Herrenschuhmodelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Derby
  2. George-Boot
  3. Herrenstiefel
  4. Jodhpur-Stiefel

  1. Monkstrap
  2. Norweger
  3. Oxford

  1. Blücher
  2. Brogue

  3. Budapester
  4. Chelsea-Boot

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

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Derby

Schlichter, schwarzer Derby

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Der Derby (im englischen auch „Gibson“, im französischen „Molière“ und in Nordamerika gelegentlich - fälschlich - auch Blucher genannt) ist ein klassisches Schuhmodell, charakterisiert durch die offene Schnürung und den Derbyschaftschnitt, der durch zwei die Schnürung (mit 3-5 Ösenpaaren) tragende Seitenteile (Quartiere) gebildet wird, die von der Fersennaht zum Vorderteil des Schafts (dem Vorderblatt das in die Zunge zum Fuß hin ausläuft) verlaufen und auf diesem aufgenäht sind.

Der Außenschaft eines Derby besteht also aus 3 Teilen: Dem Vorderblatt und den zwei Quartieren. Die Quartiere (Schaftteile/Seitenteile) werden mit dem so genannten Derbyriegel (das kurze Nahtstück unterhalb der Öse = Verstärkungsnaht) gegen ein Abreißen gesichert. Die beim klassischen Derby typische Form der beiden Quartiere wird als „Derbybogen“ bezeichnet – eine bogenförmig nach oben geschwungene untere Kante im vorderen Abschnitt.


Der Derby ist ein Schuh-Grundmodell dessen spezieller Schaftschnitt vielen anderen Schuhmodellen zu Grunde liegt – wie z.B. dem Norweger oder dem Budapester. Daher wird bei Schuhen mit offener Schnürung und zwei auf dem Vorderblatt liegenden Quartieren im allgemeinen Sprachgebrauch häufig der Begriff Derbyschnitt gebraucht.

Das Modell-Gegenstück zum Derby, der Oxford, hat eine geschlossene Schnürung (Blattschnitt). Der häufig mit dem Derby verwechselte Blücher (der ebenfalls eine offene Schnürung ha), weist einen anderen Schaftschnitt auf.


Ursprung

Seinen Ursprung hat der Derby in der Zeit des beginnenden 19. Jahrhunderts, wobei die Herkunft nicht eindeutig geklärt ist. Vermutlich geht sie auf einen englischen Grafen aus Derby zurück, der wegen seines hohen Fußrists Schwierigkeiten beim Verschließen der Schuhe hatte und daher von seinem Schuhmacher Schuhe mit diesem eigens für ihn entwickelten Schaftschnitt bekam. Siehe auch: Maßschuhe


Modellvarianten


Die Form des Derbybogens kann unterschiedlich ausfallen:

  • beim klassischen Derby ist sie bogenförmig
  • beim Steilderby verläuft sie in einem steilen Winkel ansteigend mehr oder weniger gerade von unten nach oben
  • beim Spitzderby ist der vordere untere Winkel der Quartierteile spitz und nach vorne ausgerichtet
  • beim Mokassinderby hat das Vorderblatt (wie beim Mokassin) einen zusätzlichen Blatteinsatz

Außerdem wird der Derby unverziert (plain), mit Querkappe (captoe), mit Lochverzierungen (Halfbrogue) oder Flügelkappe (Fullbrogue) gefertigt und kann entweder ein Halbschuh oder ein Stiefel (Derby-Boot) sein.


Verwendung

Im Gegensatz zum Oxford gilt der Derby als eher sportliches, weniger elegantes Schuhmodell wobei der Gesamteindruck und mögliche Kleidungskombination von seiner Machart, dem Material der Sohlen, der Oberlederfarbe und eventuell vorhandenen Verzierungen abhängen. So können hochwertige, rahmengenähte und unverzierte Derbys sowohl mit Businesskleidung als auch mit Jeans kombiniert werden.

Siehe auch: Etikette des tragens von Schuhen

Weil der aufgrund der Schnürung verursachte Zug unten am Schuhboden ansetzt und sich die Schnürung insgesamt weiter öffnen lässt, ist der Schaftschnitt eines Derby für Menschen mit hohem Fußrist vorteilhaft - der Einstieg ist gegenüber einem Schuhmodell mit geschlossener Schnürung (bspw. Oxford) so einfacher.


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George-Boot

Brauner George-Boot

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Der George-Boot ist ein klassisches Herrenstiefelmodell. Er ist überknöchelhoch, unverziert, hat drei Ösenpaare und ähnelt im Schaftgrundschnitt einem hohen Steilderby.

Durch das glatte Vorderblatt, die recht hoch ansetzende Schnürung und die zurückversetzte Vorderkante der hinteren seitlichen Schaftteile (Quartiere), ergibt sich beim unter dem Hosenbein sichtbaren Teil des Schuhs ein glattes, durch keine Schaftnaht oder Schnürsenkel unterbrochenes Erscheinungsbild.

