Honigsorten

Inhaltsverzeichnis


  1. Einleitung
  2. Blütenhonige

  3. Honig aus Honigtau


  1. Zum Index

Einleitung

Meist wird das Aroma des Honigs durch den Nektar einer Massentracht dominiert (die Trachtenpflanzen sind die zum Sammeln von Nektar und Pollen besuchten Pflanzen) - sogenannte „Beitrachten“ verleihen dem Honig dabei eine besondere Geschmacksnote. Wo und was die Bienenvölker eintragen kann vom Imker nur bedingt beeinflusst werden, indem er die Bienenvölker zu entsprechenden Standorten transportiert.

Honige von verschiedenen Pflanzen unterscheiden sich nicht nur in Geschmack, Geruch und Farbe voneinander, sondern auch im Spektrum ihrer Inhaltsstoffe das für jede Nektar oder Honigtau erzeugende Pflanze typisch ist. Bei Honig mit einer botanischen Herkunftsangabe, muss der Honig überwiegend (zu mehr als 50 %) von der angegebenen Quelle stammen (u.a. bestimmt durch Geschmack, Pollengehalt und elektrische Leitfähigkeit).



Blütenhonige

Honig der aus dem Blütennektar von Pflanzen gewonnen wird. Im Gegensatz dazu der Honig aus Honigtau, den die Bienen von den zuckerhaltigen und ballaststoffreichen Ausscheidungen der Pflanzenläuse sammeln.

Die meisten Blütenhonige kristallisieren bereits nach 1 bis 6 Wochen. Eine Ausnahme ist bspw. Akazienhonig, der oft 12 Monate flüssig bleibt. Wird der Honig während der Kristallisationsphase intensiv gerührt (wodurch die sich bildenden Zuckerkristalle mechanisch zerkleinert werden), kann die Konsistenz des Honigs beeinflusst werden - es entsteht ein feincremiger, weicher Honig (auch als feinsteife Konsistenz bezeichnet).


Akazienhonig

Akazienhonig wird (in Deutschland) von der falschen Akazie (Gewöhnliche Robinie; Robinia pseudoacacia) gewonnen.

Der Honig von heller bis goldgelber Farbe ist sehr mild und lieblich im Geschmack. Er eignet sich gut für das Süßen von Backwaren und Tee. Robinienhonig bleibt sehr lange (oft 12 Monate) flüssig.

Buchweizenhonig

Buchweizenhonig stammt vom Echten Buchweizen (Fagopyrum esculentum).

Der Honig hat ein sehr kräftiges, an Rübensirup erinnerndes Aroma und ist für einen Blütenhonig ungewöhnlich dunkel.

Blütenhonig

Blütenhonig ist eine allgemeine Sortenbezeichnung für Honig, der überwiegend nicht von einer sondern verschiedenen Trachtpflanzen stammt.

Blütenhonig hat oft eine hellgelbe Farbe und einen relativ milden Geschmack.

Edelkastanienhonig

Edelkastanienhonig stammt von der Edelkastanie (Castanea sativa) aus Maronenwäldern. Der Nektar wird nur zum Teil aus den Blüten gesammelt, der Rest stammt aus den Blattachseln (extraflorale Nektarien).

Es ist ein sehr kräftiger und herber, im Nachgeschmack leicht bitterer Honig von rotbrauner Farbe, der einige Monate flüssig bleibt.

Eukalyptushonig

Eukalyptushonig wird an Eukalypten (Eucalyptus; auch Blaugummibaum) gesammelt und stammt bspw. aus Italien.

Es ist ein würziger Honig der leicht nach Eukalyptus riecht aber nicht danach schmeckt. Bei Atemwegsinfektenwird er gerne zum Süßen von Kräutertees verwendet.

Heidehonig

Heidehonig wird an Heide-Landschaften (gekennzeichnet durch nährstoffarmen und sauren Boden) gesammelt.

Der Heidehonig hat ein kräftiges Aroma und eine typische geleeartige Konsistenz, welche von dem hohen Gehalt an Eiweißverbindungen stammt.

Jellybush-Honig (Australischer Manuka)

Jellybush-Honig bezeichnet einen Honig aus Australien, der wie Manuka-Honig von einer Teebaumart (Leptospermum polygalifolium) stammt.Die Bezeichnung Jellybush für diese Pflanze, bezieht sich darauf dass der Honig geleeartig kandiert.

Wie dem Manuka-Honig wird auch dem Jellybush-Honig eine positive Wirkung auf die Gesundheit nachgesagt, weshalb er auch als „Australischer Manuka“ bezeichnet wird.

Kleehonig

Kleehonig stammt von Feldern des Weiß-Klee (Trifolium repens).

Der Honig hat eine sehr dünne Konsistenz, eine weiße bis elfenbeinfarbene Farbe und einen milden Geschmack.

Lavendelhonig

Lavendelhonig stammt von Lavendelfeldern der Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) und kommt aus Frankreich (Provence).

