Etikette beim Tragen von Schuhen

Inhaltsverzeichnis

  1. Etikette: Begriffsdefinition

  2. Die passenden Schuhe für ... bzw. passend zu ...


  1. Schuhe Inhaltsverzeichnis

Etikette: Begriffsdefinition

Die Etikette (vom französischen étiquette) bezeichnet Benimmregeln oder genauer ein Verhaltensregelwerk, welches sich auf traditionelle Normen beruft und die Erwartungen an das Sozialverhalten innerhalb gewisser sozialer Kreise beschreibt. Im Grunde bezeichnet Etikette nur die Umgangsformen, welche nur der offiziellen Förmlichkeit willen gezeigt werden.


Merrymaking at a Wayside Inn Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert war die Etikette weit verbreitet und findet sich in der Sitte der schriftlichen Einladung ebenso wieder wie im Ballheft (Ballbuch), in welchem man sich bei einem Ball bei der Dame zum Tanze anmeldete. Die Gebräuche welche unsere Kleidung betreffen, haben sich in den letzten zweihundert Jahren stark gelockert, verpflichtende Kleiderordnungen existieren überwiegend nicht mehr. Ausnahmen sind bspw. der Zwang zu Badebekleidung in Schwimmbädern bzw. zu Nacktheit an FKK-Stränden oder der Dresscodes in manchen Golfclubs oder Diskotheken.

Nichts desto trotz gibt es bezüglich einer angemessenen äußeren Erscheinung gesellschaftliche Erwartungshaltungen, jedoch ohne explizite Vorschrift - die Einhaltung solcher Rollenerwartungen wird als Bestandteil guter Umgangsformen betrachtet. Das betrifft bspw. die Erwartungen an eine gewisse äußere Erscheinungsform im Berufsleben (wie Geschäftskleidung bei Bankangestellten oder hygienische Kleidung bei Ärzten und Pflegepersonal), bei gesellschaftlichen Anlässen oder auch im Alltag. Solche Regeln gelten in der Regel als ein ungeschriebenes Gesetz und sind regional und kulturell voneinander abweichend und unterliegen manchmal relativ kurzfristigen Veränderungen (so waren bspw. weiße Tennissocken in den 1980er-Jahren eine Weile modern, galten aber bald als geradezu verpönt).

Etymologie

Das Wort Etikette stammt von angehefteten Zetteln (frz. etiquette), welche am französischen Königshof verwendet wurden: Auf diesen Zetteln wurde die Rangfolge der am Hofe zugelassenen Personen notiert, der Ausdruck ‚Etikette‘ bezieht sich also darauf sich den Regeln am Hofe entsprechend „anständig“ zu verhalten.


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Die passenden Schuhe für ... bzw. passend zu ...

Möchte man einen guten Eindruck bei anderen hinterlassen, ist neben einem stillvollen Auftritt eine dem Anlass entsprechende elegante Bekleidung fast schon unungänglich. Die Kombination der Kleidung mit den der Umgebung angemessenen Schuhen, gibt dem ganzen schließlich den nötigen Feinschliff.

Um das zu erreichen gilt es sich einiger Zusammenhänge im voraus bewußt zu sein: Bspw. welches Schuhmodell passt zu welchem Anlaß, welche Schuhfarbe eignet sich zu welcher Umgebung und Kleidung, welche Accessoires passen dazu und wann sollte man eigentlich Socken tragen?


Förmliche Anlässe

Eine Faustregel besagt: Umso förmlicher ein Anlass ist (wie bspw. Empfänge oder Hochzeiten) desto glatter und unverzierter (Broguings) sollte auch das Oberleder der Schuhe sein. Desweiteren empfiehlt sich ein einfacher Schaftschnitt der Schuhe mit wenig sichtbaren Nähten, ein möglichst dunkler Farbton und die Sohle sollte möglichst dünn sein.

Alles zusammen genommen, ist ein hochglanzpolierterPlain Oxford“ aus glänzendem Boxcalf oder Chevreau für förmliche Anlässe ideal. Als preisgünstigere Alternative empfiehlt sich ein ebenfalls auf Hochglanz polierter „Captoe Oxford“; ein dunkler „Derby“ hingegen ist aufgrund seiner offenen und dadurch sportlich wirkenden Schnürung eher unangebracht.


