Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Stiefel
  2. Tanzschuhe

  1. Turnschuh
  2. Wanderschuh

  1. Badeschuhe
  2. Bergschuh
  3. Balmoral-Boot
  4. Birkenstock
  5. Bootschuh
  6. Bundschuh

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  3. Gymnastiksandale
  4. Gymnastikschuhe

  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Loafer
  3. Mokassin
  4. Moonboot
  5. Opanken
  6. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Stiefel

(Boot)
Engineer Boot

Definition

Der Stiefel oder Synonym Boot (das englische Wort für Stiefel) ist eine der Grundformen (neben Halbschuh und Sandale) von Schuhen, bei welcher der Schaft (d.h der Schuhoberteil, in Abgrenzung zum Schuhboden) mindestens bis über den Knöchel reicht. Genauer definiert gilt ein Schuh als Stiefel bzw. Boot, wenn seine Schafthöhe (vom hinteren Rand zwischen Absatzoberkante und Schaftabschlusskante) mindestens 80 % der Schuhlänge ausmacht.

Die Machart (die Verbindung von Schaft und Schuhboden), die Besohlung oder die Absatzhöhe, spielen für die Definition keine Rolle. Der Stiefelschaft selber wird nochmals grob unterteilt in den Fußteil und das daran anschließende Rohr.

Ein eleganter, knöchelhoher Stiefel (Schnür- oder Schlupfstiefel) mit einem seitlich im Schaft befindlichen Elastikeinsatz (welcher den Einschlupf erleichtert und den Stiefel am Fuß hält), wird als Stiefelette bezeichnet.


Geschichte

Die in der spanischen Altamira-Höhle auf Wandmalereien von 15.000–13.000 v. Chr. abgebildeten Jäger mit stiefelähnlicher Bekleidung, sind die ältesten Zeugnisse von Stiefeln. Spätestens mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, sind Stiefel (besonders Modelle mit hohem Schaft) als alltägliche Fußbekleidung zunehmend seltener geworden. Die Gründe dafür sind, das die Schutzfunktion kaum noch benötigt wurde und Halbschuhe preiswerter und i.d.R. bequemer sind.

Etwa erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Verwendung von Stiefeln für beide Geschlechter stark von der Mode abhängig, wobei es für Frauen eine größere Vielfalt unterschiedlicher Stiefelmodelle und Schaftrohrhöhen gibt.



Modelle

Bei Stiefeln unterscheiden sich Damen- und Herrenmodelle meist nur durch die Leistenform und die Absatzhöhe. Die manchmal bei Modenschauen gezeigten Herrenstiefel mit höheren Absätzen, haben sich im Handel und in der Alltagsmode bislang nicht durchgesetzt. Im 19. Jahrhundert gab es noch sehr viele Stiefelmodelle, heute aber werden weniger sich voneinander (im Schaftschnitt) unterscheidende Modelle differenziert.


Stiefel können nach verschiedenen Kriterien voneinander unterschieden werden:

  • Material – bspw. Gummistiefel, Holzstiefel, Filzstiefel, Fellstiefel, Lackstiefel und Lederstiefel
  • Schaftlänge - Halbschaftstiefel, Langschaftstiefel, Stiefel/Boots und Stiefeletten, Überkniestiefel (Overknee)
  • Schnittform des Schafts – bspw. Kropfschnitt und Seitenteilschnitt
  • Verwendung - Jagdstiefel, Kampfstiefel, Motorradstiefel, Reitstiefel (bspw. der Jodphur-Stiefel), Schlittschuhstiefel, Skistiefel, Wanderstiefel, Westernstiefel, usw.



Folgende überknöchelhohe Modelle sind in der klassischen Herrenschuhmode seit Jahrzehnten unverändert geblieben:


Modelle mit einem vergleichsweise niedrigem Schaft:

  • Balmoral (Ringsbesatzstiefel) mit geschlossener Schnürung und auffälligem Schaftschnitt
  • Chelsea-Boot mit zwei seitlich (rechts und links vom Fußgelenk) angebrachten elastischen Gummibandeinsätzen, durch welche sich der Schuh komfortabel an- und ausziehen lässt.
  • Derby-Boot, ein sportlicher Stiefel mit offener Schnürung
  • George-Boot und Chukka-Boot – beide sind Schnürschuhe, der George-Boot ist deutlich höher
  • Jodhpur-Stiefel mit einem um das Gelenk herumreichenden Riemen mit Dornschnalle



Modelle mit einem meist höheren Schaft:

  • Engineerboots die meist bis knapp über die Mitte der Wade reichen; mit stark arrondierter Schuhspitze und einem Marschriemen über dem Rist.
  • Motorradstiefel (Bikerboot) haben einen Schaft der das Bein vor der Hitze des Motors bzw. des Auspuffs und bei einem Sturz vor Abschürfungen schützt, abriebfeste Sohlen und meist eine runde oder zumindest nicht enge Schuhspitze.
  • Reitstiefel haben einen charakteristischen schlichten schlanken und hohen Schaft und meist eine feine Sohle.
  • Westernstiefel haben ein Schaftrohr bis zur Mitte der Wade, sind vorne spitz zulaufend und weisen meist aufgenähte Verzierungen auf.



