Lederschuhe: Reinigung und Pflege

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung

  2. Glattlederpflege
  3. Raulederpflege
  4. Strapazierlederpflege
  5. Lacklederschuhe
  6. Schaftstiefel
  7. Birkenstock
  8. Wanderschuhe
  9. Schnee-, Streusalz-
    und Wasserränder

  1. Grundlegende Handhabung von (Leder)Schuhen und diverse Tipps

  1. Schuhe Inhaltsverzeichnis
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Siehe auch: Leder (Eigenschaften, Bezeichnungen, Gerben, Konservierung, Pflege, ...) und Schuhcreme


Einleitung

Leder ist ein natürliches Material welches eine gewisse Nahrung benötigt. Im Verlauf der Gerbung werden dem Leder alle wasser- und fetthaltigen Bestandteile entzogen und bei der abschließenden Zurichtung, werden dem Leder Fette und Öle wieder zugeführt.

Durch das Tragen der Schuhe (Fußschweiß) und die äußeren Witterungseinflüsse denen ein Schuh ausgesetzt ist, werden diese zugesetzten Stoffe mit der Zeit abgebaut und das Leder verliert als Folge seine Dehnbarkeit (d.h. es versteift, wird brüchig) und Schmutzpartikel können sich in den Zwischenräumen ablagern – der Schuh wird so nicht nur unansehnlich sondern auf Dauer auch unbrauchbar.


  • Um zu erkennen ob die Schuhe noch ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt sind, wird der Schaft einfach mit etwas Wasser benetzt: Ausreichender Schutz besteht wenn das Wasser in einzelnen Tropfen abperlt, läuft es hingegen in manchen Bereichen zu kleinen Pfützen zusammen oder bilden sich Rinnsale, ist es an der Zeit den Schuh zu Pflegen.
  • Lederschuhe sollten nach jedem Tragen abgewischt bzw. gebürstet werden um Schmutzpartikeln zu entfernen. Bei längeren Tragepausen empfiehlt es sich die Schuhe dünn mit Schuhcreme zu behandeln und in einem Textilbeutel aufzubewahren.
  • Bei Lederschuhen dient eine etwa alle 2 - 3 Wochen (richtig) durchgeführte, intensive Schuhpflege mittels eines gut ausgestatteten Schuhpflegesets dazu, die dem Leder mit der Zeit verloren gegangenen Öle und Fette wieder zurückzuführen und so das Leder vor dem Austrocknen zu bewahren. Nur gut genährtes Oberleder eines Herrenschuhs behält seine Elastizität, die Geschmeidigkeit und den Glanz.
  • Bei raueren Witterungsbedingungen wie Nässe und Kälte, sollte die Schuhpflege dementsprechend häufiger als alle 2 – 3 Wochen durchgeführt werden.


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Zur stilvollen Aufbewahrung des Pflegezubehörs, bietet sich eine edle Schuhputzkiste an.


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Zur Pflege von Lederschuhen benötigt man

  • Schmutzbürste aus entweder Schweineborsten, Rinder- bzw. Pferdeschwanzhaaren oder Agavenfibern (flexible und widerstandsfähige Blattfasern einer südamerikanischen Agavenart).
  • Schucreme: Hartwachscreme (in der jeweiligen Oberlederfarbe) und eine farblose Mischemulsionscreme.
  • Bürste oder Baumwolltuch (bspw. ein altes, zerschlissenes T-Shirt) - zum Auftragen der Schuhcreme und für die folgende Politur. Für jeden Farbton sollte eine eigene Bürste verwendet werden, um Verfärbungen des Leders zu vermeiden.
  • Glanzbürste aus Pferdehaaroder ein weiches Baumwolltuch für die Politur.
  • Ledersohlenöl und Auftragepinsel.


