Honig als Heilmittel

Inhaltsverzeichnis


  1. Honig als Heilmittel

  2. Gesundheitliche Risiken

  3. Giftige Honigsorten


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Frau mit einem Löffel Medizin

Honig als Heilmittel

Siehe auch: Buchliste (Gesundheitliche Nutzung von Honig, Pollen, Propolis, Gelée Royale und Bienenwachs) | Alkoholische Getränke auf Honigbasis

Im Rahmen der sogenannten Apitherapie, wird Honig in der Naturheilkunde auch als Heilmittel eingesetzt.

Wirkungen von Honig



Honig in der Medizin

Naturbelassener Honig bzw. Honig aus dem Glas, gilt in der Medizin als nicht eignet zur Wundbehandlung. Keime können sich im Honig zwar nicht vermehren, es kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden dass sie bereits im Honig vorhanden sind. Medizinisch genutzter Honig wird daher vor seiner Anwendung mit Gammastrahlen sterilisiert. Anders als bei der thermischen Sterilisation, werden dadurch die an der Heilwirkung maßgeblich beteiligten Enzyme nicht zerstört.

Im August 2005 wurde Medihoney, ein Fertigpräparat zur Wundbehandlung, europaweit als Medizinprodukt zugelassen. Der für Medihoney verwendete Honig wird aus dem Blütennektar verschiedener Leptospermum-Arten (eine Pflanzengattung in der Familie der Myrtengewächse) gewonnen, von denen auch der Manuka-Honig stammt. Als weitere Komponente enthält das Produkt einen Blütenhonig mit hohem Anteil des Enzyms Glucose-Oxidase. Das Honiggemisch wird durch Gammastrahlen keimfrei gemacht. Mehrere Kliniken setzen Medihoney bereits zur Wundversorgung ein.


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Bienenwachs

Zwei Weiselzellen mit 2 im  Königinfuttersaft (Gelée Royale) swimmenden Maden Wird neben der Herstellung von Kerzen auch in Pflegemitteln und Kosmetika verarbeitet. Die pharmazeutische Industrie benötigt ebenfalls noch immer Bienenwachs als Grundstoff.

Bei der Lebensmittelherstellung wird Bienenwachs u.a. als Überzugsmittel E901 verwendet.


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Gelée Royale

Die Wirkung von Gelée Royale auf den Menschen ist umstritten, u.a. auch deswegen bis heute noch nicht alle Substanzen vollständig entschlüsselt wurden. Dem Gelée Royale wird eine verjüngende Wirkung auf den menschlichen Körper nachgesagt.

Bei den Bienen wird der spezielle Futtersaft von den Arbeitsbienen produziert und dient ausschließlich zur Fütterung der Königinnen. Er bewirkt das die Königin deutlich größer wird und gegenüber den Arbeiterinnen eine vielfach längere Lebenszeit hat.


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Pollen

Ein hochwertiges Eiweißprodukt das als Nahrungsergänzung verwendet wird. Pollen

Weitere Inhaltsstoffe sind Aminosäuren, Enzyme und ein hoher Vitamin B Gehalt, wobei insgesamt von etwa 100 biologischen Aktivstoffen ausgegangen wird. Da reiner Pollen relativ herb schmeckt, wird er meist im gefrorenen Zustand zermahlen und dann mit Honig vermischt. Aufgrund der Inhaltsstoffe sollte Pollen möglichst frisch verzehrt werden, d.h innerhalb von 6 Monaten.


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Propolis

(auch Kittharz)
Propolis

Propolis gilt als eines der effektivsten natürlich vorkommenden Antibiotika und auch Antimykotika (ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen), weshalb es auch heute noch in der Naturheilkunde als Wundmittel eingesetzt wird.

Da die Zusammensetzung sehr stark streuen kann, ist mit einer arzneimittelrechtlichen Zulassung eher nicht zu rechnen. Desweiteren kann ein gewisser Prozentsatz von Menschen gegen Propolis allergisch sein, weshalb vor einer Selbstmedikation (ohne vorherigen Test) abgeraten wird.


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Bienengift

Hat eine stark durchblutungsfördernde Wirkung und wird u.a. zur Behandlung von entzündlichen Gelenkerkrankungen eingesetzt.

Das Gift bewirkt im Körper eine Ausschüttung von Cortisol aus den Nebennierenrinden, wodurch eine Entzündungshemmung für viele rheumatische Beschwerden möglich ist. Eine Überdosierung bewirkt beim Patient das Gefühl tatsächlich gestochen worden zu sein. Auch wird die Behandlungsstelle rot, heiß und schwillt wie bei einem Stich an. Linderung bringt eine permanente Kühlung.


