Gelbfiebermücke

Stechmücken

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Eigenschaften

  3. Gegenmaßnahmen


Einleitung

Stechmücken (Culicidae) sind eine Familie von Insekten die der Ordnung der Zweiflügler angehören und von denen es weltweit mehr als 3500 Arten gibt (in Europa kommen 104 Arten vor). Meist treten Mücken in der Nähe von Wasserstellen (jeglicher Größe) zu Tage – so sind besonders große, sumpfige Gebiete wie Tundra und Taiga ideale Brutstätten für die Insekten.


Gelbfiebermücke (Stegomyia aegypti) Die älteste bisher gefundene Stechmücke ist als Einschluss in einem etwa 79 Millionen Jahre altem Bernsteinfossil erhalten.

In großen Teilen Österreichs werden die Stechmückenals Gelsen bezeichnet, in Teilen der Schweiz und Süddeutschlands als Staunsen, Stanzen oder Schnaken (wobei Schnaken in der Zoologie Arten einer anderen Familie der Zweiflügler zusammenfasst, welche kein Blut saugen).

Das spanische und portugiesische Wort Mosquito (kleine Fliege) bedeutet ebenfalls Mücke.


Eigenschaften

Aussehen

Erwachsene Stechmücken sind feingliedrige, zweigeflügelte Insekten mit schlankem Körper und langen Beine. Die Fühler sind mittellang, der Saugrüssel etwa ebenso lang, die Insekten werden selten größer als 15 Millimeter (abhängig von Art und der Ernährung während der Jugendstadien) und wiegen etwa 2 bis 2,5 Milligramm.

Lebenszyklus

Die Ablage der Eier erfolgt auf der Wasseroberfläche bzw. in Wassernähe, wobei die meisten Arten stehende Gewässer bevorzugen (dazu reichen ihnen bereits minimale Wassermengen wie bspw. in Baumhöhlen, Felsmulden, ... aus). Die Eier von Stechmücken können ein Austrocknen oft überstehen (wie bspw. jene der Gelbfiebermücke oder der asiatischen Tigermücke).

Viele Arten legen die Eier in feuchten oder sumpfigen Biotopen ab - bei einer Überschwemmung schlüpfen die Larven dann (so bspw. die Wiesen- oder Auwaldmücken / Aedimorphus vexans und Ochlerotata sticticus).


Lebensweise

Um Eier bilden zu können, müssen die Weibchen nach der Befruchtung durch die Männchen Blut und damit fremdes Protein zu sich nehmen.

Durch verschiedene Experimente wurde festgestellt, dass Stechmücken ihre Blutwirte vor allem durch ausgeatmetes Kohlenstoffdioxid und Körperdüfte (wie bspw. Fettsäuren und Ammoniak) ausfindig machen - abhängig von der Art haben spezifische Substanzen eine besondere Bedeutung. Für die auf den Menschen spezialisierte Gelbfiebermücke (Stegomyia aegypti), ist es bspw. die auf der menschlichen Haut auftretende Milchsäure. Am Ziel angekommen spielen visuelle Hinweise und die Körperwärme eine zusätzliche Rolle.

Die Aufnahme der Blutmahlzeit erfolgt mithilfe des Stechrüssels, wobei verschiedene Mundwerkzeuge eine Struktur aus Stechborsten bilden (Oberlippe/Labrum, paarige Ober- und Unterkiefer/Mandibel und Maxille sowie Schlundrohr/Hypopharynx). Dieses Bündel aus Stechborsten durchdringt die Haut des Wirtes und bildet im Inneren zwei Kanäle - durch einen davon wird gerinnungshemmender Speichel injiziert, durch den anderen wird das Blut aufgesaugt - die mit dem Blut aufgenommenen Proteine (Körpereiweiße) werden für die Produktion der Eier benötigt.

Weibliche (wie auch männliche) Stechmücken ernähren sich ansonsten von Nektar und anderen zuckerhaltigen Pflanzen- oder Fruchtsäften.


Schadwirkung

Über den beim Stich eingebrachten Speichel der Stechmücke, können auch bei einer vorangegangenen Nahrungsaufnahme aufgenommene Krankheitserreger (Bakterien, Viren sowie einzellige bzw. mehrzellige Parasiten) übertragen werden.


