Jazzstile

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Inhaltsverzeichnis

  1. Hot oder Oldtime Jazz

  2. Modern Jazz

  3. Free Jazz
  4. Jazz Fusion
  5. Zeitgenössische Jazzstile


  1. Jazz - Titelseite
    Steckbrief | Einleitung | Etymologie


  1. Geschichte des Jazz


  1. Kennzeichen des Jazz & Jazzharmonik


  1. Jazzstandards

Jazzstile


Weil die Grenzen zwischen den Stilen des Hot oder Oldtime Jazz fließend sind und der Zeitpunkt ihrer Entstehung meist nicht eindeutig definiert werden kann, ist die Kategorisierung verschiedener Jazzstile und deren zeitliche Zuordnung nur schwer möglich.

In vielen Fällen ist es auch kaum möglich von der Dominanz eines Stiles während einer bestimmten Periode zu sprechen, weshalb folgende Auflistungen daher nur einige grobe Anhaltspunkte bieten können.


Hot oder Oldtime Jazz

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Modern Jazz


Modern Jazz ist eine Sammelbezeichnung verschiedener Jazzstile, welche von etwa 1940 bis 1960, also zwischen dem Swing-Stil der 1930er und frühen 1940er und dem Free Jazz ab etwa 1960, entstanden sind. Zum Teil wird der Begriff auch für alle nach dem Oldtime Jazz entstandenen Jazzformen verwendet.

Der Modern Jazz ist im Gegensatz zu den vorangegangenen Jazzstilen kein Massentanzstil mehr (wie vor allem der Swingstil) sondern mehr eine Zuhörmusik (engl. sophisticated = anspruchsvoll). Zu einem Begriff wurde der Modern Jazz u.a. auch durch das Modern Jazz Quartet.


[siehe auch: Modern Jazz - Definition und Entwicklungen]



Die Bossa Nova-Interpretationen in den 1960er Jahren, u.a. durch Charlie Byrd, Stan Getz, Herbie Mann oder Paul Winter, erreichten ein breites Publikum.

Ein legitimer Erbe des Modern Jazz ist der zeitgenössische Stil des Modern Creative Jazz.

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Free Jazz (1960)


Ab etwa 1960 entstanden der Free Jazz sowie etwas später die Jazz Fusion (auch Jazz Rock oder nur Fusion), welche als außerhalb des Modern Jazz stehend angesehen werden. Das in einen Film dokumentierte berühmte „Newport Jazz Festival” von 1958, gilt als das letzte Jazzfestival des Modern Jazz vor dem Übergang zum Freejazz.

Free Jazz

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Jazz Fusion (1966 bis 1980)


Als Jazz Fusion oder einfach nur Fusion, wird ein Genre bezeichnet das um das Ende der 1960er entstand und vor allem in den 1970er-Jahren sehr populär war, aber auch, in veränderter Form, bis heute erfolgreich ist.

Der Begriff „Jazzrock“ (siehe auch: Entwicklungen/Jazzrock) wird oft synonym für „Jazz Fusion“ verwendet, bezeichnet aber auch solche Musik, der von den Rockbands der späten 1960er und 1970er Jahren Elemente des Jazz beigemischt wurden.

In der Fusion vermischen Jazz-Musiker typischerweisehier Jazztechniken unter Verwendung elektrisch verstärkter Instrumente (E-Gitarre, E-Piano oder Synthesizer) und elektronischer Effekte der Rockmusik mit rhythmischen Strukturen afroamerikanischer Popmusik, wie etwa Grooves des Soul, des Rhythm and Blues oder auch binäre Rhythmen der Rockmusik.

Jazz Fusion, bei der die Raffinesse des Jazz mit der rhythmischen Intensität des Funk kombiniert wurde, führte neben dem Rockjazz und Jazzrock 1975 zum Jazzfunk, der funklastigen Variante der Fusionmusik.


Jazz Fusion


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Zeitgenössische Stile

zwischen Neobop und Modern Creative: seit 1970/1980


Ab 1980 entwickelte sich der Jazz äußerst vielgestaltig.

Charakteristisch für diese Zeit ist das nebeneinander Bestehen verschiedenster, teilweise offen rückbezüglicher Spielweisen die ohne Ausbildung eines klar erkennbaren Mainstreams entstanden. Dadurch ist aus gegenwärtiger Perspektive eine Benennung von klar erkennbaren Stilrichtungen kaum möglich und zugleich umstritten.

Und selbst die Abgrenzung des Jazz zu anderen Musikrichtungen wie Pop oder Weltmusik, wurde dabei unscharf.


[siehe auch: Zeitgenössische Jazzstile - Entwicklung]



Neotraditionalismus


Die Anhänger des „Neotraditionalismus“ stehen den Entwicklungen des Free Jazz und der Jazz Fusion ablehnend gegenüber, da sie diese als dem Wesen des Jazz widersprechend betrachten.

Für sie sind die Elemente des Blues und Swing unentbehrliche Bestandteile des Jazz.


Neoklassizismus


Neoklassizismus bezeichnet eine Stilrichtung, die sowohl als logische Folge als auch als Abkehr vom Free Jazz verstanden wird, hervorgegangen aus dem langen improvisatorischen Freiflu, und dabei die Ästhetik der Avantgarde aufgab.

Mit dem Neotraditionalismus („Klassizismus“ im Sinne Berendts) teilt der Neoklassizismus die Wertschätzung afroamerikanischer Jazz-Tradition, bringt in ihr Traditions-Verständnis aber Formen und Ausdrucksmittel des gesamten Jazz mit ein.

Musiker die sich seit den 1990er Jahren immer weiter in Richtung Neo-Traditionalismus bewegen sind u. a. der Tenor-Saxofonist David Murray oder Archie Shepp. Die Schrei-ähnlichen Überblas-Effekte des Free Jazz, werden im Spiel des David Murray melodisiert und wirken dadurch nicht avantgardistisch sondern vielmehr als moderne Form alter Blues-Shouts.

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