Motorrad

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Inhaltsverzeichnis


  1. Schutzkleidung

  2. Vor einer Motorradtour

  3. Sozia und Sozius

Siehe auch: Transport von Kindern auf einem Motorrad bzw. Motorfahrrad

Schutzkleidung

Genrell gilt, das nur wer mit Helm, Motorradjacke und -hose (beide mit Protektoren), Stiefeln und Handschuhen – egal bei welchem Wetter oder wie kurz die gefahrene Strecke ist - Motorrad fährt, kann im Falle eines Unfalls die Folgen in Grenzen halten. Bereits "harmlose" Stürze können bei unzureichender Protektion schwere Verletzungen nach sich ziehen.

Bedenken sollte man außerdem, das nur qualitativ hochwertige Bekleidung ausreichhend Schutz bietet und auch das die Sozia/der Sozius geschützt ist!


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Helm


Vorsicht: Sobald ein Helm einmal auf den Boden gefallen ist können, meist nicht sichtbare, Schäden auftreten und so die Schutzwirkung beeinträchtigen. Nach einem Sturz bei dem der Kopf auf den Boden schlägt, darf der Helm nicht weiter verwendet werden - nach einem Aufprall kann dessen dämpfende Wirkung verloren gehen.

Zur Reinigung von Helm und Visier sollte nur ein weiches Tuch und ein spezielles mildes Helm-Reinigungsmittel verwendet werden. Um Verschmutzungen wie Fliegendreck zu entfernen, reicht es aber in der Regel auch einfach ein mit lauwarmem Wasser getränktes Tuch auf den Helm zu legen, es etwas einwirken zu lassen (ca. 15 Minuten) und anschließend die Verschmutzungen abzuwischen.


Bekleidung

Die Entscheidung zwischen Textil- oder Lederbekleidung ist in erster Linie eine Geld- und Geschmacksfrage, wobei Leder oft den besseren Schutz bietet.

Wichtiger ist das die Bekleidung gut sitzt, mit Protektoren ausgestattet ist und das Material eine hohe Abriebfestigkeit sowie Wasserabwiesende Membranen aufweist. Idealerweise sollten Jacke und Hose zusätzlich mit einem Reißverschluss fest miteinander verbunden werden können, um ein verschieben der Kleidungsstücke bei einem Unfall zu vermeiden und so schwerere Verletzungen zu riskieren.


Protektoren

Protektoren (gehärtete Schutzpolster) sollten groß genug sein und vor allem Körperbereiche wie Ellenbogen, Hüfte, Knie, Schultern und den Rücken schützen.

Außerdem sollte mit angelegter Bekleidung eine Testfahrt unternommen werden, um den richtigen Sitz und die Bewegungsfreiheit kontrollieren zu können – die Protektoren dürfen während der Fahrt keinesfalls behindern.


Handschuhe und Stiefel

Weil man bei einem Sturz automatisch versucht sich mit den Händen und Füßen abzufangen, ist ein guter Schutz durch Handschuhe und Schuhwerk in diesem Bereich auch besonders wichtig.

Es sollte sich um abriebfestes Material handeln das eine solide Verarbeitung aufweist. Die Schuhe sollten idealerweise auch das Schienbein abdecken und zusätzlich mit Schienbeinprotektoren ausgestattet sein. Die Handschuhe sollten auch Handrücken-Protektoren und eine zusätzliche Leder- bzw. Textilverstärkung auf der Handinnenseite aufweisen.


Nierengurt

Bei Bekleidung die in der Nierengegend Luftundurchlässig ist, braucht es keinen Nierengurt – empfindlichen Personen sollten den Kauf eines Nierengurts in Erwägung ziehen. Ein Nierengurt kann auch mit einem integriertem Rückenprotektor erworben werden.

Im Sommer sollte die Schutzkleidung folgendes umfassen


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Vor einer Motorradtour


Überprüft werden sollte ...

Vor allem vor jeder längeren Tour sollte das Motorrad technisch überprüft werden – besonders die Bremsen, Reifen (bei 3 mm Profiltiefe wird die Verschleißgrenze von 1,6 mm nach rund 3.000 km unterschritten) und das Motoröl – auch die Antriebskette sollte kontrolliert und ggf. nachgespannt bzw. getauscht werden.

Bremsbeläge und -scheiben die älter als 2 Jahre sind, sollten vor ausgedehnten Motorradtouren (besonders solche über Bergpässe) getauscht werden.

Vorallem weil durch befördertes Gepäck und/oder auf steilen Bergstraßen, Bremsen und Reifen besonders beansprucht werden. Daher sollten vor einer großen Motorradtour idealerweise auch neue Reifen montiert werden.


