Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Badeschuhe
  2. Bergschuh
  3. Balmoral-Boot
  4. Birkenstock
  5. Bootschuh
  6. Bundschuh

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  3. Gymnastiksandale
  4. Gymnastikschuhe
  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Loafer
  3. Mokassin
  4. Moonboot
  5. Opanken
  6. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker

  1. Stiefel
  2. Tanzschuhe

  1. Turnschuh
  2. Wanderschuh

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Badeschuhe

(Badesandalen bzw.
umgangssprachlich: Badelatschen,
-schlappen oder -schlapfen)
Badeschuhe sind wasserunempfindliche Schuhe aus Kunststoff oder Gummi, konzipiert für den Bade- oder Saunabereich beziehungsweise den Flachwasserbereich an Meeresküsten.

Der Schaft ist wie bei Sandalen meist offen und hat entweder einem breiten Riemen über den Fußrücken oder einen Zehentrenner bei der sogenannten Zehenstegsandale (Flip-Flops). Badeschuhe die den Fuß vollkommen umschließen, werden vor allem auf Stränden als Schutz vor Hautverletzungen durch Muschelschalen oder Quallen im flachen Wasser getragen.

Badeschuhe bieten einen guten Halt auf wassernassen Böden und verhindern einen direkten Hautkontakt mit Fußpilzesporen, wodurch sie vor einer Infektion schützen.


"Die sind in Ordnung. Bei uns heißen sie übrigens »ciabatte da tedesco« - die Latschen der Deutschen. Denn es waren Ihre Landsleute, die sie über die Adriaküste nach Italien eingeschleppt haben." - Stefano Gabbana über Plastikbadelatschen (im Stern Nr. 14/2008, 27. März 2008, S. 16 der Beilage 'Style Journal').


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Bergschuh

(Bergstiefel)
Bergschuh aus Leder
Ein speziell für den alpinen Einsatz (Bergsteigen, für Hochtouren) oder zur Fortbewegung in weglosem Gelände (Fels, Geröll, Eis und Schnee) konzipierter Schuh mit einem Schaft bis über den Knöchel, der sich durch die hohe Steifigkeit der Sohle, ein rutschfestes Profil, Wasserdichtheit und Robustheit auszeichnet. Im Vergleich zu einem Wanderschuh ist der Bergschuh fester und schwerer.

Die steife Sohle vereinfacht das Tragen von schwerem Gepäck leichter und ist eine Voraussetzung zum Tragen von Steigeisen, da diese sonst von den Schuhen rutschen würden. Da reine Hochgebirgsstiefel keine nennenswerte Verwindung der Sohle aufweisen, sind sie zwar im Hochgebirge nützlich behindern aber beim Auf- und Abstieg bzw. beim Wandern, da der Schuh nicht abrollt und in seinem Gehverhalten an Skistiefel erinnert.

Bergschuhe werden nach ihrer Steigeisentauglichkeit in: nicht, bedingt (Leichtsteigeisen und Steigeisen mit Riemenbindung) und voll steigeisenfest (meist mit fest am Schuh angebrachten Haltepunkten für Hebelbindungen)“ unterschieden.


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Balmoral-Boot

(Balmoral-Stiefel, Blattschnitt- bzw. Ringsbesatzstiefel)
Balmoral-Boot für Damen
Ein überknöchelhohes Schuhmodell (für Damen und Herren) im sogenannten Ringsbesatzschnitt - ein Schuhschaft um dessen unteren Schaftrand ein einteiliger, 2 – 3,5 cm breiter Oberlederstreifen (Ringsteil) verläuft.

Die Bezeichnung „Blattschnittbesatzstiefel“ bezieht sich auf die geschlossene Schnürung und dem damit zugrunde liegenden Blattschnitt. Bei den Damenmodellen ist der Absatz etwas geschwungener und höher und die Verschlusslaschenkante ist häufig verziert.


Ursprung

Das Schuhmodell wurde in den 1850er Jahren von dem Londoner Schuhmacher J. S. Hall für den Gemahl von Königin Viktoria, Prinz Albert entwickelt und nach dem schottischen Sommersitz des Königshauses, Balmoral Castle, benannt. Der Balmoral-Boot war zwischen den 1860er Jahren und dem Beginn des 20. Jahrhunderts ein in Europa und Übersee bei beiden Geschlechtern sehr gefragtes Modell.