Der Honig hat ein deutliches Lavendelaroma und gilt als Spezialität.

Lindenhonig

Lindenhonig stammt von Lindenbäumen (Tilia).

Es ist ein besonders süßer Honig mit einem typisch fruchtigem und leicht minzigen Geschmack. Der Honig hat eine grünlich-weiße bzw. manchmal auch gelbliche Farbe.

Löwenzahnhonig

Löwenzahnhonig stammt von im Frühjahr blühenden Wiesen mit Löwenzahn (Taraxacum). Er kann nur an Standorten entstehen, an denen zur gleichen Zeit nicht auch Raps oder Obstbäume blühen.

Der Honig hat einen sehr kräftigen, aromatischen und relativ süßen Geschmack mit einer typisch gelben Farbe.

Manuka-Honig

Manuka-Honig ist eine Honigsorte aus Neuseeland, die aus dem Blütenektar der neuseeländischen Teebaumart Südseemyrte (oder Manuka bzw. Leptospermum scoparium) gewonnen wird. Dem Honig wird eine besondere Heilwirkung nachgesagt.

Es ist nachgewiesen das der Manuka-Honig eine mehrfach höhere antibakterielle und antimykotische Wirkung als andere Honigsorten besitzt. Die antibakterielle Eigenschaft von Manuka-Honig wird auf den Gehalt an Methylglyoxal (MGO) zurückgeführt (bis zu 100fach höher als in konventionellen Honigsorten). Bakterizide Wirkungen wurden dabei vor allem gegen die Erreger Staphylococcus aureus und Escherichia coli festgestellt.

Moltebeerhonig (Hillasuonhunaja)

Moltebeerhonig (Hillasuonhunaja) stammt aus Lappland und ist eine der seltensten Honigarten der Welt.

Pro Jahr sind bis zu drei Honigernten möglich, wobei jede Jahreszeit ihre eigenen Blütentrachten hat.

Orangenblütenhonig

Orangenblütenhonig stammt von der Orange (Citrus × sinensis L.) und kommt bspw. aus Spanien.

Phaceliahonig

Phaceliahonig stammt von der Pflanzen der Gattung Phacelia (auch auch Bienenweide, Bienenfreund oder Büschelblume).

Dieser Honig hat ein mildes aber typisches Aroma und ist von hellbeiger bis weißer Farbe, oft auch glasig.

Rapshonig

Rapshonig stammt vom Raps (Brassica napus).

Es ist ein cremiger bzw. auch fester, weißer bis elfenbeinfarbiger Honig mit einem charakteristisch milden Aroma.

Sonnenblumenhonig

Sonnenblumenhonig stammt von Sonnenblumenfeldern (Helianthus annuus).

Der hellgelbe bis orange-gelbe Honig hat einen charakteristisch kräftigen Geschmack und riecht etwas harzig.

Tasmanischer Lederholzhonig

Ein Honig der in Australien wegen seines einmaligen Geschmacks sehr geschätzt wird.

Thymianhonig

Honig vom Thymian (Thymus) der bspw. von der Insel Lipsi oder auch Kreta in Griechenland kommt.

Tupelohonig

Tupelohonig stammt vom Ogeche-Tupelobaum (Nyssa ogeche) und kommt aus Florida (USA).

Der hellgoldene (grünlich schimmernde) Honig ist süß mit einem schweren und würzigen Aroma. Da der reine Honig doppelt soviel Fruchtzucker (46 %) wie Traubenzucker (23 %) hat, kristallisiert er nicht.


Honig aus Honigtau

Honigtauhonig entsteht wenn Bienen die zuckerhaltigen und ballaststoffreichen Ausscheidungen von Pflanzenläusen (Honigtau) sammeln. Solcher Honig hat in der Regel eine deutlich dunklere Farbe als Blütenhonig und bleibt lange flüssig.


Blatthonig

Blatthonig bezeichnet Honigtauhonig von Laubbäumen (bspw. Eiche und Ahorn).

Der Honig ist kräftig bis manchmal auch karamellartig im Geschmack.

Tannenhonig

Honigtauhonig von der Weißtanne (Abies alba) von der es bspw. im Schwarzwald, im Schwäbischen und im Bayerischen Wald größere Bestände gibt.

Typischer Tannenhonig hat einen kräftig würzigen Geschmack und einen grünlich-schwarzen Farbton. Weißtannenhonig bleibt über mehrere Monate und manchmal sogar jahrelang flüssig.

Waldhonig

Die allgemeine Bezeichnung für Honigtauhonig der nicht überwiegend von einer Pflanzenart stammt. Honigtauspender sind dabei Schild- und Rindenläuse auf Douglasien, Fichten, Kiefern und Tannen, wobei auch ein gewisser Anteil an Nektar von Blütenpflanzen enthalten ist (dieser darf aber nicht überwiegen).

Der hell- bis dunkelbraune Honig hat einen kräftigen und leicht herben Geschmack.


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