Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Mokassin
  3. Moonboot
  4. Opanken
  5. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker
  3. Stiefel
  4. Tanzschuhe
  5. Turnschuh
  6. Wanderschuh

  1. Badeschuhe
  1. Bergschuh
  2. Balmoral-Boot
  3. Birkenstock
  4. Bootschuh
  5. Bundschuh

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  3. Gymnastiksandale
  4. Gymnastikschuhe

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Halbschuh

Der Halbschuh (neben Sandale und Stiefel eines der 3 Grundmodelle) ist der meistgetragene Schuhtyp. Er ist gekennzeichnet durch einen geschlossenen Schaft (d.h der Schuhoberteil, in Abgrenzung zum Schuhboden), der in der Höhe vorne bis maximal zur Fußbeuge und seitlich bis unter die Knöchel des Fußes reicht.


Aufbau und Modelle

Halbschuhe können als Schlupfschuh (Loafer) gebaut oder mit einem Verschluss (Schnürung, Klettband, Riemen, Druckknöpfe) versehen sein, wobei die Mehrzahl der Halbschuhe eine Schnürung aufweist. Das Schaftmaterial ist entweder (Kunst-) Fasergewebe, Leder oder eine Kombination daraus, wobei Leder den besten Komfort bietet dafür aber auch dementsprechend teurer ist. Die Sohle, genauer der Schuhboden, besteht meist aus Gummi oder Leder.

Bekannte Modelle klassischer Herrenhalbschuhemodelle sind bspw. Blücher, Brogue, Budapester, Derby, Loafer, Monkstrap, Norwegerund Oxford.

Während der Winderzeit oder an Regentagen empfiehlt es sich hochgeschnittene Halbschuhe (so genannte Bootees) oder gleich Stiefel zu tragen. Schuhe mit einem vergleichsweise niedrigen Schaft sind bspw. der: Balmoral (Ringsbesatzstiefel), Chelsea-Boot, Chukka-Boot, Derby-Boot (prinzipiell ein normaler Derby mit längerem Schaft, einer verstärkten Sohle und einer achtfachen Schnürung), George-Boot oder Jodhpur-Stiefel.


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Hausschuh


Hausschuh aus Leder
Der Begriff Hausschuh bezeichnet jede Art von Fußbekleidung mit Sohle, welche zur Nutzung innerhalb eines Hauses oder der Wohnung hergestellt wurde. In Österreich werden Hausschuhe mit Fersenteil als „Patschen“ bezeichnet, solche ohne Fersenteil als „Schlapfen“.


Eigenschaften

Allen Modellen der Hausschuhe gemeinsam ist der relativ weiche Schaft und die bequeme Handhabung (wie Sandalen oder Pantoffel zum Hineinschlüpfen). Weil Hausschuhe grundsätzlich nur in geschlossenen Räumen getragen werden (und dadurch nicht mit Nässe, rauem Untergrund oder Schmutz in Berührung kommen), werden sie vornehmlich aus weichem Materialien (meist Filz, Leder, Stoff und Wirkwaren) hergestellt und haben einen dünnen, weichen und biegeelastischen Schuhboden.

Neben der Bequemlichkeit, der Schonung des Bodenbelags und der Reinhaltung der Wohnräume, ist auch der Aspekt der Fußgesundheit wichtig: Hausschuhe bieten eine hohe Atmungsaktivität aufgrund der verwendeten Boden- und Schaftmaterialien, ausreichend Freiraum für die Zehen und haben keinen bzw. einen niedrigen Absatz.

Anmerkung: Bei einem häufigen Gebrauch von Hausschuhen, empfiehlt sich das abwechselnde Tragen von zwei verschiedenen Paaren, um zu gewährleisten das ein Schuhpaar immer auslüften kann. (siehe auch: Tragepause)


Typische Modelle des Hausschuhs sind ...

  • Clog
  • Gymnastikschuh
  • einfache Holzsandale mit Querriemen
  • Hüttenschuh
  • englische Lederslipper (gefertigt aus hochwertigem Kalbsoberleder mit Seideninnenfutter)
  • der sogenannte „Prince Albert Slipper“ aus Samt (mit aufgesticktem Familienwappen - beliebt in Großbritannien und Österreich) und Lederlaufsohle
  • die Pantoffel (am besten aus Walkfilz aus Naturhaaren oder Wollfilz)
  • Sandale


Ursprung

Genutzt werden Hausschuhe schon seit der Antike, die meisten damals verwendeten Hausschuhe waren gestrickt aus grober, dicker Wolle und ähnelten in ihrer Art dem heutigen Hüttenschuh.

