Die Autopolitur

Inhaltsverzeichnis


  1. Politur - Vorwort
  2. Poliermaschinen

  3. Autowachs - Einleitung

  1. Wissenswertes
    zur Anwendung von Autolackschutz
  2. Lackreinigungsknete

  1. Lackpflege - Vorwort

  2. Autoschutzfolien

  3. Autopflege Begriffe

Politur - Vorwort

Polieren bezeichnet das so gut wie mögliche glätten bzw. begradigen der Lackoberfläche, sodass diese keine Unebenheiten mehr aufweist.

Solche Unebenheiten entstehen je nach Einfluss mehr oder weniger stark, bspw. durch Waschanlagen, Witterungseinflüsse oder kleinere Unfälle. Abhängig von der Ausprägung der Unebenheit, wird eine dazu passende Politur benötigt – es gibt sie von grob bis fein und die Politur erfolgt in Schritten von gröber zu immer feiner.

Die Bezeichnungen dieser Schleifpasten sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und definieren daher nicht immer diesselbe Wirkung (Bezeichnungen wie Lackreiniger oder Politur sagen daher auch nicht viel aus). Grundsätzlich gilt, das zum Abtragen von Lack Schleifmittel enthalten sein müssen (Schleifmittelfreie „Glättpasten“ halten also nicht was sie versprechen).


Schleif- bzw. Politurpasten können in

unterteilt werden.

Eine weitere Unterscheidung gibt es zwischen „Pasten die sich selbst zerlegen(benötigen meist viel Druck und Temperatur) und Pasten die kleinere, aber gleich groß bleibende Polierstoffe enthalten (benötigen mehr Arbeitszeit).


Bei der Anwendung der Pasten gilt
Die „Grobheit“ der Paste mit den Durchgängen reduzieren, d.h. erst die grobe, dann mit der nächst feineren nachbearbeiten und schließlich mit einer Hochglanzpaste das Finish durchführen. Bei einigen moderen Pasten entfallen diese Zwischenschritte, bei diesen genügt es schon den Applikator (das Polierpad) zu wechseln um das gewünschte Resultat zu erzielen.


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Poliermaschinen

Eine Poliermschine dient dazu den Lack so weit abzutragen das Kratzer ausgeschliffen bzw. nur die Kanten gebrochen werden oder um die Oberflächen zu glätten.


Dabei wird zwischen 3 Arten von Poliermaschinen unterschieden:


  1. Rotationsmaschinen

    Bei disem Typ rotiert nur der Polierteller. Eine Rotationsmaschine kann in der Regel nur in geübten Händen schnell und sicher bedient werden – es treten sonst häufig Probleme beim Finish auf, welche zu hollogrammen führen. Durch den hohen Lackabtrag beim Verkanten oder kantigen Übergängen an der Karosserie, ist Vorsicht geboten.

  2. Winkelpolierer

    Bei diesen hat die Antiebswelle aus dem Motor im Verhältnis zur Welle, auf dem der Polierteller montiert ist, einen Knick von 90°.

  3. Exzenterpoliermaschinen

    Bei diesen Maschinen vollführt der Polierteller eine leicht rotierende und elliptische Bewegung (statt nur einer Rotation). Diese Bewegung ergibt sich entweder durch die Zentrifugalkraft oder durch ein spezielles, in der Maschine montiertes Getriebe (dem so genannten „Zwangsantrieb“).

    Zu den deutlich billigeren Maschinen unterscheiden sich Exzenterpoliermaschinen meist durch ein anderes Drehzahlband und einen größeren Hub. Außerdem kann der Polierteller bei diesen Maschinen schnell und einfach ausgetauscht werden und ist anders gepolstert als bei Schleifmaschinen.

    Die Handhabung einer Exzenterpoliermaschine mit Zwangsantrieb ist auch für ungeübte Hände schnell und einfach zu erlernen (vorallem im Vergleich zu den Roationsmaschinen). Günstigere Exzenter ohne Zwangsantrieb erfordern hingegen mehr Übung, bis ein hoher Lackabtrage erreicht wird. Je nach Lack kann es jedoch Probleme geben wenn sich die Polierpaste zerlegt - je größer der Hub umso wahrscheinlicher wird das.



