Reinigung und Pflege

Inhaltsverzeichnis


  1. Reifen und Felgen

  2. Scheibenversiegelung

  3. Kunststoffpflege
    (Kunststoffdressing)
  4. Ledersitze

  1. Spezifische Verschmutzungen

  2. Diverse Verschmutzungen, Hausmittel und Tricks


Reifen und Felgen


Felgenreinigung

Siehe auch: Handwäsche - Felgenreinigung (genauere Beschreibung der Reinigung)


Autoreifen mit Felge

Bei Felgenreinigern wird genrell zwischen zwei Typen unterschieden: Solche mit und jene ohne Säure.

  1. Säurehaltige Felgenreiniger sollten nur selten zum Einsatz kommen, wie bspw. bei sehr stark verschmutzten lackierten Felgen, welche schon über Jahre nicht mehr gereinigt wurden. Die Einwirkzeit sollte jedenfalls genauestens eingehalten werden!

    Bei verchromten und polierten Felgen verursachen säurehaltige Reiniger in der Regel eine böse Überraschung - die behandelte Stelle läuft unmittelbar milchig an. Selbst Felgenreiniger ohne Säure können bei verchromten und polierten Felgen nur bedingt angewandt werden – am besten nur eine Mischung aus Shampoo und Wasser zur Reinigung verwenden, die Zwischenräume mit einem weichen Naturhaarpinsel säubern.

  2. Lackierte Alufelgen können dagegen ohne Probleme mit normalem Felgenreiniger behandelt werden. Die Felge damit einsprühen und den Reiniger nach kurzer Einwirkzeit einarbeiten (z.B. mit mit einer speziellen Felgenbürste oder einem weichen Pinsel) - anschließend gründlich abspülen und die Felgen mit einem weichen Mikrofasertuch (besonders wichtig bei verchromten und hochglanzpolierten Felgen) trocknen. Abschließend eine spezielle Felgenversiegelung auftragen.
Anmerkungen
Bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen kann mit einer Lackreinigunsknete nachgeholfen werden. Ein Backofenspray ist zur Reinigung von Felgen nicht geeignet – das agressive Mittel greift Radmuttern und Felgen an und reinigt auch schlechter als Spezialmittel.

Bei einem falschen Umgang mit Hochdruckreinigern besteht auch Gefahr für die Reifen – diese können dabei, nicht sichtbar, beschädigt werden.


Felgenpflege und Politur

Weil durch das unsachgemäße Polieren von Leichtmetallfelgen nicht nur die Optik leidet sondern auch die Oberfläche aufgeraut werden kann und diese dadurch anfällig für äußere Einflüsse wie Streusalz wird, ist es bei Unketnntnis der Materie eher ratsam einen Fachmann aufzusuchen.

Wer aus Kostengründen keine Werkstatt aufsuchen möchte, muß die Felgen zuerst einmal gründlich Reinigen. Das richtige Reinigen und Pflegen ist von der jeweiligen Felge abhängig und muß daher speziell auf diese abgestimmt sein. Vor dem Polieren ist es daher ratsam eine geeignete Anleitung zu suchen (bspw. im Internet oder direkt vom Hersteller bzw. Händler) und diese auch Schritt für Schritt zu befolgen.


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Felgenversiegelung

Der Zweck einer Felgenversiegelung ist es, das einbrennen von Verschmutzungen wie Bremsstaub oder Teer auf der Felge zu erschweren und sich so deren Pflege merklich zu erleichtern. Dabei spielt die Wahl der Versiegelung eine wichtige Rolle: So sind Wachse auf Carnaubabasis zum Versiegeln der Felgen ungeeignet, da es sich durch die Nähe zu der warmen Bremse verflüssigt und so die Anhaftung von Schmutz mehr fördert als verhindert. Empfehlenswert sind hingegen synthetische Versiegelungen, vorallem solche die besonders Temperaturresistent sind.

Unabhängig davon welches Produkt zur Versieglung verwendet wird, muß die Felge zuvor jedenfalls gründlich gereinigt werden. Und um einen ausreichenden Schutz zu erreichen, sollte das auftragen der Versiegelung jedenfalls in mehreren Schichten erfolgen.

Bei entsprechender Qualität der durchgeführten Versiegelung und normaler Fahrweise, ist es in der Regel genug die Felgen nur mit warmem Wasser zu Reinigen – bei stärkeren Verschmutzungen sollte gewöhnlcihes Shampoowasser ausreichen. Durch den Einsatz von Felgenreinigern wird die Versiegelung angegriffen oder sogar gelöst.


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Scheibenversiegelung


Würde man eine Autoscheibe durch das Mikroskop betrachten, würden statt der normal betrachtet glatten Fläche plötzlich viele offene Unebenheiten zu sehen sein. Die Funktion einer Versiegelung ist es diese zu füllen und die Scheibenoberfläche so annähernd eben zu machen, um Wassertropfen und Schmutzpartikeln möglichst keine Haftungsfläche mehr zu geben.

Das Scheibenversieglungsmittel besteht aus microfein zermalenem Glas, welches durch chemische Vorgänge in einen flüssigen Zustand gebracht wird.


Scheiben vorbereiten

Umso älter die Scheibe ist desto mehr Fett, Staub, Salz usw. kann sich in den Unebenheiten festsetzen – diese Verschmutzungen müßen vor dem Versiegeln jedenfalls entfernt werden - im Fall einer älteren Scheibe am besten mit einer Scheibenpolitur. Das Scheibenpoliturmittel ohne Druck mit einem Schwamm auftragen und auspolieren.

