Tineola bisselliella

Kleidermotte

Inhaltsverzeichnis

  1. Kleidermotte (Tineola bisselliella)

  2. Gegenmaßnahmen


  1. Biologische Abwehr
  2. Motten im Teppich
  3. Motten im Kleiderschrank

  1. Lästlinge und Schädlinge Index

Kleidermotte

(Tineola bisselliella)


Kleidermotte, Seitenansicht
[CC BY-SA 2.5 or GFDL], via Wikimedia Commons

Aussehen

Die 6 - 9 mm große Kleidermotte (Tineola bisselliella), gehört zur Ordnung der Schmetterlinge (Nachtfalter) aus der Familie der Echten Motten (Tineidae).

Die dachartig über dem Rücken gefalteten Flügel der Kleidermotte (mit einer Spannweite von etwa 10 - 15 mm) sind, abhängig von der Farbe der Nahrung, hellgelb bis dunkelbraun glänzend, bewimpert und haben keine Zeichnung.


Entwicklung

Das Weibchen legt etwa 100 bis 250 weiße Eier einzeln auf Federn, Pelzen, Polstermöbeln und Wollstoffen ab, aus welchen nach ca. 2 Wochen die gelb-weißen Raupen (d.h. die Larven der Schmetterlinge) schlüpfen. Die Entwicklung zum ausgewachsenen Schmetterling dauert, abhängig von den Umweltbedingungen, 60 Tage bis zu mehrere Monate - bei optimalen Bedingungen sind so bis zu vier Generationen pro Jahr möglich.

Während ihrer Entwicklung häuten sich die Raupen bis zu 6 mal und nach jeder Häutung verdauen sie tierische Fasern aus welchen die Larven einen neuen Kokon weben. Die dabei hinterlassenen leeren Gespinststrümpfe sind ein sicheres Anzeichen für einen Mottenbefall. In der Natur leben die Larven in Nestern von Vögeln und Säugetieren (wo sie sich von den Haaren der Tiere ernähren).


Lebensweise

Larve der Kleidermotte
Als Schädling von Textilstoffen ist die Kleidermotte auf der ganzen Welt verbreitet (Wohn- und Lagerräume bevorzugend), die Entstehung von Behausungen und den darin gelagerten Textilien führte die Motten in die Wohnstätten der Menschen. In der Biologie werden solche Tiere, die ihren Vorteil aus der Nähe zum Menschen ziehen, als Kulturfolger bezeichnet. Ihre Flugzeit ist von Mai bis September.

Ausgewachsene Kleidermotten haben eine Lebenserwartung von nicht mehr als etwa 14 Tagen und trinken während dieser Zeit lediglich, frißt aber nicht mehr. Die ausgewachsene weibliche Kleidermotte hingegen sucht zusätzlich nach einem für ein Mottennest geeigneten Platz zur Ablage ihrer Eier. Dabei bevorzugen Kleidermotten schwer zugängliche und selten aufgesuchte dunkle Orte (Licht trocknet Eier, Larven und Kokons aus).

Der ideale Ort für das Mottennest muss außerdem über genügend Nahrungsressourcen (tierische Fasern) verfügen, welche die Kleidermotte aufspüren kann indem sie sich am Geruch von Schweiß und Urin orientiert.


Schadwirkung

Als Nahrung benötigen die Larven der Kleidermotte das in den Tierischen Produkten (Federn, Felle, Haare, Pelze, Seide, Wolle) enthaltene Protein Keratin (Hornsubstanz) – die Raupen fressen auch rein pflanzliche und synthetische Gewebe, können diese aber nicht verdauen. Besonders gefährdet ist daher Kleidung mit Wollanteil (bei über einen langen Zeitraum gelagerter Kleidung ist eine Massenvermehrung möglich), Papier und Holz hingegen werden von der Kleidermotte nicht befallen.

Den Hauptschaden an Stoffen und anderen genießbaren Produkten, wird von der Larve verursacht - so entstehen Löcher und kahle Stellen in den Textilien. Besonders gefährdet ist dabei Kleidung die Schweiß- und Schmutzrückstände aufweist, weil diese eine gute Nahrungsquelle für die Raupen bilden. Von einem Befall sind neben Textilien auch Teppiche gefährdet – vor allem in Bereichen über Bodenritzen und unter Möbeln, da die Entwicklung der Motten hier nicht durch Tritte gestört wird.


