Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  3. Gymnastiksandale
  4. Gymnastikschuhe

  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Loafer
  1. Mokassin
  2. Moonboot
  3. Opanken
  4. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker

  1. Stiefel
  2. Tanzschuhe

  1. Turnschuh
  2. Wanderschuh
  3. Badeschuhe
  4. Bergschuh
  5. Balmoral-Boot
  6. Birkenstock
  7. Bootschuh
  8. Bundschuh

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Caliga

Caliga
Der Caliga (Plural Caligae) war der aus Leder gefertigte Militärschuh des römischen Legionärs.

Dieser wird öfter mit Sandalen verwechselt, ist aber völlig anders konstruiert als diese. Bei einem Caliga handelt es sich vielmehr um einen (überaus robusten) offenen Marschschuh mit aus bis zu drei Lagen Rindsleder bestehenden und mit Eisennägeln besetzten Sohlen. Bei den einfachen Legionären wurden je 80 - 90 Eisennägel mit halbkugeligen Köpfen (lat. clavi) in die Sohle geschlagen. Die oberste Schicht der Sohle (die zugleich das Oberleder bildete) war ein einziges Stück Leder, welches an der Ferse zusammengenäht und so geschnitten wurde, dass ein System von Laschen auf dem Fußrücken entstand - diese wurden mit einem Lederriemen verschnürt.


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Calceus

Der Calceus (Plural Calcei), ein aus Leder bestehender Schuh der mit Lederbändern um Fuß und Knöchel gewickelt und mit Binderiemen befestigt wurde, war die übliche Fußbekleidung des römischen Bürgers. Die Anzahl der Bänder gab Auskunft über den Rang.


Der knöchelhohe, entweder geschlossene oder zehenfreie Stiefel, wurde außer Haus zur Toga getragen. Zur Tunika und innerhalb des Hauses trug man Sandalen die den Caligae (Militärschuh des römischen Legionärs) ähnelten.

Besonders gestaltete Calcei zu tragen war verschiedenen Ständen vorbehalten. Die Patrizier bzw. später nur mehr die curulischen Magistrate, hatten das Recht einen aus rotem Leder gefertigten Calceus patricius mit hoher Sohle, Lederzunge (ligula) und einer halbmondförmigen Agraffe (Haken) aus Elfenbein (lunula) zu tragen. Am schwarzen Calceus senatorius, welcher zu Zeiten Ciceros von den Senatoren getragen wurde, fehlte die Agraffe. Die Frauen dieser Zeit trugen ähnliche Calcei die aus weicherem und buntgefärbten Leder gefertig waren, Sklaven hingegen durften keine Calcei tragen.


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Carbatina

Rekonstruktion eines germanischen Bundschuhs aus dem 2. Jahrhundert
Die Carbatina (Plural Carbatinae) ist eine Art des Bundschuhs, der im antiken Römischen Reich ein weitverbreiteter Schuhtyp war. Er war etwa bis zur ersten Jahrtausendwende verbreitet, wird aber teilweise auch noch heute getragen. Erhaltene Carbatinae die bei Archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden, zeigten dass die Schuhe lange getragen wurden - durchgelaufene Laufflächen wurden mit untergenähten Sohlenstücken repariert.

Aufgrund der Herstellungsweise wird er der einfacheren Bevölkerungsschicht zugeschrieben, wohlhabendere römische Bürger trugen hingegen Calcei.


Aufbau

Carbatinae bestehen meist aus einem Stück Rindleder, welche gleichzeitig die Lauffläche (Sohle) und das Oberleder bildet. Die Schuhe haben keine zusätzlich angenähten Teile wie bspw. Laufsohlen. Das Leder an der Oberseite des Schuhes wird mit Einschnitten bzw. Lochungen versehen, damit das Leder sich besser der Fußform anpasst. Meistens sind die Lederbereiche der Oberseite zu langen Laschen geschnitten, durch welche ein Band bzw. ein Lederriemen gezogen wird mit dem der Schuh verschlossen wird. Ein oder zwei Einschnitte im Leder verschlossen mit einer Naht, bilden die Fersen des Schuhes. Durch eingeschnittene Lochmuster (siehe auch: Broguings), Punzierungen und Einschnitte, kann die Außenseite der Cabatinae zusätzlich dekorativ verziert sein.


