Vorratsschädlinge

Inhaltsverzeichnis

  1. Gemeine Küchenschabe
    (Blatta orientalis; Kakerlake, Bäckerschabe oder Orientalische Schabe)

  2. Hausmaus
    (Mus musculus)


  1. Vorratsschädlinge
    Beschreibung und Grundlegende Gegenmaßnahmen


Seite 4

Seite 1: Brotkäfer (Stegobium paniceum) | Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
Seite 2: Getreidekapuziner (Rhyzopertha dominica, Synonym Rhizopertha dominica) | Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis)
Seite 3: Kornkäfer (Sitophilus granarius; syn.: Calandra granaria Fabricius) | Kräuterdieb (Ptinus fur)
Seite 5: Mehlkäfer / Mehlwurm (Tenebrio molitor) | Mehlmotte (Ephestia kuehniella) | Mehlzünsler (Pyralis farinalis)
Seite 6: Wühlmaus (Arvicolinae) | Ratten (Rattus) | Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius)


Siehe auch: Nützlinge


Gemeine Küchenschabe

(Blatta orientalis; Kakerlake, Bäckerschabe oder Orientalische Schabe)


Blatta orientalis, Oriental cockroach
Eine Art der Schaben (Blattodea), die neben der Deutschen Schabe (Blattella germanica) und der Amerikanischen Großschabe (Periplaneta americana) - zusammengefasst unter dem Begriff Küchenschaben (engl. cockroach, span. cucaracha) - zu den weltweit am häufigsten in Wohnräumen anzutreffenden Schaben gehört und durch ihre Lebensweise in menschlichen Behausungen als Vorratsschädling berüchtigt ist.


Aussehen

Aufgrund der glatten, der Länge nach verbogenen Flügeln, dem runden Körperumriss und ider dunklern Farbe, sieht die Küchenschabe auf den ersten Blick Käfer, sehr ähnlich. Der ziemlich platte Körper ist bei den weibchen und Larven flügellos, Männchen haben zwar Flügel können damit aber nicht mehr fliegen. Ihre Körperfärbung ist dunkelbraun/rotbraun bis schwarz, Männchen sind durch die Flügel etwas heller, die Beine sind hellbraun. Die dünnen Fühler sind etwa ein Drittel so lang wie der Körper, der bis zu 30 mm lang wird.

Abbildung: a: Weibchen, b: Männchen, c: Weibchen von der Seite, d: Jungtier


Lebensweise

Die gemeine Küchenschabe ist wie alle Schaben tagsüber sehr lichtscheu und wird erst in der Dämmerung aktiv (werden auch unter Tags Schaben gesichtet, könnte ein größerer Befall vorliegen) - sie gilt mit einer Laufgeschwindigkeit von bis zu 1,5 m/s (5,4 km/h) außerdem als das schnellste krabbelnde Insekt.

Schaben können sich durch engste Zwischenräume zwängen und besitzen zudem eine enorme Widerstandsfähigkeit - sie können selbst die Auswirkungen einer Atomexplosion überleben.

Die Tiere halten sich vor allem dort auf wo es warm und feucht ist (Bad, Küche) und sind als Schädlinge sehr hartnäckig und schwierig zu bekämpfen.


Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gemeinen Küchenschabe ist nicht bekannt, man geht jedoch davon aus dass sie sich von den Tropen und Subtropen Südasiens ausgehend weltweit (außer in den Gebieten der Arktis und Antarktis wo es dann doch zu kalt ist) verbreitet hat (daher auch der Namenszusatz orientalis).

Schadwirkung

Küchenschaben verursachen Fraßschäden an Vorräten und auch diversen Materialien und verbreiten durch die Ausscheidungen ihrer Stinkdrüsen zudem einen üblen Geruch.

Desweiteren übertragen sie verschiedene Mikroorganismen (die Vorräte schädigende und krankheitserregende Bakterien und Pilze sowie tierische Parasiten) und können Allergien auslösen.


Bekämpfung

Die Bekämpfung gestaltet sich sehr schwierig, da die Insekten sehr verborgen leben und in der Regel im ganzen Haus verstreut vorkommen. Es müssen daher immer sämtliche Räume behandelt werden, am besten nur von einem sachverständigen Schädlingsbekämpfer.



Fallen



[zum Index]


Hausmaus

(Mus musculus)

Die Hausmaus ist ein Nagetier der Art der Langschwanzmäuse (Muridae) und zählt zu den Altweltmäusen (Murinae).


Hausmaus, Mus musculus Hausmäuse sind Allesfresser, die zwar überwiegend pflanzliche Nahrung wie Samen von Gräsern, Nüsse und Wurzeln verzehren, aber bspw. auch lebend erbeutete Insekten vertilgen. Die Hausmaus gilt gemeinhin als Nahrungsmittelschädling und als Wirt für diverse Borrelienarten (Bakterien), die bspw. von Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.