Der römische Soccus war dagegen kein Strickstrumpf sondern ein pantoffelartiger Schlupfschuh der teilweise aus Stoff oder ganz aus Leder gefertigt wurde. Zu Beginn diente er den antiken Komödienschauspielern als Fußbekleidung und wurde dann von den Römern, zunächst für die Frauen, als Hausschuh übernommen.

Im Orient werden Pantoffeln seit Jahrhunderten im Haus getragen und in Japan werden in der Behausung grundsätzlich Hausschuhe getragen (die beim Betreten der Toilette häufig gegen spezielle Toilettenschuhe gewechselt werden).


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Holzschuh


Holzschuhe
Der Oberbegriff Holzschuh bezeichnet alle Arten von traditionellen Holzschuhen, die vollständig oder überwiegend aus (üblicherweise) einem einzigen Stück reinem Holz gefertigt sind und den Fuß weitgehend umschließen (vergleichbar mit einem Halbschuh) - d.h. der Fersenbereich weist eine hochgezogene Holzsohle auf.

Andere Schuhmodelle bei denen lediglich der Schuhboden einen Holzanteil haben, sind keine Holzschuhe sondern gelten als Holzsohlenschuhe. Zu diesen zählen: Clogs, die Gymnastiksandale, die Holzsandale oder Holzsandalette und der Holzstiefel.

Viele Holzschuhe sind lackiert (meist rot oder erdfarben) wobei Gebrauchsschuhe eher sparsam bzw. gar nicht verziert sind. So dominieren in den Niederlanden, wo Holzschuhe vor allem im ländlichen Bereich auch heute verbreitet sind, im Gebrauch meist unverzierte Schuhe, die mit der Zeit speckig und dunkler auf der Außenseite werden.


Holzschuhzeichnung von Vincent van Gogh

Herstellung

Traditionelle Holzschuhe werden aus einem einzelnen Holzblock gefertigt. Für die Herstellung von Holzschuhen geeignet sind Weichhölzer. In Deutschland und den Niederlanden wird heute fast ausschließlich Pappelholz verwendet, selten kommt auch Ahornholz zum Einsatz. In vergangenen Zeiten wurden auch teureres Weiden- und Erlenholz verwendet.

Bei der manuellen Produktion wird zuerst grob die äußere Form des Schuhs vorgeschnitzt, dann fein ausgearbeitet und anschließend wird das Innere mit speziellen Werkzeugen ausgehöhlt. Zuletzt wird die Oberfläche des Schuhs poliert und schließlich entweder mit Schnitzereien versehen oder farbig lackiert. Holzschuhe die für den Gebrauch hergestellt werden, sind auch heute noch per Hand teil- oder ganzgefertigt.

Durch die maschinelle Fertigung in Kombination mit einer Vorlage, kann die Form eines Schuhs beliebig oft kopiert werden - die Herstellung ist dadurch preisgünstig und kann mittels automatischer Holzbearbeitungsmaschinen auf ein Minimum reduziert werden. Holzschuhe für Andenken bzw. Zierzwecke können heute fast ausschließlich vollmaschinell produziert werden, da (besonders bei der Innenform) kein althergebrachtes Fachwissen mit einfließt. Jedoch eignen sich solche Modelle, auch wenn sie zu passen scheinen, nicht für den Gebrauch im Alltag - die praktische Qualität des Holzschuhs zeigt sich erst bei seinem Gebrauch.

Siehe auch: Schuhfertigung


Trageweise, Vor- und Nachteile

Holzschuhe bieten zahlreiche Vorteile aber auch einige Nachteile, welche schließlich zur Verdrängung durch auf Leder und Kunststoff basierenden Schuhen geführt hat.

  • Holzschuhe bieten einen guten Schutz gegen spitze und harte Objekte am Boden oder solche die auf den Schuh fallen (Stahlkappen-Arbeitsschuhe bspw. bieten nur im Zehenbereich Schutz)
  • Sie gewährleisten einen anhaltenden Schutz gegen Nässe (durch dauernde Nässe durchweichte Schuhe werden zwar schwerer, zeigen nach dem Trocknen aber kaum Ermüdungserscheinungen)
  • Sie sind auch bei dicker Wandstärke vergleichsweise leicht

Physiologisch betrachtet gelten Holzschuhe als gesund, da sie Fuß und Wade zu ständigen zusätzlichen Muskelbewegungen anregen (verursacht durch die starren Schuhe, erfordert jeder Schritt eine aktive Greifbewegung der Zehen). Wie jedes Muskeltraining erfordern diese Bewegungen zusätzlichen Kraftaufwand, der vor allem zu Beginn oder bei nur gelegentlicher Benutzung (aufgrund fehlender Erfahrung) als anstrengend empfunden wird.

