Schuhmodelle

Unisexmodelle, Grundmodelle,
Schuhe nach Einsatzzweck und
historische Modelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Turnschuh
  2. Wanderschuh

  1. Badeschuhe
  2. Bergschuh
  3. Balmoral-Boot
  4. Birkenstock
  5. Bootschuh
  6. Bundschuh

  1. Caliga
  2. Calceus
  3. Carbatina
  4. Clog
  5. Crocs
  6. Espadrilles

  1. Flipflops
  2. Gummistiefel
  1. Gymnastiksandale
  2. Gymnastikschuhe

  1. Halbschuh
  2. Hausschuh
  3. Holzschuh
  4. Hüttenschuh

  1. Kinderschuhe
  2. Loafer
  3. Mokassin
  4. Moonboot
  5. Opanken
  6. Pantoffel

  1. Sandale
  2. Sneaker

  1. Stiefel
  2. Tanzschuhe

  1. Schuhmodelle Inhaltsverzeichnis

Turnschuh

(Sportschuh)
  • Basketballschuhe
  • Fußballschuhe

    Bei Wettkampf- und Trainingsschuhen wird zwischen Stollen-, Nocken- und Multinoppenschuhen unterschieden. Als Stollen werden in der Regel nur auswechselbare, unabhängig voneinander an der Sohle angebrachte Stollen bezeichnet die aus Aluminium, Gummi, Keramik, Kunststoff oder Leder gefertigt sind.

    Angeboten werden verschiedene, speziell auf ihren Einsatzbereich zugeschnitten Stollen bzw. Nocken. Diese unterscheiden durch das Material der Nocken und durch deren Größe, Anordnung, Anzahl und Länge:

    • AG - Artificial Ground (Kunstrasen; längliche Nocken)
    • FG - Firm Ground (Naturrasen; breitere Nocken mit etwas größerem Abstand um ein verkleben der Sohle mit dem Rasen zu vermeiden)
    • HG - Hard Ground (Asche, Kunstrasen; kurze, harte Nocken) | IN – Indoor (Hallenboden; keine Nocken sondern Profilsohle)
    • SG - Soft Ground (Naturrasen; klassische Stollen für feuchte , schlammige und tiefe Böden)
    • TF - Turf (Multitalent mit vielen kleine Nocken; für härtere Böden wie Asche oder kurzer Kunstrasen)

  • Laufschuhe (Jogging- oder Runningschuhe)
    Dämpfung und die Stabilisierung (d.h. Stützen und Führen des Fußes während der Stand- und Abstoßphase) sind die Hauptfunktionen dieses Schuhs. Außerdem haben Laufschuhe einen stärkeren Fersenkeil zur Unterstützung der Abrollbewegung und sollten Laufschuhe Fußfehlstellungen ausgleichen. Um den richtigen Schuh zu finden sollte eine Laufbandanalyse durchgeführt werden (wird in vielen Fachgeschäften angeboten).


    Laufschuhe werden unterteilt in: Geländelaufschuhe, Neutrallaufschuhe, Stabilschuhe, Lightweighttrainer/Wettkampfschuhe und Fußtrainer (Natural Running Schuhe).

    Stabilschuhe haben ausgesprägtere Pronationsstützen (härteres Material an der Innenseite des Schuhs), um ein „übermässiges-nach-innen-knicken“ (Überpronation) im Abrollvorgang zu reduzieren.

    Bei Neutrallaufschuhen steht die Dämpfung im Vordergrund und richtet sich an Läufer die keine Überpronation im Abrollvorgang haben und neutral abrollen. Auch Läufer mit Supination (die Hebung des inneren Fußrandes bei gleichzeitiger Senkung des äußeren) können in dieser Kategorie den passenden Schuh finden.

    Fußtrainer besitzen fast ausschließlich keine Pronationsstütze.

  • Tennisschuhe


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Wanderschuh

(Siehe auch: Bergschuh)
Wanderschuh
Ein robuster Schuh der u.a. aufgrund seiner guten Wasserdichtigkeit und einem rutschfesten Profil, zur Fortbewegung in freier Natur verwendet wird (zum Wandern und leichtem Bergsteigen).

Funktionen

Weil die Füße bei Wanderungen oft sehr hohen Belastungen wie bspw. einem unebenen oder rutschigen Boden und der Gewichtsbelastung durch den Rucksack ausgesetzt sind, bedürfen sie eines zusätzlichen Schutzes um eine rasche Ermüdung bzw. Verletzungen (häufig im Knöchelbereich) zu vermeiden. Der Schaft von Wanderschuhen verläuft daher in der Regel bis über den Knöchel, was u.a. dem Schutz gegen ein Umknicken im Sprunggelenk dient.


