Alkoholische Getränke
auf Honigbasis

Inhaltsverzeichnis


  1. Getränke die auf vergorenem Honig basieren

  2. Getränke die mit unvergorenem Honig gewürzt
    bzw. gesüßt werden


  1. Zum Index

Getränke die auf vergorenem Honig basieren

Dank seines charakteristischen Geschmacks und des hohen Zuckeranteils, wird Honig als universeller Grundstoff zur Getränkezubereitung genutzt.

So werden die im Honig gelösten Zucker einerseits als Rohstoff für die alkoholische Gärung genutzt und der Honig andererseits als Süßungsmittel und Würze in alkoholischen bzw. nichtalkoholischen Getränken verwendet.


Honigbier

Fuller's Honigbier
Honigbier bezeichnet Bier das unter Zugabe von Honig gebraut wird. Dabei wird der Honig zur Würze bzw. zum Jungbier hinzugefügt, wodurch der enthaltene Zucker mitvergoren wird (das Bier wird dadurch nur wenig süßer). Je nach Sorte schwankt der Alkoholgehalt von Honigbier zwischen 4,9 - 8 Vol.-% und wird unter Namen wie Wikingerbier, Odinbräu oder Mede vertrieben.

Alternativ wird fertig gebrautes Bier erhitzt (pasteurisiert) und dann der Honig zugegeben. Das Resultat ist ein Biermischgetränk mit einem kräftig süßen Honiggeschmack, das inoffiziell Honigbier genannt wird.

Wie eine Untersuchung germanischer Trinkhörner bewiesen hat, setzten bereits die Germanen ihrem aus Emmer und Gerste gebrauten Bier Honig zu. Im Mittelalter (bevor der Hopfen entdeckt wurde) galt Honigbier als länger haltbare Sorte, da im Honig natürliche (von den Bienen erzeugte) Konservierungsstoffe enthalten sind.


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Gvirc

Gvirc ist eine aus Kroatien stammende weinähnliche Spezialität, die mit Honig hergestellt wird und auf der Medovina basiert.

Bei der Zubereitung entsteht zunächst die sogenannte Medovina (kroat. "med" für "Honig") mit ca. 2–3 Vol.-% Alkohol. Erst nach der weiteren Verarbeitung entsteht das Gvirc mit einem Alkoholgehalt von ca. 10–12 %.

Medovina sowie Gvirc werden kalt mit Eis serviert. In Kroatien sind die beiden Getränke vor allem im Norden populär (Medimurje und Hrvatsko Zagorje) und werden häufig bei Kirchweihfesten (Proštenje) oder Wallfahrten getrunken.


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Medowucha

Eine Flasche Medowucha
Medowucha (von russ. „med“ bzw. „mjod“ für „Honig“) ist ein traditioneller, mit Honig gesüßter Beerenwein mit ausgeprägt würzig-süßem Honiggeschmack aus Russland.

Medowucha wird durch Gärung verdünnter Beeren- bzw. Fruchtsäfte, welchen später Honig und Alkohol hinzugefügt wird, hergestellt. Je nach Sorte variiert der Alkoholgehalt klassischen Medowuchas im Bereich zwischen ca. 10 - 16 Vol.-%, wobei es auch alkoholfreien Medowucha gibt. Durch die Gärung bildet sich Kohlensäure, wodurch der Medowucha sein typisches Prickeln bekommt.

Die Ursprungsstadt des Medowucha ist die altrussische Stadt Susdal, wo sich seit Jahrhunderten der traditionsreiche und in ganz Russland bekannteste Herstellungsbetrieb ("Susdalski medowarenny sawod" die „Susdaler Honigfabrik“) des Medowucha befindet, welcher zu Sowjetzeiten weitgehend in Vergessenheit geriet. Medowucha aus Susdal ist vielerorts in Russland erhältlich und wird in verschiedenen Sorten verkauft, die sich in erster Linie im Alkoholgehalt unterscheiden.


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Met (Honigwein)

Eine Flasche polnischer Met
Met, der klassische Honigwein, ist ein alkoholisches Getränk das aus Honig und Wasser besteht und ursprünglich mittels spontaner Gärung hergestellt wurde. Vor allem in der privaten Produktion werden teilweise auch verschiedene Gewürze, Früchte und Fruchtsäfte (meist Äpfel und Apfelsaft) hinzugefügt oder statt des Wassers verwendet.