Modelle nach Einsatzzweck:

Im Vergleich zu einem Halbschuh dient der Stiefel als zusätzlicher mechanischer und thermischer Beinschutz. Dementsprechend werden Stiefel traditionell bzw. zweckgebunden eingesetzt bei z.B.: Bergsteigern, Jägern, Reitern, beruflichen Sicherheitsstiefeln (Bauarbeiter, Feuerwehr, Stahlarbeiter, Waldarbeiter, ...), Soldaten (Fallschirmspringerstiefel, Kampfstiefel, Knobelbecher) , bestimmten Sportarten (Skistiefel, Boxerstiefel usw.) und Wanderern.

In der BDSM-Szene gelten bis über das Knie reichende Langschaftstiefel (Overknees oder Thigh-Highs) mit Schäften aus Lackleder oder Latex und Plateausohle bzw. hohen Absätzen als Fetischobjekt, das bei manchen Menschen erotische Assoziationen erzeugt.


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Trageeigenschaften

Für den guten Sitz eines Stiefels und ein komfortables Gehgefühl, muss er dicht am Fußrist anliegen (also entsprechend eng an dieser Stelle sein).

Solche Stiefel die keinen Schnür-, Reiß- oder Riemenverschluss haben (sogenannte Schlupfstiefel) und ein hohes Stiefelrohr aufweisen, können nur problemlos an- und ausgezogen werden wenn die Stelle am Rist ausreichend weit ist um mit dem Fuß um die Biegung schlüpfen zu können. Alternativ kann der Schaft, wie auch bei Damenstiefeln häufig vorzufinden, aus einem dünnen und dadurch dehnbaren Material bestehen. Allerdings tritt durch das ermöglichen des bequemen hineinschlüpfens in den Steifel das Problem auf, das der Schaft nicht mehr dicht genug an der Fußbeuge anliegt um beim Gehen das hochlupfen des Fußes zu verhindern. Um den Fuß denoch fest in den Fersenbereich des Stiefels zu ziehen, gibt es den sogenannten Marschriemen: ein im Schuhboden befestigter Riemen der mit einer Dornschließe in der Länge verstellbar und quer über den Rist verläuft.

Weil Stiefel meist schwierig anzuziehen sind, werden vielen Modellen in den oberen inneren Schaftrand sogenannte Zugschlaufen aus Gewebeband eingenäht. Durch Zug (mit den Fingern) an diesen Schlaufen bei gleichzeitigem Druck des Fußes in den Stiefel, funktioniert das Anziehen einfacher. Zusätzlich gibt es sogenannte Stiefelanziehhaken, deren rechtwinklig abgebogenes Hakenteil in die Zugschlaufe gehängt wird – dank des Holzgriffstücks kann so bequem mit der ganzen Hand gezogen werden.

Zur Erleichterung des Ausziehens eines Stiefels, gibt es auch den sogenannten Stiefelknecht (die Bezeichnung stammt von einem Bediensteten, der früher beim Ausziehen behilflich war). Heute bezeichnet der Ausdruck ein schräg aufgestelltes Holzbrett das an einem Ende U-förmig ausgeschnitten ist. Die Stiefelferse wird in den Ausschnitt eingeführt und durch den Gegendruck des anderen Fußes auf das Brett, kann der Stiefel leicht vom Fuß gestreift werden.


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Tanzschuhe


Damen Lateintanzschuh

Lateintanzschuh Herren

Als Tanzschuhe gelten im engeren Sinne nur die für Standardtänze und Lateinamerikanische Tänze verwendeten Schuhe.


Absatz

Während bei Damentanzschuhen einzig die persönlichen Vorliebe der Trägerin über Form und Höhe des Absatzes bestimmt, wird bei Tanzschuhen für Herren zwischen Standard- und Lateinabsätzen unterschieden. Der Absatz des Tanzschuhs für Standardtänze gleicht weitestgehend dem eines gewöhnlichen Herrenhalbschuhs, der Absatz bei Schuhen für lateinamerikanische Tänze ist allerdings deutlich höher (um die Hüftbewegung zu unterstützen und zu betonen).


Außensohle

Weil die Laufsohle bei Tanzschuhen das richtige Verhältnis zwischen rutschig und griffig aufweisen muss, haben klassische Tanzschuhe für innen eine Außensohle aus chromgegerbten Rauleder, wodurch der Abrieb geringer und die Haltbarkeit höher ist (gewöhnlich sind Ledersohlen aus vegetabilgegerbtem und weniger wasserempfindlichem Leder). Bei Tanzschuhen wird die Außensohle an den Schuhboden geklebt, da ein Durchnähen wegen der dünnen Sohle nicht möglich ist (der Faden kann nicht geschützt versenkt werden und würde so schnell durchreiben). Auch andere Nähtechniken werden nicht genutzt, da diese zu aufwendig sind bzw. den Boden zusätzlich versteifen würden.