Unterscheidung zwischen Fraßspuren und mechanisch verursachten Löchern

Das auftreten von Löchern in der Bekeidung muss nicht zwangsläufig auf einen Mottenbefall hindeuten – von den Larven verursachte Fraßspuren sind unregelmäßig geformt und nicht kreisrund und finden sich bevorzugt an Stellen die nach Urin oder Schweiß riechen.

So entstehen kleine, regelmäßige Löcher in der Nähe des Bauchnabels oft durch die Reibung einer Gürtelschnalle (insbesondere bei Menschen mit einem gewissen Bauchansatz). Solche Löcher können sich aber auch beim Waschen bilden, wenn Metall gegen ein Wäschestück geschleudert wird. Um das zu vermeiden einen Wäschebeutel verwenden und außerdem Reißverschlüsse bzw. Knöpfe vor dem Waschen zumachen. Auch die Reibung eines BH-Verschlusses kann zur Entstehung kleiner Löchern führen.


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Gegenmaßnahmen



Grundlegende Maßnahmen

Weil Motten träge (sich also wenig bewegen) und lichtscheue Lebewesen sind, vertreibt sie das regelmäßige ausschütteln der Kleidung. Besonders für einen Mottenbefall anfällige Textilien wie bspw. Woll- und Pelzartikel sollten häufiger behandelt werden. Die Textilien dazu in die Sonne hängen und ausklopfen.


Quelle des Befalls (Mottennest) aufspüren

Kleidermotten bevorzugen schwer zugängliche und selten aufgesuchte (betretene) dunkle Orte (Licht trocknet Eier, Larven und Kokons aus) mit ausreichend Nahrugnsressourcen (tierischen Fasern).

Hinweise: Motten verstecken sich häufig unter Schrankpapier. Achtung, das Mottennest kann sich auch im Staubsaugerbeutel befinden!

Kleidung regelmäßig kontrollieren

Es sollten nur saubere Textilien über längere Zeit im Schrank verbleiben.

Getragene, nach Urin oder Schweiß riechende Wäsche nicht herumliegen lassen (auch keine Kleidung die man plant in ein paar Tagen nochmals anzuziehen) bzw. gar in den Kleiderschrank einräumen – vor allem solch intensiv riechenden Textilien ziehen die weiblichen Motten zur Eiablage an. Auch wenn man selbst keinen Geruch an der Kleidung wahrnehmen kann, so können die Motten dank ihrer sensiblen Riechorgane selbst geringste Geruchsspuren aufspüren.

Kleidung sollte vor dem einräumen in den Kleiderschrank immer gewaschen werden, selbst wenn diese nur wenige Stunden getragen wurde. Die Kleidermotte hat einen sehr guten Geruchssinn und wird von Schweiß- und Uringeruch magisch angezogen.

Regelmäßiges, intensives Reinigen und Staubsaugen

Aussaugen von Kleiderschränken – und -kästen, vor allem am Boden und in den Ritzen. Auch auf Teppichen bzw. Teppichböden, vor allem in Bereichen über Bodenritzen und unter Möbeln, da die Entwicklung der Motten hier nicht durch Tritte gestört wird und diese sich dort daher häufig niederlassen.

Um mit Kleidermotten befallene Bereiche abzudecken, sollten alle Ecken, Ritzen und Spalten (egal ob es schmutzig ist oder nicht) gründlich und regelmäßig gereinigt werden - denn irgendwo (meist dort wo nicht ständig gewischt und gesaugt wird) müssen sich die Kleidermotten versteckt halten. Umso häufiger auch alle unzugänglichen Stellen gereinigt werden, desto wahrscheinlicher ist es das die sich versteckt haltenden Motten aufgeschreckt werden und der Reinigung zum Opfer fallen.

Achtung: Das Mottennest kann sich auch im Staubsaugerbeutel befinden!

Einmotten

Wertvolle Kleidungsstücke sollten in Wäsche- und Kleidersäcken oder Vakuumbeutelen gelagert werden, damit sie vor den Kleidermotten geschützt sind. Oder die Kleidung zwischen mit Essigwasser befeuchtete Tücher legen - vor dem Tragen muss die Kleidung etwas auslüften.