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Ungezwungene Anlässe

Für ungezwungene Anlässe mit lockerem Dresscode eignen sich gut Schuhe in brauntönen – diese harmonieren auch besonders gut mit blauen Anzügen und Hosen, schwarze Schuhe wirken hier eher fehl am Platz. Im Büro sollte auf zu auffällige Broguings (Lochverzierungen) denoch verzichtet werden.

Siehe auch: Herrenschuhmodelle - Brogues | Schuhglossar: Brogues und Broguing


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Freizeit

In der Freizeit kommt es vor allem auf Faktoren wie den persönlichen Lebens- und Kleidungsstil, das Wetter oder das Alter an, welcher Schuh angemessen wirkt. Jedenfalls deplatziert wirken besonders elegante Schuhe.

So eignet sich bspw. zu einem lockeren Businessoutfit (wie Jackett mit mit Jeans oder Chinohose) ein rahmengenähter Schuh mit Broguings und offener Schnürung, ein Loafer oder, bei z.B. rauerem Wetter, auch ein Herrenstiefel hervorragend.

Cargohosen und Baumwollpullover harmonieren gut mit Stiefeln (Boots) und Full Brogues aus Rauleder passen gut zu Cord.

Zu Poloshirt und Bluejeans passen bspw. Bootsschuhe hervorragend.

Schuhe mit einem Oberleder (Außenschaft) aus Scotch- oder Frenchgrain sowie Raulederschuhe aus grobem Velours, passen perfekt zu Tweed und Cord.


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Broguings

(Lochverzierungen)
Grundsätzlich gilt: Umso glatter und weniger verziert das Oberleder eines Herrenschuh ist, desto besser eignet sich dieser für förmliche Anlässe. Schuhe mit auffallenden Lochmustern (Broguings) sind für einen feierlichen Anlass dementsprechend ungeeignet und gehören in den Freizeitbereich.

Eine Ausnahme bildet der schwarze Brogue, welcher gut zu einem dunklen Anzug passt und in den meisten Geschäftsbereichen durchaus akzeptiert ist.


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Büro

Fürs Büro eignen sich Ledersohlen hervorragend: Neben ihrer Atmungsaktivität bremsen diese auf Teppichböden nicht den Gang und besitzen eine gute Leitfähigkeit – so werden Spannungsentladungen an Türklinken vermieden (im Gegensatz zu Sohlen aus Gummi).

Für das Oberleder (Außenschaft) empfehlen sich im Büro glatte, wenig extravagante Leder ohne zu auffällige Broguings (Lochverzierungen). Schwarze Brogues passen aber durchaus gut zu einem dunklen Anzug und sind in den meisten Geschäftsbereichen durchaus akzeptiert.

Leder aus Scotch- oder Frenchgrain sind zum Anzug unpassend, ebenso wie Raulederschuhe aus grobem Velours.


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Körperfigur

Der Grundsatz zur Schuhauswahl bezogen auf die Statur ist simpel, sie sollte der Körperstatur entsprechen:

Zu großen und kräftigen Personen passt robustes Schuhwerk mit einer breiten Vorderkappe gut, während schmächtigere Personen besser zu leichten und schlanken Schuhen greifen sollten.


Für schwergewichte Personen eignet sich demnach der Budapester besonders gut: Doppelte Sohle, hohe Vorderkappe und sein robustes Erscheinungsbild harmonieren hier ideal. Keine Regel ohne Ausnahme: Umso festlicher der Anlass ist, desto leichter sollte der Schuh sein.

Leichtgewichtige Personen sollten hingegen doppelte Sohlen, breite Vorderkappen und auch zwiegenähte Schuhe eher meiden. Als passend erweisen sich hier schmal geschnittene Schuhe die vorne eng zusammenlaufen und eine dünne Sohle aufweisen.


Zur optischen Verlängerung der Füße sind Plain Oxfords, Plain Derbys und auch glatte Monks geeignet. Ohne zusätzliche Verzierungen (Broguings) bzw. Quernähten auf der Vorderkappe, wirken diese Modelle länger.