Modellkategorien

Weil die Ansprüche an den Schuh je nach Einsatzgebiet sehr unterschiedlich sind (bspw. zwischen einer Wüstentour und einem Hochgebirgseinsatz), wurden in den 1970er Jahren von dem Wanderschuhhersteller Meindl die sogenannten Einsatzkategorien entwickelt:

Diese reichen von "A" für Leichtwanderschuhe (für den Spaziergang im Stadtpark) bis zu "D" (für den Hochgebirgseinsatz) – die Schuhe sind daher für die jeweilige Einsatzkategorie optimiert.

Leichtwanderschuhe haben bspw. eine sehr biegsame Sohle und einen Schaft aus Nylon, während ein Hochgebirgsstiefel einen dicken Lederschaft und eine steigeisenfeste und sehr harte Sohle aufweist (Siehe auch: Bergschuh). Spezialwanderschuhe wie z.B. der Wüstenstiefel, haben einen Stichfesten Nylonschaft (gegen Skorpionstiche) und weisen eine besonders hohe Atmungsaktivität auf. Für den Einsatz unter extremen Bedingungen gibt es Schalenschuhe die komplett aus Kunststoff (mit Innenschuh) gefertigt sind.


Machart

Ein Wanderschuhe wird entweder in der genähten oder der geklebten Machart (AGO) gefertigt, wobei die meisten heute erhältlichen Wanderschuhe mit der geklebten Konstruktionsweise erzeugt werden. Zum einen weil diese Methode billiger ist, zum anderen aber auch aus funktionellen Gründen weil bspw. die Innensohle eines geklebten Wanderschuhs aus Kunststoff gefertigt werden kann, der Ansprüchen wie Biegeelastizität nach Schuhgröße und Einsatzzweck exakt gerecht wird.

Wanderschuhe in der genähten Machart, werden im britischen Einflussbereich mit der Veldtschoen-Machart gebaut, während Wanderschuhe im alpenländischen Raum in der zwiegenähten Machart (sehr schwere Bergstiefel auch trigenäht) gebaut werden.

Die Haltbarkeit des Schaftes wird, neben dem verwendeten Material, in erster Linie von der Anzahl der Nähte beeinflußt. Jede Nahtstelle (auch eine dreifach ausgeführte bei besseren Wanderstiefeln) stellt eine potentielle Schwachstelle des Schuhs dar, weil hier Wasser eindringen kann und wenn der Schaft zuerst hier kaputt wird.


Aufbau

  • Schaft
    Der Außenschaft wird entweder aus Leder (Glatt- bzw. Rauleder) oder der Kunstfaser Nylon bzw. einer Kombination der beidem (Nylon mit Raulederbesätzen) erzeugt. Das verwendete Leder ist pflanzlich gegerbt (Schuhoberleder sind normalerweise mineralgegerbt) und besonders dick. Der Innenschaft (das Schuhfutter) wird entweder Kunstfaserfilzen (Nadelfilz Camprell) oder Leder bzw. aus einer Kombination beider (stark belastete Bereiche aus Leder, der Vorderschuh aus Kunstfaser) gemacht.

    Das verwendete Material ist neben der Anzahl der Nähte entscheident für die Haltbarkeit: Leder ist dabei am haltbarsten. Bei Rauleder das mit der Fleischseite nach außen gearbeitet wird, können auch Beschädigungen Oberfläche durch Herausreiben entfernt werden (bei Glattledern ist das nicht möglich).

    Schäfte aus Nylon sind weniger haltbar als Leder und werden daher nur in sogenannten Leichtwanderschuhen (Einsatzkategorie A) verbaut – d.h in Schuhen welche nicht für den Einsatz in Geröllfeldern (viel Reibung der Steine am Schaft) konzipiert sind.