Kriterien für eine gute Poliermaschine


Die Maschinen unterscheiden sich außerdem in ihrem Gewicht – ob einem eine leichte bzw. schwere Maschine besser liegt, ist eine reine Geschmacksfrage. Die angegebene Leistug ist nicht entscheidend – die bei billigen Maschinen beworbene hohe Leistung bezieht sich nur auf die aufgenommen, nicht die abgegebene Leistung.


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Autowachs - Einleitung

Bei der Autopflege spricht man von Wachs, wenn das Lackschutz-Produkt hauptsächlich aus Carnaubawachs (das Wachs einer brasilianische Palmenart) und weiteren, natürlichen Fetten und Ölen besteht. Die weiteren Bestandteile sind meist andere Wachse und Öle wie bspw. Bienenwachs, Kakaobutter und Mandelöl. Emulgatoren sind ebenfalls wichtige Inhaltstoffe, da diese die verschiedenen Stoffe erst miteinander vermischbar machen.

Weitere Beimengungen sind u.a. Alkohole und Konservierungsstoffe.

Vorsicht, die bei günstigen Herstellern oft angegebenen „100% Carnaubaanteil“ beziehen sich lediglich auf die 100%-ige Reinheit des Carnaubawachses selbst (also das es sich nicht um Bienenwachs, Kakaobutter, … handelt) – der Anteil des Carnauba bezogen auf die Gesamtmenge, kann jedoch auch lediglich 10% oder weniger betragen. „Wax“ aus anderen Ländern, bezeichnet in der Regel einen rein chemischen Lackschutz.


Carnauba

ist das temperaturstabilste Wachs, seine wichtigste Eigenschaft ist der hohe Schmelzpunkt von ca. 80-87 °C (abhängig von der Qualität), welcher für die Standzeit sorgt. Außerdem findet Carnauba auch in vielen anderen Produkten Anwendung, bspw. in Kosmetik, Pharmazie Produkten und auch in der Nahrungsmittelindustrie.

Durch nachträgliche Bearbeitung werden bei Pflanzenwachsen unterschiedliche Qualitäten erreicht - so ist Carnaubawachs aus der Apotheke sehr verschieden zu dem Carnauba, welches Hersteller für Autowachse verwenden. Die Autowachse sind für Ihren Nassglanz bekannt, sie sollen auf den Betrachter weich und rund wirken. Versiegelungen hingegen bewirken einen spiegelartigen kalten Glanz.

Carnauba hat zwar eine hohe Widerstandsfähigkeit, es ist jedoch meist weniger standfest als eine Versiegelung. Aber die Standzeiten hochwertiger Wachse unterscheiden sich kaum mehr von denen bei Versiegelungen.


Natürliche Wachse gibt es in fester und flüssiger Form:


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Hartwachs

Zwar ist das gleichmäßige auftragen und polieren von Hartwachs mit mühevoller Handarbeit verbunden, aber die Behandlung schützt das Auto auch noch nach zahlreichen Autowäschen gegen Umwelteinflüsse (wie im Herbst und Winter) und der Lack erstrahlt zudem in neuem Glanz.

Die bei Waschanlagen angebotene Wachsbehandlung ist meist eine auf Flüssig-, Sprüh- oder Heißwachs basierende, welche nicht die Qualität von Hartwachs erreichen kann da sie auf Wachsen mit wasserlöslicher Basis beruht (welche meist nur eine geringe Bindung aufweisen). Dadurch löst sich die Wachsschicht entweder schon beim nächsten stärkeren Regen oder aufgrund der Einwirkung der Sonne durch die UV-Strahlung.


Da es bei den verschiedenen erhältlichen Hartwachsen natürlich auch erhebliche Unterschiede in der Qualität gibt, sollte im Zweifel lieber etwas mehr investiert werden um ein Wachs mit langer Wirkung zu erwerben. Neben dem UV-Schutz sollte Hartwachs zusätzlich auch Sandflug vertragen, um den Lack auch zuverlässig gegen den vermehrten Schmutz im Winter zu schützen.