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Gegenmaßnahmen



Vorbeugen und Vertreiben

Die wichtigsten Massnahmen im freien sind das regelmäßige ausleeren (bzw. Abdecken) von Regentonnen, bzw. das entfernen auch kleinerer Wasseransammlungen (bspw. in Baumhöhlen,verstopfte Dachabläufe, tiefe Pfützen, eine gefüllte Gießkanne oder Reifen) sowie die Brauchwasserentsorgung, da solche stehenden Gewässern ideale Brutstätten für die Eiablage der Mücken darstellen.

In einem Gartenteich kann durch einen Fischbesatz die Entwicklung von Stechmücken behindert werden. Allerdings fressen Fische auch Wasserbewohner, die zum Teil ebenfalls Stechmückenlarven vertilgen - bspw. Libellen (Odonata), Rückenschwimmer (Notonectidae), Schwimmkäfer (Dytiscidae) und bestimmte Wasserfreunde (Hydrophilidae).


  1. Bekleidung aus engmaschigem Stoff (schützt vor Stichen wenn sie luftig an der Haut anliegt). Im Freien besser hellere Kleidungsstücke tragen, weil auf ihr weniger Mücken landen. Längere Socken bieten auch einen gewissen Schutz, da die Fußgelenke meist die meisten Einstichstellen aufweisen.
  2. Bei Dämmerung Fenster und Türen geschlossen halten bzw. ein Fliegengitter (verhindern auch bei geöffnetem Fenster das Eindringen von Insekten) verwenden.
  3. Moskitonetze zum Schutz des Schlafplatzes
  4. Die Klimatisierung von Räumen wirkt abschreckend, weil Stechmücken sich in kühlen Räumen nicht wohl fühlen
  5. Repellentien (Vergrämungsmittel). Bspw. die unter den Punkten 8 bis 19 aufgezählten
  6. Ventilator über dem Bett (Mücken bevorzugen Windstille)
  7. vor dem Schlafen duschen - Mücken werden neben Kohlenstoffdioxid auch von Körpergerüchen angelockt
  8. Um Mücken fernzuhalten, einfach die unbedeckten Körperpartien mit Nelkenöl oder Apfelessig einreiben – das ist auch für Kinder geeignet.Das Problem dabei ist möglicherweise, das Stechmücken jede auch noch so kleine nicht von dem Mittel bedeckte Stelle finden ...
  9. Mücken werden vertrieben, indem ein paar Tropfen Essig auf der heißen Herdplatte oder im Topf verdampft werden
  10. mit Gewürznelken gespickte Zitronenscheiben im Zimmer auslegen
  11. Zitroneneukalyptus (Corymbia citriodora, syn. Eucalyptus citriodora) enthält p-Menthan-3,8-Diol (PMD), welches auf Stechmücken bei Kontakt abschreckend wirkt.
  12. Etwas Kampfer (Campher) der in einer Duftöllampe verdampft wird, soll ebenfalls ein wirksames Mittel gegen Mücken sein.
  13. Auch Lavendel, Majoran, Salbei und Zitronenessenzen halten Mücken fern
  14. Ätherische Öle von Bergamotte, Eukalyptus, Lavendel, Minze, Nelke und Pfefferminze sowie Citrusöl, halten die Mücken fern.
  15. Räucherspiralen bzw. Räucherstäbchen
  16. glimmende Salbeiblätter
  17. Der Wunderbaum (Ricinus communis; Trivialnamen: Christuspalme, Hundsbaum, Läusebaum, Kreuzbaum oder Rizinus) hält Mücken wirksam fern – am besten auf die Fensterbank stellen um das Einfliegen zu verhindern.
  18. Auch Pelargonien (Geranien), Minze- oder Tomatenpflanzen sollen Mücken fern halten.
  19. Selbstgemachte Duftkerze
    Paraffin und Stearinflocken (Verhältnis 4:1) in einem Topf auf 80 °C erhitzen, schmelzen und ein paar Tropfen ätherische Öle (Pfefferminz-, Eukalyptus- oder Citrusöl, eignen sich besonders gut) hinzufügen.