Weil nach der Politur Reste des Mittels in den Unebenheiten der Scheibe verbleiben, sollten diese mit reichlich Isopropylalkohol und sauberen, saugfähigen Tüchern, in mehreren Durchgängen entfernt werden – anschließend einige Minuten warten, damit der Alkohol vollständig verdunsten kann.

Bei neuen Scheiben, d.h. etwa 6 Monate alt und ohne einen überstandenen Winter, reicht in der Regel eine Reinigung nur mit Isopropylalkohol.


Versiegeln

Einige Tropfen des Scheibenversiegelungsmittels auf ein (extra großes) Kosmetikpad tröpfeln und mit Druck in kleinen Abschnitten in die Scheibe einarbeiten – Druck ist notwendig damit das Mittel in die porenartigen Vertiefungen in der Scheibe eindringt. Der bald auftretende graue Schleier bedeutet lediglich, das dass Lösungsmittel verdampft ist – daher einfach weitermachen.

Nach der Bearbeitung der kompletten Scheibe muß diese anschließend noch gereinigt werden – und zwar mit einem kurzhaarigem und saugfähigem Mikrofasertuch. Jetzt sollte etwa 4 Stunden abgewartet werden, bis die Mikropartikel der Versiegelung Zeit hatten eine dauerhafte Verbindung mit der Scheibe einzugehen. Während dieser Zeit sollte die Scheibe nicht mit Wasser oder chemischen Flüssigkeiten in Verbindung kommen!

Anschließend kann die Scheibe normal gereinigt werden – mit einem tensidfreien Scheibenreiniger oder auch einfach mit Isopropylalkohol. Eine sorgfältig durchgeführte Scheibenversiegelung hält für lange Zeit vor.


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Kunststoffpflege (Kunststoffdressing)


Die Kunststoffpflege im Außen- bzw. Innenbereich unterscheidet sich im wesentlichen durch Standzeit und Glanzgrad. Eine zuvor durchgeführte Reinigung der Kunststoffe ist wichtig und bestimmt dabei über die Standzeit und den Glanzverhalten des Dressings.


Im Innenbereich werden selten silikonhaltige Kunststoffpflegeprodukte verwendet, weil hier die Beanspruchung geringer ist (Ausnahme Cabrio) als im Außenbereich. Geeignet ist bspw. 1:10 AllPurpose Cleaner.

Die Pflege ist wichtig um den Kunststoff vor UV-Strahlen zu schützen – denn Sonnenlicht lässt das Material schneller altern und kann es sogar spröde machen. Kunststoffpflege für den Innenbereich glänzt meist weniger, das Finish der meisten gängigen Mittel ist matt und der Glanz kann durch nachwischen beeinflußt werden.


Im Außenbereich hingegen muss für ein langanhaltendes Resultat meist ein silikonhaltiges Pflegeprodukt verwendet werden (wie z.B. 1:4 AllPurpose Cleaner).

Der Kunststoff im Außenbereich ist meist resistenter als im inneren, jedoch bleicht er bei vielen Fahrzeugen relativ schnell aus. Die Pflegemittel geben dem Kunststoff wieder die schwarze, matte Farbe zurück und enthalten meistens auch UV Blocker, um ein ausbleichen zu verhindern bzw. zu verlangsamen.


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Ledersitze


Roter Sportautositz Die Pflege von Glatt- und Kunstleder unterscheiden sich nicht - Pflegerodukte die auf echtem Glattleder empfohlen sind, können auch auf Kunstleder verwendet werden. Abhängig vom Grad der Verschmutzung, wird Leder mit einem milden oder starken Lederreiniger und einer Bürste bearbeitet.

  • Bei noch nie gereinigtem, sehr stark verschmutztem und speckigem Leder, kommt statt der Bürste ein feuchter Schmutzradierer zum Einsatz.
  • 3-4 Jahre altes, also relativ neues Leder, sollte ausschließlich mit einer Versiegelung aber keiner Pflegemilch geschützt werden.
  • Bei älterem Leder, daher mehr als 4 Jahre altem, sollte erst eine Versiegelung aufgetragen werden und anschließend eine Pflegemilch, um das spröde werden des Leders zu vermeiden (Nachteil: durch die Pflegemilch glänzt es etwas mehr).


Gelochtes Leder wird zwar ähnlich wie Glattleder gereinigt, man sollte jedoch darauf achten möglichst wenig des Pflegeprodukts aufzutragen (denn man bekommt es nur schwer wieder aus den vielen kleinen Löcher heraus).

Sollte das Leder so glänzend und verschmutzt sein dass der Einsatz eines starken Lederreinigers und eines Schmutzradierers notwendig ist, sollten die Löcher nach dem Abwischen des Reinigers rasch von Produktresten befreit werden (bspw. mit einem Staubsauger – Vorsicht, um Kratzer durch die Düse zu vermeiden, diese zwischen den Fingern halten sodaß nur diese das Leder berühren).

In den Löchern verbliebene Reste des Pflegemittels können z.B. auch mit einem Zahnstocher gesäubert werden. Versiegelungen und Pflegemilch können am besten mit einem Baumwollapplikator aufgetragen werden - nach einer kurzen Einwirkzeit von etwa 2-4 Minuten, sollten verbliebene Rückstände mit einem sauberen Tuch weggewischt werden.


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