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Birkenstock


Die Birkenstock („Birkenstock“ ist eine eingetragene Marke der Birkenstock Orthopädie GmbH & Co. KG) ist ein Schuhhersteller mit einer gleichnamigen, international gehandelten Schuhmarke. Firmensitz ist seit den 1990er Jahren Vettelschoß (Landkreis Neuwied, nördliches Rheinland-Pfalz nahe Bad Honnef), mit Niederlassungen auf der ganzen Welt. Birkenstock gilt heute als der viertgrößte Schuhhersteller weltweit.

Die Schuhfirmen Alpro, Betula, Birki, Footprints, Papillio und Tatami sind eigenständige Lizenznehmer von Birkenstock, welche im Besitz der drei Söhne Karl Birkenstocks sind. Die Firmen nutzen zum Teil auch das Wissen von Birkenstock, was sich bspw. in den Ausformungen des Fußbetts widerspiegelt. Abhängig von der Qualität dürfen diese Lizenznehmer mit den Zusätze „Original Birkenstock Fußbett“ oder „licensed by Birkenstock“ für ihre Produkte werben.


Eigenschaften

Durch die gleichförmige Druckverteilung über eine große Fläche und die Elastizität bzw. Flexibilität des gesamten Schuhbodens, entsteht das angenehme Tragegefühl für das die Sandalen bekannt sind. Der Lederüberzug des Fußbetts verstärkt zusätzlich das angenehme Tragegefühl. Aus diesen Gründen sind Birkenstock-Sandalen besonders bei Personen die beruflich viel Zeit stehend verbringen beliebt (bspw. bei Ärzten und im Pflegebereich).


Ursprung

Die Geschichte Birkenstocks beginnt mit der Erwähnung des Schuhmachermeisters Johann Adam Birkenstock 1774, in dem hessischen Ort Langen-Bergheim. Mehr als 100 Jahre später eröffnete Konrad Birkenstock in Frankfurt am Main 1896 zwei Schuhfachgeschäfte und begann damit Fußbetteinlagen herzustellen. 1925 erwarb Konrad Birkenstock in Friedberg (Hessen) eine Fabrik die er ausbauen ließ. 1930 stellter er das von ihm erfundene „Blaue Fußbett“ vor, das sich den Bewegungen und der Fußform des Trägers anpassen konnte. Bereits damals wurde es auch nach Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, in die Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, in die Schweiz und die Tschechoslowakei geliefert.

Carl Birkenstock, ein Enkel Konrad Birkenstocks, führte nach 1945 am damals neuen Unternehmenssitz in Bad Honnef bei Bonn, verbesserte die vorangegangenen Erfindungen zu einer flexiblen Korkeinlage die er zur festen Innensohle von Schuhen machte. Der Einführung der ersten Sandale, der „Birkenstock Fußbettsandale“ 1964, folgte später die „Gymnastiksandale“ und das bis heute wenig veränderte Modell „Madrid“, der Grundstein für die Expansion des Unternehmens seit den 1970er Jahren war damit gelegt. Allerdings stieß die rasche Erweiterung des Modellangebotes zunächst kaum auf Resonanz, nur wenige Schuhfachhändler führten Birkenstock in ihrem Sortiment.

Erst als um 1970 Ärzte und Mitarbeiter in Pflegeberufen vom herrkömlichen Schuhwerk auf Holz- bzw. Ledersandalen und auch Clogs (wie bspw. von der Firma Berkemann) wechselten und Birkenstock begann seine Schuhe per Postversand zu vermarkten, stellten sich erste Erfolge ein.

In den USA entdeckte die Hippiebewegung Ende der 1960er Jahre die Sandalen für sich, ausgehend von der Deutschamerikanerin Margot Fraser, die 1966 einen kleinen Vertrieb in Kalifornien startete und später das Unternehmen Birkenstock USA aufbaute - dem seit den 1980er Jahren größten Markt für Birkenstock.

1973 entwickelte Birkenstock die Sandale „Arizona“ und 1977 das Modell „Boston“ - beide gehören bis heute zu den beliebtesten Modellklassikern.

In Deutschland wurden Birkenstocksandalen erst in den 1980er Jahren wirklich populär, zunächst in den Pflegeberufen und der Alternativ- und Friedensbewegung, später als Haus- und Freizeitschuhe auch in den „bürgerlichen“ Haushalten. 1982 stellte Birkenstock seine erste Zehenstegsandale vor.