Nur durch das regelmäßige Tragen kann die günstigste Gangweise erlernt und die Benutzung von Holzschuhen bewusst als nicht mehr anstrengend wahrgenommen werden.

Andererseits werden Holzschuhen, aufgrund der harten Sohle, die Begünstigung von Fußfehlstellungen wie Senk- oder Plattfüßen zugeschrieben. Allgemein wird davon ausgegangen, dass sich der Fuß über die Jahre der Nutzung an den Schuh gewöhnt (anders als Schuhe aus Leder- und Kunststoff, die sich dem Fuß anpassen können). Weiche Einlagen oder Einlegesohlen sind aufgrund der starren Schuhe mit gewölbter Innenform und dem großen Spielraum der Füße, im Schuh nur schwer verwendbar. Allerdings hängen die Trageigenschaften auch stark von der Erfahrung des Handwerkers ab - bereits millimeter ausgefräster oder ausgesparter Schichten im Holz, machen sich beim Träger deutlich bemerkbar.

Beispielsweise die klassischen, vollständig aus Holz bestehenden holländischen Holzschuhe die im Spann geschlossen sind: beim Laufen treten Hebelkräfte auf, welche den Fußrücken beim Abrollen des Schritts (vor allem hangaufwärts) gegen das Holz pressen – diese Belastung kann durch Erfahrung und eine veränderte Laufweise vermindert werden, lässt sich jedoch nie ganz vermeiden. Bei den in Skandinavien getragenen Holzschuhen, wird dieses Problem umgangen indem an den betreffenden Stellen im Spann Leder fixiert wird.


Schuhklima

Weil der Fuß locker im Schuh sitzt und somit eine gute Durchlüftung gegeben ist, kann auch beim Tragen dicker Strümpfe im Sommer die Anfälligkeit gegen Fußpilz und Schweiß als deutlich vermindert eingeschätzt werden.

Anders als Schuhe aus Materialien wie Leder, Gewebe und Kunststoffen (in denen Mikroorganismen eine Behandlung mit Pflegemitteln überstehen und den Fußgeruch bei erneuter Benutzung so neu entstehen lassen), können Holzschuhe auch mit scharfen Spülmitteln gereinigt oder mit Ethanol (Spiritus) ausgegoßen werden, was dem auftreten von Fußgeruch zuverlässig vorbeugen kann. Zwar ist der Schuh hinterher auf der Innenseite etwas rauer, diesee Struktur wird aber schnell wieder glatt gerieben.


Schuhpflege

Holzschuhe sind besonders langlebig und brauchen nur wenig Pflege - die Aufbewahrung an einem trockenen Ort ist meist schon ausreichend. Die Äußere Pflege von Hozschuhen ist wie erwähnt selten erforderlich wird aber allgemein befürwortet. Grundsätzlich geeignet sind dazu alle Holzpflegemittel aber auch ölige Imprägnierungen.

Holzschuhe die Zerfallserscheinungen zeigen oder einen Sprung bekommen haben, kann man nicht reparieren und müssen daher ersetzt werden.


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Hüttenschuh


Ein Paar Hüttenschuhe
Hüttenschuhe sind Knöchelhohe, warm ausgepolsterte Hausschuhe mit einer flachen und dünnen Sohle, die als wärmende Hausschuhe bevorzugt in der Winterzeit getragen werden.

In ihrer Form gleichen die Hüttenschuhe weiten Socken, das Schaftmaterial besteht entweder zur Gänze aus gestrickter Wolle oder aus Wollfilz und einem elastischen Schaftabschlußrand aus gestrickter Wolle. Die Sohle besteht entweder aus Filz der mit Gummi beschichtet ist oder aus dünnem (Rau-)Leder.


Ursprung

Der Ursprung des Hüttenschuhs findet sich bei Bergwanderern die in Berghütten übernachteten. Dieses Hausschuhmodell ist nicht nur wärmend sondern kann auch gut im Rucksack verstaut werden. Die feuchten und verschmutzten Bergschuhe wurden (und werden) außerhalb des Aufenthalts- bzw. Schlafbereichs der Hütte abgestellt, zumeist in speziellen Schuhräumen auf Regalen.


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