fachpersonal durchgeführten Anbringung mehrere tausend Euro zusammen kommen können, ist eine Folierung meist günstiger und zeitsparender als eine Lackierung (bei der das Fahrzeug zusätzlich oft mehrere Tage in einer Lackiererei verbleiben muss). Zum anbringen wird die Folie auf die gewünschten Bereiche des Fahrzeugs aufgelegt, zurechtgeschnitten und mithilfe eines Heißluftföns auf dem Lack des Autos fixiert. Der Lack muss dazu jedenfalls sauber und fettfrei sein um unschöne Stellen zu vermeiden.

Beim abziehen der Folie (bspw. mit Hilfe eines Haartrockners) zurückbleibende Klebereste, können mit Testbenzin (Siedegrenzbenzin, Waschbenzin, Terpentinersatz) entfernt werden.

Zahlreiche Vorurteile die es gegen die Folien gibt, bspw. das sie mit der Zeit vergilben und verschmutzen, beim Aufkleben Falten werfen oder sich nach einigen Wäschen ablösen, stimmen heute so nicht mehr. Moderne Markenfolien sind UV- und temperaturbeständig und ziehen sich mit der Zeit auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht zusammen oder verändern ihre Farbe. Auch Hochdruckreiniger oder Chemikalien stellen für hochwertige Folien keine Probleme mehr da, ebenso wenig die Faltenbildung beim Aufkleben – die Folien sind verformbar und passen sich der Karosserie an.


Bei allen Vorteilen muss jedoch ein Nachteil angeführt werden: Die Haltbarkeit, die im Schnitt nach 4-6 Jahren erste Schwächen zeigen kann. Bei den ersten Ecken die sich lösen, können kleinere Schäden noch mit Politur ausgebessert werden. Wenn die Folie aber rissig oder porös wird, bleibt meist nur noch der Weg in eine Werkstatt wo die schadhaften Stellen ausgebessert werden können.


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Mit einer Autofolierung die Autofarbe ändern

Eine Alternative zur Neulackierung ist die Autofolie, die transparent oder eben auch in verschiedenen Farben erhältlich ist (in der gesamten Palette an RAL-Farben; Siehe: Wikipedia: RAL-Farben). Neben matten, glänzenden und Metallic-Folien, sind auch so genannte 3D-Folien erhältlich, um dem Auto eine besondere persönliche Note zu verleihen.

Neben der optischen Veränderung schützt die gegen Hitze und Kälte beständige Folienbeschichtung den Lack zusätzlichvor Kratzern und Steinschlägen, und das Auto ist nach dem abziehen derselben karosserietechnisch im Originalzustand (ein großer Vorteil beim Verkauf oder der Rückgabe eines Leasingautos).

Neben der Folierung des kompletten Autos, können auch nur Teilfolierungen vorgenommen werden - etwa der Motorhaube.


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Autopflege - Begriffe


Der Fingerwischtest

(Ablüftzeit)
Zur Überprüfung ob die sogenannte Ablüftzeit beendet ist


Pflegeprodukte wie Versiegelungen, Wachs oder so genannte AIO (All in One – Produkte), benötigen eine bestimmte Ablüftzeit um diese (bspw. mit einem Mikrofasertuch) rückstandsfrei vom Lack abnehmen zu können.

Die Ablüftzeit kann dabei stark variieren, abhängig von der aufgetragenen Menge sowie von äußeren Einflüssen wie bspw. der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit. Manchmal wird die Ablüftzeit von den Herstellern auf der Verpackung angegeben, manchmal aber auch nicht oder sie wird durch eine Zustandsbeschreibung definiert (z.B. mit: „wenn sich ein grauer Schleier bildet“).


Um nun zu überprüfen ob die Ablüftzeit beendet ist, kann der so genannte „Fingerwischtest" angewendet werden. Dazu wischt man mit dem Finger leicht über eine Stelle des Lacks an der das Produkt aufgetragen wurde und beurteilt dann das Ergebnis:

  • Kann das Produkt rückstandslos entfernt werden und es ist eine glänzende, saubere Lackoberfläche zu erkennen, ist der richtige Zeitpunkt erreicht das Mittel mit einem Mikrofasertuch ohne Druck abzunehmen.
  • Bleibt nach dem darüberwischen hingegen eine schmierige, nicht klare Oberfläche zurück, muss mit dem abnehmen noch gewartet werden.