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Wachs auftragen

Benötigte Utensilien: Wachs | Applikator (Polierpad) | Mikrofasertuch


  1. Den Lack von Verunreinigungen befreien
    Siehe auch: Handwäsche | Lackreinigungsknete
  2. Wachs auftragen
    Mit einem Applikator (Polierpad) generell so dünn wie möglich auftragen. Beim auftragen kleine, kreisende und überlappende Bewegungen machen, um auch wirklich jede Stelle des Lacks zu behandeln - Siehe auch: Kreuzstich
  3. Das Wachs einwirken lassen
    (Ablüften) – Siehe: „Fingerwischtest“ für Informationen zur Ablüftzeit.
  4. Abschließendmit dem Mikrofasertuch auspolieren
    (das Wachs abnehmen) - Das Tuch dabei oft wenden, da es sonst schmieren kann (was erst im Sonnenlicht erkennbar ist).


Eine Versiegelung über das Wachs aufzutragen (z.B. für den Winter) ist nicht möglich, da die Versiegelung auf dem Wachs nicht halten bzw. sich die Wachsschicht aufgrund der enthaltenen Lösungsmittel auflösen würde. Es gibt Autoshampoos mit z.B. Carnauba-Anteilen, welche das Wachs während der Reinigung auffrischen. Auch so genannte „Detailer“, die nach der Reinigung angewendet werden, frischen eine bestehende Wachs oder Versiegelungsschicht wieder auf.


Bei Messungen der Schichtdichte nach dem auftragen von mehreren Schichten Wachs, zeigen sich kaum Unterschiede. Mehrere Schichten aufzutragen ist daher nur sinnvoll, wenn man sicher gehen will auch jede Stelle behandelt zu haben (was bei richtiger Durchführung auch schon beim ersten Durchgang möglich ist).


Kreuzstrich

Der Kreuzstich ist ein Bewegungsmuster, das zum maschinellen Auftragen von Polituren häufig empfohlen wird. Begründung: Die in einer Politur enthaltenen Schleifkörner werden durch Druck, Wärme und Drehzahl der Poliermaschine zerlegt – wird der Poliervorgang jedoch unterbrochen bevor die Schleifkörner zerlegt sind (also noch grobkörnig sind), können auf dem Lack so genannte Hologramme zurückbleiben.

Hier kommt der Kreuzstich ins Spiel: Durch dieses Bewegungsmuster ist gewährleistet, das alle Schleifkörner zerlegt und überall gleichmäßig verteilt werden bevor die Politur austrocknet (und das Polieren abgebrochen werden müßte). Mit einer gewissen Erfahrung ist es auch möglich kreuz und quer über den Lack zu gehen und zu erkennen wo die Politur fertig ist (bevor sie ausgetrocknet ist) – aber gerade für Anfänger ist der Kreuzstich in der Eingewöhnungsphase eine zuverlässige Methode.


Bewegungsmuster

  1. Man beginnt in einer Ecke (bspw. unten rechts) und bewegt die Poliermaschine senkrecht entlang einer gedachten Linie bis man oben rechts ankommt.
  2. Von dort versetzt man die Maschine etwas nach links (ca. 50% überlappend zu der gerade gefahrenen senkrechten) und fährt dann wieder senkrecht nach unten. So weiter verfahren bis die gesamte Fläche bearbeitet wurde.
  3. Angekommen in der oberen bzw. unteren linken Ecke, bewegt man die Poliermaschine jetzt waagrecht zu der gegenüber liegenden Ecke auf der rechten Seite.
  4. Von dort bewegt man die Poliermaschine wieder ein Stück hinauf (bzw. hinunter) - wieder mit 50% Überlappung - und fährt wieder waagrecht zur linken Seite. Abermals so weiter verfahren bis die gesamte Fläche bearbeitet wurde.


Wird dieses Muster mehrmals wiederholt, ist eine gleichmäßige Politur garantiert.


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