Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  3. Gymnastiksandale
  4. Gymnastikschuhe

  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Loafer
  3. Mokassin
  4. Moonboot
  5. Opanken
  6. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker
  1. Stiefel
  2. Tanzschuhe

  1. Turnschuh
  2. Wanderschuh

  1. Badeschuhe
  2. Bergschuh
  3. Balmoral-Boot
  4. Birkenstock
  5. Bootschuh
  6. Bundschuh

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Flipflops

(Zehentanga in der Jugendsprache)
Ein Paar FliFlops
FlipFlops ist modische Bezeichnung für Badesandalen (siehe auch: Badeschuhe) aus wasserunempfindlichem Kunststoff, charakterisiert durch einen Zehensteg und die Schrägriemenbefestigung. Aufgrund der sehr niedrigen Herstellungskosten, sind Flipflops eine sehr kostengünstige Fußbekleidung für den Schutz gegen Fußpilz in öffentlichen Bädern und als mechanischer Schutz der Fußsohle am Strand.

Zehenstegsandalen aus Leder oder solche einem Fußbett aus Kork (Birkenstock), werden manchmal fälschlicherweiseals als Flipflops bezeichnet - diese sind jedoch durch ihre simple Bauweise und das Kunststoffmaterial charakterisiert und gelten als eine Untergruppe der Zehenstegsandalen.


Geschichte

Die Zehenstegsandale gibt es bereits seit Jahrtausenden und sie gilt als eine der Sandalenurformen im alten Ägypten. In Japan werden sie als „Zori“ bezeichnet und sind seit Jahrhunderten eine klassische Fußbekleidung.

Die heute bekannten Flipflops gibt es seit einigen Jahrzehnten, wurden zuvor aber als Dianette oder einfach nur Badesandale (umgangssprachlich auch Badeschlappen/-latschen oder auch Zehentanga) bezeichnet. Der Begriff „Flip-Flop“ ist in englischsprachigen Lädern keine geschützte Marke sondern ein Begriff der seit den 1960er Jahren diese Art Schuhe bezeichnet. In Deutschland ließ sich die Triathletin Stefanie Schulze den Begriff Flip-Flop (mit Bindestrich) als deutsche Marke beim Marken- und Patentamt 1997 registrieren und schon bald wurden rund 200.000 Paar jährlich verkauft. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten wurden allein von dieser Marke jährlich über 200.000 Paar verkauft. Die brasilianische Marke Havaianas ist eigenen Angaben zufolge der weltgrößte Hersteller mit über 2,3 Mrd. produzierte Paaren seit 1962.


Herstellung und Aufbau

Flipflops werden fast ausschließlich in Asien (China, Vietnam) produziert, wodurch die Fertigungskosten (inklusive Material) für ein Paar im Centbereich liegen. Die Kunststoffe der Flipflops bestehen aus normalerweise harten und spröden PVC, PVDC bzw. chlorierten Kunststoffen, denen Weichmacher zugesetzt werden um sie weich und biegsam zu machen. Die Zeitschrift Öko-Test merkte dazu an, das bestimmte Weichmacher durch Schweiß gelöst werden können und so durch die Haut in den Körper gelangen, wo sie die Leber, die Nieren sowie das Hormon- und Immunsystem schädigen.

Boden und Riemen der Flipflops bestehen i.d.R. aus verschiedenen Kunststoffen und der (in diesem Fall rund 2 cm dicke) Boden weist manchmal eine Dämpfungsfunktion (geschäumtes Ethylenvinylacetat) auf. Die Halteriemen werden durch Löcher im meist einlagigen Boden gesteckt.


Trageeigenschaften

Da die verwendeten Kunststoffe nicht atmungsaktiv sind und den Schweiß nicht ableiten können, besteht trotz einer anscheinend luftigen Sandale die Gefahr an Fußpilz zu erkranken. Auch bieten Flipflops dem Fuß keinen zusätzlichen Halt, keine Führung oder Stütze, keinen Schutz und wenn eine sehr geringe Dämpfung. Aus den genannten Eigenschaften kann geschloßen werden, das Flipflops in erster Linie ein Modeartikel sind welcher nur zeitweise (im Schwimmbad oder am Strand) und keinesfalls zu häufig getragen werden sollte, das sie den Fuß in seiner natürlichen Haltung und Bewegung in keinster Weise unterstützen und möglicherweise auch noch aus gesundheitsschädlichem Material bestehen.