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Standzeit

Umgangssprachlich bezeichnet die Standzeit jenen Zeitraum den ein Pflegeprodukt auf dem Auto beständig bleibt, also seine vorgesehene Wirkung erfüllt.

Diese Zeitspanne wird in Monaten, meist für den gesamten gepflegten Bereich angegeben. Jedoch ist es entscheidend zu welchem Zeitpunkt und in welchem Bereich die Wirkung zuerst nachlässt (das abperlen von Wasser also nicht mehr so reibungslos funktioniert wie zu Beginn) – so würde das Wasser bspw. am Heck noch gut abperlen während es auf der Motorhaube, wo die Wirkung ggf. nachgelassen hat, kaum mehr perlt.


  • Die Belastung (und damit die Standzeit) des Lacks ist u.a. von der Form der Karosserie, dem Wetter, dem Parkplatz, der Fahrweise bzw. Fahrdauer und von der Jahreszeit abhängig - im Winter kann es z.B. das Heck sein, weil viel Wasser mit Schmutz und Salz hochgewirbelt wird, während im Sommer die Front belastet wird, weil regelmäßig viele Insektenreste abgewischt werden.
  • Neben diesen Einflüssen wirkt sich natürlich auch die Reinigung bzw. Pflege des Fahrzeugs auf die Standzeit aus (Art und Anwendung der verwendeten Pflegemittel)Autoshampoos mit Wachsanteil z.B. würden diese verlängern - jedoch die Standzeit des Shampoos und nicht die des Lackschutzes, dessen Wirkung möglicherweise schon zuvor nachgelassen hat.
  • Und als ob es nicht schon kompliziert genug wäre, wirken sich auch noch Temperatur und Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der aufbringung des Lackschutzes auf die Standzeit aus.


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Abkleben

Bezeichnet das Abkleben des Autolacks mit Klebeband, um die Stellen/bestimmte Materialien vorübergehend vor Kontakt mit einem Pflege- bzw. Reinigungsmittel oder Farbe (Lackieren) zu schützen - vergleichbar bei Anstricharbeiten in Haus oder Wohnung. Weil das Mittel dort a) nicht hingehört oder b) eine unerwüsnchte Reaktion des Materials verursachen könnte.

Als Beispiele seien genannt: Fenster- und Türgummi, Kunststoffränder der Ladekanten, Scheiben und Außenspiegel, Scheinwerfer sowie unlackierte Stoßstangen aus Kunststoff. Besonders auf Kunststoff können für den Lack erzeugte Mittel unschöne Spuren (oft weiße, helle Auskreidungen) hinterlassen, welche sich teilweise nur sehr schwer wieder entfernen lassen.


Um genannte Spuren zu vermeiden, sollten vor Arbeiten am Lack sämtliche Bereiche die beschädigt werden könnten mit einem dazu geeigneten Klebeband abgedeckt werden. Ein solches Produkt ist bspw. das „Blaue Band“ von der Firma 3M, ein sehr haftstarkes Produkt das gleichzeitig leicht wieder gelöst werden kann ohne dabei Rückstände zu hinterlassen. Es läßt sich auch gut in engen Radien anbringen, ist in unterschiedlich breiten Ausführungen erhältlich und hält in der Regel sogar Rotationsmaschinen (siehe Poliermaschine) stand.

Malerkrepp, Tesabänder und ähnliche Fabrikate sind, zumindest sofern eine Maschine zum Einsatz kommt, zum Abkleben von Lack nicht geeignet, da sich der Kleber auflösen kann wenn das Pad der Poliermaschine sie berührt (das Pad wird mit dem zähen Kleber verunreinigt).

Beim Abziehen des Klebebands vorsichtig vorgehen: immer flach (parallel oder im rechten Winkel) und mit Gefühl abziehen, da es vorkommen kann das sich der Decklack (vor allem bei nicht fachgemäß nachlackierten Teilen) löst!


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