Mit Kirschen vergorener bzw. mit Kirschsaft vermischter Met, wird meist als Wikingerblut oder Odinsblut bezeichnet. Met bzw. Wikingerblut das mit einer scharfen Gewürzmischung versetzt ist, wird auch Drachenblut genannt.

Für seine Herstellung werden meist Reinzuchthefen verwendet, wie sie auch bei der Weinbereitung (aus Weinbeeren) Verwendung finden. Je nach verwendeter Hefe, der Zuckermenge (Honig) und anderen Umgebungsbedingungen im Verlauf der Gärung, kann Met bis zu 20 Vol.-% Alkohol enthalten wobei 11–16 Vol.-% üblich sind.

Met wird sowohl heiß als auch kalt getrunken.


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Tej

Tej (amharisch; ausgesprochen Tedsch) ist ein äthiopischer Honigwein bzw. Met, der aus Honig, Wasser und Stängeln des Gesho-Strauchs (Rhamnus prinoides), die bei der Gärung zugesetzt wreden, hergestellt wird. Sein Alkoholgehalt beträgt zwischen 6 - 11 Vol.-%. Das Getränk ist bernsteinfarben und nach der Filtrierung klar.

Tej wird in Äthiopien für den Privatgebrauch hergestellt oder auch in speziellen Gaststätten, den sogenannten Tej bets (amharisch für "Tej-Haus"), aus Glasrundkolben (Berele) getrunken.


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Getränke die mit unvergorenem Honig gewürzt bzw. gesüßt werden


Bärenfang

auch

Petzfang

Flaschenaufkleber Bärenfang
Bärenfang oder Petzfang ist ein aus Ostpreußen stammender Likör, der aus Honig, Gewürzen und hochprozentigem Alkohol besteht. Der Alkoholgehalt des Bärenfang liegt zwischen 20 - 45 Vol.-%! Oft gibt man sich das Getränk bspw. in den Tee.


Erzeugung

Bärenfang wird in der Regel mit Blütenhonig hergestellt, da Waldhonig (Honig aus Honigtau) eine bittere Note verursachen kann. Es sollten unterschiedliche Honigsorten ausprobiert werden, da die Sorte einen wesentlichen Einfluss auf den Geschmack hat. Besonders gut schmecken soll dabei Frühjahrsblütenhonig, Sommertracht- und Heidehonig.

Anmerkung: Der Likör sollte nicht zu kalt aufbewahrt werden, da der Honig sonst wieder auskristallisiert.


Bärenfang Rezept 1

  1. Blütenhonig in Wodka bzw. einem anderen hochprozentigem Alkohol auflösen.
  2. Gewürze wie bspw. Nelken, Vanilleschoten, Zimtstangen oder Zitronenschale hinzufügen und einige Tage ziehen lassen.
  3. Den Bärenfang durch ein feines Sieb filtern und zum Reifen eventuell in ein dunkles Gefäß füllen.

Rezept: Ostpreußischer Bärenfang


Zutaten
  • 1 Zimtstange
  • 4 Gewürznelken
  • 1/2 Vanilleschote
  • Zesten einer Zitrone (mit einem Sparschäler abgeschält)
  • 700 ml Wodka (40 Vol.-%)
  • 375 g feinster Blütenhonig


Zubereitung

  1. Den Honig in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren langsam verflüssigen. Dabei etwa die Hälfte des Wodkas nach und nach einlaufen lassen.
  2. Dann den Topf vom Feuer nehmen und den Honig kalt rühren, während langsam der restliche Wodka hinzugefügt wird.
  3. Die Wodka-Honigmischung zusammen mit den Gewürzen und der Zitronenschale in eine große Flasche füllen und die Mischung gut verschlossen bei Zimmertemperatur 8 - 10 Tage reifen lassen.
  4. Abschließend die Gewürze abfiltern und den fertigen Likör in eine Flasche umfüllen.

Bei Zimmertemperatur ist der Ostpreußische Bärenfang rund 4 Monate haltbar.