Zum Einmotten eignet sich auch ätherisches Öl (auch in Form von Blüten und Blättern) von Lavendel, Steinklee oder Waldmeister – Watte in ein Marmeladenglas oder ähnliches geben, Löcher in den Deckel machen, das Öl auf die Watte träufeln und Deckel aufschrauben.

Anmerkung: Früher wurden Mottenkugeln (diese enthielten damals Naphthalin als Geruchsstoff) hauptsächlich zurr saisonbedingten Verwahrung von Winter- oder Sommerkleidung oder bei langdauernder Verschiffung verwendet – das wurde als Einmotten bezeichnet.

Mottenkugel bzw. Mottenstrip / Mottenpapier

Eine Mottenkugel bzw. ein Mottenstrip/Mottenpapier verströmen das stark riechende sowie gesundheitsschädliche und umweltgefährdende Repellent (Vergrämungsmittel) 1,4-Dichlorbenzol, auch Paradichlorbenzol (PDCB). Zur Vertreibung der Kleidermotte werden die Produkte in Schränken mit Textilien ausgelegt bzw. aufgehängt. Die in der Mottenkugel enthaltenen Stoffe sublimieren (d.h. gehen vom festen direkt in den gasförmigen Zustand über) sehr langsam über mehrere Jahre und verteilen sich so in der Umgebungsluft - weil der Geruch für Motten unangenehm ist meiden sie ihn.

Allerdings ist das in den Mottenkugeln enthaltene Paradichlorbenzol giftig und darüber hinaus auch belastend für die Umwelt. Besonders Kleinkinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem könnten durch solche Mittel krank werden!


Anmerkung: Früher wurden Mottenkugeln (diese enthielten damals Naphthalin als Geruchsstoff) hauptsächlich zurr saisonbedingten Verwahrung von Winter- oder Sommerkleidung oder bei langdauernder Verschiffung verwendet – das wurde als Einmotten bezeichnet.

Hitze

Vorsichtiges Einlegen kontaminierter (kochfester) Textilien in fast kochendes Wasser.

Kälte

Lagerung kontaminierter Textilien im Tiefkühlschrank (für zumindest eine Woche)

Insektengitter

Ein Schutz gegen von außerhalb eindringende Kleidermotten sind Insektengitter.

Ausrüstung gegen Motten- und Käferfraß

Bei der Erzeugung werden Kleidungsstücke und vor allem Teppiche teilweise mit Chemikalien (Harnstoffderivate, Pyrethroide, Sulfonamide, Sulfanilide und ringförmige Organochlorverbindungen) gegen Motten- und Käferfraß ausgerüstet - bei Wollteppichen ist das für die Erlangung des „Wollsiegels“ eine Voraussetzung. Durch diese Ausrüstung wird die Faser für Motten und Käfer unverdaulich.

Die Kennzeichnung solcherarts behandelter Stoffe erfolgt bspw. mit „Eulan“, „eulanisiert“ oder „Mitin“.

Als gesundheitlich bedenklich gilt eine mögliche Abgabe von Pyrethroiden an die Haut.

Lockstoff-Fallen / Pheromonfallen

Die im Fachhandel erhältlichen Lockstofffallen geben über einen Zeitraum von bis zu drei Monate Pheromone ab, wodurch die umherfliegenden Männchen angelockt werden und schließlich auf der Klebefläche (gezwungenermaßen) verbleiben.

Solche Lockstofffallen dienen primär dem Nachweis eines Mottenbefalls - die Population wird zwar verringert, aber zum Einfangen aller Tiere sind diese nicht ausreichend. Zudem können die Pheromone auch Motten aus der Umgebung anlocken (weshalb sie keinesfalls in der Nähe von Fenstern aufgestellt werden sollten).


Bekannte Hersteller von Motten-Abwehrmitteln sind bspw.: Nexa Lotte, Naturkraft, GLOBOL und Raid. Qualitative Unterschiede zwischen Markenprodukten und Produkten unbekannter Hersteller gibt es keine bzw. nur marginale Unterschiede.


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