Vorratsschädlinge

Inhaltsverzeichnis

  1. Mehlkäfer / Mehlwurm
    (Tenebrio molitor)

  2. Mehlmotte
    (Ephestia kuehniella)

  3. Mehlzünsler
    (Pyralis farinalis)


  1. Vorratsschädlinge
    Beschreibung und Grundlegende Gegenmaßnahmen


Seite 5

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Siehe auch: Nützlinge


Mehlkäfer / Mehlwurm

(Tenebrio molitor)

Der Mehlkäfer ist ein Vorratsschädling der zur Familie der Schwarzkäfer (Tenebrionidae) gehört und wegen des wurmartigen Aussehens seiner Larvenals auch als Mehlwurm bezeichnet wird.

Mehlkäfer, Tenebrio molitor
Mehlwürmer finden Verwendung als Futter für insektenfressende Vögel, als Köder für Angler und, wegen des des hohen Fett- und Eiweißgehaltes (was schnell zu einer Überfütterung führen kann), zum aufpäppeln und Stärken von bspw. Fledermäusen, Echsenarten oder Ameisen. Auch für Nagetiere wie bspw. Hamster oder Mäuse, sind Mehlwürmer, deren Puppen oder auch die adulten Käfer eine gute Eiweißquelle.


Aussehen

Die Käfer haben einen leicht langgestreckten Körper mit einem flachen Kopf und erreichen eine Länge von 10 - 18 mm.

Auf der Unterseite des Körpers, den Beinen und den Fühlern sind sie rotbraun gefärbt. Die leicht gewölbten Deckflügel sind durch Längsrillen gekennzeichnet.


Entwicklung

Während ihrer 3- bis 4 Lebensmonate legen die Weibchen rund 100 - 150 Eier an meist geschützten Stellen ab, entweder einzeln oder in kleinen Gruppen. Die etwa 1,5 mm langen und ovalen Eier, sind weiß und klebrig (anhaftender Staub und ähnliches, verleiht ihnen eine gute Tarnung).


Larve des Mehlkäfers vor und nach der Häutung
Die frisch geschlüpften Larven sind zu Beginn ca. 2 mm lang, weißlich gefärbt und bewegen sich auf 6 Beinen fort. Die Larven bekommen bald eine goldbraune Färbung und sind nach jeder Häutung wieder weißlich hell und verfärben sich nach und nach erneut goldbraun (linke Abbildung: Larve vor und nach der Häutung).

Nach rund 2 - 3 Wochen erreichen sie eine Länge von ca. 40 mm und sind damit ausgewachsen. Die anschließende Verpuppung findet innerhalb ihrer Nahrung statt. Nach dem schlüpfen sind sie hell gefärbt, verfärben sich nach kurzer Zeit rotbraun und werden nach und nach dunkler bis sie schließlich am ganzen Körper eine schwarze Färbung aufweisen
(rechte Abbildung: Puppe und frisch geschlüpfter Käfer sowie die abgestreifte Puppenhaut (Exuvie) im Hintergrund).


Verbreitung

Die Käfer zählen zu den häufigsten Kulturfolgern und sind weltweit verbreitet. In der freien Natur leben die Käfer sowie ihre Larven Mulm (Lockersediment aus organischem Material), verrottendes Holz und Vogelnester. Im Lebesnraum des Menschen leben sie bevorzugt an dunklen und warmen Stellen, vor allem bei Getreideprodukten wie bspw. Mehl.

Die Käfer können zwar fliegen, tun dies aber selten.


Schadwirkung

Das geschlechtsreife Insekt (Imago) ist ein nachtaktiver Vorratsschädling, der sich von Backwaren, Getreide, Mehl und anderen stärkehaltigen Substanzen bzw. von anderen Insekten und manchmal auch von den eigenen Larven ernährt. Wie die Käfer ernähren sich auch die Larven hauptsächlich von stärkehaltigen Stoffen, verzehren aber auch die eigenen Artgenossen.

Das häufige auftreten von Mehlkäfern in Bäckereien ist nicht zwingend ein Hinweis mangelnder Hygiene. Tagsüber verbergen sich die Käfer in dunklen Ritzen und machen sich daher vor allem durch die entstehenden Schäden bemrkbar.

Da Mehlwürmer den Zwergbandwurm (Hymenolepis nana) auf den Menschen übertragen können, sollten sie nicht roh verzehrt werden.

Siehe auch: Vorbeugende Maßnahmen



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Mehlmotte

(Ephestia kuehniella)

Mehlmotte, Ephestia kuehniella Die Mehlmotte ist ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae) und ist ein verbreiteter Vorratsschädling.

Die Raupen der Mehlmotte befallen Backwaren, Dörrobst, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Schokolade und auch Marzipan.Sobald die Tiere in den Vorratsschrank eingedrungen sind, kontaminieren sie in kürzester Zeit sämtliche bevorzugten Lebensmittel und können bis zu 400 Meter weit kriechend Gewinde überwinden und dünne Verpackungen durchbeißen.


Aussehen

Die Tiere haben eine Flügelspannweite von bis zu 28 mm, eine Körperlänge von 10 - 14 mm, haben bleigraufarbene Vorderflügel die dunkle, gezackte Querbänder aufweisen und Hinterflügel die etwas heller und einfarbig sind.