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Clog


Weisser Clog
Pantoffelartige Schuhe mit einem festen, meist aus Holz gefertigtem Boden. Die einfache und auch materialsparende Bauweise, macht die Clogs zu preiswerten Schuhen.


Ursprung

Der Ursprung eines Clog sind spezielle Arbeitsschuhe mit einer Sohle aus Holz, welche ursprünglich aus England stammen und sich über Schweden weitläufig verbreitet haben. Anfangs bestand der Arbeitsschuh noch aus Leinen oder Raffiabast und einem vorne geschlossenem Vorderblatt aus Leder. Damals wie heute, sind die Oberteile seitlich an die Holzsohle genagelt - aber im Gegensatz zu damals werden diese heutzutage aus allen möglichen Materialien erzeugt.

Während der 1970er und den frühen 1980er Jahren erfreuten sich die Clog großer Beliebtheit. Als Arbeitsschuhe sind die Schuhe vorallem bei medizinischem Personal und bei Arbeitern in Küchen beliebt und in den skandinavischen Ländern sind sie allgemein sehr verbreitet (Clogs werden in Schweden „träskor“ und in Dänemark „træsko“ genannt - beides bedeutet übersetzt „deutsche Holzschuhe“).


Modellvariantonen

Zum Teil aus farbigem Kunststoff gibt es Clogs seit den 1980er Jahren, vollständig aus Kunststoff hergestellte „Clogs“ haben zur Verbesserung des Tragekomforts oft Löcher – da sie keinen Holzboden haben sind sie technisch aber keine Clogs. Vom Unternehmen Birkenstock wurden Mitte der 1990er Jahre für die Gartenarbeit konzipierte clogartige Schuhe aus Polyurethan vertrieben, welche später um ein auswechselbares Fußbett erweitert wurden um den Tragekomfort zu verbessern.

Verwandt mit dem Clog sind die der an der Ferse geschlossenen dänischen Clog und auch der holländische Holzschuh.

Schuhtechnisch nicht zu den Clogs zählen hingegen Schuhe die ganz oder teilweise aus Kunststoff gefertigt werden, in ihrer Form den Clogs zwar ähnlich sind (wie bspw. die Crocs) denen aber das entscheidente Merkmal, der feste Holzboden, fehlt.


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Crocs


Crocs Kemo
Crocs sind bunte Kunststoffschuhe des US-amerikanischen Unternehmen Crocs Inc., deren auffallendstes Merkmal die leuchtenden Farben sind - die Hauptmodelle sind in bis zu 26 Farben lieferbar.

Die ursprünglich nicht als Straßen- bzw. Alltagsschuhe gedachten Schuhe, entwickelten sich innerhalb kurzer Zeit zu einem großen Verkaufserfolg und begründeten einen Modetrend wie zuvor Clogs oder Flipflops.


Material und Eigenschaften

Das Material aus dem die Schuhe bestehen wird als PCCR (Proprietary closed-cell resin) bezeichnet, ein Schaumharz das sich bei Erwärmung der Fußform anpasst. Dieses ist wasserfest und nicht porös, wodurch sich Bakterien und Pilze nur schwer festsetzen können – das macht die Schuhe hygienischer und weniger geruchsanfällig als andere Kunststoffschuhe. Außerdem ist das Gewicht der Schuhe durch das geschäumte Material gering - klassische Crocs wiegen etwa 170 g.

Anmerkung: Bei einem Artikel der Zeitschrift Öko-Test wurde ein Testpaar erwähnt das Dibutylzinn und PAK (und somit „potentiell gesundheitsgefährdende Substanzen“) enthält. Crocs, Inc. entgegnete dem, das bei Untersuchungen durch unter anderem des TÜV Rheinland, die vorkommende Konzentration als nicht gefährlich eingestuft wurde.


Produktpalette

Das Ursprungsmodell sind die Beach-Crocs, hinten offene Schuhe mit leicht erhöhter Ferse, einem Halteriemen und einem geschlossenen Vorderschuh mit zahlreichen Luftlöchern. Dieses Modell wurde in erster Linie für Bootsfahrer entworfen.

Der etwas schmalere Cayman Croc ist das zweite Hauptmodell. Dieses ist auch als ein mit einem Fell gefüttertes Modell erhältlich – die sogennanten Crocs Mammoth. Die Produktpalette wurde in den letzten Jahren um Flip-Flops, Halbschuhe und auch Kinderstiefel erweitert. Die seit 2007 vertriebene Serie namens „You by crocs“ bezeichnet herkömmliche Damenschuhmode aufgebaut aus dem Croslite-Material.

