Hausstaubmilbe

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung

  2. Eigenschaften

  3. Gegenmaßnahmen



Einleitung


Hausstaubmilben (Dermatophagoides) sind eine Gattung der Milben (Acari), einer Unterklasse der Spinnentiere (Arachnida). Weltweit wurden 49 Arten nachgewiesen, 13 davon leben im Hausstaub und nur 6-7 davon häufiger.

Der Ursprüngliche Lebensraum von Hausstaubmilben sind Vogelnester, von wo aus sie in menschliche Behausungen gelangten und sich in der Kleidung weltweit verbreiteten. Sie kommen beinahe ausschließlich in menschlichen Wohnungen vor, im Freien können sie normalerweise nicht überleben.

Die wissenschaftliche Bezeichnung Dermatophagoides bedeutet soviel wie „Hautfresser“, da sich Hausstaubmilben von abgefallenen Hautschuppen ernähren (ältere und feuchte Hautschuppen werden gegenüber frisch gefallenen bevorzugt).



Arten


Die drei häufigsten Hausstaubmilbenarten sind:

  1. Dermatophagoides pteronyssinus
  2. Dermatophagoides farinae
  3. Dermatophagoides microceras


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Eigenschaften


Hausstaubmilbe

Aussehen

Die 0,1-0,5 mm große Hausstaubmilbe ist weiß gefärbt und hat eine fein gestreifte Körperhülle (Cuticula), die mit haarförmigen Borsten besetzt ist.

Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen (Weibchen haben ein Gewicht von 5,8 Mikrogramm, Männchen 3,5).



Allergene Wirkung

Eine Hausstaubmilbe produziert ca. 20 Kügelchen Kot am Tag, welcher allergieauslösende Bestandteile (insbesondere jener der Arten D. pteronyssinus, D. farinae, D. microceras und D. siboney) enthält, die sich als feiner Staub (etwa 35 μmPartikelgröße) verteilen, eingeatmet werden und so Allergien wie bspw. die Hausstauballergie hervorrufen können. Im Milbenkot sind zahlreiche allergene Bestandteile enthalten - die wichtigsten davon sind die Verdauungsenzyme der Milben.

Das Gewicht der Kotbällchen einer Milbe summiert sich in ihrem ca. sechswöchigen Leben auf rund das 200-fache des Eigengewichts. Ein Teelöffel voll Staub aus dem Schlafzimmer enthält im Schnitt ca. 1000 Milben und 250.000 Kotbälllchen – wegen des geringen Gewichts und der Form, verbleiben diese Reste nicht im Gewebe sondern werden überwiegend in der Luft freigesetzt.


Vorkommen

Luftfeuchte und Temperatur sind wesentliche Faktoren für ein vermehrtes auftreten von Milben im Haushalt - wegen der im Verhältnis sehr geringen Aufnahme kommt Nahrungsmangel kaum vor (weshalb bei Personen mit Schuppenflechte auch nicht mehr Milben auftreten).

Die Mehrheit der im Haushalt lebenden Hausstaubmilben befindet sich im Bett - zu etwa gleichen Teilen in der Matratze bzw. dem restlichen Oberbett, aufgrund der vermehrten Hautschuppen und der vorhandenen Feuchtigkeit (ein Mensch gibt pro Stunde etwa 40 g Wasser mit der Atemluft und als Schweiß ab – Sabber nicht miteingerechnet ;-) vor allem im Kopfkissen.

Pro Nacht und Person gelangen etwa 180-220 g in die Matratze, ins Kopfkissen ca. 15-20 g Haut - auch gereinigte Kissen enthalten mehrere 10.000 Milben, über Jahre hinweg nicht gereinigte Kissen (d.h. wenn nur der Bezug gewaschen wurde) enthalten bis zu 400.000 Milben. Wenn Hautschuppen ins innere von Schaumstoffmatratzen gedrungen sind, können die Tiere auch dort ohne weiteres leben.

Der Rest der Hausstaubmilben hält sich bspw. in Polstermöbeln und älteren Büchern (hier können hohe Dichten auftreten) auf - in Teppichen finden sich hingegen meist nur wenige Hausstaubmilben.


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Lebenszyklus

Die Lebensspanne der Weibchen beträgt etwa 30 bis zu 100 Tage und ist vor allem von Temperatur und Luftfeuchte abhängig.

Paarungswillige Tiere finden sich durch Sexuallockstoffe (Pheromone), nach der Befruchtung legen die Weibchen die zwischen 40 bis 80 Eier über einen langen Zeitraum einzeln verteilt ab.

Die aus den Eiern schlüpfende Larve (Deutonymphe) verwandelt sich unter günstigen Bedingungen über einen Zeitraum von etwa 30 bis 50 Tagen (bei niedrigen Temperaturen bis 120 Tage) in eine Tritonymphe, aus welcher schließlich die adulten Tiere hervorgehen.


Bevorzugte Umweltbedingungen

Dermatophagoides farinae bevorzugt wärmere Orte und kann auch etwas höhere Trockenheit ertragen (Optimal bei 25–30 °C und 70–75 % relative Luftfeuchtigkeit), Dermatophagoides pteronyssinus bevorzugt Temperaturen von 15–20 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 75–80 %. Unterhalb einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 % können beide Arten nicht lange überleben - auch oberhalb davon zeigt sich eine reduzierte Fortpflanzung und Vitalität.

Hausstaubmilben können aus Kontaktwasser oder Wasserdampf der Umgebung Feuchtigkeit aufnehmen, sie verlieren aber aufgrund ihrer großen Oberfläche auch viel Wasser. Zwar scheint es plausibel die Milbendichte durch Austrocknung zu vermindern, jedoch gibt es zahlreiche Nachweise dass den Tieren bereits recht kurze Perioden (3 Stunden am Tag) hoher Luftfeuchte für ein dauerhaftes Leben ausreichen.

Temperaturen und Luftfeuchtigkeit oberhalb des Optimalbereichs bewirkt, ebenso wie ein Erhitzen (einige Minuten auf 50 °C oder längere Zeit auf 40 °C), eine Populationssenkung. Die Tiere können sich unter suboptimalen Bedingungen meist noch langsam vermehren bzw. überdauern sonst in einem resistenteren Dauerstadium.


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Gegenmaßnahmen


Fressfeinde

Zu den natürlichen Feinden der Hausstaubmilbe zählen neben der Milbe Cheyletus (diese wird durch den Sexuallockstoff angelockt) auch der Bücherskorpion (Chelifer cancroides) sowie die Silberfischchen (Lepisma saccharina). Allerdings spielen alle diese Arten im normalen Lebensraum der Hausstaubmilbe keine Rolle, da sie für eine Populationskontrolle zu selten sind.


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