Der George-Boot ist dem Chukka-Boot optisch sehr ähnlich, jedoch hat der Chukka-Boot meist nur zwei Ösenpaare sowie eine Vorderkante der Quartiere die dem Spitzderby ähnelt und ist nicht ganz so hoch geschnitten. Desweiteren hat ein George-Boot eine Ledersohle und einen Schaft der meist aus Glattleder gefertigt ist, wohingegen der Chukka-Boot meist eine Kreppsohle aufweist und einen Schaft aus Rauleder hat.


Ursprung

Der George-Boot wurde vom britischen König Georg VI. 1952 als moderner und luftigerer Uniformschuh-Ersatz für den bis dahin bei seinen Soldaten gebräuchlichen Welligtonstiefel entworfen.


Verwendung

In seiner Glattlederausführung ist der George-Boot Bestandteil mehrerer britischer Uniformen. Der Originalausrüster, der englische Schuhhersteller Sander & Sanders (Northampton), bietet dieses Stiefelmodell auch in seinem normalen Programm in verschiedenen Glattledervarianten an. Der Stiefel ist ein klassisches Herrenschuhmodell, das aufgrund des relativ hohen Schaftschnitts als eleganter Stiefel auch mit Geschäftskleidung kombiniert werden kann. Siehe auch: Etikette des tragens von Schuhen


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Herrenstiefel

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Bezeichnet Stiefel bzw. genauer hochgeschnittene Halbschuhe (Bootees), deren Schaft über den Knöchel reicht aber nicht länger als 20 cm ist. Meist haben Herrenstiefel eine Schnürung, es gibt sie aber auch mit anderen Verschlußmethoden wie Haken, Knopfleisten, Reißverschlüssen oder als einfache Schlupfschuhe mit einem Verschlussriemen. Material und Verarbeitung gleichen jenen von klassischen Herrenhalbschuhen.

Meist sind Herrenstiefel mit einer doppelten Laufsohle ausgestattet, wobei die untere i.d.R. aus einem wasserabweisenden Material besteht. Dementsprechend eignen sich solche Stiefel vor allem für den Gebrauch bei nasskalter Witterung oder während der Winderzeit. Herrenstiefel mit einfacher Ledersohle, eignen sich aufgrund des normalerweise edleren Erscheinungsbildes auch zu einem Anzug.

Siehe auch: Etikette des tragens von Schuhen

Herrenstiefel mit einem vergleichsweise niedrigen Schaft sind bspw. der: Balmoral (Ringsbesatzstiefel), Chelsea-Boot, Chukka-Boot, Derby-Boot (prinzipiell ein normaler Derby mit längerem Schaft, einer verstärkten Sohle und einer achtfachen Schnürung), George-Boot oder Jodhpur-Stiefel.


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Geschichte

Bekanntheit erlangten die Herrenstiefel 1820 durch den Ur-Dandy George Bryan Brummell (auch Beau Brummel; 1778-1840), einem ein Verfechter des als Understatements. Er erfand quasi den typischen Stil eines Gentleman und er trug zu eleganten Anzügen stets die Bottine, eine geschnürte Herrenstiefelette. Er empfahl auch Champagner zum Polieren der Stiefel, wovon bei der Schuhpflege allerdings eher abzuraten ist.


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Jodhpur-Stiefel

(Jodhpur-Boot)
Brauner Jodhpur-Stiefel
Jodhpur-Stiefel sind ein überknöchelhohes Stiefelmodell mit einem flachem Absatz, einem den Schaft in Knöchelhöhe umfassenden verstellbaren Riemen und ohne weitere Verzierungen.

Jodhpur-Stiefel gibt es in der (aufwendigeren und teureren) ursprünglichen Variante mit einer Riemenbefestigung im Schuhboden und in der einfacheren Bauweise, bei welcher der Riemen seitlich an den Schaft genäht ist. Schuhkenner bevorzugen die aufwendigere Variante wohingegen Reiter die einfachere Variante vorziehen, da der Riemen (durch die Reibung am Steigbügel) gelegentlich ausgetauscht werden muss.


Ursprung

Die Herkunft dieses Stiefelmodells ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass die in Indien stationierten britischen Soldaten diesen Schuh erfanden, da er sich zum Reiten gut eignet und luftiger ist als die bis dahin gebräuchlichen Stiefel. Anderen Angaben zu Folge wurde der Jodhpur-Stiefel vom Maharadscha von Jodhpur erfunden.


Verwendung

In Kombination mit einer speziellen Reithose (Jodhpurhose) dient dieses Schuhmodell als kurzer Reitstiefel. Die Hose kann mithilfe des Riemens fixiert werden, sodaß sie nicht aus dem Schaft rutscht. Zum Reiten werden meist Stiefeletten aus dickerem Leder verwendet, die zwar weniger elegant geschnitten dafür aber robuster sind.

In der teureren (rahmengenähten) Machart, hat sich der Jodhpur-Stiefel allerdings auch abseits des Pferdesports durchgesetzt. Seit über fünfzig Jahren zählt er zu den klassischen Herrenschuhmodellen in den Kollektionen bekannter Anbieter von rahmengenähten Schuhwerk.


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