Rezept: Bärenfang auf Weingeist-Basis


Zutaten
  • 250 ml Wasser
  • 250 ml Weingeist (98 Vol.-%)
  • 250 ml Honig


Zubereitung

  1. Den Honig in Wasser auflösen und mit dem Weingeist vermischen.
  2. Die Mischung in eine Flasche füllen, diese gut verschließen und ca. 2-3 Wochen reifen lassen.
  3. Die zu Beginn trübe Flüssigkeit hat sich geklärt und kann vom Bodensatz (event. durch z.B. einen Kaffeefilter) abgegoßen werden.

Der fertige Weingeist-Bärenfang hat einen Alkoholgehalt von rund 33 Vol.-%, eine längere Stehzeit verbessert sein Aroma.


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Krupnik

Eine Flasche polnischer Krupnik
Ein süßer Wodka-Likör der auf Kornbrand und Honig basiert und vor allem in Polen und Litauen populär ist. Er besteht zu 40 - 50 Vol.-% aus Trinkspiritus (nicht vergällter Spiritus), Honig und bis zu 50 unterschiedlichen Kräutern.

Der Krupnik (altslawisch krupa für Gerstenkorn) ist in Polen und in Litauen etwa seit dem 16. Jahrhundert bekannt und war vor allem bei der Szlachta (ein Adelsstand im Königreich Polen) der Polnisch-Litauischen Union ein beliebtes Getränk. In unzähligen Tagebüchern aus dieser Zeit sind eine Vielzahl von Rezepten überliefert.

Das Getränk wird entweder heiß oder gekühlt getrunken und ist in ähnlicher Form unter dem Namen Bärenfang auch als ostpreußische Spezialität bekannt.

Im polnischen bezeichnet Krupnik iauch eine Gersten-Suppe (Graupensuppe).


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Mulsum

Mulsum ist eine antike römische Weinzubereitung mit Honig (ein Gewürzwein), der bei den Römern sowie den Griechen sehr beliebt war. Den antiken Römern galt Mulsum als appetitanregend, verdauungsfördernd, nahrhaft sowie lebensverlängernd. Das letztere weil zahnlose ihr Brot im Mulsum einzuweichen bevorzugten :-).

Mulsum der erwärmt getrunken wird, soll außerdem auch gegen Durchfall eingesetzt worden sein. Der Honigwein wurde reisenden bspw. auch auf der Straße gereicht.

Laut einer Überlieferung von Plinius, antwortete der über hundertjährige Romilius Pollio auf die Frage wie er den sein hohes Alter erreicht hätte mit:
Innen mit Mulsum, außen mit Öl!

Das Mulsum wurde bei den Römern bevorzugt vor dem Essen oder zu Vorspeisen gereicht (der Vorspeisengang wurde deswegen auch als promulsis bezeichnet). Neben Wein süßten die Römer übrigens auch fast jede Sauce mit Honig.


Den antiken Quellen zufolge gab es mehrere Methoden um Mulsum zuzubereiten ...

  1. Nach Plinius: Herber Wein wird mit abgekochtem Honig vermischt.
  2. Nach Columella: Traubensaft wird mit Honig vermischt und in einem verschlossenen Gefäß zum Gären belassen.
  3. Nach Martial: Der damals beliebte Falerner-Wein wird mit attischem Honig versetzt.
  4. Nach Palladius: Bereits gärender Traubenmost wird mit Honig nachgesüßt und für einige Zeit weiter vergoren.
  5. Nach Apicius: Zerstoßener Pfeffer wird mit abgeschäumten Honig und Wein in ein Gefäß gegeben (nach Geschmack mehr Honig oder mehr Wein) - nur soviel wie auf einmal getrunken werden soll.


Mulsum Rezept


Zutaten
  • 150 g Honig
  • 5 Pfefferkörner
  • 750 ml Liter Weißwein


Zubereitung

  1. Pfefferkörner fein mahlen
  2. den Honig leicht erwärmen
  3. und mit dem Wein sowie dem Pfeffer vermischen.

Das Getränk vor dem servieren kalt stellen.


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Ronmiel

Ein mit Wasser und Honig verschnittener Rum bzw. Aguardiente von den Kanarischen Inseln.


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