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Gummistiefel


Gummistiefel
Ursprünglich aus Gummi (heute auch aus thermoplastischen Kunststoffen) hergestellte wasserdichte, waden- bis kniehohe Stiefel mit einem relativ weitem Schaftrohr. Reitstiefel aus Gummi und Watstiefel gehören zwar zu den Gummistiefeln, werden aber nicht so bezeichnet. Sogenannte Galoschen (Überschuhe aus Gummi) sind schuhtechnisch gesehen keine Gummistiefel mehr.


Eigenschaften

Aufgrund ihrer absoluten wasserdichtigkeit und einfachen Pflege, haben sich Gummistiefel als Nässeschutz in vielen privaten und beruflichen Bereichen durchgesetzt. Und so gibt es auch modische Stiefel in verschiedenen Farben und mit unterschiedlich hohen Absätzen für Damen. Gummistiefel aus Polyurethan (PU-Stiefel) werden häufig in der Landwirtschaft (insbesonders bei der Nutzviehhaltung) verwendet, da sie anders als Naturkautschukstiefeln auch über längere Zeit güllebeständig sind. Gummistiefel aus Naturkautschuk haben gegenüber PVC-Gummistiefeln einen deutlich höheren Tragekomfort und mit einem wärmendem Futter aus Neopren oder Outlast ausgestattet, eignen sich diese auch für die ganzjährige Nutzung.


Reinigung und Pflege

Einer der Vorteile von Gummistiefeln ist das sie so pflegeleicht sind. Verschmutzungen können einfach mit Wasser und einer leichten Seifenlauge entfernt werden.

Zur Pflege der Oberfläche dient Glyzerin, welches den Gummi vor Versprödung schützt: Entweder wird dem Wasser etwas davon beigemengt oder es wird unverdünnt eingerieben. Um die Oberfläche des Gummis aufzufrischen und ebenfalls dessen vorzeitige Alterung zu verhindern, kommt Silikonöl zum Einsatz.

Die Alterung (das spröde werden) von Gummi wird durch die Einwirkung von UV-Licht und fettartiger Substanzen verursacht. Zum Lagern von Gummistiefeln, sollten diese gereinigt und trocken an einem lichtgeschützten und kühlen Ort aufbewahrt werden.


Ursprung

Schon die Urbevölkerung Südamerikas stellte durch Tränken von Stoffen bzw. Stoffschuhen in Pflanzensaft eine primitive Art von Gummistiefeln her. Stiefel und andere wasserfeste Kleidungsstücke auf Gummibasis, waren in Europa zunächst wenig gefragt da die Stiefel bei großer Hitze klebten und bei Kälte spröde wurden. So war bspw. die Landbevölkerung bei Arbeiten auf Hof und Feld meist auf Holzschuhe angewiesen. Das änderte sich erst als Charles Goodyear 1840 zufällig entdeckte, das plastischer Kautschuk der mit Schwefel und Ruß vermischt und durch Hitze vulkanisiert wird, dauerhaft elastisch wurde und nicht mehr klebte.

Für viele Jahrzehnte waren Gummistiefel bei nassem Wetter das bevorzugte Schuhwerk, da Schuhe mit Ledersohlen bei Regen leicht aufweichen. Mit dem aufkommen von wasserfeste Schuhen aus Gore-Tex und anderen synthetischen Materialien, kamen Gummistiefel in den 1980ern im Freizeit- und Sportbereich aber aus der Mode und wurden erst seit Ende der 1990er Jahre wieder modern.


Herstellung

Bei der traditionellen Herstellung von Hand, werden die (bis zu 35) zugeschnittenen Naturkautschukstücke auf einen Aluminiumleisten angedrückt und in einem Heißluftofen bei etwa 140 °C vulkanisiert. Ein Vorteil der manuellen Fertigung ist das für Absatz, Brandsohle, Sohle, Verstärkungen und Obermaterial verschiedene Gummisorten verwendet werden können die den Tragekomfort verbessern und auch, das auf anatomische Details eingegangen werden kann – das alles macht handgefertigte Gummistiefel aber auch teurer.

Bei der halbautomatischen Produktion kommen geteilte Pressformen zum Einsatz. Der noch weiche Gummi wird mit der Forrm auf den Leisten gepresst und so vulkanisiert. Auf diese Weise gefertigte Gummistiefel können anhand der sichtbaren Trennfuge der Form erkennt werden (die Mittelnaht am fertigen Stiefel). Solche sind preiswert aber denoch robust.