    In eine kleine, feuerfeste Form in die Mitte einen Strohalm halten (als Platzhalter für den Docht) und die Masse eingießen. Nachdem die Masse erkaltet ist, den Strohalm rausziehen und den Docht einführen – sobald die Kerze abbrennt, schmilzt das Wachs und füllt den Hohlraum um den Docht.

    Allergiker und Asthmatiker können auf das verdampfen von Duftölen evtl. empfindlich reagieren - daher sollte regelmäßig gründlich gelüftet werden.

  20. Elektroverdampfer (Gelsenstecker) und Insektensprays enthalten in der Regel Pyrethroide (bei größeren Mengen bzw. beim Reinstoff, kann es bei Hautkontakt zu einem Kribbeln, Brennen oder Jucken kommen).
  21. Die elektronischen Gelsenstecker die ein Hochfrequenz-Piepsen von sich geben, haben zwar keine gesundheitsschädigende Wirkung auf Menschen sind dafür aber auch wirkungslos gegen Mücken (wie in diversen Fernsehsendungen gezeigt wurde).


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Bekämpfungsmethoden


Mückenstiche behandeln

Kurze Zeit nach einem Stich treten, gewöhnlich auf die Einstichstelle begrenzte, allergische Reaktion verbunden mit einem mehr oder minder starken Juckreiz auf. Diese Reaktionen werden von den Proteinen ausgelöst, welche die Stechmücke in die Einstichstelle einbringt um das Gerinnen des Blutes zu verhindern.

Die sich oft an der Einstichstelle bildenden Quaddel, entstehen durch die Ausschüttung von körpereigenem Histamin.

Neben der Behandlung mit Antihistaminika, um die allergische Reaktion zu unterdrücken, gibt es auch verschiedene Hausmittel.


Um den Juckreiz nach einem Mückenstich zu lindern, die Einstichstelle mit einer der folgenden Methoden bzw. Substanzen behandeln:

  1. Essig – wirkt desinfizierend und hemmt den Juckreiz.
  2. Ethanol
  3. Ein auf einen Insektenstich aufgetragener Brei aus Natron und Wasser, vermindert Juckreiz und Schwellung.
  4. Franzbranntwein – wirkt desinfizierend und hemmt den Juckreiz.
  5. mit der Schnittfläche einer Zwiebel abreiben oder oder für 10 Minuten auf den Stich pressen – die Schwefelöl der Zwiebel wirken entzündungshemmend und abschwellend.
  6. Teebaumöl – wirkt desinfizierend und hemmt den Juckreiz.
  7. Zitronensaft
  8. Auch Speichel hilft: die enthaltenen Histamine stoppen die Ausbreitung der juckenden Inhaltsstoffe. Einfach Spucke am Einstich verteilen, kühl blasen und etwa 10 Minuten beherrschen, bis der Juckreiz vergeht.
  9. Mit einem Kreuz-Schraubenzieher oder dem Fingernagel (kreuzförmig) aufdrücken - so lange auf den Stich drücken bis es leicht schmerzt.
  10. Hitze
    Das lokale Erhitzen der Einstichstelle hilft gegen die Schwellung und den Juckreiz, da die Proteine durch die Erhitzung (ca. einer Temperatur von über 50 °C) denaturieren.

    • Einen Wattebausch mit mindestens 50 Grad Celsius heißem Wasser tränken und sofort (5-6 Sekunden lang) auf den Mückenstich pressen. Ggf. wiederholen und das Jucken verschwindet fast unmittelbar und dauerhaft.
    • Mit einem Fön Heißluft auf den Einstich blasen.
    • Eine Tasse mit heißer Flüssigkeit an den Einstich halten.
  11. Kälte

    • Auch Kälte, bspw. durch Eiswürfel, kalte Umschläge oder einen Kühlakku, neutralisiert die Histamine.
    • Aloe Vera – als Gel oder ein frisches Blatt; kühlt und sorgt für eine Abschwellung
    • Pferdebalsam (wirkt kühlend)
    • Den Einstich mit Zahnpasta bestreichen – das kühlt und desinfiziert.


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