Zur Pflege von Raulederschuhen benötigt man

  • Raulederbürste - Messingbürste für Velours, Kreppbürste für Nubuk
  • Raulederimprägnierung (farblos)


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Glattlederpflege

Siehe auch: Wasserglanzpolitur bei Lederschuhen


  1. Reinigung
    Bevor Cremepflegemittel auf Glattleder aufgetragen werden, muss der Schuh gereinigt werden. Dazu Staub, angetrockneten Schlamm und vergleichbare Verschmutzungen mit der Schmutzbürste Entfernen oder mit einem mit Wasser befeuchteten Tuch abwischen. Dabei sollte sehr gründlich vorgegangen da der Oberflächenschmutz durch die Creme sonst quasi konserviert und das Leder durch den Schmutz mechanisch strapaziert wird (es können Kratzer im Leder entstehen).
  2. Nähren – Imprägnieren - Schützen
    Die zur Schuhfarbe passende Hartwachscreme (Schuhcreme in flachen Blechdosen) mit Bürste oder Baumwolltuch auf der gesamten Oberlederfläche sehr dünn auftragen (inklusive Absatz- und Sohlenkante). Die Hartwachscreme eignet sich ideal zum Nähren, Imprägnieren und Schützen von Glattleder und bewirkt außerdem auch eine reinigende Wirkung, wodurch man sich den Kauf zusätzlicher Spezialmittel erspart.
  3. Wirken lassen
    Die Schuhe für rund eine halbe Stunde stehen lassen, damit das Wachs für die folgende Politur austrocknen kann.
  4. Glanzbürsten/Polieren
    Nachdem die Creme getrocknet ist, erfolgt das Polieren der Oberfläche mit einer Rosshaarbürste oder einem weichen Tuch - dadurch wird ein erneutes Verschmutzen erschwert und natürlich auch Glanz erzeugt. Dazu das Leder ohne Druck mit lockeren Bewegungen Polieren bis es überall gleichmäßig glänzt.

    Um mit Hartwachscreme einen starken Hochglanz zu bewirken, gibt es verschiedene Methoden: Bspw. das Polieren mit einem Nylonstrumpf, das verwenden von weichen Ziegenhaarbürsten, die Wasserglanzpolitur usw.

  5. Etwa nach jeweils jedem 7 mal Schuhputzen, kann statt der Hartwachscreme auch auch eine Mischemulsion aufgetragen werden – durch diese wird das Leder zusätzlich genährt und nachgefärbt. Die Mischemulsion mit einem weichen Tuch dünn auftragen, einige Minuten einziehen lassen und anschließend mit der Glanzbürste Polieren.
  6. Eine Ledersohle sollte alle paar Monate gepflegt werden. Dazu das Ledersohlenöl direkt auf die Sohle geben und mit einem Pinsel gleichmäßig verteilen. Solange Wiederholen bis von der Sohle kein Öl mehr aufgenommen wird.



Tipps aus den unendlichen weiten des Internets:


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Raulederpflege

Weil das offenporige Leder Staub und Schmutz schnell aufnimmt und es so auf Dauer von innen mechanisch zerstört wird (es langsam vergraut), sollten Raulederschuhe gründlich ausgebürstet werden.


  1. Reinigung
    Staub, angetrockneten Schlamm und vergleichbare Verschmutzungen mit einer speziellen Raulederbürste (Messingbürste für Velours, Kreppbürste für Nubuk) Entfernen. Schmutzstreifen und Wasserflecken an Wildlederschuhen, lassen sich auch leicht mit feinem Sandpapier entfernen.
  2. Imprägnierung
    Den sauberen und trockenen Schuh auf den Lederoberflächen mit dem farblosen Flüssigimprägniermittel behandeln. Durch das Imprägnieren wird eine schnelle Verschmutzung vemieden und das Leder erhält gleichzeitig eine Wasserabweisende Eigenschaft.

    Anmerkung: Normale Schuhcreme ist dafür ungeeignet, da so das Rauleder sein typisches Aussehen verliert.

  3. Anschließend auf die Sohlenkante, das Sohlengelenk und den sichtbaren Teil des Rahmens eine farblich passende Schuhcreme mit einem weichen Tuch auftragen und nach etwa 30-minütiger Trocknungszeit Polieren.
  4. Nach einer halbstündigen Ruhepause das Ledergewebe abschließend mit den Gumminoppen der Raulederbürste aufrichten.