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Schuhfarbe

(Oberlederfarbe)
Die zwei traditionellen Farben für Herrenschuhe sind braun und schwarz. Der Grund dafür liegt in der ursprünglich rein pflanzlichen Gerbung von Leder, durch welche es eine natürliche braune Färbung erhält - durch Zugabe von Eisenspäne in die Gerbflüssigkeit entsteht schwarzes Leder.


Die (traditionelle) Faustregel bei der Schuhfarbe: Schwarz zu förmlichen Anlässen und im Büro, braun in der Freizeit.

In einer konservativen Branche ist man mit schwarzen Schuhen auf der sicheren Seite, in weniger konservativen Branchen und bei wenig formellen Anlässen, werden in der heutigen Zeit auch braun und manchmal auch Bordeauxrot als Oberlederfarbe getragen. In den USA bspw. ist Bordeauxrot bei Herrenschuhen in der Geschäftswelt allgemein akzeptiert. Blau oder Grau haben sich als Oberlederfarbe hingegen bis heute nicht durchgesetzt.


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Kombinationen

(Accessoires)
Das Kombinieren von Herrenschuhen Socken, Gürtel, Handschuhen und anderen Bekleidungsstücken bzw. Accessoires, erfordert ein gutes Auge um Fehlgriffe zu vermeiden.


  • Gürtel
    Die Farbe eines Ledergürtels und die der Schuhe, sollten immer aufeinander abgestimmt sein – idealerweise besteht der Gürtel aus demselben Leder wie die Schuhe. Außerdem wichtig: Bei Schuhen mit Reißverschluss oder Schnalle aus gold- bzw. silberfarbenem Metall, sollte der Farbton der Gürtelschnalle ebenfalls mit jenem des Metalls an den Schuhen harmonieren – Abweichungen stechen hier besonders schnell ins Auge.
  • Handschuhe
    Auch die Handschuhe sollten einen ähnlichen Farbton wie die getragenen Schuhe haben.
  • Hosenbeine
    Das Hosenbein sollte nur so weit sein, dass der vordere Teil der Schnürung freibleibt. Hinten sollte es idealerweise direkt oberhalb des Absatzes enden, kann aber auch (höchstens) bis zu dessen Mitte reichen.Peronen mit großen Füßen oder solche von korpulenter Gestalt, sollten bevorzugt Hosen mit einem weiten Schlag tragen da die Schuhgröße so weniger betont wird.

    Als geschlossene Schuhe zu kurzen Hosen eignen sich Schlüpflinge hervorragend – die Socken sollten in diesem Fall am Knöchel enden und idealerweise nicht zu sehen sein.

  • Socken
    In geschlossenen Schuhen sollten Socken genrell getragen werden, das hat vor allem hygienische und schuhtechnische Gründe – von den ästhetischen Gründen ganz zu schweigen. Ohne Socken fangen die Füße bald zu schwitzen an und das Schuh leder wird so in Mitleidenschaft gezogen.

    Barfuss geht man am besten in Sandalen (jedenfalls ohne weißen Socken!) oder in Loafern und Mokassins.


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Loafer

Loafer eignen sich grundsätzlich zu fast jeder Art von Anlass außer wenn dieser förmlich oder konservativ ausfällt. Ideal passt er in den eleganten Freizeitbereich und außer zu Nadelstreif, können Loafer zu vielen Anzügen und Kombinationen getragen werden. Sie harmonieren bspw. zu Chinohosen oder Jeans vortrefflich.

Um den Schuh ein wenig zu betonen, kann das Hosenbein beim Loafer etwas kürzer und enger ausfallen.


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Monkstrap

Ein Monkstrap wirkt weniger formell als ein Schnürschuh, ist aufgrund seiner klassisch-eleganten Erscheinung aber dennoch eine gute Alternative bei nicht allzu striktem Dresscode in der Geschäftsbranche. Modelle mit einer Schnalle wirken dabei deutlich eleganter als jene mit zwei Schnallen. Dieses Schuhmodell passt zu Nadelstreifen ebenso gut wie zu Leinenhosen un einem Pullover.

Um den Schuh ein wenig zu betonen, kann das Hosenbein beim Monk etwas kürzer und enger ausfallen.


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