Bei der vollautomatischen Produktion können durch das Spritzverfahren große Stückzahlen zu günstigen Preisen erzeugt werden. Dazu wird der heiße thermoplastische Kunststoff mit Druck in eine teilbare Form eingespritzt - nach dem abkühlen kann der fertige Stiefel aus der geöffneten Form entnommen werden. Wie bei der halbautomatischen Produktion haben auch so produzierte Gummistiefel eine sichtbare Trennfuge.

Auch heute noch werden höherwertigere Gummistiefel aus echtem Naturkautschuk bzw. Gummimischungen mit hohem Gummianteil hergestellt (manche Materialeigenschaften können von Kunststoffen nur bedingt erreicht werden). Abhängig von der Farbe, sind Gummistiefel aus Naturkautschuk zwar etwas anfälliger gegenüber UV-Strahlung und bestimmten Chemikalien, verändern bei üblichen Temperaturschwankungen aber nicht Flexibilität und Zähigkeit. Insgesamt sind sie wesentlich elastischer als Stiefel aus Kunststoffen (meist PVC, selten andere wie bspw. thermoplastisches Polyurethan). Hochwertige Gummistiefel haben oft auch Sohlen aus anderem Material und andere Ausstattungen wie z.B. Ausziehhilfen oder Schnürungen.


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Gymnastiksandale


Gymnastiksandale von Berkemann
Gymnastiksandale bezeichnet ein anatomisch geformtes Holzfußbett mit einer dünnen Gummilaufsohle, welches über dem Ballenbereich mittels eines mit Filz oder Moosgummi gepolstertem und verstellbarem Querriemen aus Leder am Fuß gehalten wird. Der Querriemen war früher aus Glattleder und mit Filz unterlegt, heute besteht er aus Kunstleder in Nubukoptik gepolstert mit Moosgummi (Modell „Berkilette“, das Nachfolgemodell der ursprünglichen Berkemann Gymnastiksandale).

Ursprünglich gab es die Riemen der Sandalen von Berkemann (dem Erstproduzenten) nur in Weiß, Braun oder Rot. Später kamen als Standardfarben Blau und Schwarz, danach eine Vielzahl anderer Farben (als Sonderfarben) hinzu. Weil die Riemen im Vergleich zum langlebigen Holzfußbett früher verschleißen, wurden und werden diese als Ersatz auch einzeln angeboten.


Funktion

Damit die Sandalen nicht vom Fuß fällt, erfordert jeder Schritt mit den Schuhen konstruktionsbedingt eine aktive Krallbewegung der Zehen (Greifreflex). Aufgrund dieses kontinuierlichen Wechsels von Muskelanspannung und -entspannung, wird die Muskulatur des Unterschenkels (welche durch Sehnen auf den Fuß wirkt) und der Fuß selbst bei jedem Schritt trainiert. Außerdem wird die Durchblutung gefördert und dadurch diversen Fuß- (bspw. Senk- und Plattfuß) bzw. Beinkrankheiten (wie z. B. Krampfadern) vorgebeugt. Zusätzlich wirkt die Holzsohle klimatisierend.

Weil sich die Füße erst an die starre Holzsohle und die notwendige Greifbewegung der Zehen gewöhnen müssen, erfordert das Gehen mit Gymnastiksandalen anfangs etwas Übung. Der erwünschte gesundheitliche Effekt tritt außerdem nur ein, wenn die Sandalen über einen längeren Zeitraum regelmäßig getragen werden.


Verwendung

Gymnastiksandalen werden meist als Hausschuh oder Schuhwerk für den Sommer genutzt. Dank ihrer Robustheit und weitgehenden Unempfindlichkeit gegenüber Wasser, wird die Gymnastiksandale auch bei Saunagängern geschätzt. Desweiteren ist sie besonders im medizinischen Bereich als Berufsbekleidung verbreitet, entspricht allerdings (wie alle vorne nicht geschlossenen Schuhe) nicht den Vorgaben der Berufsgenossenschaft zur Unfallverhütung.


Ursprung und Geschichte

Der Ursprung der Gymnastiksandale geht auf eine Erfindung des Sportlehrers Wiessner Mitte der 1930er Jahre zurück. Die ersten Gymnastiksandalen wurden Mitte der 50er Jahre von dem Hamburger Hersteller Berkemann in Kooperation mit dem damaligen deutschen Orthopädiepapst Professor Wilhelm Thomsen auf den Markt gebracht.