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Gesundheitliche Risiken

Blütenpollen sind im Honig zwar nur in geringen Mengen (ca. 0,5 %) enthalten, können nach dem Verzehr bei Pollenallergikern aber zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Es gibt jedoch auch vereinzelte Berichte, nach denen bei Verzehr von Honig aus der eigenen Region eine Hyposensibilisierung erreicht wurde. Die regelmäßige Aufnahme von geringen Mengen Blütenstaub über die Schleimhäute und den Verdauungstrakt, kann daher zu einer langsamen Gewöhnung des Körpers an diese Stoffe führen.

Giftstoffe im Honig

Es kann vorkommen das Bienen Wirkstoffe aus Giftpflanzen mit dem Nektar oder Pollen in den Honig miteinbringen und manche Honigsorten daher erhöhte Anteile dieses Stoffes enthalten. Auf die Bienen haben die Giftstoffe meist keine nennenswerte Wirkung, können beim Menschen aber eine schädliche Wirkungen entfalten. So können Honige auch krebsauslösende und besonders giftige Pflanzenstoffe in durchaus bedenklichen Konzentrationen enthalten.

Bspw. wurden in 9 % von ca. 1.300 seit 2009 untersuchten Proben, Pyrrolizidinalkaloide gefunden. Vor allem betroffen waren dabei Rohhonig aus Süd- und Mittelamerika. Einer Schätzung des taz basierend auf Grundlage von Branchenzahlen, kommt der meiste Honig für den deutschen Verbrauch aus solchen Regionen. Denoch gibt es bis heute weder Regelungen für Höchstmengen von Pyrrolizidin-Alkaloiden noch Kontrollen

Eine Reihenuntersuchung der Zeitschrift Öko-Test aus dem 2009 zeigte, das beinahe die Hälfte der Importhonige Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthielten wohingegen Honig von deutschen Imkern genauso wie Produkte aus Südosteuropa und dem fairen Handel unbelastet waren. Hingegen wurden Pestizide (meist das Insektizid Thiacloprid) fast ausschließlich in deutschen Produkten gefunden, vor allem in Rapshonigen bzw. Blütenhonigen mit hohem Rapsanteil.


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Botulismus

Die Sporen einiger Bakterien können im Honig überleben, wobei der Krankheitserreger Clostridium botulinum (der Botulinumtoxin freisetzt) als besonders gefährlich gilt da er zu Lähmungserscheinungen führen (Botulismus) kann.

Säuglinge sind dabei stärker durch bakterielle Infektionen gefährdet als Erwachsene, vermutlich wegen ihrer noch nicht voll entwickelten Darmflora (erst am Ende des zweiten Lebensjahres haben Säuglinge Magensäurewerte wie Erwachsene). Bei Säuglingen die eine Infektion mit dem Bakterium erleiden, ist trotz Intensivmedizin mit einem bleibenden Schaden zu rechnen. Aus diesem Grund wird dazu geraten, bei Säuglingen unter zwölf Monaten ganz auf die Gabe von Honig zu verzichten. Säuglingsbotulismus durch den Verzehr von Honig ist jedoch sehr selten.


Anmerkung
Bei Untersuchungen in Japan wurde in 8,5 % (23 von 270) der Honigroben Clostridium botulinum gefunden, in Brasilien wurde der Erreger bei 7.06 % (6 von 85) der Proben erkannt. Bei Untersuchungen von Säuglingsnahrung und Honig aus Deutschland und Vietnam, wurden bei acht von 46 in Deutschland gekauften Proben (davon 6 Säuglingsnahrungs- und 2 Honigproben) Clostridium botulinum-Sporen gefunden. Proben von Säuglingsmilchpulver waren alle negativ, wohingegen 4 der 9 Getreidenahrungsproben, 1 von 8 Kartoffelpurée- und 1 von 7 Gemüsenahrungsproben positiv für Typ B waren.


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Giftige Honigsorten

Pontischer Honig

Der Pontische Honig ist seit der Antike bekannt und stammt aus der Schwarzmeerregion. Aufgrund seiner hohen Anteile an Grayanotoxin (aus der Pontischen Azalee; Rhododendron flavum) und anderer Toxine aus Pflanzen der Familien der Heidekrautgewächse und Seifenbaumgewächse, kann der Honig beim Menschen Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Halluzinationen hervorrufen. Darüber hinaus wurden auch Fälle von reversiblem Herzstillstand beschrieben. Rhododendronarten die Grayanotoxin enthaltenen kommen auch in Nordamerika sowie in Asien vor.


Weitere giftige Honigsorten

Der Honig der Rosmarinheide (Andromeda polifolia L.) enthält Andromedotoxin und einige Honige aus Neuseeland enthalten hohe Anteile Tutin und Melliotoxin (Hydroxytutin) aus dem Nektar der Tutapflanze (Coriaria arborea), das bereits bei einer Dosierung von 1 mg Übelkeit und Erbrechen auslösen kann.


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