Vorratsschädlinge

Beschreibung und
Grundlegende Gegenmaßnahmen


Inhaltsverzeichnis

  1. Über Vorratsschädlinge
  2. Vorbeugende Maßnahmen

  3. Verzeichnis verschiedener Vorratsschädlinge

Siehe auch: Nützlinge

Über Vorratsschädlinge

Der Begriff Vorratsschädlinge bezeichnet Organismen, vorrangig Nagetiere (Ratten, Mäuse) und Insekten, welche an gelagerten Nahrungsmitteln des Menschen schmarotzen (vor allem an in größeren Mengen gelagerten Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Kartoffeln, Mehl oder Reis) und diese mit Kot, Spinnfäden oder Häutungsresten verunreinigen.

Solche Verunreinigungen können Allergien, Bindehautentzündungen, Darmerkrankungen und Hautreizungen bzw. -erkrankungen auslösen. Auch können durch die Tiere Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Viren oder Würmer auf die Lebensmittel übertragen werden und so Krankheiten auslösen.


Vor allem in den wärmeren Jahreszeiten treten Schädlinge vermehrt in Erscheinung – sie werden meist mit den Einkäufen in Behausungen eingeschleppt.

Oft sind die Vorratsschädlinge nur schwer zu entdecken, vor allem in Einbauküchen bieten sich ihnen gute Verstecke (wie hinter den Schränken oder in Ritzen). Hinweise auf einen Befall sind bspw. Häutungsreste, versponnene Puppen bzw. Raupen im Vorrat und Fraßspuren an Verpackungen (beim Öffnen der Verpackung verstecken sich die Tiere meist unmittelbar). Zur Kontrolle der Lebensmittel, können diese z.B. gesiebt oder auf hellem Untergrund ausgeschüttet werden.


Anmerkung: Ein Befall von Vorratsschädlingen ist nicht zwangsläufig ein Zeichen mangelnder Sauberkeit bzw. Hygiene!


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Vorbeugende Maßnahmen

Bei der Schädlingsbekämpfung spielt die Vorbeugung eine wichtige Rolle – den selbst wenn das Ungeziefer vertrieben wurde kann es zurückkehren, solange die Quelle dafür nicht beseitigt wurde. Chemische Mittel sind in der Regel nicht notwendig und deren Auswirkungen auf die Gesundheit können vielfältig und zudem schwer abschätzbar sein.

Bei einem hartnäckigem Befall sollte man sich besser an einen geprüften Schädlingsbekämpfer oder die örtliche Gesundheits- bzw. Veterinärbehörde wenden.


Lebensmittel

  • Nicht zuviele Lebensmittel einkaufen/einlagern und diese auch nicht zu lange lagern.
  • Zuerst immer die bereits länger eingelagerten Lebensmittel Verbrauchen und neu gekaufte stets hinter diesen einordnen.
  • Neu eingekaufte Lebensmittel sollten vor der Einlagerung genau auf mögliche Anzeichen von Fraßschäden an der Verpackung oder, bei durchsichtiger Verpackung, auf Spinnfäden/Puppen/Raupen im inneren kontrolliert werden.
  • In Kunststofffolie oder Papier originalverpackte Lebensmittel wie Grieß, Mehl, Nudeln, Schokolade, Stärke, Zucker und dgl., sind vor einem Befall durch Vorratsschädlinge nicht geschützt. Nahrungsvorräte sollten daher generell immer in luftdicht verschließbaren Behältern (Glas, Metall oder lebensmittelgeeigneter Kunststoff) aufbewahrt werden.
  • Wenn möglich, sollten die Lebensmittel stets möglichst kühl und trocken gelagert werden - niedrige Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit verlängern die Entwicklung der Schädlinge. Dafür geeignete Lebensmittel können bspw. im Kühlschrank aufbewahrt werden.
    (siehe auch: Kühlschrank richtig einräumen)
  • Um mögliche Schädlinge vorbeugend abzutöten, können Mehl und vergleichbare Lebensmittel nach dem Kauf für einige Zeit in den Tiefkühlschrank gelegt werden.
  • Nahrungsmittel nicht über längere Zeit offen stehen lassen.
  • Befallene Lebensmittel sollten entsorgt werden.