Schnell etablierte sich die Gymnastiksandale und lag in den 1960er Jahren im Trend (Anfang der 70er Jahre verkaufte das Unternehmen das 25-millionste Paar). Das beim „Abrollen“ durch Hochschnalzen des Sandalenbodens unter die Fußsohle entstehende Klappgeräusch, brachte der Gymnastiksandale auch die Bezeichnungen „Holzklepper“ und „Klapperlatschen“ ein. Der so entstehende Lärm führte dazu, dass die Sandalen in den 60er Jahren an einigen Schulen verboten wurden. Eine wesentlich schwächere Modewelle der Holzsandalen fand in den 1990er Jahren statt.

Die US-amerikanische Firma Dr. Scholl aus Chicago, brachte 1959 ein der Gymnastiksandale sehr ähnliches Modell auf den Markt. William Scholl, der Sohn von Frank Scholl (dem Bruder des Firmengründers William Mathias Scholl), war nach dem 2. Weltkrieg als Dolmetscher in Deutschland und entdeckte die Holzsandale von Berkemann. Zurück in den USA, versah er den Schuh mit einem farbigen Lederriemen und verkaufte das Modell als Gesundheitsschuh (beworben als "Original Exercise Sandal"). Im Gegensatz zur Berkemann-Sandale, können die Riemen bei diesem Modell nicht ausgetauscht werden da sie mittels Nieten bzw. Schrauben an der Holzsohle befestigt sind.

Von der Firma VEB Pantolette Naumburg wurde auch in der DDR eine dem Berkemann-Modell sehr ähnliche (im Volksmunde als "Klapperlatschen" bezeichnete) Fußgymnastiksandale gefertigt, welche sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreute.

Die Berkilette, ein seit 2003 erhältliches Nachfolgemodell der ursprünglichen Berkemann Gymnastiksandale, ist optisch moderner, hat ein leicht anderes „Oberflächenrelief“, einen dünneren Boden und zusätzliche eine dünne EVA-Zwischensohle, der Querriemen besteht aus mit Moosgummi gepolstertem Nubuk.


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Gymnastikschuhe


Schwarzer Gymnastikschuh
Gymnastikschuhe (auch Gymnastikschläppchen) sind besonders leichte und weiche Schuhe, mit einer dünnen, sehr biegsamen Sohle und haben häufig eine weiche, schweißaufsaugende Innensohle. Gymnastikschuhe finden Verwendung beim Sport aber auch als Hausschuhe. Gymnastikschuhe gibt es in diversen Farben, häufig sind sie jedoch in weiß oder schwarz erhältlich.


Schuhaufbau

Abhängig vom Verwendungszweck, besteht die Sohle aus rutschfestem Gummi, gleitfähigem Leder oder ist geteilt und hat eine Sohle aus einer Ledereinfassung mit Gummieinsätzen. Das Obermaterial (einlagig) besteht aus Baumwolle, Leder oder Lycra, kann zusätzlich aber auch mit einem Baumwollgewebe kaschiert sein. Für den festen Halt am Fuß sorgt ein elastischer Schaftabschluss - bei einigen Modellen ist zusätzlich ein Ristgummi oder ein kreuzförmig angeordnetes Band befestigt.


Eigenschaften und Verwendung

Je nach dem Einsatzzweck, sollen Gymnastikschuhe dem Fuß entweder eine rutschsichere Bodenhaftung geben (bspw. bei der Akrobatik, der Gymnastik oder dem Turnen), den sicheren Halt auf einem Pferd gewährleisten (beim Voltigieren) oder Gleit- und Drehfähigkeit aufweisen (bspw. fürs Tanzen). Außerdem sollen Gymnastikschuhe den Träger vor einer Fußpilz-Infektion schützen und dienen dem Schutz der Füße vor Hautverletzungen durch Steinchen oder Holzsplitter.

Eine Variante des Gymnastikschuhs ist der sogenannte Eurythmieschuh, dessen dünne Gummisohle und der den Fuß fest umschließende Aufbau, sorgen für guten Halt bei gleichzeitig maximaler Bewegungsfreiheit. Eine Unterart sind die sogenannten RSG-Kappen ohne einem Fersenteil, die für die Rhythmische Sportgymnastik verwendet werden.

Dank wasserdurchlässiger Mesh-Oberstoffe und rutschfester Gummisohlen, haben Gymnastikschuhe auch bei der Badebekleidung Einzug gehalten - sie geben Halt auf den Fliesen der Schwimmbäder und sind auch zum Schwimmen geeignet.


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