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Richtige Beladung des Motorrads

Gewichtsverteilung: Jedes schwere Gepäckstück verlagert den Schwerpunkt der Maschine - so hat die richtige Gewichtsverteilung großen Einfluss auf das Fahrverhalten des Motorrades. Zuviel Gewicht im Topcase oder auf dem Gepäckträger bspw., bewirkt eine zu starke Entlastung des Vorderrades und die Maschine neigt dadurch zum Pendeln (im schlimmsten Fall hebt das Vorderrad ab!).

Schwere Gepäckstücke sollten daher in einen Tankrucksack gepackt werden – denn der Schwerpunkt der Maschine sollte stets in der Mitte liegen. Weil eine volle Beladung des Motorrades deßen Fahr- und Bremsverhalten verändert, sollte vor dem Fahrtantritt geübt werden.

Darauf achten nicht das höchst zulässige Gesamtgewicht des Motorrades zu überschreiten.

Und nicht zuletzt: Eine volle Beladung des Motorrades erfordert auch eine Anpassung (erhöhung) des Reifendrucks – um wieviel bar genau ist u.a. vom jeweiligen Motorrad abhängig und sollte daher in der Bedienungsanleitung nachgelesen werden!


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Sozia und Sozius

Die Sozia, der Sozius sollte erst auf das Motorrad steigen, wenn der Fahrer die Maschine fest im Griff hat und bereit dazu ist. Noch vor Fahrtantritt sollte geklärt werden wo sich der Sozius am Lenker festhält, um beim Beschleunigen oder der nächsten Bodenwelle nicht hinunterzufallen!

Idealerweise sitzt der Beifahrer eng beim Fahrer und legt die Hände an dessen Hüften bzw. umfasst sie. Um den Beifahrer nicht zu verunsichern, sollten Fahrtgeschwindigkeit und -strecke zuvor besprochen werden – den wer nicht über eine Helmgegensprechanlage verfügt kann sich dem Fahrer während der Fahrt kaum verständlich machen.

So kann man sich vor der Fahrt Zeichen ausmachen (z.B. 2x auf den Oberschenkel des Fahrers klopfen) um bspw. einen gewünschten Stopp zu signalisieren.

Immer empfehlenswert ist ein Fahrsicherheitstraining, auch um zu erfahren wie man sich durch das zusätzliche Gewicht des Beifahrers und vor allem in Gefahrensituationen richtig verhält.

Ist man öfter mit einem Mitfahrer unterwegs, empfiehlt sich der Abschluss einer so genannten "Insassenunfallversicherung für Einspurige".


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Während der Fahrt

  1. Fahrer und Beifahrer sollten eine Einheit bilden – ein gewisser Körperkontakt ist auf dem Motorrad daher sehr wichtig.
  2. Die Helme sollten sich jedoch nicht zu nahe kommen, um vor allem beim Bremsen ein zusammenstoßen zu vermeiden.
  3. Der Beifahrer sollte ebenfalls immer den Straßenverlauf beobachten und sich gemeinsam mit dem Fahrer in die Kurven legen.

    Das bedeutet das der Beifahrer sich stets an der Körperhaltung des Fahrers orientiert und sich gleichzeitig mit diesem, im selben Winkel, in die Kurven legt. Verstärkt der Fahrer die Schräglage des Motorrades indem er sich mit seinem Oberkörper zur Kurveninnenseite lehnt, muss der Sozius diese Bewegung ebenfalls mitmachen. Wenn der Lenker mit dem Oberkörper in der Kurve nach außen geht, sollte der Sozius an der Kurvenaußenseite vorbeischauen.

    Die Befürchtung das Motorrad könnte dabei umkippen ist unbegründet – durch eine konstante Kurvenfahrt wirken Fliehkraft und Schwerkraft auf den Schwerpunkt von Motorrad, Fahrer und Beifahrer. So entsteht eine Kraft die durch die Lauffläche der Reifen geht und so Fahrer wie Beifahrer ermöglicht so sitzen zu bleiben als würde man geradeausfahren.

  4. Bei einem Bremsmanöver sollte der Beifahrer die Knie an den Fahrer pressen und sich am Tank der Maschine abstützen, um nicht das eigene Gewicht auf den Fahrer zu übertragen.
  5. Der Beifahrer sollte seine Füße während der Fahrt und auch auch an Ampeln oder im Stau immer auf den Fußrasten haben und erst vom Motorrad absteigen, wenn das dem Fahrer unmissverständlich kommuniziert wurde.


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