Siehe auch: Gymnastiksandale | Birkenstock Webseite


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Bootschuh

Bootsschuh
Ein in Mokassinmachart hergestellter, leichter und sehr bequemer Freizeit- und Sommerschuh, der meist aus einem leichten und gefetteten Waterproofleder vom Rind besteht und kein glossar.htmlFutter hat (damit der Schuh schneller trocknet). Die Nähte eines Bootsschuhs sind aus Nylongarn gefertigt, die 2 - 3 Messingösen sind mit einem Anlaufschutz behandelt und die rutschfeste Sohle besteht aus strapazierfähigem Gummi bzw. Kautschuk. Um den Schuh an den Fuß anpassen zu können, verläuft um die gesamte Öffnung ein Schnürsenkel aus Leder.

Der sehr bequeme und leichte modische Freizeitschuh, eignet sich ideal für die Sommerzeit und auch um barfuss getragen zu werden. Da der Bootsschuhe ursprünglich für die Seefahrt entwickelt wurde, bietet er bestmöglichen Schutz gegen Wasser. Ursprünglich waren Bootsschuhe in blauer Farbe erhältlich, die aus Rauleder gefertigten Modelle werden aber auch in diversen Farbkombinationen angeboten.


Ursprung

Paul Sperry, ein amerikanische Freizeitsegler, gilt als Erfinder Bootschuhs. Inspiriert durch die Pfoten seines Hundes, hat er 1935 die Struktur der Hundepfote auf die Sohle eines Schuhs übertragen – die Einschnitte in der Sohle bewirkten eine besonders gute Bodenhaftung auf nassem Untergrund, bspw. auf Schiffsplanken. Das erste von ihm entwickelte Modell eines Bootschuhs war der aus Leder gefertigte Top- Slider mit dem eingeschnittenen Sohlenprofil (Messerschnittprofil).

Seit den 1980er Jahren erobert dieser sehr bequeme und leichte, eigentlich für die Seefahrt konzipierte Schuh, auch das Festland und wurden über die Jahre immer landtauglicher. So erhielten die Schuhe eine dickere Profilsohle und wurden mit einem Futterleder versehen. Auf Booten sind die Modelle mit dicker Sohle allerdings nicht gerne gesehen, da sich in dem deutlich tieferen Profil kleine Steine festsetzen die das Deck zerkratzen können.


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Bundschuh

Rekonstruktion eines germanischen Bundschuhs aus dem 2. Jahrhundert
Ein historischer Lederschuh der mit einem langen Riemen gebunden wurde. Diese Form der Bindung wurde auch bei den frühgeschichtlichen Schuhen und den einfach gebundenen Schuhen (im Gegensatz zu teureren Schnallenschuhen) der Landbevölkerung im späten Mittelalter verwendet – diese Schuhe unterschieden sich in ihrer Konstruktion aber erheblich von den frühgeschichtlichen Bundschuhen.

Bundschuhe waren vor allem in Süddeutschland, dem Elsass, der Nordschweiz und in Kärnten (Österreich) gebräuchlich. Die Schuhe waren als halbhohe Stiefel ausgeführt, deren Schaft meistens über den Knöchel reichte und die Hose umfasste. Die Schuhe wurden aus schlechtem (billigem) Leder mit einer Wendenaht gefertigt (d. h. der Schuh wurde nach dem Nähen umgestülpt) und es wurde nicht zwischen rechtem und linkem Schuh unterschieden (Siehe auch: Geschichte der Schuhe - links-rechts Unterscheidung). Die Schnürung erfolgte mit langen Lederriemen und war teilweise auch mit Metallschnallen versehen.

In der Zeit von 1130 bis 1700 waren neben dem Bundschuh auch Stulpenstiefel, Schnabel- und Kuhmaulschuhe in Mitteleuropa sehr verbreitet. Der frühneuzeitliche Bundschuh wurde im 16. Jahrhundert zum Symbol der Bauern der Bundschuh-Bewegung (aufständische Bauern in den Jahren 1493 bis 1517 in Südwestdeutschland) und der Bundschuh-Verschwörung.

In Bayern wird der Haferlschuh als Bundschuh bezeichnet.


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