Entwicklung

Aus den etwa 200 gelegten weißen und ovalen Eiern, schlüpfen grünliche, gelbliche, rötliche oder weiße Raupen. Die Larven des ersten Stadiums sind 1 - 1,5 mm lang, die des letzten 15 - 20 mm und verpuppen sich in sechs Häutungen in Verstecken außerhalb des Nahrungsvorrates.

Die kälteempfindlichen Mehlmotten leben bis zu zwei Wochen und können bei guten Bedingungen drei bis vier Generationen Nachwuchs im Jahr bekommen.


Vorbeugen und Bekämpfung


Siehe auch: Vorbeugende Maßnahmen | Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) | Mehlzünsler (Pyralis farinalis)


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Mehlzünsler

(Pyralis farinalis)


Der Mehlzünsler, ein Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), ist ein Vorratsschädling und zählt zu den klassischen Lebensmittelmotten.


Aussehen

Die Falter haben eine Flügelspannweite von 18 - 30 mm und eine Vorderflügellänge von 27 mm bzw. 8 - 14 mm. Der Kopf ist gelblich gefärbt, der Thorax violettbraun und der Hinterleib abwechselnd violettrot und gelb. Bei den Männchen sind die Fühler fein ziliat, bei den Weibchen einfach und fadenförmig.

Zwei weißliche, quer verlaufende Linien, unterteilen den Vorderflügel in drei charakteristisch gefärbte Felder: das Wurzelfeld (violettbraun bis dunkelbraun), das Mittelfeld (ockerfarben mit dunkleren Bereichen die von der äußeren Querlinie ausgehen) und das Saumfeld (meist violettbraun bis dunkelbraun, teilweise hellbraun aufgehellt oder mit hellerer Überstäubung).

Die nach außen gebogen innere Querlinie ist mittig oft leicht gebrochen, die äußere Querlinie zeigt mittig eine starke Ausbuchtung. Zwischen der inneren und äußeren Querlinie finden sich meist mehrere kleine weiße Flecke. Die weißlichgrauen bis grauen Hinterflügel weisen zwei hellere und gebogene Querlinien auf.


Entwicklung

Der Mehlzünsler bildet gewöhnlich 1 – 2 Generationen pro Jahr, manchmal kann die Entwicklung aber auch zwei Jahre dauern. Unter optimalen, feucht warmen Bedingungen (24 ± 2 °C und 50 ± 5 ° relative Luftfeuchtigkeit), können auch fortlaufend neue Generationen gebildet werden (bis zu 5 Generationen pro Jahr) und die Raupen daher ganzjährig auftreten.

Ein Weibchen legt rund 200 - 500 Eier (länglich oval, grauweiß gefärbt, ca. 0,50 x 0,37 mm mit irregulärem Netzmuster) in kleinen Haufen Nahe der späteren Nahrungsquelle der Raupen ab, welche nach 3 - 5 Tagen schlüpfen. Die Raupen sind weißlich grau, haben einen dunkelbraunen bis rotbraunen Kopf und ein braunes Nackenschild – ausgewachsen ist sie 20 – 25 mm lang.

Sie ernähren sich hauptsächlich von körnern und produkten daraus, verzehren aber auch getrocknete Pflanzenteile wie bspw. Klee (Trifolium) oder Luzerne (Mendicago) und sogar Kot und tote tierische Substanzen. Da die Insekten auch in völlig verschimmelten Lebensmitteln gefunden werden, geht man davon aus dass die Larven auch Schimmelpilze fressen. Häufig finden sich in der Nahrung Gespinströhren die mit Nahrungsresten verklebt sind, die Nahrungspartikel werden klumpenartig versponnen.

Unter günstigen Umständen beträgt die Entwicklungszeit vom Schlüpfen bis zur verpuppungsreifen Larve (mit 5 Larvenstadien) etwa 42 - 56 Tage. Für die Verpuppung wird ein seidener Kokon gebildet der mit Nahrungspartikeln bedeckt ist. Die Larven bevorzugen dabei eine eher feuchte und warme Umgebung, die Männchen schlüpfen i.d.R. früher als die Weibchen.


Lebensweise

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere fliegen auch zu künstliche Lichtquellen und sind in der Regel von Juni bis August aktiv. Tagsüber ruhen die Falter mit nach oben gebogenem Hinterleib und leicht abgespreizten Flügeln vor allem an dunklen Wänden - sie lassen sich dabei kaum aufschrecken und krabbeln schnell zu einem anderen dunklen Versteck.

Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Mehlzünslers lässt sich nicht mehr machvollziehen, da er durch die menschliche Verschleppung nahezu weltweit verbreitet wurde. Mehlzünsler treten fast ausschließlich in der Nähe des Menschen und deren Behausungen (d.h. synanthrop) auf, besonders in Bäckereien, Getreidelagern und Mühlen aber auch in Haushalten und Tierställen, in denen Futtermittel gelagert werden.

Schadwirkung

Mehlzünsler sind Vorratsschädlinge von Körnern bzw. Produkten daraus und von Mehl bzw. Mehlprodukten. Im Vergleich mit der Dörrobstmotte (Plodia interpunctelella) hat er jedoch nur eine untergeordneter Bedeutung.

Siehe auch: Vorbeugende Maßnahmen | Mehlmotte ((Ephestia kuehniella))



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