  • Sogenannte Klimamembranen (dünne Folien die als Laminat mit dem Futter in den Schuh eingearbeitet werden und Wasserdichtigkeit versprechen ohne die Atmungsaktivität zu unterbinden) werden verstärkt seit den 1980er Jahren in Wanderschuhe eingebaut - ihre Funktionalität bei Schuhen ist jedoch umstritten.
  • Wetterschutzrand
    Bei geklebten Wanderschuhen wird, zur Sohle hin und rings um den Schuh verlaufend, ein Gummigürtel (Wetterschutzrand) verbaut (bei genähten Schuhen gibt es diesen zusätzlichen Schutz nicht). Dieser bietet bei der Verbindung zwischen Schaft und Sohle erstens einen guten mechanischen Schutz und verhindert zweitens das Eindringen von Wasser. Der Wetterschutzrand sollte allerdings am Schaft nicht zu weit hochreichen, da er die Atmungsaktivität einschränkt.
  • Zwischensohle
    Die Zwischensohle besteht aus dämpfenden Polyurethan (PU) und ist zur Auftrittsdämpfung keilförmig (d.h. unter der Ferse stärker als im Vorfußbereich). Abhängig von den Lagerbedingungen (aber unabhängig davon ob die Schuhe getragen werden oder nicht), unterliegt Polyurethan einem über die Jahre langsam fortschreitendem Hydrolyseprozess. Immer stärker versprödet der Dämpfungskeil von innen heraus innerhalb von 7 - 10 Jahren - ohne dass dieser Vorgang von außen erkennbar ist. Wenn man mit dem Fingernagel den Dämpfungskeil anritzt, krümelt das zerstörte PU heraus.

    Ältere und selten gebrauchte Wanderschuhe, sollten daher vor einer Tour überprüft werden, ein kaputter Dämpfungskeile kann vom Reparaturservice der Hersteller ersetzt werden. Herstellerangaben zufolge ist das Material der Dämpfungskeile seit einigen Jahren so weit verbessert worden, dass es ein Schuhleben lang hält.

  • Sohle
    Als Sohlen unterhalb der dämpfenden Zwischensohle, werden ausschließlich Gummiprofilsohlen verwendet – solche bieten die beste Haftung und zeichnen sich durch eine lange Haltbarkeit aus (Vibram aus Italien ist hier Weltmarktführer). Bei der Sohle wird zwischen 2 Arten unterschieden: Flache die von jedem Schuster ersetzt werden können und sogenannte Formsohlen (mit hochgebogenem Rand), welche meist nur beim Hersteller ersetzt werden können. Profile und Gummimischungen werden inzwischen auch für spezielle Zwecke optimiert (Eiswandern, Schnee, usw.).
  • Schnürung
    Die Schnürsenkel bestehen immer aus einer nicht wasserzügigen und reibungsresistenten Chemiefaser. Für die Schnürung werden sowohl Ösen als auch Haken (Agraffen) und Schlaufen verwendet. Der untere Bereich der Schnürung besteht meist Ösen oder Schlaufen, beim Übergang zum Knöchel und im oberen Schaftbereich wird häufig ein Tiefzughaken verwendet welcher den Schnürsenkel bedingt fixieren kann. Der obere Teil der Schnürung hat offene Haken, einige Hersteller verbauen auch Schlaufen mit einer eingepressten Metallkugel, welche durch Rotation die Reibung des Senkels beim Festziehen minimieren und so das Festziehen vereinfachen soll.

    Mithilfe beider Systeme kann die Schnürung flexible an den Fuß, den Beinumfang und den Einsatzzweck (Bergaufgehen, Bergabgehen, …) angepasst werden. Mithilfe des an der Schuhlasche ("Zunge") befestigten offenen Hakens, kann diese in die Schnürung mit einbezogen werden um ein Verrutschen zu verhindern.


Pflege

Da Wanderschuhe in der Regel einer besonderen Belastung unterliegen, ist eine Pflege mit normalen Schuhpflegemitteln nicht ausreichend. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei dabei die Imprägnierung ein, weshalb Wanderschuhe regelmäßig nachimprägniert werden sollten.

Für die allgemeine Pflege eignen sich sehr dünn aufgetragene Lederfette oder Fettwachse. Vorsicht, bei einer Überfettung mit Lederfetten, sinkt die Atmungsaktivität und der Schaft kann insgesamt an Festigkeit verlieren.

Das verwenden von Fettwachsen ist einfacher und bedenkenloser. Reine Wachse sind aber weniger empfehlenswert, da sie das Leder erstens nicht nähren (was zur Versprödung führt) und der Schutzfilm zweitens weniger gut auf der Lederoberfläche haftet (was zu Wasserdurchlässigkeit führt).


Anmerkung: Durch unterschiedliche Pflegemittel in Kombination mit den beim Gerben in das Leder eingebrachten Hydrophobierungsmitteln, kann es zu chemischen Unverträglichkeiten kommen und die Wirkung der Mittel kann sich gegenseitig aufheben. Das Pflegemitteltyp sollte ohne Not daher nicht gewechselt werden.


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