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Strapazierlederpflege

Strapazierleder wird für stark beanspruchte Schuhe (Arbeitsstiefel, Wanderschuhe) verwendet.


  1. Reinigung
    Um Strapazierleder zu Reinigen können bspw. Bürsten mit Pflanzenfasern verwendet werden – diese eignen sich auch zum nassen abbürsten mit klarem Wasser.
  2. Pflege
    Als Pflegemittel für Strapazierleder eignen sich Lederfette oder Fettwachse, die hauchdünn (Überfetten verschlechtert die Atmungsaktivität und macht das Leder auf Dauer lappig) aufgetragen werden und über Nacht zum einziehen belassen werden. Anschließend können die Schuhe am besten mit der bloßen Hand auspoliert werden.


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Lacklederschuhe

Diverse Tipps aus den weiten des Internets



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Schaftstiefel

Um das einknicken hoher Stiefelschäfte zu vermeiden und so das Leder zu schonen, einfach eine zusammengerollte Zeitung oder eine leere, umgedrehte Plastikflasche (1.5 Liter) hineinstecken. Die Plastikflasche erhät die Form besser und die die Stiefel bleiben noch dazu von selbst stehen.


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Birkenstock

Siehe auch: Unisex-Schuhmodelle: Birkenstock


  1. Es ist empfehlenswert die Schuhe von Zeit zu Zeit „ausdunsten“ zu lassen (d.h. nicht jeden Tag tragen und stattdessen ein 2 Paar anziehen) um eine Geruchsentwicklung zu vermeiden und das Metrial zu schonen. Praktisch sollten die Schuhe daher nach einem Tag tragen einen Tag stehen gelassen werden.
  2. Birkenstock sollten regelmäßig mit einer Bürste und etwas Seife gereinigt werden.
  3. Die einen sagen sie waschen ihre Birkenstock in der Waschmaschine und es sei kein Problem, die anderen sagen man sollte das nicht tun. Laut einem Forenpost von einer Person die einmal bei Birkenstock tätig war, teilte ihr der damalige Produktionsleiter mit, das man Birkenstock bedenkenlos in der Waschmaschine waschen kann – bei 30°.


Gegen einen unangenehmen Geruch entweder Katzenstreu mit 1 Esslöffel Natron vermischen oder pures Backpulver in die zuvor leicht mit Wasser besprühten Schuhe streuen – es sollte eine dickere Schicht sein. Solange (am besten über Nacht) einwirken lassen, bis die Feuchtigkeit mit dem Geruch absorbiert wurde. Birkenstock für einen Tag in den Tiefkühler zu legen hilft ebenfalls gegen Gerüche.


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Wanderschuhe

Siehe auch: Unisex-Schuhmodelle: Bergschuh und Wanderschuhe


Weil Wanderschuhe in der Regel starken Belastungen ausgesetzt sind, ist eine Pflege mit normalen Schuhpflegemitteln nicht ausreichend.


Wanderschuhe sollten regelmäßig imprägniert werden.

Zur allgemeinen Pflege empfehlen sich sehr dünn aufgetragene

  1. Lederfette – Achtung, durch eine Überfettung nimmt die Atmungsaktivität ab und der Schaft kann zudem an Festigkeit verlieren.
  2. Fettwachse – Sind einfacher in der Anwendung als Lederfette. Reine Wachse sind weniger empfehlenswert, da sie das Leder erstens nicht nähren (was zur Versprödung führt) und der Schutzfilm zweitens weniger gut auf der Lederoberfläche haftet (was zu Wasserdurchlässigkeit führt).


Anmerkung: Durch unterschiedliche Pflegemittel in Kombination mit den beim Gerben in das Leder eingebrachten Hydrophobierungsmitteln, kann es zu chemischen Unverträglichkeiten kommen und die Wirkung der Mittel kann sich gegenseitig aufheben. Das Pflegemitteltyp sollte ohne Not daher nicht gewechselt werden.


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Schnee-, Streusalz- und Wasserränder

Diverse Tipps aus den weiten des Internets



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