Anmerkung: Mit den sogenannten Jibbitz (kleinen Schmucksteinen) können Crocs personalisiert werden, indem diese in den Löchern der Schuhe befestigt werden.


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Espadrilles


Schwarze Espadrille
Espadrilles (fälschlich "Espandrillos") bezeichnet leichte Sommerschlupfschuhe mit einem verschlusslosen Schaft aus Baumwolle oder Leinen in allen denkbaren Farben, deren Sohle aus geknüpften Pflanzenfasern wie Flachs oder Hanf besteht. Durch den sehr einfachen Aufbau und aufgrund der Befestigfung des Naturgewebeschafts an die Sohle mittels einer sehr groben Überwendlichnaht, sind solche Schuhe meist sehr günstig.


Eigenschaften

Aufgrund der luftdurchlässigen und saugfähigen Materialien, sind Espadrilles einerseits sehr atmungsaktiv und auch sehr leicht, bieten dem Fuß aber andererseits kaum Halt, keinerlei Stütze und nur minimale Dämpfung. Als dezidierte „Sommerschuhe“ widerstehen sie keinen feuchten Umgebungsbedingungen – zwar bewirkte ein Überzug der Lauffläche (Hanfsohle) mit einer dünnen Lage Gummi diesbezüglich eine Verbesserung der Widerstandsfähigkeit, aufgrund der ständigen Biegebelastung und der schwierigen Befestigung an den groben Pflanzenfasern löst sich dieser Überzug jedoch nach kurzer Zeit partiell und reißt über kurz oder lang dann vollständig ab.


Verwendung

Espadrilles eignen sich, für beide Geschlechter und Kinder, als barfuß zu tragender Sommerschuh für trockenen Untergrund und nicht zu lange Wegstrecken. Der hintere Schaftteil lässt sich einfach nach innen auf die Sohle umklappen, wodurch Espadrilles auch als pantoffelähnliche Schlupfschuhe verwendet werden.


Modellvarianten

Espadrilles-ähnliche Modelle von bekannten Designerlabels und Marken, brachten Modellelvarianten mit Aufdrucken in Markenfarben (bspw. Tommy Hilfiger) oder Varianten mit einem Lederschaft (wie bspw. von der Handelskette Görtz) zu entsprechend höheren Preisen auf den Markt. Der bekannteste Hersteller für dem klassischen Original am nächsten kommende Lederespadrillen ist das in Alicante fertigende Label „Lika Mimika“.


Ursprung

Das Schuhmodell vor allem in Spanien und Südfrankreich produziert und getragen. In den 1980er Jahren kamen Espadrilles in den deutschsprachigen Ländern als Artikel der Sommersaison groß in Mode, der vor allem von jungen Leuten gerne getragen wurde. Im selben Jahrzehnt kam es durch Billigimporte aus dem asiatischen Raum zu einem harten Konkurrenzkampf mit den ursprünglich nur europäischen Herstellern, der in einem teils dramatischen Preisverfall gipfelte.


Bezeichnung

Das Wort Espadrilles stammt von dem Provenzalischen (Okzitanischen) „espardillo“ (von „espart“ für Espartogras) und bezieht sich vmtl. auf das ursprünglich für die Sohle verwendete Espartogras (Steppengras).

Im Ursprungsland Spanien (der Ursprung des Schuhs wird auf Mallorca vermutet) wird das Schuhmodell „espardenyes“ (auf Katalanisch) oder „alpargatas“ (auf Spanisch) bezeichnet. In Spanien werden Leinenschuhe mit Flachs- oder Grassohlen allgemein als „alpargatas“ bezeichnet, in Katalonien ist „Espardenyes“ ein Überbegriff für Leinenschuhe mit Strohsohle. Und in Venezuela bezeichnet „Alpargatas“ die traditionelle einheimische Fußbekleidung der Kleinbauern.

Im englischsprachigen Raum wird Espadrilles als Überbegriff für Leinenschuhe mit Hanf- oder Strohsohle verwendet - die mediterranen und südamerikanischen Assoziationen sind ein wesentlicher Bestandteil des Begriffes.


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