Aussehen

Die Länge vom Kopf zum Rumpf beträgt 7-11 cm, der spärlich behaarte Schwanz mit den deutlich sichtbaren Schuppenringen ist 7-10 cm lang und das Gewicht beträgt etwa 20-25 g. Die oberen Nagezähne sind leicht eingekerbt und der Körper ist auf der Oberseite mausgrau bis braungrau, die Unterseite ist dagegen etwas heller.

Zur Unterscheidung von den ähnlich aussehenden Wühlmäusen kann der Schwanz verglichen werden: Der Schwanz von Wühlmäusen ist deutlich kürzer als die Hälfte des Rumpfes (Nase bis Schwanzansatz), bei Hausmäusen hingegen ist er deutlich länger als die Hälfte des Rumpfes.


Entwicklung

Nach einer Tragezeit von etwa drei Wochen, kommen die Jungtiere nackt, blind, taub und unpigmentiert (nur die festverschlossenen Augen sind bei Wildmäusen bereits dunkel) zur Welt. Nach etwa 10 Tagen bedeckt ein Flaum aus kurzen Haaren die Maus und am 15 Tag öffnt sie ihre Augen. Bis zum 21 Lebenstag werden die Jungtiere von der Mutter gesäugt, ab einem Alter von sechs Wochen sind sie geschlechtsreif.

Ist das Nahrungsangebot ausreichend, kann sich die Hausmaus das ganze Jahr über fortpflanzen (bis zu acht Würfe mit im Schnitt 3-8 Jungen pro Jahr).


Lebensweise

Neben den Ratten sind die sehr anpassungsfähigen Hausmäuse, hinsichtlich ihres Sozialverhaltens und ihres Erbgeschehens, die am besten untersuchten Säugetiere. Im ihnen bekannten Gelände bewegen sich freilebende Hausmäuse auf festen, durch den Geruch gekennzeichneten Strecken. Untereinander verständigen sie sich einerseits durch Gerüche und andererseits durch Laute im (für Menschen unhörbaren) Ultraschallbereich.

Nicht in der Nähe des Menschen lebende Hausmäuse bewohnen vor allem Steppen, Wüstengebiete und Kulturland, wo sie Gänge graben und Nester bauen, in denen sie ihre Vorräte lagert.

In der Nähe des Menschen ist die Hausmaus meist nachtaktiv, nur wenn sie sich besonders sicher fühlt verlässt sie auch tagsüber das Versteck. Wenn die Hausmaus leicht und regelmäßig Nahrung beschaffen kann (in der Nähe des Menschen), betreibt sie keine ausgiebige Vorratshaltung. Eine Hausmaus hält keinen Winterschlaf, kann jedoch bei Frost und Futterknappheit in einen Erstarrungszustand fallen.

Die Lebenserwartung wilder Hausmäuse beträgt in der Tierhaltung 2-3 Jahre, wobei einzelne Tiere deutlich älter werden können. Die Lebenserwartung von im Freiland lebenden Hausmäusen ist, aufgrund der innerartlichen Konkurrenz und durch Freßfeinde, erheblich geringer.


Verbreitung

Die Hausmaus ist eine äußerst erfolgreiche Spezies, die (als Kulturfolger) mit Hilfe des Menschen heute weltweit verbreitet ist, ursprünglich aber in Indien heimisch gewesen sein dürfte. Anhand von Knochenfunden konnte belegt werden, das die Östliche Hausmaus (Mus musculus musculus) offenbar von Indien über Zentralasien nach Mittel- und Westeuropa kam, bis sie um 4000 v. Chr das Gebiet des heutigen Belgien erreichte.

Die Westliche Hausmaus (Mus musculus domesticus) erreichte den Mittelmeerraum über Westasien (in Palästina 10.000 v. Chr. nachgewiesen, 4000 v. Chr. in Griechenland und 1000 v. Chr. in Spanien). Seit sie um die Zeitenwende die Britischen Inseln erreichte (vmtl. auf römischen Schiffen), drängte sie die Östliche Hausmaus immer weiter nach Osten ab.

Auf Schiffen gelangten die Hausmäuse in den letzten 1000 Jahren auch nach Afrika, Amerika und Australien.


Gegenmaßnahmen


Vertreiben

Folgende Gerüche mögen Mäuse nicht und vertreiben sie:


Einfangen

Hauskatzen wurden Jahrhundertelang vorallem dazu gehalten Mäuse zu bekämpfen.

Heute ist die neben dem Vergiften mit gebeiztem Getreide (führt zu einem qualvollen Tod) meistverbreitete Bekämpfung von Mäusen das Aufstellen von Fallen. Dabei gibt es lebendig fangende Fallen (wie Kasten- oder Korbfallen aus Holzbrettchen und Draht) sowie tödlich fangende Fallen (bspw. Schlagfallen mit einem federgespannten Hebel).



Natürliche Feinde

In Europa zählen zu den natürlichen Feinden der Hausmaus vor allem: Hauskatzen, Steinmarder und Wanderratten, die Schleiereule, viele Greifvogel- und Eulenarten, Wieseln und andere Marder sowie der Rotfuchs, Schlangen und Wildkatzen.


Siehe auch: Ratten (Rattus) | Wühlmaus (Arvicolinae)


[zum Index]