Elastizität

Anders als bei normalen Straßenschuhen, passt sich der Schuhboden von Tanzschuhen (besonders bei solchen für Lateinamerikanischen Tänze) aufgrund seiner hohen Biegeelastizität der jeweiligen Fußstellung besser an, wodurch die Fußtechnik ansprechender gestaltet werden kann.


Tanzschuhe für Standardtänze

Damen verwenden meist offene Schlupfschuhe mit einem Absatz (Pumps) aber auch Modelle mit getrennter Vorder- und Hinterkappe (Deux Pieces). Die Gelenkfeder (eine in den Schuhboden zur Verstärkung eingelassene Metall-, Holz- oder Kunststoffschiene) ist normal lang und der Farbton der Schuhe passt normalerweise zum Kleid (helle Schuhe werden bevorzugt).

Die von Herren verwendeten Schuhe entsprechen in ihrer Form klassischen Halbschuhen, d.h einem Schaft mit Blatt- oder Derby-Schnitt. Der Absatz ist 2,5 cm hoch, die Schuhe sind immer schwarz und haben in der Regel einen Schaft aus Lack- oder Glattleder (Nubuk wird selten genutzt). In höheren Tanzsportklassen wo Frack getragen wird, sind Lackschuhe obligatorisch.


Tanzschuhe für lateinamerikanische Tänze

Damen verwenden Sandaletten mit einem Vorderteil aus Riemchen oder einer Zehenöffnung in der Vorderkappe und eine zusätzliche Fersenkappe die den Fuß hält und führt. Die Gelenkfeder ist kürzer um eine größere Bodenflexibilität zu erreichen und die Absatzhöhe beträgt zwischen 6 - 7,5 cm (selten auch bis 9 cm). Die Farbe der Schuhe passt in der Regel zum Kleid, helle Schuhe werden bevorzugt.

Der Tanzschuhe für Herren ist meist aus Nubuk, manchmal auch eine Kombination von Glatt- und Rauleder und der Absatz misst zwischen 3,5 - 4,5 cm. Der Schaftschnitt ist meist ein Blattschnitt, die Farbe der Schuhe ist in der Regel schwarz.


Steppschuhe

Schuhe für den Stepptanz gleichen äußerlich gewöhnlichen Halbschuhen für Herren, haben aber eine geringere Absatzhöhe. Die Schuhe für Damen sind vergleichbar, haben aber meist einen schmaleren Schnitt.

Die Besonderheit an Steppschuhen sind ihre Sohlenbeschläge, durch welche bei den kurzen Tanzschritten klackende, kastagnettenähnliche Geräusche erzeugt werden. Die Beschläge sind bei amerikanischen Stepptanzschuhen aus Metall bzw. bei irischen Stepptanzschuhen aus aus Fiberglas oder Holz. Dieser Beschlag verläuft unterhalb der Schuhspitze bis zum Fußballen und auf der Auftrittsfläche des Absatzes. Metallbeschläge sind auch einzeln erhältlich und können an normalen Halbschuhen montiert werden.


Tanzsneaker

Gleichen gewöhnlichen Sneakern weitestgehend, haben aber eine zwischen Vorfuß und Ferse geteilte Sohle, wodurch ein maximales Strecken des Fußes möglich ist. Das Außensohlenmaterial ist wie auch bei Sportschuhen meist PU oder ein thermoplastischer Gummi. Da bei den einzelnen Tanzarten abweichende Erfordernisse an das Rutschverhalten gestellt werden, gibt es auch Tanzsneaker mit einer Chromledersohle bzw. einem Chromlederbesatz (typisch für Tanzschuhe). Der Schaft wird, abhängig vom Preis, aus Synthetik oder Leder (Glatt- und/oder Rauleder) gefertigt. Einige Tanzsneaker sind an der Spitze abgeflacht, um einen kurzzeitigen Spitzenstand zu ermöglichen.


Pflege

Die Pflege von Obermaterial aus Leder unterscheidet sich nicht von der für normale Schuhe. Nur Materialien wie Samt oder Satin benötigen eine aufwendigere Pflege und werden daher meist nur zu Turnieren aber nicht beim Training getragen. Weil helle Damenschuhe aus solchen Materialien besonders schwierig zu Reinigen bzw. sauber zu halten sind, werden häufig Gold- bis Kupferfarbige Damenschuhe verwendet.


Außensohle
Durch die Beanspruchung auf dem Tanzparkett und die Staubpartikel, werden vor allem Oberfläche von Rauledersohlen im Laufe der Zeit immer glatter und rutschiger. Die Sohlen werden deshalb bei Bedarf mit speziellen Drahtbürsten (mit gebogenen Borsten) aufgeraut und/oder mit Raulederbürsten entstaubt. Weil chromgegerbte Leder Flüssigkeit gut aufnehmen, kann die Griffigkeit auch durch Ölen oder Befeuchten der Sohle mit Wasser erhöht werden.


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