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Vorratsschränke
und Regale

  • Vorratsschränke, Regale usw. übersichtlich einräumen und auch halten.
  • Vorratsschränke, Regale usw., sollten regelmäßig gereinigt werden (bspw. durch auswischen mit Essigwasser). Brotkrümmel, Mehlstaub und dgl. immer sofort entfernen - Insekten die nachts auf Futtersuche gehen werden sonst davon angelockt. siehe auch: Küchenreinigung
  • Für Vorratsschädlinge besonders geeignete Verstecke wie Ritzen, kleine Löcher und dgl. verschließen/abdichten.
  • Auch alle frei zugänglichen Oberflächen sollten regelmäßig mit Essigwasser abgewischt werden, um mögliche von Tieren übertragene Krankheitskeime abzutöten.


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Sonstiges

  • Immer für eine gute Durchlüftung sorgen damit keine Schimmelpilze entstehen - Schimmel dient einigen Vorratsschädlingen und Ungezieferarten als Nahrung.
  • Fliegengitter oder Gaze vor den Fenstern, beugt dem eindringen von Bienen, Fliegen, Motten (Dörrobstmotte, Mehlmotte, Mehlzünsler, Kleidermotte), Mücken, Wespen und dergleichen vor. Beim zurechtschneiden der Gaze etwa 8 bis 10 cm in Länge und Breite mehr bemessen und erst nach dem anbringen die überstehende Fläche mit Messer oder Schere abschneiden.
  • Zum abschrecken von Schädlingen eignen sich jeweils für die Art geeignete Duftstoffe, bspw. in Duftsäckchen (z.B. mit Lavendel, Lorbeeren, Wacholder oder Zitrone), Duftkugeln, Duftstäbchen sowie Kleiderbügel aus Zedernholz (gegen Kleidermotten).
  • Abfälle: Abfallbehälter immer gut verschließen, bald aus der Behausung entfernen und vor allem nicht über Nacht offen stehen lassen (Fliegen, Schaben usw.) könnten sonst angelockt werden. Der fest verschlossene Müllbeutel sollte am besten sofort in einer Mülltonne außerhalb der Wohnung entsorgt werden.
  • Auch Essensreste im Garten immer entfernen, da sonst Ungeziefer angelockt wird. Frisch aufgeschüttete Reste am Komposthaufen mit pflanzlichem Material abdecken.
  • Im Garten lange verbleibende Pfützen und offen stehende Regentonnen, Gießkannen usw. vermeiden - solche Wasseransammlungen sind ideale Brutstätten für Mücken.
  • Nach dem Urlaub, in möglicherweise vermehrt von Schädlingen aufgesuchten Unterbringungen, das Gepäck sofort gut reinigen (im Freien) und auch nicht verwendete Kleidung möglichst heiß waschen.


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Verzeichnis verschiedener Vorratsschädlinge


  1. Brotkäfer
    (Stegobium paniceum)
  2. Dörrobstmotte
    (Plodia interpunctella)
  3. Getreidekapuziner
    (Rhyzopertha dominica, Synonym Rhizopertha dominica)
  4. Getreideplattkäfer
    (Oryzaephilus surinamensis)
  5. Kornkäfer
    (Sitophilus granarius; syn.: Calandra granaria Fabricius)
  6. Kräuterdieb
    (Ptinus fur)
  7. Gemeine Küchenschabe
    (Blatta orientalis; Kakerlake, Bäckerschabe oder Orientalische Schabe)
  8. Hausmaus
    (Mus musculus)
  9. Mehlkäfer / Mehlwurm
    (Tenebrio molitor)
  10. Mehlmotte
    (Ephestia kuehniella)
  11. Mehlzünsler
    (Pyralis farinalis)
  12. Ratten
    (Rattus)
  13. Gemeine Speckkäfer
    (Dermestes lardarius)
  14. Wühlmaus
    (Arvicolinae)


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